Königinnenzucht nach Reiner Schwarz - Frage zum Ablauf

  • Neeeee! Die ist letztes Jahr auch schon so abgegangen. Von der Sorte brauche ich mehr!

  • Hallo, morgen setze ich meine 2. Serie an, wie von Rainer beschrieben.
    Habe ein Volk am Stand, was bis jetzt KEINEN Honig gesammelt hat, auch kein bisschen. Die wollte ich in der Session umweiseln. Kann ich dort auch eine Schlupfreife Zelle nach Entfernung der Königin einhängen ?
    Alte Königin raus, neue Zelle rein ?
    Bis bald
    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Hallo Markus.
    Hab ich vor einer Woche auch gemacht. Hat gut funktioniert. Alte Königin raus, neue im Lockenwickler rein, nach dem Schlupf noch auf eventuelle wz überprüft und Königin nach Zeichnung direkt frei gelassen. Ich hatte nur ein oder zwei WZ, die ich brechen musste.


    Gruß Frank

  • Hallo Marcus,


    da hast du Recht. Ich hatte das nur aus zwei Gründen gemacht.


    1. Habe ich die Rasse gewechselt (Carnica zu Buckfast) und hatte Angst, dass das nicht hoffnungslos weisellose Volk die Zelle ausbeist. Außerdem wollte ich nach dem Schlupf das Volk nach Nachschaffungszellen durchschauen. Das geht mit leichtem abschütteln der Brutwaben einfach besser. Da wollte ich keine gerade geschlüpfte, noch unbegattete Jungkönigin dazwischen haben.


    2. Wollte ich die Königin zeichnen und das finden im noch recht großen Volk ist halt mehr Arbeit als im Lockenwickler ;-)


    Gruß
    Frank

    12er Dadant, Buckfast

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  • Ganz klar ist für mich eine Frage noch nicht: Wenn die Königinnen im Honigraum eines weiselrichtigen, nicht schwarmtriebigen, Volkes gepflegt werden, kann man sie dort im Käfig auch schlüpfen lassen oder lösen die geschlüpften Königinnen einen Schwarm aus? Wie verträglich ist die Situation eigentlich, wenn sich im Honigraum frisch geschlüpfte Jungfern und im Brutraum die Altkönigin befindet? Werden die Jungfern dann überhaupt geduldet, d.h. gefüttert? Wie lange?
    Noch eine Frage: Wenn man mit Nicot arbeitet, könnte man nach dem Verdeckeln der Weiselzellen die Schlupfkäfige aufstecken und den Deckel offen lassen. Die Bienen behalten dann den direkten Kontakt zur Weiselzelle zum Wärmen. Ein Verbau der Weiselzelle ist dann aber nicht möglich. Am 10. Tag wird dann der Deckel der Schlupfkäfige verschlossen. Dann würden sich aber Bienen im Käfig befinden. Kann man sie mit Rauch raustreiben, ohne der Jungkönigin zu schaden? Muss man die Bienen überhaupt raustreiben? Hat jemand mal das Aufstecken offener Schlupfkäfige zur Vermeidung des Verbaus probiert?


    Gruß Ralph, der bisher im weisellosen Volk Königinnen gezogen hat und dem die Pflege im weiselrichtigen Volk unheimlich ist.

  • Hallo Ralph,

    Wenn die Königinnen im Honigraum eines weiselrichtigen, nicht schwarmtriebigen, Volkes gepflegt werden, kann man sie dort im Käfig auch schlüpfen lassen oder lösen die geschlüpften Königinnen einen Schwarm aus?


    Ja, du kannst die Königinnen schlüpfen lassen. Wenn du nicht gerade mit EWK arbeitest, würde ich aber empfehlen die schlupfreifen Zellen schon kurz vor Schlupf auf Ableger oder Begattungseinheiten zu verteilen und dort schlüpfen lassen. Wenn die Königinnen im Käfig schlüpfen, würde ich die geschlüpften Königinnen dort nicht lange in ihren Käfigen warten lassen. Je weiter weg vom Mai und je genetisch verschiedener die Bienen (Also z.B. Carnica Kö vom Buckfast Volk pflegen lassen), umso größer ist meiner Erfahrung nach die Gefahr, dass sie nicht richtig gepflegt werden. Aber das ist zu jeder Jahreszeit Terminarbeit und die Königinnen sollten noch am Schlupftag eingeweiselt werden.


