Welche Beute?

  • Hallo,


    mein Name ist Andy und ich habe letztes Jahr mit dem Imkern angefangen, nachdem ich einem guten Freund immer mal wieder zugeschaut und geholfen habe. So wurde ich "infiziert" und habe von ihm ein Volk und einige alte Kästen geschenkt bekommen.
    Mein Volk hat sich letztes Jahr gut entwickelt, ist gut über den Winter gekommen und jetzt schon längst fleißig am brüten und Pollen sammeln.
    Dieses Jahr werde ich Ableger machen, evtl. bekomme ich noch ein zweites Volk dazu, ich möchte das also jetzt "ernsthaft" angehen.


    Mein Problem ist das die alten Kästen im Normalmaß sind, aber mit 400mm Rahmenbreite. Das Normalmaß ist nicht genormt wie ich erfahren habe :confused:
    Alle Rähmchen die ich habe sind 395mm breit, man bekommt auch keine mit 400mm zu kaufen.
    Jetzt kommt es also vor, dass beim hantieren ein Rähmchen auf einer Seite vom Träger rutscht und ein Stück nach unten sackt, was mich sehr nervt und die Bienen ebenso.


    Deshalb möchte ich mir neue Beuten kaufen, damit das in Zukunft alles gut zusammen passt.
    Es sollten auf jeden Fall welche im Normalmaß sein, weil da hab ich jetzt schon jede Menge Zeug und die Bienen wohnen ja auch schon drauf.
    Zwar ist das Normalmaß hier in der Gegend nicht sehr verbreitet und wird in Bayern auch nicht gefördert, aber hier im Forum scheinen ja einige damit zu imkern und auch die Onlineshops bieten es alle an.
    Falzlos und aus Holz sollten die Beuten sein.


    Meine Frage, die bestimmt schon unzählige Male so oder ähnlich gestellt wurde, bezieht sich jetzt darauf was ich da nehmen sollte. Ich bitte um Entschuldigung, obwohl ich schon längere Zeit hier im Forum interessiert mitlese und auch die Suchfunktion bemüht habe konnte ich diese Frage noch nicht klären.


    Es gibt ja verschiedene Beutentypen, ich habe bis jetzt folgende in Online-Shops gefunden, die mich interessieren würden:

    • Beute nach Dr. Liebig. Diese ist ja der Hohenheimer Einfachbeute sehr ähnlich, was es erleichtern würde einzelne Teile (z.B. Zargen) oder auch ganze Beuten selbst zu bauen.
    • 11er Normalmaß-Beute. Die hat eine quadratische Grundform damit man sie im Kalt- oder Warmbau nutzen kann.
    • Heroldbeute. Soll sich für DN und Zander eignen, wobei ich mich frage ob das dann nicht ein Kompromiss ist. Man hat mir gesagt, dass da die Abstände dann nicht so ideal stimmen.
    • 10er Systembeute. Hier kann man unterschiedliche Rahmenmaße aufeinander stapeln, weil gleiches Außenmaß.


    Dann ist es so, dass es auch noch unterschiedliche Holzstärken (20-30mm) und Holzarten gibt (Weymouthkiefer ist natürlich ideal), bei manchen steht auch gar nicht dabei welche Holzstärke/Holzart das ist.


    Mir wäre auch noch wichtig dass man sie in einem Onlineshop bestellen kann der nicht nur Beuten bzw. Holzprodukte hat sondern auch alles andere Imkerzubehör. Ich hätte da z.B. die Firma Holtermann im Auge.


    Viele Grüße,
    Andy

  • Zitat

    Bayern auch nicht gefördert,

    Recht haben sie die Nachbarn. In Bayern hat man das Zandermaß. Aber Achtung. Es gibt dieses mit verschiedenen Ohrenlängen. Nehme nur die mit den langen Ohren. Wenn du nur einen Brutraum möchtest, dann kommt nur noch Dadant in Frage. Vergesse DN, wenn du die Sache mal ernsthafter betreibst, dann kommst du auf diese Maße zurück.


    Kasandrarufe


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo,


    [*]Beute nach Dr. Liebig. Diese ist ja der Hohenheimer Einfachbeute sehr ähnlich, was es erleichtern würde einzelne Teile (z.B. Zargen) oder auch ganze Beuten selbst zu bauen.


