Erkenntnisse aus dem (Nicht-)Winter 2013/14?

  • Hallo zusammen,


    welche Erkenntnisse ergeben sich denn jetzt eigentlich aus den guten Auswinterungsergebnissen in diesem Jahr (ja, ich weiß, erst im Mai wird wirklich gezählt). Aber trotzdem, es gibt doch deutlich weniger Verluste als in den Jahren zuvor. Woran liegt das Eurer Meinung nach?


    Ist es eine Nachwirkung des langen kalten Frühjahrs 2013, also weniger Milbenbelastung? Dann wären die wenigen Völkerverluste nicht auf die milden Temperaturen zurückzuführen.
    Sind die Bienen doch kälteempfindlicher, als immer propagiert wird? Falls es das ist, sollten wir die Völker doch besser isolieren, die Böden geschlossen halten?


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo Henrike!


    Da ich leider im vergehenden "Nichtwinter" erhebliche Verluste zu beklagen habe, allerdings ziemlich klar erkennbar aus offenbar zu später Varroabehandlung, kann ich, wie in letzter Konsequenz wir alle, nur mutmaßen.
    Die Milbenbelastung des letzten Jahres schätze ich bei meinen Völkern als durchschnittlich ein, ergo kann ich aus dem (umfänglich) späteren Brutbeginn keine definitiv verringerte Milbenbelastung ableiten.
    Eine seitens der Imkerschaft unterschätzte Kälteempfindlichkeit halbwegs angepasster (!) Bienen sehe ich ebenfalls nicht, da, und auch hier kann ich nur für meine Bienen sprechen, der sehr kalte Spätwinter des vergangenen Jahres keine hierdurch begründeten Verluste mit sich gebracht hat. Eine erhebliche Entwicklungsverzögerung, ja, weitere Spätfolgen nein.
    Ich ziehe primär die Lehre aus dem vergangenen Bienenjahr, welches ja in 08/13 endete, daß eine von der herrschenden Tracht unabhängige, ausreichend frühe Varroabehandlung die optimalste Vorbereitung für die Bienen auf den bevorstehenden Winter ist, die wir ihnen angedeihen lassen können aus imkerlicher Sicht.


    In Summe ziehe ich daher aus dem eigentlichen "Nichtwinter" keine aussergewöhnlichen, bahnbrechenden oder auch nur neuen Erkenntnisse.


    Schöne, sonnige Grüße
    Patrick



    P.S.:
    Eine sich erneut bewahrheitete Erkenntnis nehme ich dennoch aus dem milden "Nichtwinter" mit: Unter diesen Umständen kann man auch eigentlich dem Tode durch Erfrieren mangels Bienenmasse geweihte Minieinheiten durchkriegen, bis man sie um diese Zeit durch weitere, in diesen Fällen unvermeidliche, imkerliche Kunstgriffe, fachtermisch "Geigelei" genannt, am Leben erhalten kann. Macht in meinen Augen allerdings nur bei nachweislich gegebener, nachzuchtwürdiger Genetik Sinn, ansonsten steht der Aufwand in keinerlei Verhältnis zum möglichen Nutzen; moralisch ist es dennoch unabdingbar.

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Ich nehme aus diesem "Winter" mit, daß die Bienen nicht mehr Winterfutter verbrauchen, nur weil es wärmer ist. Ich glaube, das ist ein Mythos. Im Gegenteil. Ich habe noch so viel Winterfutter in den Waben nach einem Winter gehabt, wie in diesem warmen Kuschelwinter.

  • Hi,


    ich kann Patrick nur beipflichten. Die zu späte und unzureichende Sommerbehandlung lässt sich durch nix wieder gut machen später. Ohne auch die früh erbrüteten, gesunden Winterbienen bzw. die, die sie pflegen geht halt nichts. Von Futterfressern kann ich auch nichts berichten.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich nehme aus diesem "Winter" mit, daß die Bienen nicht mehr Winterfutter verbrauchen, nur weil es wärmer ist. Ich glaube, das ist ein Mythos. Im Gegenteil. Ich habe noch so viel Winterfutter in den Waben nach einem Winter gehabt, wie in diesem warmen Kuschelwinter.


    Hallo


    bei mir in Dadant werde ich aus dem von Bernhard erwähnten Grund nicht mehr zu spät einfuttern bzw das Futter ergänzen, denn die Bienen schaffen durch den kurzen Winter nur wenige Zellen frei zu fressen und bekommen im Frühjahr nicht genug freien Platz für die Brut.