    Zitat


    Noch eine Frage: Wenn man mit Nicot arbeitet, könnte man nach dem Verdeckeln der Weiselzellen die Schlupfkäfige aufstecken und den Deckel offen lassen. Die Bienen behalten dann den direkten Kontakt zur Weiselzelle zum Wärmen. Ein Verbau der Weiselzelle ist dann aber nicht möglich. Am 10. Tag wird dann der Deckel der Schlupfkäfige verschlossen. Dann würden sich aber Bienen im Käfig befinden. Kann man sie mit Rauch raustreiben, ohne der Jungkönigin zu schaden? Muss man die Bienen überhaupt raustreiben?


    Hier sind die Empfehlungen unterschiedlich. Ich kenne sowohl die Empfehlung beim "Verschulen" der Weiselzellen gezielt Pflegebienen zuzusetzen. Ich kenne auch die Warnung, dieses genau nicht zu tun. Ich selbst würde keinen großen Aufwand treiben die Käfige bienenfrei zu bekommen. Es sollten aber nur wenige Bienen sein (2-5).


    Zitat

    Gruß Ralph, der bisher im weisellosen Volk Königinnen gezogen hat und dem die Pflege im weiselrichtigen Volk unheimlich ist.


    In Schwarmstimmung ist mir übrigens noch kein Pflegevolk gekommen. Vielleicht ist dem Trieb mit der Pflege im Honigraum genüge getan?


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Bernhard,


    Das liegt auch daran, daß gar keine Schwarmgedanken mehr aufkommen.


    Du schriebst, das Austauschen der alten Königin mit einer Zelle kurz vor Höhepunkt der Entwicklung bremst die Schwarmgedanken eines Volkes. Ich nehme an durch den Legestopp und Knick= kurzfristigen Entwicklungsstagnation. Würde aber bei einbringen einer jungen begatteten Königin nicht funktionieren, oder?
    Lg
    Lilie

  • ...Wenn du nicht gerade mit EWK arbeitest, würde ich aber empfehlen die schlupfreifen Zellen schon kurz vor Schlupf auf Ableger oder Begattungseinheiten zu verteilen und dort schlüpfen lassen.


    Danke. Meine Begattungseinheiten wären Kieler Begattungskästen, die auf eine Belegstelle gefahren werden. Ich mache mir Gedanken, wie man die Zelle dort hinein tut und wie man sie vor der Fahrt auf die Belegstelle am besten entnimmt (um den Schlupf zu kontrollieren), ohne dass dabei die Bienen heraus quellen. Gedacht habe ich es mir folgendermaßen:
    Ich lege auf die Oberträger eine Abdeckfix-Folie, in die ich zwischen der 1. und 2. Rähmchenleiste ein 12mm-Loch einstanze, wobei ich dieses Loch noch mit radialen Einschnitten versehe, sodass ein Nicot-Weiselnapfhalter mit Zelle dort zwischen die Rähmchen gesteckt werden kann.
    Zur Besiedlung wird die schlupfreife Zelle dort hineingesteckt, das Abdeckfix auf dem Begattungskästchen mit Reißzwecken oder Stecknadeln fixiert und der Deckel verschlossen. Das Kästchen wird mit dem Deckel nach unten gelegt und der Bodenschieber geöffnet. 100g angefeuchtete Bienen (200ml) werden eingefüllt und der Bodenschieber verschlossen. Das Begattungskästchen kommt in Dunkelhaft.
    Vor der Fahrt auf die Belegstelle wird der Deckel geöffnet, der Weiselnapfhalter mit Zelle aus dem Abdeckfix heraus gezogen und der Deckel verschlossen. Die Zelle wird auf ordnungsgemäßen Schlupf kontrolliert.
    Ist das so in Ordnung oder geht es auch viel einfacher? Wie machen das andere?


    Gruß Ralph

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  • ... wie man die Zelle dort hinein tut und wie man sie vor der Fahrt auf die Belegstelle am besten entnimmt (um den Schlupf zu kontrollieren), ohne dass dabei die Bienen heraus quellen.


    Das Verfahren mit der Folie ist durchaus geeignet. In den Apidea Begattungskästchen gehört sogar eine solche stabile Folie (mit Loch und Abdeckklappe) zur Standardausrüstung. Wenn du aber die Völkchen fliegen lassen kannst (Zweitstand außerhalb des Flugkreises des Standes von dem die Bienen für die Begattungskästchen sind) brauchst du nichtmal das, weil die Bienen dann wesentlich ruhiger sind und selbst wenn sie auffliegen wieder in ihr Kistchen finden.
    Zur Belegstelle geht es dann, wie zu jeder anderen Wanderung auch. Am Vorabend das FLugloch zu - und morgens zur Belegstelle.
    Die Kistchen dürfen natürlich nicht so lange fliegen, dass die junge Königin Zeit hat in Bruft zu geraten. Dann kannst du dir die Belegstelle auch gleich sparen.


