Raps anwandern

  • Hallo Zusammen,


    ich habe zusammen mit einem Imkerkollegen die Möglichkeit in die unmittelbarer Nähe von mehreren Rapsfeldern zu wandern. Insgesamt sind es etwa 30 Hektar, wovon ca. die Hälfte nächste Woche in Vollblüte stehen wird und die andere Hälfte erst in ungefähr 2 Wochen. Wenn wir mit unseren Bienen nächste Woche anwandern würden und diese dort stehen lassen bis auch der spätere Raps fast abgeblüht ist, kann es dann Probleme mit kristalisiertem Honig geben, weil der Rapshonig von dem frühen Raps eventuell schon in den Waben kristalisiert ist oder ist das Risiko eher gering? Ansonsten würde ich gerne wissen wieiviele Völker man am besten pro Hektar aufstellen sollte, gibt es da irgendeinen Richtwert?


    Danke im Vorraus.


    Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    nach meinen Erfahrungen fängt der Raps erst in den Waben an zu kristallisieren, wenn er mal kühler wird. Sei es durch eine kühlere Wetterperiode oder dadurch, das das Volk abschwärmt und dann aufgrund fehlender Bienenmasse die Temperatur in den Honigwaben absinkt. Frag mich aber jetzt bitte nicht auf wieviel Grad. Ist nur so ein Eindruck, das jedesmal wenn es Ärger mit dem Raps gegeben hat, es einer der beiden Gründe war.


    Für eine optimale Bestäubung habe ich die Zahlen 4-6 Rapsvölker pro Hektar gehört. "Satt" werden aber sicher auch noch mehr Bienenvölker an so einem Rapsfeld. Viele Grüße, Brigitta

  • Na, da sind wohl 0 Völker pro Hektar angebracht, oder? Gibt es vielleicht noch weitere Gründe ausser Schwarm und schlechtem Wetter, warum es kalt in der Beute werden könnte?

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Na, da sind wohl 0 Völker pro Hektar angebracht, oder? Gibt es vielleicht noch weitere Gründe ausser Schwarm und schlechtem Wetter, warum es kalt in der Beute werden könnte?


    Flugbienenverluste durch Spritzungen? Da hilft aber nur eins: Mit dem Bauern reden. Vorher! Viele Grüße, Brigitta

  • Hallo,


    nichts für ungut. Raps wird auch dieses Jahr in vielen Fällen zur beginnenden Blüte und evtl. auch nochmal später gespritzt werden.


    Aber der Link von Bernahrd stammt aus Zeiten als der Pflanzenschutz im Raps noch anders aussah (ergo weniger Resistenzen vorhanden waren).


    Gruss vom sonnigen Mindelsee wo der Raps noch einige Wochen braucht


    Michael

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • Moin Michael,


    was genau hat sich für diese Saison im Pfanzenschutz für Raps geändert? Gegenüber den Zeiten um das Jahr 2012?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Zitat

    "Satt" werden aber sicher auch noch mehr Bienenvölker an so einem Rapsfeld.


    Der rechnerische Honigertrag pro Hektar Raps wird mit 40 bis 230 Kilo angegeben. Bei einer Erntemenge von bis zu 30 kg pro Volk, wäre also eine ausreichende Nektarmenge für mindestens 40 Völker vorhanden. Rein rechnerisch versteht sich. Wenn das Wetter nicht passt, füllen aber natürlich auch weniger Völker ihre Honigräume nicht.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo Bernhard,


    das stimmt so - leider, leider - nicht.


    Die Situation im Raps hat sich in den letzten 3 Jahren erheblich zugespitzt.
    Biscaya zeigt nur noch in wenigen Regionen Wirkung wg. Resistenzen.
    Extrem früher Befall mit mehreren Käferarten ist Standard geworden.
    Gleichzeitig ist Sklerotinia immer mehr in den Focus gerückt.
    Die Anwendungsvorschläge der Pflanzenschutzdienste haben sich erheblich geändert. Das beinhaltet auch die Ausbringzeiten.


