2. Honigraum bei Dadant

  • Hallo zusammen,


    ich habe in den letzten Tagen die ersten Honigräume aufgesetzt und lese einfach zu viel. Gestern habe ich z. B. das Buch vom Schüler gelesen und bin da über das aufsetzen des zweiten Honigraumes gestolpert. Er empfiehlt, dass dieser zwischen dem alten und dem Brutraum geschoben wird. Grund ist, dass ansonsten eine hohe Honigkappe vorhanden ist, die die Annahme des Honigraumes verhindern würde. Ich habe davon bei meinen Dadantbüchern bisher nichts gelesen. Hier hieß es immer, dass dieser oben aufgesetzt werden soll. Ich fand das auch grundsätzlich aus folgenden Gründen besser:


    - Sortenhonig ist besser zu trennen
    - Der noch nicht verdeckelte Honig wird erst verdeckelt bevor in den weiteren Honigraum eingelagert wird.
    - Die Annahme des Honigraumes ist von oben besser zu verfolgen
    - Wenn ich die Frühtracht ernte, wollte ich einen nur teilweise befüllten Honigraum (dann der obere) wieder aufsetzen und nicht abschleudern. Somit hat das Volk noch einen Futtervorrat für die Trachtpause.


    Sind meine Überlegungen soweit korrekt oder nur Theorie? Wie macht man das bei Dadant?

  • Hallo Frank,


    dazu gibt es wirklich alle möglichen Theorien. Der Dennis Schüler hat m.E. Segeberger, als DNM-Vollzargen - oder? Und Du hast Dadant-Halbzargen?


    Ich fand das Untersetzen der 3.HR (Dadant-Halb) logisch. Du musst dabei aber den Wassergehalt im Auge behalten! Je weiter die HR vom wärmenden Brutnest entfernt sind um so feuchter könnten sie sein.


    Gruß Jörg

  • Carnicas stapeln nah am Brutnest und lassen sich nicht so einfach dazu verleiten, ganz nach oben zu stapeln. Die klatschen eher das Brutnest voll, als über einen Honigkranz zu laufen.

  • Moin Frank,


    - Sortenhonig ist besser zu trennen (wenn man den 2. Honigraum oben aufsetzt)
    - Der noch nicht verdeckelte Honig wird erst verdeckelt bevor in den weiteren Honigraum eingelagert wird.
    - Die Annahme des Honigraumes ist von oben besser zu verfolgen
    - Wenn ich die Frühtracht ernte, wollte ich einen nur teilweise befüllten Honigraum (dann der obere) wieder aufsetzen und nicht abschleudern. Somit hat das Volk noch einen Futtervorrat für die Trachtpause.


    Sind meine Überlegungen soweit korrekt oder nur Theorie? Wie macht man das bei Dadant?


    -Wenn die eine Tracht durch ist muss man doch wohl den entsprechenden Honigraum abnehmen, sonst wars das mit dem Sortenhonig. Oder sehe ich da was falsch?
    -Setzt man bei Dadant schon den 2. Honigraum auf, wenn im 1. Honigraum noch viele Zellen verdeckelt werden müssen?
    -Ob man den obersten Honigraum ankippt oder nur den Deckel abmacht ist nach meiner Auffassung kein Knackpunkt.
    -welchen Unterschied macht es denn, welchen Honigraum man für die von Dir erwartete Trachtlücke drauflässt? 1. Honigraum, 2. Honigraum ist doch jacke wie Hose, oder liege ich da falsch?


    Dennis Schüler imkert mit Segebergern. Ich hatte meinen Honiglehrgang bei ihm.


    Gruss
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Hallo zusammen!


    Vielen Dank für die schnellen Antworten:


    Zu Jörg: Ja er hat DNM Segeberger und ich Halbzarge Dadant.


    zu Bernhard: Aktuell hab ich sowohl Carnicas als auch Buckfast. Dann müsste ich bei Carnicas untersetzen und bei Buckfast auf?


    zu Holger: Der Honigraum soll aufgesetzt werden, wenn 3/4tel verdeckelt ist. Hintergrund soll sein, dass die Bienen ansonsten in Volltracht keinen Platz mehr haben um in den neuen Honigraum mit MW zu gehen.



    Ich habe von einem anderen Dadantimker gehört, dass er früher, als er noch gewandert ist (mit Buckfast) bereits mehrere Honigräume aufgesetzt hat. Getrennt wurden diese durch Papier. Die Bienen haben sich dann selbstständig den Weg in die Honigräume frei gemacht, wenn sie den Platz gebraucht haben. Der Außenstand war einfach zu weit als das er jede Woche nachschauen konnte. Hier wurden dann die Honigräume auch nicht unter gesetzt.