    Den Schlupf der Königin zu kontrollieren, bevor du auf die Belegstelle fährst ist auf jeden Fall sinnvoll.


    Gruß
    Ludger

  • Ludger : Danke, also doch ganz brauchbar. Fliegen lassen ist auch gut, habe ich früher auch gemacht, kann ich aber im Moment nicht realisieren.
    Leider gibt es da auch eine Falle: Wenn man das Flugloch öffnet, stellen die Bienen zu unterschiedlichen Zeiten fest, dass sie heraus können. Die Bienen fliegen zuerst ab, kehren dann nach einigen Runden zurück und bauen sich am Flugloch auf, um zu sterzeln.
    An den ersten Begattungseinheiten sterzeln die Bienen dann in Mengen am Flugloch und locken die aus den späteren Begattungseinheiten ausfliegenden Bienen an. Die fehlen dann dort zum Sterzeln, wodurch sich dieser Effekt verstärkt. Im Ergebnis erhält man überbesetzte und unterbesetzte Begattungseinheiten, was für die nachfolgende Beschickung der Belegstelle ungünstig ist, weil sich das dort dann noch einmal wiederholt. Deshalb folge ich dem Rat meines alten Imkermeisters: Ich behalte die Begattungseinheiten 7 Tage in Dunkelhaft mit Tränkung alle 2 Tage und fahre sie dann direkt auf die Belegstelle. Die Volkseinheiten sind dann gefestigter, die Königin ist brünstig und der oben beschriebene Effekt tritt nur einmal in abgeschwächter Form auf.


    Gruß Ralph

  • Fliegen lassen ist auch gut, habe ich früher auch gemacht, kann ich aber im Moment nicht realisieren.


    Dann musst du mal ein paar Leute ansprechen - ist meist kein Problem - zumal wenn es für kleine Einheiten und wenige Tage ist.


    Leider gibt es da auch eine Falle: Wenn man das Flugloch öffnet, stellen die Bienen zu unterschiedlichen Zeiten fest, dass sie heraus können. Die Bienen fliegen zuerst ab, kehren dann nach einigen Runden zurück und bauen sich am Flugloch auf, um zu sterzeln.
    An den ersten Begattungseinheiten sterzeln die Bienen dann in Mengen am Flugloch und locken die aus den späteren Begattungseinheiten ausfliegenden Bienen an. Die fehlen dann dort zum Sterzeln, wodurch sich dieser Effekt verstärkt. Im Ergebnis erhält man überbesetzte und unterbesetzte Begattungseinheiten, was für die nachfolgende Beschickung der Belegstelle ungünstig ist, weil sich das dort dann noch einmal wiederholt.


    Guter Hinweis. Ich hatte letztes Jahr nicht genug Miniplus und musste auf ein paar Kieler ausweichen. Den Effekt, dass die Einheiten sehr unterschiedlich stark waren, habe ich auch beobachtet. Das ist wirklich nicht ideal. Heisst dann wohl, dass ich sie weiter voneinander entfernen werde, um den Verflug zu minimieren.


    Deshalb folge ich dem Rat meines alten Imkermeisters: Ich behalte die Begattungseinheiten 7 Tage in Dunkelhaft mit Tränkung alle 2 Tage und fahre sie dann direkt auf die Belegstelle. Die Volkseinheiten sind dann gefestigter, die Königin ist brünstig und der oben beschriebene Effekt tritt nur einmal in abgeschwächter Form auf.


    Ja, das ist die Alternative, die ich bei EWK für die Inseln auch schon benutzt habe. Allerdings habe ich die Völkchen nicht ganz so lange in Kellerhaft genommen. Aber aus Kielern, die noch nicht geflogen sind, die Zellen herauszufischen, dürfte auch mit der Folie, nicht so ganz einfach sein.



    viel Erfolg.
    Ludger

  • Hallo Ralph,
    ich kann bestätigen dass die Endpflege in weiselrichtigen Völkern bzgl Schwarm wirklich kein Problem ist. Ich hatte im letzten Jahr die Zucht Latten immer mit ASG betackert direkt ins Brutnest gehängt. Auch nicht wenn man die Zellen schlüpfen lässt.
    Das mit dem 'Zusetzen' von schlupfreifen Zellen in KS halte ich aber für problematisch. Wäre es da nicht besser die gezeichneten Königinnen mit einer Zweitschlupfzelle zuzusenden? Ich hatte mir das mal in Hohen Neuendorf zeigen lassen. Das sieht seltsam aus, klappt aber offenbar sehr sicher.


    Gruß Jörg
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