Königinnenzucht nach Reiner Schwarz - Frage zum Ablauf

  • Aber nicht wenn die junge in einen Käfig eingesperrt ist, wo unter Umständen nicht mal Bienen Zutritt haben


    Hallo, also doch eher Schlupf im Begattungskasten ?
    Was Bernhard schreibt ist auch einleuchtend, aber wenn man 10 Kös haben möchte sicher nicht so zu realisieren.

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Warum nicht? Du nimmst einfach 10 Wirtschaftsvölker. Fertig. Das Ganze kannst Du ja auch wiederholen. Alte Königinnen im Ableger abdrücken/verkaufen/whatever, neue Königin in Ableger umsetzen, sobald sie reif ist und im Vollvolk eine neue Königin heranziehen. Schwieriger wird es erst, wenn Du mehrere hundert Königinnen heranziehen willst.

  • Hallo KME

    Wie alt muss denn die Zelle sein, um das man sie ohne Schaden zu nehmen umsetzen kann ?


    Gruss Ingo

  • Hallo Ingo,


    also, ich verschule immer 10 Tage nach dem Umlarven. Ausfälle hatte ich noch nie. Die Weiselzellen entnehme ich dem Zuchtrahmen, lege sie alle kreuz und quer in ein Körbchen, um sie bei der anschließenden Bildung der Begattungsvölker griffbereit zu haben. Das klappt bestens.


    Gruß
    KME

  • Warum nicht? Du nimmst einfach 10 Wirtschaftsvölker. Fertig. Das Ganze kannst Du ja auch wiederholen. Alte Königinnen im Ableger abdrücken/verkaufen/whatever, neue Königin in Ableger umsetzen, sobald sie reif ist und im Vollvolk eine neue Königin heranziehen. Schwieriger wird es erst, wenn Du mehrere hundert Königinnen heranziehen willst.


    Einwandfrei, werde ich so machen. Braucht man für das Nicotsystem noch irgendwelche Halter, für die Weiselzelle ins Vollvolk zu hängen ?
    Bis bald
    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Bernhard: Hab ich das richtig verstanden?:


    Du entweiselst die Völker, hängst Zuchtstoff zu, brichst wilde Zellen und lässt im Volk schlüpfen!?


    1) Besteht da nicht ein goßes Risiko, dass vom Zuchtstoff keine Zelle gezogen wird, weil eig. Larven bevorzugt werden?


    2) Wann machst Du so was?


    Ich denke unter Berücksichtigung des Honigertrages ist die Wahl des Zeitpunktes wichtig, da ja eine Brutpause wie beim Schwarmrestvolk entsteht.


    Könnte mir vorstellen, dass so was in der Mitte der Rapstracht Sinn macht, da ja die frei werdenden Pflegebienen sammeln können.


    MfG André

  • Einwandfrei, werde ich so machen. Braucht man für das Nicotsystem noch irgendwelche Halter, für die Weiselzelle ins Vollvolk zu hängen ?


    Wenn Du den gelben Sockel nimmst, kannst Du den zwischen die Rähmchen klemmen oder in die Wabe drücken. (Der hat so Ecken.)



    1) Besteht da nicht ein goßes Risiko, dass vom Zuchtstoff keine Zelle gezogen wird, weil eig. Larven bevorzugt werden?


    Ja. Mel Disselkoen praktiziert die On The Spot-Methode, bei der einfach die unteren Zellränder/-wände entfernt werden. Das habe ich auch ausprobiert und es funktioniert auch sehr gut. In der Regel will man aber von bestimmten Völkern nachziehen und dann bleibt nur das Zusetzen. Da mehrere Zellen gegeben werden, kann man auch aus anderen Völkern die gepflegten, dann verdeckelten Zellen entnehmen, um sie dem widerspenstigen Volk zuzusetzen, das sich weigert.


    2) Wann machst Du so was?


    Zum Entwicklungshöhepunkt, also wenn das Volk voll da ist. Na klar ist dann keine Brut zu pflegen und die Bienen sammeln dann wie blöde. Und zu diesem Zeitpunkt bauen sie Mittelwände aus wie blöde. Es werden alle verdeckelten Brutwaben mit Mittelwänden geschachtelt. (1 Wabe Brut = 3 Waben Bienen.)