  • Meines Wissens nach muss man den Honigraum auf jeden Fall abnehmen wenn die Tracht durch ist. Sonst vermengen sich die verschiedenen Honigsorten. Und ich meine auch, dass man den zweiten Honigraum schon aufsetzen kann, auch wenn im ersten noch Zellen verdeckelt werden müssen.

  • Mit dem Sortenhonig ging es mir vor allem um Raps. Ich will mit einem Volk in den Raps gehen, da meine Frau diesen Honig so gerne mag. Wenn der Raps durch ist, ist ja auch die Frühtracht laut Aussage meiner Imkerpatin durch und es kann geschleudert werden.

  • zu Bernhard: Aktuell hab ich sowohl Carnicas als auch Buckfast. Dann müsste ich bei Carnicas untersetzen und bei Buckfast auf?


    Die Frage gebe ich mal weiter an den Nassauer-Rudi, der hier hoffentlich mitliest. Schließlich hat er ja Carnicas in Dadantbeuten und kann vielleicht dazu etwas sagen, wie er es handhabt! :daumen:

  • Ich habe bisher immer dazwischen gesetzt. Nach meiner Beobachtung haben meine Carnis immer, d.h. ohne Ausnahme, zuerst die angetragene Zarge weiter befüllt und fertig gemacht. Die dazwischen liegende Zarge wurde langsam angetragen. Im Endstadium war die obere Zarge verdeckelt und die darunter liegende Zarge mit unreifem Honig gefüllt.
    Genauso gefällt mir das! So kann ich die oberste Zarge mit der Bienenflucht ernten und durch die darunter liegende Zarge mit unreifem Honig bleibt die Versorgung des Volks mit angepasstem Brutraum auch in Trachtlücken gesichert. Die eingeschobene Leerzarge versorgt als Schwarmprävention die Bienen direkt über dem Brutnest mit leeren Zellen.


    Vielleicht erklärt sich die Differenz zu der Bemerkung von Bernhard dadurch, dass ich Halbzargen verwende, wo der Weg durch die zwischengesetzte Zarge eben nicht so lang ist, und dass ich in den eingeschobenen Honigzargen meist zur Hälfte Leerrahmen habe, wodurch diese Zarge für die Bienen möglicherweise nicht so attraktiv ist.


    Gruß Ralph

  • Moin,


    den nächsten kann man schon geben, wenn der erste gut besetzt ist und mit dem Antragen angefangen wird.
    Hab ich nach einem Tipp so gehandhabt und war kein Problem, der zuerst angetragene wird weiter bevorzugt befüllt und auch zuerst verdeckelt.
    Komplett verdeckelte HR werden von mir nicht sofort abgenommen, wenn weiter Tracht herrscht.
    Ob man die getrennt abscheudern will, kann man je nach Trachtverlauf und Überzeugung einer Sortenreinheit in der Zarge entscheiden. (Eine Ausnahme wäre wohl z.B. Edelkastanie, da reichen ja bereits benutzte Waben, um das Aroma in den nächsten Honig zu bekommen :wink:). Imker mit wesentlich mehr Völkern als meinereine mögen die ggf Sorten in Trachtverlaufstufen in Form von zeitgleich verdeckelten HR abnehmen und schleudern. Bei kleinen Völkerzahlen ist das was anderes.


    Nr. 3 dann spätestens untersetzen, ich mache das lieber genau aus Ralphs geschilderten Gründen und weil wie ich mir einbilde beobachtet zu haben,
    in einem zwischengeschobenen HR ein größerer Sammeleifer entsteht, diesen zu befüllen, einfach, weil kein Honig mehr direkt über Kopf gelagert ist. Da entsteht eine Lücke, die es gilt zu befüllen und wo noch gearbeitet/gebaut werden muss, und das ist auch als Schwarmlustdämpfung wirksam.
    Genauso wirken aber abgeschleuderte, wieder aufgesetzte HR - wo das schnell oder im Wechsel machbar ist.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Hallo Frank. Deine Überlegungen sind korrekt. Bei Buckfastbienen werden die Honigräume immer oben aufgesetzt, denn die Biene ist auf Brutnestferne Honigstapelung ausgelesen. Der nächste kommt immer drauf wenn der vorherige halb gefüllt ist. Das ist letzten Sonntag auf dem Imkertag in Havixbeck extra nochmal gesagt worden.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Moin
    Da meine Carnicas keine Bücher lesen, stapeln sie fein säuberlich den Honig ganz nach oben.
    Will sagen, der 2. Honigraum kommt auf den ersten, und gut ist.
    Bei DN taten sie sich etwas schwer, aber bei Dadant ist das kein Problem.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-