Raps Blütenspritzung

  • Wir hatten gestern das Thema -Spritzen- auf unserer Imkerversammlung, da wurde berichtet, dass bei etlichen Feldern die gespritzt wurden trotzdem der Rapsglanzkäfer noch da ist. Als ich dann wieder in den Garten kam bin ich auf das Feld um mal selber nachzusehen, und siehe da, fast in jeder Blüte waren sie zu sehen, nicht nur einzelne sondern gleich mehrere. Was hat da das Spritzen überhaupt noch für einen Sinn ?


    Verwunderte Grüsse Ingo

  • Was mich mal interessiert, was für die Bienen schlimmer ist.
    Die Saatgutbeize oder das Spritzen? Ich denke dass der Raps der dieses Jahr ausgesät wurde immer noch mit Neonicotinoide gebeizt wurde.


    Hallo Maxikaner. Der jetzt oder in kürze blühende Raps wurde im Herbst des Jahres 2013 gesät und überwintert dann auf dem Feld. Also noch mit voller Beize.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.


  • Wieviele Völker kann ich da stellen - zur vernünftigen Bestäubung 4 je ha - steht geschrieben - und für die Honigernte dasselbe, oder evtl mehr?? Dann könnte sich das fahren wieder lohnen ..


    Gruß Marius


    Hallo Marius.8-9 Völker je ha. Hat man uns Sonntag beim Imkertag in Havixbeck erzählt,aber versuchs mal mit 10.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Gestern abend gegen 17 Uhr wurde das angrenzende Rapsfeld gespritzt. Wenigstens hat der LW sein Wort gehalten.
    Trotzdem war mir recht mulmich in der Bauchgegend.
    Ich denke nicht, dass meine Bienen in den Raps fliegen weil, im Moment ist der Ahorn und die Schlehe in voller Blüte und die Kirsche bricht auch auf. das Rapsfeld sieht in etwa so aus wie auf Bernhards Fotos, also nocht nicht in voller Blüte. Ich bin ganz zuversichtlich.


    Gruss Ingo


    Hallo Ingo. Dann hat ja der Bauer alles richtig gemacht und kurz vor der Vollblüte gespritzt. Jetzt müsste das Telef. klingeln und der Bauer sagen: " anwandern".


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo ich hattte gerstern mit meinem Bauern telefonier wo ich meine Bienen unterbringen werde, er sagte mir ich könnte höchstens erst anfang nächster Woche anwander, da er den Raps noch sprizen wolle und das er nicht mehr Spritzen werde sobald Bienen am Raps stehen.
    So kanns auch gehn:

  • Hallo Josef,


    danke für den Hinweis!


    Der Landwirt hat von den 4 ha einen ha bereits umgebrochen, da der Unkrautdruck zu stark war. Nun stehen noch 3 ha.
    Das klingt alles andere als nach einfachem Öko-Raps Anbau... Aber solange die Bienen überleben, hat man heutzutage ja schon viel gewonnen! Leider!


    @ Matthias

    Zitat

    So kanns auch gehn:

    KEIN GIFT AUF DEN BODEN UND IN DIE UMWELT, DIE UNS ERNÄHRT!


    Gruß Marius

    "Wenn du merkst, daß du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren." Mark Twain"

  • Moin Mathias,


    das ist nett und auch korrekt von ihm. Ich wünsche Euch, dass alles gut geht. Den Bienen würde ich eine Bauerneuerung verordnen, wenn sie am Raps standen oder ich den nicht meiden konnte.


    Wenn nun der logische Widerspruch zwischen langanhaltender Wirkung gegen Schadinsekten einerseits und bienenungefährlich, wenn abends gespritzt nicht wäre... Das geht nicht überein.


    Die Ergebnisse, wenn überhaupt korrekt, stützen sich auf Statistik...


    Ein Faktor, der die Abenspritzung erträglicher macht, besteht darin, dass zum anderen Morgen Blüten aufgehen und da das Gift nicht hineingekommen ist... Damit sit dann die Dosis, die die Bienen dabei statistisch abkriegen, rund ein Drittel kleiner. Drei, vier Tage oder einen ordentlichen Regen später war das dann für die angepeilten Schädlinge und für die Bienen erträglich.


    So war das früher.


    Heute gibt es Blattdünger, die mit in den Tank kommen, und sehr wirksame Netz- und Haftmittel enthalten. Abgewaschen wird da nicht mehr viel.


    Heutige Wirkstoffe dringen in die Pflanze ein und sind da dann giftig. Wenn das Mittel durch das Laubblatt hindurch wirkt und auf der anderen Seite fressende Kohlschabenraupen oder Blattläuse erledigt: Woher die Zuversicht, in den Blütenstiel und in Nektar und Pollen werde es nicht gelangen, weil die Knospe noch geschlossen war, als gespritzt wurde?