    Der Knick in der Volksentwicklung kommt dann ungefähr einen Monat später, wenn die junge Königin anfängt zu legen. Das Volk ist also nicht durchgehend trachtstark, wie es in einer Erwerbsimkerei benötigt würde. Für die meisten anderen Imker aber reicht der Honigertrag locker aus. Der fällt in der Regel sehr gut aus. Die Imkerpatenkinder sind mehr als zufrieden. Das liegt auch daran, daß gar keine Schwarmgedanken mehr aufkommen. Die ganzen lästigen Kontrollen auf Schwarmzellen fallen komplett weg. Mit zwei Eingriffen, der Ablegerbildung und dem einen Schwarmzellenbrechen, ist das Thema für das Jahr erledigt. (Plus kurze Nachkontrolle, ob die neue Königin legt, geht aber fix.) Etwaige Ausfälle, zum Beispiel weil die Königin bei der Begattung verloren geht, sind fix mit der alten Königin im Reserveableger ausgeglichen. Für Anfänger, so meine ich, ist das ideal.


    Um die Trachtstärke durchgehend zu erhalten, experimentiere ich gerade mit einer Kombination der MDA-Methode mit einer Zweiköniginnenbetriebsweise. Weil mit zwei Königinnen die Volksstärke pro Beute größer ist, fällt der Knick in der Volksstärke nicht so signifikant aus. Bei einer Zweiköniginnenbetriebsweise habe ich das umgekehrte Problem: hier muß ich irgendwann schröpfen, damit das Volk nicht explodiert. Die beiden Nachteile der einzelnen Methoden heben sich gegenseitig auf, wenn sie kombiniert werden. Der Knick in der Volksstärke bei der MDA-Methode wird zum Schröpfen der Zweiköniginnenbetriebsweise. Ziel ist, eine Betriebsweise aufzubauen, die ohne Schwarmkontrollen auskommt, die hervorragende Königinnen hervorbringt und außerdem den Wärmehaushalt des Brutnestes befruchtet. Mir ist das Bild von Rudi im Kopf hängengeblieben, sein neues Avatar, wo die beiden Wintertrauben sich gegenseitig wärmen. Mit einem vertikal geteilten Brutraum und zwei Königinnen = zwei Brutnestern nebeneinander, scheint es mir möglich zu sein, die Brutnester konstanter wärmen zu können. Ein weiterer Nebeneffekt ist, daß eine Beute dadurch ausfallsicherer ist. Falls mal eine Königin versagt, legt die andere weiter und sichert damit gegen Ausfall ab. Auch interessant bei Vergiftungen aller Art, denn hier versagt oft eine Königin oder die Bienenmasse nimmt zu schnell ab, als sie ersetzt werden kann. Mit doppelter Legeleistung pro Volk kann man da eventuell gegenhalten.


    Mal sehen.


  • Hallo Frank. Zuerst setzt du das Brutvolk auf einen neuen Boden. Den Honigraum setzt du auf den bisherigen Boden legst aber ein Absperrgitter flach über den Boden damit keine Fremdkönigin dir die Serie killt und entnimmst mittig eine Honigwabe. Dann fegst du aus dem Brutraum die Bienen von den offenen Brutwaben dazu, aber ohne KÖ, und gibst die Waben wieder zurück. Die anderen Flugbienen aus dem Brutvolk fliegen dem Honigraum zu und stellen so die Versorgung des Brutvolkes sicher.
    Nach zwei Stunden kann der Zuchtrahmen mit den Edelmaden gegeben werden. Am zehnten Tag werden die Zellen verschult oder mit den Honigraumbienen in Begattungsableger aufgeteilt. Beim verschulen werden Brutwaben jeweils neben den Hürdenrahmen gestellt um die Wärme für die Zellen zu sichern. Keine Brutwaben nehmen sondern nur Bienen aus dem Honigraum Canica / Buckfast ist völlig egal weil die KÖ's ja vom Volk gezüchtet wurden.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Die Kraft für Nachschaffungszellen und die umgebende offene Arbeiterbrut ist verschwendet. Die Pflegebienen füttern nicht nur eigene NS-Zellen sondern auch sämtliche Brut!


    Daher laß ich die Starter immer erst hoffnungslos weisellos werden. Erst dann müssen sie meine Zellen üppig versorgen - sie haben ja keine andern mehr.


    Es geht ganz einfach solch einen Starter zu bilden. Ganz ohne viel Verlust. Auf ein normales Volk kommt eine Zarge Sammelbrut oder ein kompletter entweiselter Brutraum oder die Brut eines abgefegten Volkes über Gitter. Nach mind. 9 Tagen ist das Startervolk hochgradig schwarmtriebig denn 9/21igstell - also rund die Hälfte der Brut zweier Königinnen ist inzwischen geschlüpft und über dem Gitter gibt es jetzt nur gedeckelte Brut.


    Macht Euch die Annahme des Zuchtstoffes mit hoffnungsvollen Weisellosen nicht zu schwer. Wartet die 9 Tage!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Bitte unterschidet zwischen den beiden von mir beschriebenen Methoden
    1. Sammelbrutableger
    2. Starter im schnell entweiselten und brutlos gemachten Volk im Honigraum

    Grenzen sind konstruiert. Was uns trennt und verbindet, wird von Menschen gemacht.

