Starker Varroabefall jetzt im März

  • Hallo,


    ich brauch mal euren Rat, habe bereits mit einem befreundeten Imkerkollegen gesprochen, welcher mir schon gute Tips gegeben hat, aber ich würde mich auch für eure Meinung interessieren.


    Ich habe ein Volk bei dem ich im Herbst eine Ameisensäurebehandlung und im Winter eine Oxalsaurebehandlung vorgenommen habe. Der Milbenbefall, war nach den Behandlungen, wie bei meinen anderen Völkern sehr gering, als ich jetzt im Frühjahr den Varroschieber rein habe, bin ich erschrocken, wieviele Milben bei diesem einen Volk fallen, habe jetzt bei der Kontrolle der Futterwaben mal genauer hingesehen und müsste also feststellen, dass das Volk einen sehr starken Varroabefall hat, habe durch Zufall auch ein paar zusammengeklebte Zellen geöffnet und dort sind die Maden bereits mit ca. 5 Milben pro Zelle belegt.
    Wie soll ich jetzt weiter Vorgehen? Was würdet ihr mir raten?


    Danke schonmal für eure Hilfe.

    :Biene: :Biene: Summ Summ Summ, Bienchen Summ herum :Biene: :Biene:

  • Hallo Daniel,


    was du da schribst ist ja fast unglaublich, wie stark ist denn das Volk ? Da gib bitte noch ein paar genauere Auskünfte.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Daniel!


    Ich würde den Varroabefall noch eine Zeit lang weiter beobachten. Meine Vermutung ist, dass der festgestellte Abfall und die aufgezupften Zellen nicht dem Durchschnitt entsprechen. Im Frühjahr ist beim Varroaabfall mit einer gewissen Zyklenbildung zu rechnen, da zu Beginn der Bruttätigkeit die Milben vorrangig in die Brut eindringen. Dann ist bis zum ersten Schlupf der Bienen kein natürlicher Abfall feststellbar, da alle Milben in der Brut sind. Nach dem Schlupf der Brut steigt der Abfall schlagartig an. Die Altmilben dringen nach dem Schlupf sofort und die Jungbienen erst nach ein paar Tagen Reifungsfraß wieder in die Brut ein. Nach mehreren Brutdurchgängen haben sich die Zyklen abgeflacht, bzw sind verschwunden.


    Sollte der Varroabefall tatsächlich so hoch sein, so würde sich die totale Brutentnahme gut eignen. Die entnommene Brut könnte für die Jungvolkbildung verwendet werden, die natürlich varroabehandelt werden müsste.


    MfG
    Honigmaul

  • Maßnahmen um die Varroabelastung zu senken sind hier nur die halbe Miete - mich würde interessieren, was die Ursache ist.


    ungeeignete Wetterbedingungen zur Sommerbehandlung?
    Winterbehandlung zum falschen Zeitpunkt (nicht brutfrei)?
    Volk stark und bereits woanders bei einem Untergangskandidaten geräubert?


    Manchmal kann man nix machen - aber oft kann man was draus lernen...


    Gruß
    Wolfgang

  • Nabend,


    erstmal Entschuldigung für die späte Antwort.


    Es handelt sich dabei um drei Carnica Völker alle auf zwei Zargen Zander.
    Wurden letztes Jahr nach der Honigernte mit AS behandelt und Ende Dezember wurde Oxalsäure verdampft (bitte jetzt keine Diskussion ob erlaubt oder net).
    Bei der AS Behandlung war nur sehr wenig Totenfall bei allen drei Völkern vorhanden, nach der Behandlung mit OS war erstmal reichlich hat dann aber nachgelassen.
    Im Februar dann, nach dem einschieben der Windel war bei dem einen Volk schon etwas Milbenfall zu sehen, wir sind aber davon ausgegangen, dass dies durch das ausräumen des Bodens kam.
    Nun sind die Völker alle auf eine Zarge eingeengt und bei dem betroffenen Volk fallen ca. 30 Milben pro Tag dieses hat heute Abend gute sieben Waben besetzt.
    Die anderen zwei Völker haben kaum Milbenfall, das eine keinen Sichtbaren und das andere ca. zwei Milben/Tag.


    Auf die Honigernte könnte ich auch verzichten wenn das Volk so zu retten ist, da ich aber auch meine Völker gern vermehren möchte, hätte ich auch kein Problem damit, dieses Volk aufzulösen und in Ableger zu packen. Weiß nur nicht, ob dieses Volk noch so lang durchhält, ab wann wäre in diesem Fall die Ablegerbildung denn möglich? Oder was sind andere Vorschläge?


