Eins von drei Völkern füttern - Gefahr der Räuberei?

  • Liebe Foris,


    ich habe meine Bienen jetzt endlich umgezogen, sie sind seit heute früh bei mir im Garten! Sie haben einen bayerischen Winter hinter sich und sind letzte Nacht 600km weit gefahren.E


    in Volk (1) hat noch Honigvorräte, war auch schwerer als die anderen zwei. Ein Volk (2) habe ich heute mit Zuckerwasser gefüttert, hier ist es kalt und nass, und die Vorräte sind leer, das zweite leichte Volk (3) will ich morgen füttern.


    Es war heute so, dass vor dem Volk (2)mit dem Futterkasten richtig viel los war, bei dem, was ich morgen füttern will (3), nichts und beim dritten, starken Volk (1) sind immer Bienen raus, aber ich konnte nicht erkennen, ob bei Volk zwei rein.


    Nun habe ich Sorge, dass das Volk, das gefüttert wird, ausgeräubert wird? Weil ich sie nacheinander füttere? Habe leider nur einen Futterkasten. Soll ich dann besser gar nicht füttern?



    Liebe Grüße, von der Berliner Biene
    die hier sicher noch 1000 Fragen stellen wird, denn ich habe echt wenig Ahnung und noch keinen Imkerpaten

  • Hallo,


    Du hast noch nicht geschrieben, wie Du genau gefüttert hast.
    Bei der Gelegenheit solltest Du Dir anhören, dass, wer drei Völker hat, auch drei Futtergeschirre zu haben hat. Punkt.


    Vermutlich ist es aber so, dass Du Dir unnütze Sorgen machst.
    Es gab in Nr. 2 ein Futterangebot, das wurde gefunden, das wurde dann nach Bienenart beworben und betanzt aber die Mitteilung ist eben sehr ungenau, weil ja keine Entfernung und Richtung dabei zustande kommt. Eher mehr die Info: Hier total nah gibt es lecker Tracht in großer Menge!
    Sobald diese Meldung kräftig eingeschlagen ist, stürzen alle nach draußen und es ist mächtig Gefliege vor dem gefütterten Volk.
    Das wirst Du also morgen auch bei dem gefütterten Volk Nr 3 so beobachten können.


    Am neutralsten zu Füttern, was Duft angeht, ist Sirup oder Futterteig. Die Zargen sollten dicht schließen und Du solltest das Flugloch des Gefütterten eng halten. Und am besten Füttert man abends, was jedoch bei aktuellen Temperaturen auch wiederum nichts bringt. Kleckerfrei und ohne Spuren, versteht sich!
    Räuberei droht immer, wenn es draußen nichts zu holen gibt und die Quelle entdeckt werden kann.



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Danke für deine Antwort!
    Ich habe Zuckerwasser in einer Futterzarge gefüttert und habe dann als ich die Fliegerei sah, tatsächlich beim gefütterten Volk das Flugloch zu dreiviertel zugemacht.


    Ok, also eher keine Räuberei, es sah ja auch nicht wild aus, die sind nicht übereinander hergefallen, es gab keine Kämpfe.


    Ich habe sogar drei Futterzargen, aber dummerweise haben nicht mehr alle drei ins Auto gepasst, ich wollte oben nichts auf die Völker legen. Ich hole sie in drei Wochen erst.

  • Hallo,


    ich würde da kein Risiko mehr eingehen. In spätestens 2 Tagen scheint wieder die Sonne mit Temperaturen deutlich über 10 Grad. Die Bienen merken sich das, wo es was zu holen gibt, das Problem wirst Du ggfls. das ganze Jahr über nicht mehr los. Notfalls halt jeweils eine Futterwabe von Volk 1 in die anderen beiden Völker geben. Das funktioniert ohne Risiko.


    Trotz dessen muss das bei Dir keine Räuberei gewesen sein. Konnte bei mir auch schon feststellen, dass frisch aufgefüllte Flüssignahrung für eine erhöhte Agilität der Bienen sorgt. Ein Energieschub sozusagen :)


    Gruß Sven

  • dass frisch aufgefüllte Flüssignahrung für eine erhöhte Agilität der Bienen sorgt.