    Hallo Andreas, dass hast du richtig erkannt, der eigentliche Erfinder der Beute hieß Sachs. Dr. Liebig scheint nur der Werbepartner zu sein.


    Ich habe die besagte Beute, es gehen 12 Waben im Warmbau hinein. Viele propagieren den Kaltbau, beim Warmbau ist halt der Vorteil, dass man von hinten schön bearbeiten kann. Der Hersteller von den beuten war der Bienenweber. Habe sie mit Adamsfütterer und in DN 1,5, die HR sind DN 0,5.
    Wieso willst du alles bei einem Händler kaufen ? Die preiswertesten Beuten gibt es bei Wagner und Weber. Der Weber liefert ab 150 Portofrei, also benötigst du nur 1,5 Beuten und hast es umsonst geliefert.
    Noch meine Gedanken zum Normalmaß, wir haben damals von Freudenstein auf Normalmaß in Segebergern Umgestellt vor 30 Jahren. Das ganze Zubehör wurde passend dafür gekauft(25 komplette Beuten). Durch vieles lesen und auch praktisch schauen, habe ich auf DN 1,5 umgestellt, weil ja alle Deckel, Böden und Futtergeschirre passen. Auch das Umwohnen ist nicht so schwierig gewesen.
    Nun kommt des Pudels Kern: Du hast 1 Volk, ein paar Kisten und ein bisschen Zubehör. Zander bringt dich von einer Kleinwabe auf die andere Kleinwabe, also witzlos. Verkauf den Kram und kauf das neue Zeug in Dadant. Lese dich hier ein wenig ein und du wirst feststellen, dass hier sehr viele Leute auf den Großwaben imkern. Mein 1,5 DN ist eine Notlösung weil die komplette Umstellung zu teuer geworden wäre. Es ist aber gegenüber den 2 Bruträumen von früher viel angenehmer.

    Vergesse DN, wenn du die Sache mal ernsthafter betreibst, dann kommst du auf diese Maße zurück.


    Bitte erkläre mir mal was man mit DN nicht genauso ernsthaft betreiben kann wie mit Zander ?
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Der Vorteil von Zander gegenüber DNM ist halt, dass man weniger Waben bearbeiten muss. Sonst ist das ziemlich egal.
    Der Vorteil von beiden ist,
    - dass in Brut- und Honigraum das gleiche Wabenmaß benutzt wird
    - dass sich dadurch der Wabentausch und damit die Wabenhygiene vereinfacht
    - dass der Brutraum einzargig so klein ist, dass man kein Schied benötigt.


    Den Vorteil von Großwaben sehe ich vor allem darin, dass sich der einzargige Brutraum leichter kontrollieren lässt. Bei DNM und Zander nervt das schon, dass man immer die Zargen abheben muss, um an den zweiten Brutraum zu kommen.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Servus,


    es gibt für Imker die Zander haben und auch nur mit 1 BR fahren wollen noch die Möglichkeit von ZaDant. Der Vorteil ist, man kann vorhandenes Material weiternutzen. Möchte man die HR-Waben um 90 Grad versetzt zu den BR-Waben haben (also die 12'er Dadantvariante), kann man im HR je nach Beutentyp (bei der Heroldbeute z.B. möglich) DN wechseln.
    Möchte man Ableger auf Zander erstellen, benötigt man nur neue Rähmchen, keine komplette Beute.
    Und eine ZaDantzarge reicht locker zum überwintern aus.


    Dadant ist ohne Zweifel sehr gut, jedoch für einige Regionen noch nicht die Eierlegende Wollmilchsau.



    Gruß Wile

  • schwierig gewesen.
    Nun kommt des Pudels Kern: Du hast 1 Volk, ein paar Kisten und ein bisschen Zubehör. Zander bringt dich von einer Kleinwabe auf die andere Kleinwabe, also witzlos. Verkauf den Kram und kauf das neue Zeug in Dadant. Lese dich hier ein wenig ein und du wirst feststellen, dass hier sehr viele Leute auf den Großwaben imkern. Mein 1,5 DN ist eine Notlösung weil die komplette Umstellung zu teuer geworden wäre. Es ist aber gegenüber den 2 Bruträumen von früher viel angenehmer.