    Summa summarum: Neonic-bashing ist ziemlich von gestern. Wir haben aber nicht weniger sondern eher tendentiell mehr Probleme.


    Viele Grüsse aus dem Süden

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • ..... Wir haben aber nicht weniger sondern eher tendentiell mehr Probleme.


    daher würde ich nicht gezielt Raps anwandern


    es ist anders wenn man Raps in seinem Flugkreis zwangsweise hat und nicht weg kann oder will


    Aber heute noch wegen Rapshonig extra an ein Feld hin wandern ist angesichts der Belastungen aus den vielen PSM heute kaum mehr vertretbar


    Schaut euch doch nur mal die Rückstands-Bilanz im frischen Raps Pollen an


    das tut den Bienen nie und nimmer gut


    Was heißt es denn wenn ein PSM als B4 = Bienenungefährlich eingestuft wird?


    Ja es gehen von 100 Bienen 49 nach 48 Std hops


    Eigentlich müssten man einen Haufen Geld von den Raps-Pflanzern für jeden PSM Einsatz in die offene Blüte bei vollem Trachtflug bekommen und zwar pro Mittel getrennt also bei Tankmischungen mit 2 Mitteln den doppelten Preis bei Tankmischungen mit 3 Mittel den dreifachen etc..


    Doch so lange es noch Imker gibt die sich freiwillig an Rapsfelder stellen und ihre Bienen vergiften lassen und als Dank dem Raps-Pflanzer auch noch einen Honig schenken als Entgegenkommen so zu sagen, ja so lange wird da nichts draus


    Verdächtig wird das Ganze dann, wenn der Raps-Pflanzer von "seinem" Imker lieber eine andere Honigsorte als Raps möchte


    Ist das Ganze eigentlich noch mit dem Tierschutz vereinbar?


    wenn man das alles weiß und dann noch gezielt den Raps anwandert?

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Summa summarum: Neonic-bashing ist ziemlich von gestern. Wir haben aber nicht weniger sondern eher tendentiell mehr Probleme.


    Wenn wir mehr Probleme haben, dann ist das "bashing" überhaupt nicht von gestern. Dieses Jahr gibt es immer noch die Neonic-Beize im Raps. Auch wenn es verboten ist, wird allerorten mit Neonic gebeiztes Saatgut gelagert für die Aussaat in diesem Herbst. Und mit was wird überhaupt zurzeit der Raps gespritzt?

  • Insektizide im Raps:
    http://www.raiffeisen.com/pfla…ager/splitParams/16/I/f/0
    http://www.raiffeisen.com/pfla…er/splitParams/16/I/f/20/


    Darunter Thiacloprid/Biscaya, ein Neonic. Zusätzlich setzten alle 14 Landwirte, mit denen ich gesprochen habe, Clothianidin-gebeiztes Saatgut ein.


    Ansonsten 227 Pestizide im Raps:
    http://www.raiffeisen.com/pfla…ager/splitParams/16/-/f/0


    Da kannst Du dir auch "Empfehlungen" holen...
    http://www.bayercropscience.ch…ng_2014_internet_4042.pdf


    Mjamm, mjamm, da schmeckt der Honig so gut von...

  • Hallo,
    das ist kein Kontra bzgl. der bisher geäußerten Meinungen und Erfahrungen.


    Aber diese Aussage sollte nicht so pauschal verbreitet werden:


    Was heißt es denn wenn ein PSM als B4 = Bienenungefährlich eingestuft wird?


    Ja es gehen von 100 Bienen 49 nach 48 Std hops


    vergleicht bitte damit:
    http://www.diebiene.de/bienenungefaehrlich


    Es wäre bestimmt nicht günstig für unsere Argumentation, wenn jeman damit kontern würde.


    Nicht falsch verstehen! Ich bin ganz bestimmt kein Befürworter der PSM-Anwendung.
    Aber ich würde mich bei Diskussionen doch lieber auf einem Boden bewegen, der mir nicht plötzlich unter den Füßen weggezogen werden kann.


    Gruß Doro