    Sonst sehe ich bis jetzt keine Nachteile in solchen Wintern, im Gegenteil, aber mal schauen wie das Jahr und die Trachten sich weiter entwickeln. Ich befürchte längere Trachtpausen als sonst, mal sehen.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Ich habe diesen Winter nicht so zugenommen weil ich oft draussen war in der Sonne :lol:


    Ich nehme mit... Aufpassen auf die Varroa. Alle die letztes Jahr geschrien haben das sie keine Milben haben und die Winterbehandlung deswegen ausgefallen ist, werden diese Jahr im Spätsommer massive Varroaprobleme bishin zu Völkerverlusten. Wenn sie nicht ab jetzt konsequent Drohnenrahmen schneiden.
    Durch das milde Wetter, die kurze brutfreie Zeit, (die eventuell nicht durchgeführte Winterbehandlung lass ich jetzt mal weg), sind die Varroas min. 2 Populationen voraus, so dass die Schadschwelle wesentlich früher erreicht wird.
    Das ist meine Einschätzung... und die Erkenntnis nicht auf eine Winterbehandlung zu verzichten.

  • Hallo


    hier muß ich Valen voll zustimmen, liebe Imker und Imkerrinnen, auf was wir dieses Jahr aufpassen müssen, ist die Varroa, sie hatte die besten Entwicklungsmöglichkeiten die man sich denken kann. Ich glaube nicht, das bei der Winterbehandlung vergangenes Jahr, die Erfolgsrate bei der Bekämpfung der Milbe optimal war.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Bis jetzt haben wir unsere Völker immer ohne Winterbehandlung geführt und auch 90-95% völlig Problemlos durch den Winter gebracht. Vergangenen Winter haben wir eine Varroaewhandlung durchgeführt. Die Verluste sind ca. Die gleichen. Wobei zwei Völker dabei waren bei denen es im Herbst abzusehen war, da diese einfach kein Futter abgenommen haben-> leider verhungert. Für mich ist nur eines klar, das ich einfach viiiiiiiel mehr Rähmchen mit MW auf Vorrat brauche, denn das was diese Jahr teilweise noch an Futter in den Völkern ist, ist schier unglaublich... naja die Sammwlbrutableger werden sich drüber freuen....


    MfG Thomas

    Carnica und Buckfast in Segeberger Styro DN u. DN 1,5

  • Kalte Winter allein sich sind wohl nicht das Problem. Sie bringen nur gnadenlos unsere imkerischen Fehler zu Tage.
    Ich habe dieses Jahr ein Volk, das einen kälteren und längeren Winter nicht überlebt hätte.



    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • So geht's mir auch, Wolfgang. Ein einziger ist fast nicht mehr da. Letzten Herbst noch Blatthonig ohne Ende und der Eine stand kalt und windig ohne Ausflug im Winter da. Hatte die Ruhr und sich bei ungünstigem Wetter fast kahl geflogen. Inzwischen ist er im warmen Bienenhaus Obermieter und hat 3 BW. Ich kann mich bei dem milden Winter nur bedanken, dass der Kelch an mir vorüber gegangen ist. PS: An der fehlenden Sommerbehandlung kann es bei mir nicht mehr liegen, denn ich mache keine mehr.

  • Vielleicht sind die guten Auswinterungsergebnisse dann doch rein subjektiv von mir so empfunden. Mag sein, dass zur Zeit einfach nur alle Völker, die sonst über den März und April verteilt angeboten werden, wegen des guten Wetters jetzt innerhalb kürzester Zeit auf den (Imker-)Markt geworfen werden.


    Allerdings stimme ich zu, dass mickrige Völker, die sich sonst übers lange Frühjahr schwer getan oder auch den Löffel abgegeben hätten, in diesem Jahr eine Chance bekommen. Eines bei mir schwächelte schon leicht über den Winter, dann im Februar noch mal mehr und die Königin hörte vor zwei Wochen plötzlich auf zu legen, Brut war nur noch ein kleiner verdeckelter Flecken.
    Jetzt sitzen sie eng im Ablegerkasten mit zusätzlichem Flüssigfutter, und dass die letzten Tage dick Pollen eingetragen wurde, werte ich mal als Fortschritt. Das wäre in einem normalen Winter sicher anders ausgegangen...


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.