    Bitte erkläre mir mal was man mit DN nicht genauso ernsthaft betreiben kann wie mit Zander ?
    Bis bald
    Marcus


    Hallo Marcus. Wenn du eine Beute suchst, Nimm Dadant. Alles andere ist nur halber kram. Dadant ist einfach einfach .
    Lies mal hier >>>> http://www.imkerei-gerdes.de/ <<<<


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo !!



    mein Name ist Andy und ich habe letztes Jahr mit dem Imkern angefangen,


    Na dann, viel Erfolg !




    ... Das Normalmaß ist nicht genormt wie ich erfahren habe :confused:
    Alle Rähmchen die ich habe sind 395mm breit, man bekommt auch keine mit 400mm zu kaufen.


    Zwar ist das Normalmaß hier in der Gegend nicht sehr verbreitet und wird in Bayern auch nicht gefördert,


    Wenn Du mit dem Normalmaßrähmchen das "Deutsch Normal Maß" meinst,
    dann ist es das Vorzugsmaß nach der Deutscher Industrie Norm "genormte".
    Geführt wird es in der DIN 11660-1.


    Die Bayern sind ja auch rassistisch ....
    ...müßte mal jemand wegen dem "Allgemeinen Gleichstellungsgesetz".


    Nimm das Rähmchenmaß welches Du in Deinem Bekanntenkreis hast.



    • Beute nach Dr. Liebig. Diese ist ja der Hohenheimer Einfachbeute sehr ähnlich, was es erleichtern würde einzelne Teile (z.B. Zargen) oder auch ganze Beuten selbst zu bauen.
    • 11er Normalmaß-Beute. Die hat eine quadratische Grundform damit man sie im Kalt- oder Warmbau nutzen kann.
    • Heroldbeute. Soll sich für DN und Zander eignen, wobei ich mich frage ob das dann nicht ein Kompromiss ist. Man hat mir gesagt, dass da die Abstände dann nicht so ideal stimmen.
    • 10er Systembeute. Hier kann man unterschiedliche Rahmenmaße aufeinander stapeln, weil gleiches Außenmaß.


    Es gibt keine LIEBIG Beute ... es gibt eine Hohenheimer Einfachbeute (und die hat Dr.Sachs / Hohenheim erfunden).
    Die DNM 11 ist ja praktisch die Segeberger ...
    Herold ist ein Kompromiss insb. in der Höhe (sind halt 3mm die den BeeSpace negativ verändern)
    Die Beute nach der Arbeitsgemeinschaft ist nicht DNM kompatibel.




    ... noch unterschiedliche Holzstärken (20-30mm) und Holzarten gibt (Weymouthkiefer ...


    .... einem Onlineshop bestellen kann der nicht nur Beuten bzw. Holzprodukte hat sondern auch alles andere Imkerzubehör. Ich hätte da z.B. die Firma Holtermann im Auge.


    Tja, da hast Du eben die Probleme die Jeder andere mit der Imkerei startende auch hat,
    warum sollte es Dir leichter fallen ?


    Der Imkereibedarf um die Ecke ist mir die paar Cent die er (selten) einmal teurer ist als der Versand auch wert,
    die nicht selten schlechte oder verkehrte Lieferung machte uns nur selten Spaß.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo Marcus. Wenn du eine Beute suchst, Nimm Dadant. Alles andere ist nur halber kram. Dadant ist einfach einfach .
    Lies mal hier >>>> http://www.imkerei-gerdes.de/ <<<<


    Hallo Josef, ich habe Beuten, der Andreas R sucht Beuten.



    - dass sich dadurch der Wabentausch und damit die Wabenhygiene vereinfacht


    Ich habe es vor kurzem schon einmal geschrieben: Bei Dadant wurde schon Wabenhygiene praktiziert, da sind die heutigen Propogandisten der Zandereinfachimkerwabenhyghiene noch mit der Trommel um den Christbaum gelaufen.
    Bruder Adam hat schon erkannt, dass die Hygiene wichtig ist und hat auch in deinem Buch Lösungen beschrieben.