    Sodann ist es so, dass von der Beize noch eine Restwirkung vorhanden ist. Im Boden ist die noch und wird weiter aufgenommen. Vor dem Hintergrund dieser, inzwischen subletal schädigenden Wirkung sind weitere Wirkstoffe aus der selben Gruppe deutlich wirksamer, als ohne diese Grundlast.


    Ich selber werde, aus diesen Gründen, konventionell angebauten Raps eher meiden, als anwandern.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Moin Maxi,


    spritzen oder nicht spritzen ist eine Frage, die kaufmännisch schlecht im vorhinein verlässlich zu beantworten geht... Da geht so ein Sicherheitsgefühl in die Kalkulation ein, oft doppelt, denn in den Schadschwellen ist auch schon eines berücksichtigt.


    Markttheoretisch ist das in Ordnung. Faktisch bedeutet es mehr Gift, als auch nur wirtschaftlich richtig wäre.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Übrigens ist in der aktuellen ADIZ / die Biene ein Brennpunkt zum Thema Bienenvergiftung. Da sind wertvolle Hinweise zum Verhalten und Vorgehen bei Vergiftungen.


    Ich war beeindruckt, wie weit Baden-Württemberg da ist, sogar mit Probennahmeköfferchen an den strategischen Stellen. Offenbar wurde doch was gelernt...


    Gruß Jule, die Raps um sich rum hat und jedem Traktor mit Spritze hintendrauf argwöhnisch hinterher schaut... zum Glück ist es zu trocken hier.

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Meine Empfehlung aus langjährigeren Wanderungen in den Raps (heuer auf 4 Standorten mit einer sehr großen Völkeranzahl)


    Fast alle Landwirte werden den Raps in der Blüte spritzen, um den schadhaften Rapsglanzkäfer zu entfernen. Ich wandere seit Jahren hier in Österreich nur Felder an, wo mir der Landwirt, falls er überhaupt in der Vollblüte spritzt, nur das Mittel Mavrik (!!! aber ohne Fungizigzusatz - verklebt den Bienen die Flügeln). verwendet.


    Dieses Mittel ist der "Apistan"-Wirkstoff, der sehr lange in Österreich erfolgreich in den Bienenvölkern im Herbst direkt eingesetzt wurde.


    Mit diesem Mittel bringt der Landwirt auch die restistenzen Rapsglanzkäfer runter, welches mit den Neonicotenoiden nicht so gut funktionierte, und meine Erfahrungen jetzt - es fehlt keine einzige Biene bei Spritzungen am helllichten Tag voll in die Blüte (wie gesagt unbedingt ohne Fungizidzusatz !!!).


    Die Milben, die auf den Bienen sitzen sind weg, die Völker bleiben sehr stark mit sehr gutem Honigeintrag und dadurch ist auch ein guter Rapsertrag für den Landwirt zu erwarten.(bei uns im Trockengebiet in Österreich sind ca 500 bis 700 kg / ha für den Landwirt bei einer ausreichenden Bestäubung mehr zu erzielen).


    Ein anderes Mittel darf der Landwirt bei den Felder, wo meine Bienen hinwandern, nicht anwenden, sonst wird dort nichts hingestellt, oder im Notfall vor der Spritzung wieder abgewandert, ist aber noch nie vorgekommen, im Gegenteil, die Landwirte melden sich bei mir im Herbst beim Rapsanbau schon scharenweise an, das meine Völker wieder auf ihren Felder stehen dürfen ( ... die wissen spätestens nach der Ernte wieso) - also in Summe für jeden ein Gewinn.


    lg
    Roman

  • moin,
    Mavrik ist genau so ein Mistzeug wie Biskaya
    Als B4 klariert, aber wenigstens B3 müsste es ganz sicher sein :


    https://portal.bvl.bund.de/psm…Blatt.jsp?kennr=024218-00


    Und das Teufelszeug veteidigst bzw bewirbst du hier noch ?
    Bist du noch ganz bei Trost, ich glaube dir kein Wort.
    Kommst hier mit Sprüchen wie von Bayer bestellt.
    Wenn du Bienen haben solltest , ist es unglaublich was du hier vorbringst,
    Anstatt den Bienen und Uns zu helfen das diese Produkte endlich vom markt verschwinden,bagatellisierst du sie noch !
    Unglaublich
    Gruß
    Helmut
    eigentlich ist es sogar B2 :
    B2
    bienengefährlich, außer bei der Anwendung nach dem Ende des täglichen Bienenfluges in dem zu behandelnden Bestand bis 23.00 Uhr