  • Es stimmt schon das eine Kö von der Natur aus in einem möglichst intakten Volk schlüpfen können soll. Ist halt in der Praxis nicht immer durchführbar.


    Was Bernhard beschreibt ist richtig, ich würde so aber nicht arbeiten wollen. Ich würde mir nie ohne Grund eine größere Menge meiner 1 Jährigen Kö aus den Trachtvölkern nehmen nur um Junge schlüpfen zu lassen.
    Die 1 Jährigen sind die Top Königinen im Stall und auf dem Höhepunkt ihrer Leisutung und genau dafür, nämlich als top Trachtvölker habe ich sie letztes Jahr gezogen. Die frischen Jungen werden heuer nicht die Leistung bringen, wie die oben genannten.
    Die sind nächstes Jahr top und bleiben auch nächstes Jahr im Volk.


    Auch würde (bei meinen Trachtverhältnissen) der Ertrag arg leiden, da bei mir das Hauptaugenmerk auf Waldtracht ab Juni liegt.


    Anfänger wollen immer alles ganz perfekt und nur das beste machen. Ich wage zu behaupten, das ein Anfänger keinen Unterschied erkennen wird, wenn er eine Kö bekommt die in einem Ableger geschlüpft ist oder in einem Vollvolk.
    Vorraussetzung natürlich das der Ableger genug Bienen hat um alle Arbeiten zu erledigen. Und wohlgemerkt spreche ich von Schlüpfen und nicht vom Aufziehen. Aufzucht kann nur ein Vollvolk oder ein Sammelbrutableger richtig gut.


    Und natürlich wäre der Idealfall ein Volk, das grad von sich aus vermehren will, nur hat man das halt nicht immer.


    Der Imker muss halt Kompromisse eingehen, zwischen dem was die Bienen wollen und was er will. Und das geht auch ganz gut.


    Anfänger machen sich immer viel zu viele Sorgen alles perfekt zu machen. Macht es nach Reiners oder Henrys Anleitung und dann passt das schon.


    Begatten kann man gut im Ableger machen. Nicht natürlich, schon klar aber es wird eine gute Kö rauskommen. Wenn man bedenkt, das man die meisten Kö vom Züchter aus einem Apidea bekommt, dann ist ein Ableger mit 2 oder 3 Waben der Hammer.


    Ich versuche einen Spagat zwischen einigermaßen "natürlicher" Haltung der Biene und einer angenehmen Arbeitsweise für mich. Und ich fahre bisher recht gut damit.


    Man kann sich auch verrückt machen.

  • Um die Trachtstärke durchgehend zu erhalten, experimentiere ich gerade mit einer Kombination der MDA-Methode mit einer Zweiköniginnenbetriebsweise. Weil mit zwei Königinnen die Volksstärke pro Beute größer ist, fällt der Knick in der Volksstärke nicht so signifikant aus. Bei einer Zweiköniginnenbetriebsweise habe ich das umgekehrte Problem: hier muß ich irgendwann schröpfen, damit das Volk nicht explodiert. Die beiden Nachteile der einzelnen Methoden heben sich gegenseitig auf, wenn sie kombiniert werden. Der Knick in der Volksstärke bei der MDA-Methode wird zum Schröpfen der Zweiköniginnenbetriebsweise. Ziel ist, eine Betriebsweise aufzubauen, die ohne Schwarmkontrollen auskommt, die hervorragende Königinnen hervorbringt und außerdem den Wärmehaushalt des Brutnestes befruchtet. Mir ist das Bild von Rudi im Kopf hängengeblieben, sein neues Avatar, wo die beiden Wintertrauben sich gegenseitig wärmen. Mit einem vertikal geteilten Brutraum und zwei Königinnen = zwei Brutnestern nebeneinander, scheint es mir möglich zu sein, die Brutnester konstanter wärmen zu können. Ein weiterer Nebeneffekt ist, daß eine Beute dadurch ausfallsicherer ist. Falls mal eine Königin versagt, legt die andere weiter und sichert damit gegen Ausfall ab. Auch interessant bei Vergiftungen aller Art, denn hier versagt oft eine Königin oder die Bienenmasse nimmt zu schnell ab, als sie ersetzt werden kann. Mit doppelter Legeleistung pro Volk kann man da eventuell gegenhalten.


    Mal sehen.


    dies ist dann die Betriebsweise von de l´Hoste, wie ich sie auch bei meinem Vermehrungsbetrieb?-thread praktizieren möchte.


    Griass Simmerl