    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Zitat

    dass in Brut- und Honigraum das gleiche Wabenmaß benutzt wird
    - dass sich dadurch der Wabentausch und damit die Wabenhygiene vereinfacht


    Hallo WFLP.,
    ich sehe Beuten nicht als Religion und kann manchmal nur schmunzeln. Bei DN ist mir Holz der Rähmchen zu dünn. So vereinfacht ist die Wabenhygiene bei Zander auch nicht. Ich betreue auch mir nicht gehörende Zandervölker und habe Wabenhygiene nach Liebig durchgeführt. Fresser unter den Völkern haben das geschafft und haben den oberen Brutraum angenommen. Die Schmalköstler sind unten geblieben und haben durchgebrütet. Da heißt es jetzt rotieren und überzählige FUWA rausnehmen. Das Anfängerproblem ist bei beiden Wabengrößen gleich, den sie haben keine ausgebauten Waben. Der Honigraum wird nicht angenommen, weil die Bienenmasse fehlt und man kann ja im BR noch bunkern. Man könnte, ja man könnte aber Hochhängen ist ja aber gegen die Hygiene. Wie lobe ich da dies Jahr meine Halbzanderwaben über Dadant. Vollgetragen auch hinter dem Schied, weil ich die Futterwaben noch nicht rausgenommen habe. Das verstößt total gegen die heilige Schiedinquisition. Da treten bald die Vertreter der reinen Lehre an. Ich lasse die nicht reinsehen. Jetzt kommt der Nachteil. In diesen niedrigen Rähmchen ist zu wenig Honig gebunkert. Das ist echt Schleuderstreß.


    Dann kommt noch der Immenreiner und tut so als ob er nicht wüsste, dass Norddeutschland total DN-verwanzt ist.


    Ich habe den Verdacht, dass viel Imkerlogo oder Ratschläge am Schreibtisch ausgeheckt werden. Imkern geht nicht nach Rezept. Und einer ohne Erfahrung, muss für Erfahrung Lehrgeld bezahlen. Oder er hat einen Lotsen, welcher sein Probleme erkannt. Ich kann auch nicht einfach zu meinem Enkel sagen: "Mach es wie der Höneß, dann wirst du reich. Die paar Monate kannst du locker absitzen."


    Empfehlungen kann man nicht geben, wenn es schon eine Vorgabe gibt. Ich habe schon genügend DN-Material.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Vollgetragen auch hinter dem Schied, weil ich die Futterwaben noch nicht rausgenommen habe. Das verstößt total gegen die heilige Schiedinquisition.


    Remstalimker


    Ist mir als blutiger Anfänger auch grad passiert - mal gespannt ob sie den HR (10 ausgebaute Waaben) jetzt annehmen

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher


  • Vielleicht guckt der ein oder andere nochmal auf die Infos und die Fragestellung des Fragenden? :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Andy!
    Zur Frage "Holz" und "Händler": online-Käufe sind ja zugegebenerweise praktisch, aber wenn man sich für oder gegen ein Produkt entscheiden will, weil man auch lange damit arbeiten möchte, lohnt es, das Ding auch mal in die Hand zu nehmen.
    Ich habe mir letztes Jahr deine Gedanken gemacht, bei Bekannten geschaut und Kataloge gewälzt. Letztenendes habe ich den Weg zu einem online-Händler in Kauf genommen, nur um die Qualität der Ware beurteilen zu können, schließlich macht keinem der Beteiligten das Rückgabeprozedere Spaß, wenn das Produkt doch nicht gefällt. Grundsätzlich: mir widerstrebt Kunststoff, wenn es um Bienen geht; Holz war für mich also zwingende Vorgabe. Weil mein Vater mal Tischler gelernt hat und immer auf gute Verarbeitung geachtet hat, habe ich mich davon leiten lassen und bei Assheuer gekauft: meine Zander-Langohr-Beuten sind aus Pinienholz mit gezinkten Ecken, was mir viel robuster erschien als so manch eine geschraubte Kiste, denn immerhin stehen die Teile draußen und sind entsprechend starken Witterungseinflüssen ausgesetzt. Weymuthkiefer und so ein besonders leichtes japanisches Holz habe ich mir im wahrsten Sinne des Wortes gespart: den Effekt fand ich nicht so gravierend. Noch ein Tipp zu Holtermann & Co: nur weil wenige bestimmte Anbieter bei der Google-Suche immer oben stehen heißt das nicht, dass man woanders - auch gerne beim Geschäft vor Ort - nicht das Gleiche zu einem vergleichbaren Preis bekommen kann! Irgendwann diktieren uns die Online-Händler die Preise und es gibt keine Geschäfte mehr, auf die man ausweichen kann . . .viel Glück für die richtige Entscheidung!