unter 10 Völker und trotzdem Kleingewerbe???

  • Ich hab heute morgen mal mit meinem Finanzamt telefoniert bzgl. Imkerei und Gewerbe ja oder nein.
    Zuerst mal wusste keiner was und dann wurde ich an eine Dame verwiesen die angebl. für Imkerei im Finanzamt zuständig ist.
    Die Antworten:


    die Regel bis 30 Völker Liebhaberei wäre Quatsch, denn sobald ich auch nur ein Glas Honig verkaufe, handele ich.


    Da ich kein Land gepachtet habe (habe die Völker im eigenen Garten und bei der Schwiegermutter) geht auch nichts über Landwirtschaft und diesen Einheitswert.


    Ich müsse, wenn ichs ganz richtig machen will, Kleingewerbe anmelden.


    Nun überlege ich auch, ob das denn so schlimm ist. Mein Mann ist als Angestellter tätig und könnte das Kleingewerbe nebenher laufen lassen.
    Wir könnten die Unkosten absetzen. Ich hab der Dame dann auch erzählt, dass wir unsere kleine Imkerei erst aufbauen und mit Sicherheit die nächsten Jahre Verlust hätten. Dann meinte sie das Ganze würde dann vermutlich als Liebhaberei betrachtet. Aber erstmal wäre ein Gewerbeschein von Nöten.


    Als Anmerkung meinte sie, dass sich kein Finanzamt wirklich mit Imkerei auskennt, denn früher hätten das nur die Bauern gemacht und das liefe unter der Landwirtschaft. Der DIB solle doch mal konkret eine Anfrage an die obersten Finanzbehörden senden.


    FAZIT!!!
    Was mach ich jetzt??

  • Hallo *,


    Unter 25 Völkern hat das Finanzamt da keine Aktien.
    Das interessiert die gar nicht.


    Dann gibt es noch diese Minderzuverdienstschwelle (weiß die aktuelle Zahl nicht, lag aber früher mal bei 7000 DM/Jahr, also heute höher als 3.500 EUR).
    Verkauf erstmal für diese Summe Honig, zzgl. Deiner Investionen (Beuten, Rähmchen, Gläser, etc.), Abschreibung für Schleuder, etc. und sonstiger Kosten (Sprit, Fahrzeug, Telefon, usw.), dann erst hast Du da etwas zu tun.
    Ansonsten halte die Finger still und verkauf' Deinen Honig.


    Wenn Du soviel Honig verkaufst, dann sag' ich "Herzlichen Glückwunsch" zu Deinem neuen Beruf.


    Gruss, Christian

  • Ich wuerde sagen, die Dame hat kein Ahnung - das ist landwirtschaftliche Urproduktion und kein Gewerbe. Wenn Du zukaufen willst (meine, mehr als 30% Deines Umsatzes) oder weitere Verarbeitungsstufen anstrebst, dann mag es ein gewerbe werden. Natuerlich kannst Du ein Gewerbe anmelden wenn Du denn magst...manche zahlen ja ganz gerne Gewerbesteuern...aber das bisserl Absetzen wird sich nicht lohnen.


    Melanie

  • Hallo,
    die 25 Völker beziehen sich auf die Berufsgenossenschaft, soweit ich weiß. Ab 25 Völker mußt du beitreten und Beiträge zahlen, da du dann als Berufsimker giltst.


    Das Finanzamt will bereits ab 1 Euro mitverdienen, da ist die Völkerzahl egal. Allerdings wäre es bei Dir wohl ein Kleingewerbe, d.h. du kannst die Buchführung vereinfachen und mußt keine Umsatzsteuer berechnen bzw. abführen. Gewerbesteuer wirst du sicher nicht bezahlen müssen wie Melanie meint, da ist dein Gewerbe zu klein. Die IHK-Mitgliedschaft ist auch kostenlos.


    Es ist nicht "schlimm" ein Kleingewerbe zu haben. 25 Euro Gewerbeanmeldung, das wars. Und du mußt eine Einnahmen-Überschußrechnung führen, bei der Steuererklärung dann deine Verluste geltend machen (du kannst ja alles für die Imkerei absetzen). Nach 2 Jahren wird sich das Finanzamt dann aufregen, daß dies ja keine Gewinnerziehlungsabsicht sei und du das Ganze aus "Liebhaberei" machst. Dann kannst du sagen, das habe ich eh schon von Anfang an gesagt und die ganze Sache ist wieder erledigt - oder du bestehst darauf daß du Gewinne erzielen willst und kannst dann noch einige Jahre die Verluste steuerlich geltend machen.


    Insgesamt ist es also eher ein Vorteil - Steuerersparnis!


    Servus,


    Alex

  • Ich müsse, wenn ichs ganz richtig machen will, Kleingewerbe anmelden.



    Was mach ich jetzt??


    Hallo,
    die selbe Dame wird spätestens in 4 Jahren dein Gewerbe wieder von Amtswegen abmelden, da keinerlei Gewinn generiert wird sondern am Ende der GuV Rechnung ein negativ Betrag herauskommt.
    Spätestens wenn Du deine Arbeitszeit in die Kalkulation mit einfließen lässt wird es ein Zuschussgeschäft und das "Unternehmen" nicht tragbar sein.
    Die fiskalischen Merkmale, wie bspw. Gewinnerzielungsabsicht" sind bei der geringen Völkerzahl in keinster Weise gegeben.


    LG
    Andreas

  • Moin!


    Klassischer Fall von keine Ahnung!


    Lachhaft so ne Fehlinfo von Amtswegen.
    Aber bevor man was verlust-falsches von sich gibt, besser mal melden und strammstehen lassen. Von wegen Verkauf und ab 1 Euro und so.


    Alles Murks.


    Ich kann grad nicht verlinken, vielkeicht übernimmt mal wer
    aber in schöner Regelmäßigkeit kommt das Thema auf.
    Es bleibt dabei: landwirtschaftliche Urproduktion und Liebhaberei.
    Nix Finanzamt.


    Und auch bei 25 Völkern plus ist man KEIN Berufsimker. Man ist nur meldepflichtig für die BG.


    Augenrollende Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Es kann keiner eine Imkerei als Gewerbe abmelden, weil das Gewerbeamt ganz genau weiß, daß man sie schon nicht anmelden kann.


    Laßt Euch solche Auskünfte mal schriftlich geben und fragt am Besten immer schriftlich an! Dann haben wir irgendwann eine Antwortflut und können das Finanzministerium mal bitten ein Rundschreiben los zu lassen und die Beamten zu informieren.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Suchfunktion hier bitte "Finanzamt" eingeben und zB den 5. Threas von Specki vom März lesen hätte gereicht.


    So schriftliche Anfragen wärn vielleicht echt mal was.
    Und dann ne Statistik machen.


    Wenn ich in mein' Job so grottenschlecht Bescheid wüsste...


    Man kann ja ruhig ahnungslos sein - aber wissen, wo man's nachschauen kann. Nach Schlaumachen ne Rückmeldzng mit korrekter Info hätt auch was!

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper