Mittelwände im Dadant Honigraum

  • Hallo,


    wir haben uns dazu entschlossen, unsere neuen Völker von vornherein und die alten im Zuge der Bauerneuerung auf eine Bio-Betriebsweise umzustellen. Die Sache mit der Zertifizierung überlegen wir uns noch, kostet ja auch n paar € und bei 10 Völkern ist es noch nicht sinnvoll. Nichtsdestotrotz wollen wir die Anforderungen für uns jetzt schon erfüllen. Dann ist es jederzeit möglich, dass wir die Zertifizierung ohne große Probleme bekommen.


    Nun haben wir neue Mittelwände bestellt.


    Unsere Honigraumrähmchen haben oben und unten eine Nut. Die alten (leider nicht Bio-Zertifizierten) Mittelwände habe ich ein bisschen gebogen und habe sie dann gut oben und unten in die Nuten geschoben. Die neuen Bio-Mittelwände sind aber leider ca. 1,5 cm kürzer als die alten. Durch diese Tatsache fehlen mir ziemlich genau 1 cm bis zum Oberträger. Unten stehen die MWs in der Nut, die Mittelwände werden beim Eilöten zusätzlich von beiden Drähten gehalten.


    Hat jemand Erfahrung mit einer solch großen Lücke zwischen Mittelwand und Oberträger? Wir die Wabe gut und ohne größere Probleme oben angebaut?


    Oder sollte ich die MW lieber etwas höher einlöten, um die Lücke etwas zu verkleinern?


    Grus



    Sebastian

  • Es ist im HR völlig egal ob Du Luft hast oder nicht. Ich persönlich hab im HR nur so breite MW drin, das die beiden horizontalen Drähte grad verdeckt sind. Oben UND unten sind mehrere cm Luft. Mich stört das nicht, da der Leerraum mit Naturbau aufgefüllt wird.
    Können halt auch große Zellen sein. Mich stört das nicht.


    Wer das nicht so gern hat, der lässt oben Luft und lässt unten FAST bis an den UT anstehen. Etwas Luft lässt man immer, damit die MW nicht wellt wenn sie wärmer wird.


    Bei Luft oben wird mit kleineren Zellen Naturbau erstellt, bei Luft unten gern große Zellen.

  • Eine Lücke ist für die Bienen kein Problem. Wenn die Lücke oben ist, werden die Bienen diese schließen. Wenn die Lücke unten ist, werden die Bienen eine unbebaute Restlücke frei lassen. Manche Imker wollen das, weil die Wabe dann besser "schwingt", wenn die Bienen tanzen. Ich persönlich mag solche Lücken vor allem im HR nicht, weil sich darin immer Bienen vor dem Abkehr-Besen verstecken. Deshalb mache ich es ganau wie du: ich achte darauf, dass die MW in der unteren Nut sitzt und die Lücke nach oben Richtung Oberträger ist. Dort werden die Bienen die Lücke schließen, so dass die fertige Waben lückenlos vom Oberträger bis zum Unterträger des Rähmchens reicht.


    Gruss vom Sammler

  • Wabe dann besser "schwingt", wenn die Bienen tanzen.


    Übrigens ist das ein Mythos, da die "Schwingungen" der tanzenden Bienen sowieso nur wenige Zentimeter weit reichen. Ob die Wabe dabei frei schwingt oder nicht, ist deswegen völlig unerheblich.


    Die Bienen bauen auch bei Lücke unten tadellos unten an den Unterträger an - ja wenn die Mittelwände nicht über dem Boden stehen. Bedeutet, werden die Mittelwände bei zweiräumiger Betriebsweise in den oberen Brutraum gegeben, schließen sie die Waben an den Unterträger an. Werden sie direkt über den Boden gegeben, ist der Unterträger für sie "der Boden" - und der wird standesgemäß nicht angebaut. Auch hier gibt es Varianten, je nach verwendetem Boden.


    Im Honigraum sollte das keine Rolle spielen, hier sollten die Waben immer vollständig ausgebaut werden - oder ist das bei Dadant anders?

  • Hallo zusammen,


    eigentlich wurde ja schon fast alles gesagt, aber trotzdem hier noch mein Senf zu Thema:
    - Halbrähmchen (meine 141mm-Dadant) braucht man nicht drahten, halten auch so
    - jepp, Lücken in der MW sind im HR sowieso schnuppe, neben ein paar MWs oder fertigen Waben kann man gern ein paar Anfangsstreifen machen.
    - MW oben/unten ansetzen ist reine Glaubensfrage! Unten angesetzt, dann werden sie unten und oben angebaut. Oben werden sie sowieso immer angebaut, unten siehe Bernhards Statement. Aaaber im BR setze ich die MW gern oben an, weil sie dann unten frei bleiben (Flachboden). Und wenn jetzt Weiselzellen gebaut werden, dann genau dort...


    Gruß Jörg

  • Jo, nee,
    das ist bei Dadant nicht anders:
    Lücken werden geschlossen. Feddisch.
    Ich löt Anfangsstreifen immer oben an *gg*. Auch die füllen dann naturbaumässig das Rähmchen.

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Das Problem ist halt, wenn jemand mit MW arbeitet und keine Drohnen auf den Bruträhmchen will, dann wird er bei Luft unten nicht glücklich. Bei Luft oben wird das kein Problem sein.


    Mir wärs egal.


    Ist außerdem nur ein Problem, wenn man die HR auch später im BR verwenden will.

  • Vielen Dank für die Antworten. Jetzt kann ich die Rähmchen auch mit gutem Gewissen einlöten.
    Ich brauche sie zwar dieses Jahr wahrscheinlich noch nicht komplett, aber so habe ich das schon mal aus dem Kopf.


    Gruß



    Sebastian

  • Mir wärs egal.


    Ist außerdem nur ein Problem, wenn man die HR auch später im BR verwenden will.


    Stimmt, mir auch. Dabei hatte ich auch nur an die Dadantbetriebsweise gedacht. Die anderen mögen sich Günthers Hinweis also nochmal genau ansehen:daumen:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    ich möchte diesen thread wegen aktueller Eigenerfahrungen nochmal auffrischen.


    Bei mir geht es um Dadant-Honigraum-Halbrähmchen.


    Bisher hatte ich die MW immer oben anstoßend eingelötet - hat funktioniert, aber es stimmte, bei der Honigernte musste ich die Waben öfter umdrehen, um die letzten Bienen abzufegen, weil sie immer wieder unten durch auf die andere Seite krabbelten.


    Mir kam daher der Tip von Sammler (siehe Posting #4) sehr plausibel vor. Und weil ihr hier sagt, es sei im Honigraum egal, ob man die MW oben oder unten anstoßen lässt, habe ich ihn gleich mal umgesetzt und mal probiert, die MW unten statt oben anstoßen zu lassen.
    Ich habe Rähmchen, die oben eine Nut haben und unten einen geteilten Unterträger, also auch eine Nut. Innerhalb der Nut kann sich die MW frei bewegen, sie wird nur von den Drähten gehalten, egal ob ich oben oder unten anstoßen lasse.


    Das Ergebnis meines Versuchs war nur leider: Die Waben sind während des Ausbaus oben "herausgekippt" und hängen nun lappenförmig über der Wabengasse, sozusagen leichter Wildbau.


    Habe ich was falsch gemacht, gepanschte MW erwischt oder ist das bei euch auch so, die ihr die MW unten statt oben anstoßen lasst?


    Vorerst werde ich jedenfalls lieber wieder oben anstoßen lassen.


    Gruß
    hornet

  • Hallo,


    hornet, ich hab Günther so verstanden, dass er das auf Anfangsstreifen und nicht auf ganze Mittelwände bezog.
    Ganze Mittelwände werden sowieso gemäß ihrer Prägung ausgebaut.
    Wenn Du nun eine ganze MW in das HR gegeben hast, dann war diese oben nicht fixiert, wenn die Bienen aber eine komplette MW vorfinden, dann hängen sie sich oben auf, fangen oben an mit dem Bau, das geht nur mit "Bauwärme", die hängen am oberen Teil der MW und ziehen diese herunter, die Kippt aus der Form/Nut oben und sinkt seitlich runter.


    Wenn sie am Naturbau arbeiten ist das was anderes, Vorprägung ausziehen passiert dann nur am vorgegebenen Stück MW, welches unten sitzt, dann machen sie brav dicht zum Unterträger, Bautrupps hängen ggf oben aber dann fixieren sie ihren eigenen Naturbau sofort und machen an den Rändern weiter.
    Das ist ein anderes Arbeiten als an der MW.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • hornet, ich hab Günther so verstanden, dass er das auf Anfangsstreifen und nicht auf ganze Mittelwände bezog.
    Wenn Du nun eine ganze MW in das HR gegeben hast, dann war diese oben nicht fixiert, wenn die Bienen aber eine komplette MW vorfinden, dann hängen sie sich oben auf, fangen oben an mit dem Bau, das geht nur mit "Bauwärme", die hängen am oberen Teil der MW und ziehen diese herunter, die Kippt aus der Form/Nut oben und sinkt seitlich runter.


    :daumen:
    Danke, das könnte mein Fehler sein - ich habe das mit den Anfangsstreifen übersehen. Und die Erklärung wie es bei MW zu dem von mir beobachteten Effekt kommt ist absolut einleuchtend! Gut, dass ich gefragt habe.


    Gruß
    hornet