    Danke euch schonmal.

    :Biene: :Biene: Summ Summ Summ, Bienchen Summ herum :Biene: :Biene:

  • 30 Milben pro Tag? Das ist heftig...


    Da würde ich radikal ran gehen. Brut komplett raus und AS sobald das Wetter mitspielt. Und vermutlich startet das Volk danach voll durch und die fehlenden 6 Wochen sind Ende Mai kaum noch zu bemerken...


    Ich vermute, Du hattest Pech bezüglich des Behandlungszeitraumes im Dezember. Das brutfreie Fenster war letztes Jahr in manchen Regionen extrem schmal.

  • Hallo Daniel,


    Wieviele Milben waren es denn im Winter bei der Bedampfung die gefallen sind.
    Andermatt schreibt dass wenn beim Einsatz des Varrox zur Winterbhandlung mehr als 1000 Milben fallen, ein 2. mal verdampft werden soll.
    Ich vermute dass dieses Jahr bei einigen die Winterbahndlung wenig wirksam war, da die Brutfreiheit wie schon geschrieben in einem nur begrenzten zeitfenster gegeben war, bzw. bei allen Träuflern der Effekt nicht ideal war, da es für eine kompakte Winttertraube zu warm war.


    Vielleicht hättest du auch ein 2. mal verdampfen sollen.


    Ich würde bei diesem Volk auf jedenfall den Baurahmen schneiden und dann wie schon geschrieben eine totale Brutentnahme machen. Wenn die Brut draußen ist, könntest du ja nochmal verdampfen.


    Viele Grüße,



    Max

  • Hallo,
    vor wenigen Tagen habe ich den 3. Kasten aufgesetzt und die Waben umsortiert. Jeder freie Zentimeter in den Kästen war mit Drohnenbrut zugebaut. Bei einem Volk, mit dem ich ebenfalls Probleme mit den Milben bis in den Dezember hatte, waren die Drohnenmaden mit bis zu 3 Milben besetzt, obwohl der Milbenfall im Januar und Februar gering, 1-3 pro Tag, gewesen ist.
    Ich werde den Drohnenrahmen konsequent schneiden und weiter beobachten.
    Viele Grüße

  • Hallo Daniel,


    ich würde folgendermaßen vorgehen:
    Ich würde alle Brut mit ausreichend ansitzenden Bienen in eine andere Beute umsetzen. Das Muttervolk soll auf Leerwaben und Futterwaben neu starten.
    Die umgesetzte Brut würde ich auslaufen lassen und nach dem Auslaufen mit AS-Schwammtuch oder OS-Bedampfung behandeln, um die Milben zu entfernen. Einige Tage danach würde ich diese Waben abstoßen und die Bienen über das Flugloch mit vorgesetztem Absperrgitter dem Muttervolk zurück geben.
    Im Muttervolk hat die neu angesetzte verdeckelte Brut inzwischen den größten Teil der Milben gefangen. Ich würde diese Brut entnehmen. Damit wäre das Volk saniert, ohne dass Chemikalien eingetragen wurden. Es steht damit weiterhin für die Honigernte zur Verfügung. Die zuletzt entnommene Brut könnte ebenso wie die zuerst entnommene behandelt werden, sodass auch diese Brut nach dem Auslaufen der Jungbienen noch einen Nutzen bringt.


    Gruß Ralph

  • ... obwohl der Milbenfall im Januar und Februar gering, 1-3 pro Tag, gewesen ist.



    Hallo dg392!


    1 -3 Milben pro Tag Abfall, das ist doch nicht geringe, da kann man auf ein paar hundert Milben als Ausgangspopulation schließen. 0 - 20 Milben Ausgangspopulation ist gering und da kann sich bis Juli schon ein Varroabefall von über 1000 Milben bilden.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo
    Gestern hat mir ein Imker erzählt das bei ihm ein doppelraum überwintertes Volk wilden Drohnenbau mit verdeckelter Brut hatte.Beim öffnen der Zellen bekam er einen Schreck denn bei jeder 2.Zelle konnte er Varroamilben finden.Er ist jetzt ziemlich besorgt um seine Völker,die bis jetzt noch verhältnismäßig stark sind.Er hat im Herbst nur mit Ameisensäure behandelt! Ich habe ihm gesagt das er unbedingt beim nächsten mal eine Oxalsäure Behandlung durchführen muß denn das Risiko ohne Behandlung mit dieser Säure ist zu groß.Er will nun eine Säurebehandlung einleiten um zu überprüfen wieviel Milben fallen.Ich bin schon gespannt auf das Ergebnis!


    Grüße aus Thüringen