    Es kommt eine "gefüllte" Biene von der Futterzarge zurück, gibt das Süße weiter und tanzt ihren Schwestern etwas vor. Diese machen sich natürlich auch auf die Suche nach der "Futterquelle ganz in der Nähe". Da im Normalfall jedoch die Futterquellen ausserhalb des Kastens sind, ist dort die erste Stelle, an der gesucht wird.


    Flugbetrieb bei Völkern die gefüttert werden ist normal.


    Stefan

  • Hallo zusammen,


    ich bin heute zu meinem ersten Bienenvolk gegangen, welches ich am Samstag bekommen hab.
    Es stand noch bei unserem Verein. An meinem Volk herrschter reger Flugbetrieb, an allen anderen Völkern NICHT!
    Wir hatten am Samstag noch Futterwaben in mein neues Volk gegeben.
    In einige andere aber auch!


    Es lagen einge tote Bienen neben der Beute und auch einige auf dem Gitterboden (insgesamt ca 50.)


    Da wir uns nicht sicher waren, ob es Räuberei war oder nicht, haben wir die Bienen vorsichtshalber an einen anderen Standort gebracht. (ca. 10km weiter)
    Da sollten sie über kurz oder lang sowieso hin. Es handelt sich nicht um ein schwaches Volk, aber ich habe vorsorglich das Flugloch verkleinert.


    Bin jetzt trotzdem etwas in Sorge wegen der vielen toten Bienen und ob es nicht zuviel Stress an einem Tag war.


    Vielleicht hierzu kurz eure Meinung!


    Grüße,
    Jo


  • Da wir uns nicht sicher waren, ob es Räuberei war oder nicht, haben wir die Bienen vorsichtshalber an einen anderen Standort gebracht. (ca. 10km weiter)
    Da sollten sie über kurz oder lang sowieso hin. Es handelt sich nicht um ein schwaches Volk, aber ich habe vorsorglich das Flugloch verkleinert.


    Hört sich doch richtig an, was ihr gemacht habt.


    Zitat

    Bin jetzt trotzdem etwas in Sorge wegen der vielen toten Bienen und ob es nicht zuviel Stress an einem Tag war.


    Und wenn es 'zu viel Stress an einem Tag' war, was dann? Die Bienen zu einem Hymenopteren-Psychologen schaffen? Valium füttern?
    Ich hab's: Indianische Räucherzeremonie!
    Ich glaube, ich sehe da ein entwicklungsfähiges Geschäftsfeld...


    Grüße,
    Robert

  • Und wenn es 'zu viel Stress an einem Tag' war, was dann? Die Bienen zu einem Hymenopteren-Psychologen schaffen? Valium füttern?
    Ich hab's: Indianische Räucherzeremonie!


    Genau die drei Sachen habe ich anschließend noch gemacht. Jetzt bin ich auch beruhigt.:Biene:


    Gruß,


    Jo

  • Hallo,


    Wenn Du dort sowieso hin wolltest, war das doch das Gebot der Stunde.


    Vielleicht haben auch Deine woanders geräubert...


    Aber auch fremde Futterwabenzugabe, ggf noch aufgeritzt führt zu oben beschriebenen Flugaktivitäten. 50 Bienen sind bei einem starken Volk jedenfalls nix.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich hab die Mädels jetzt an ihren neuen Standort gesetzt.
    Es sind knapp 10 Grad aber es ist windig. Trozdem ist ne ganze Menge los vor dem Flugloch.
    Ich weiß jetzt nicht, ob ich einfach über nervös bin, aber irgendwie finde ich manches noch merkwürdig.
    Zum einen sieht es so aus als würden die Bienen nicht so richtig den Eingang finden (was natürlich mit der neuen Umgebung und dem Wind zusmmen hängen kann) und zum anderen ist ein ganz schöner Betrieb auf und unter dem Gitterboden.
    Ich habe jetzt in einem anderen Beitrag gelesen, dass Bienen den Gitterboden eigentlich eher meiden.


    Wahrscheinlich mach ich mir viel zu sehr Gedanken, aber den Mädels soll's ja gut gehen.
    Daher freue ich mich immer über Ratschläge!


    Gruß,
    Jo