Falsches Format Mittelwände - Stücklen, Frei lassen oder richtiges Format besorgen?

  • Servus Bienenfreunde,


    ich stell mich mal kurz vor. Ich bin 35, komme aus Bayern und fange heuer mit den Bienen an. Ich bin bereits im Imkerverein und bekomme im Mai meinen ersten Carnica-Ableger. Nach Empfehlung vom Verein habe ich mich für die 10er Systembeute im Format Langstroth entschieden.


    Durch Zufall habe ich jetzt seuchenfreie und pestizidarme Mittelwände geschenkt bekommen. Die Mittelwände sind für die Langstroth Brutraum Rahmen um 1 cm zu niedrig und ca. 10 cm zu kurz.


    Nun zu meinen Fragen:
    Kann ich die Mittelwände für die Langstroth Rahmen verwenden?
    Soll ich diese Stückeln, damit der ganze Rahmen gefüllt ist?
    Oder verbauen die Bienen die freie Fläche von selbst?


    Oder soll ich mir lieber passende Mittelwände im Langstroth-Format besorgen?


    Für Klärung meiner Fragen bin ich sehr dankbar.


    Schöne Grüße


    Niki



    PS: Durch die Suchfunktion bin ich zu diesem Thema nicht fündig geworden.

  • Hallo Niki,


    Du dürftest Mittelwände für Deutsch- Normalmaß erworben haben. Du könntest sie im Brutraum einsetzen, der fehlende Zentimeter in der Höhe ist auch nicht das Problem, aber an den Seiten werden sie (die Bienen) verstärkt Drohnenbau errichten. Man kann damit leben und die Bienen auch, aber es kann auch Nachteile bedeuten.


    Ich persönlich würde die MW aber für den Honigraum verwenden, so wie ich es weiss (korrigiere mich, wenns anders ist) hat das 10-ner System Langstroth für Brut und Honigraum gleichhohe Zargen vorgesehen. Im Honigraum spielt es nicht die Rolle, ob die Randzellen größer sind.


    Aber die spätere Bauerneuerung mit solchen, naja, zweitbesten, Honigwaben ist dann nicht so ganz das Wahre.


    Falls Du niedrigere Honigräume verwenden willst, teile die Mittelwände.


    Ich habe so auch meine noch vorhandenen Kuntzsch- MW in DN 1/2 Honigräumen verarbeitet. Je nach Tracht bauen die Bienen gerade in den niedrigen Formaten alles aus, sogar, wenn man Anfangsstreifen unten anlötet...
    Bei manchen Honigrähmchen konnte ich nach dem Ausbau kaum noch beurteilen, ob ursprünglich Anfangstreifen, ne ganze MW oder eine MW verwendet wurde, die hüben und drüben paar Zentimeter frei ließ.


    Es geht also. Aber sei stark! Dein Imkerpate wirds gewiss nicht gerne sehen. Könnt ich mir jedenfalls vorstellen.:roll:


    Und es kann sein, ich bekomm auch Dresche deswegen.


    edit: Stückeln ist jedenfalls blöd, erstens machts haufen Arbeit und zweitens gehts je nach Drahtung bescheiden oder gar nicht.


    Gruß
    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Erzgebirgler,


    vielen Dank für die Rückmeldung. Ich werde die Mittelwände wohl, wie von dir angemerkt, nur für den Honigraum verwenden.


    Wollte meinen Bienenpaten nicht gleich verschrecken mit meiner Frage, darum habe ich hier mal angefragt.


    Wenn ich jetzt für den Honigraum die vorhandenen kurzen Mittelwände verwende und für den Brutraum neue Mittelwände im richtigen Format besorge, spielt es da eine Rolle für die Bienen, dass das Wachs von verschiedenen Stellen kommt?

  • Also ich habe auch schon DN Mittelwände in meine Dadanträhmchen verwendet. Geht ohne Probleme. Richtig ist, dass dann an den Seiten Drohnenbau errichtet wird.
    Da ich aber auch Rähmchen mit Anfangsstreifen gegeben habe, stört mich das nicht, und den Bienen ist das auch egal, die wollten das sogar so haben.


    Ich würde die DN Mittelwände rechts/links mittig und am Oberträger anliegend einlöten, die Aussenbereiche werden im Brutraum dann eh für Futter/Pollen benutzt, so dass gar nicht sooooviel Drohnenzellen bebrütet werden. Wenn man die Rähmchen dann auch noch als Randwaben (1. und 10. Rähmchen ganz aussen) benutzt, wird dort zu 100% Futter eingelagert und keine Brut aufgezogen.


    Für die zentralen Rähmchen kann man auch stückeln, einfach 1 ganze DN Mittelwand und dann nochmal 8-9cm Mittelwand einlöten, geht bei Langstroth mit der Querdrahtung problemlos.
    Mit der ersten Bauerneuerung (also in 2-3 Jahren) fallen die Rähmchen dann eh raus. Bei der Verwendung im Honigraum ist nicht wirklich was gewonnen, wenn die dann später doch in den Brutraum wandern oder für immer und ewig als Honigraum genommen werden.


    Stefan

  • Also ich habe auch schon DN Mittelwände in meine Dadanträhmchen verwendet. Geht ohne Probleme. Richtig ist, dass dann an den Seiten Drohnenbau errichtet wird.
    ... den Bienen ist das auch egal, die wollten das sogar so haben.
    ....
    Stefan


    Es hat halt dann einen straffen Nachteil, wenn Drohnenbrutschneiden zur Betriebsweise gehört bzw. nach Ansicht des Imkerpaten dazu gehören soll.


    Aber viele Wege führen nach Rom. Ich persönlich würde jedenfalls genau wie Du die MW verwenden.


    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo, wenn du ein Einlötbrett hast ist das kein Problem. Brett nass machen, das Wachs nicht festklebt. Das fehlende Stück zu recht schneiden. Daneben legen und mit einem sauberen heißen Schraubendreher durch sanftes überfahren zusammenschmelzen.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Vielen Dank für die Antworten.


    Ich werde jetzt erst mal meinen Imkerpaten befragen, was der dazu meint.


    Aber eigentlich wollte ich so einfach wie möglich mit der Imkerei starten und durch evtl. Stückelung bzw. freilassen wird´s schon wieder komplizierter.

  • Es hat halt dann einen straffen Nachteil, wenn Drohnenbrutschneiden zur Betriebsweise gehört bzw. nach Ansicht des Imkerpaten dazu gehören soll.


    Japp, gebe ich dir auch ganz klar Recht. Allerdings errichten meiner Erfahrung nach gerade Ableger im ersten Jahr kaum/wenig Drohnenbau, so dass eher weniger Probleme auftauchen sollten. Drohnenbrutentnahme ist damit auch im nächsten Jahr möglich.


    Deshalb: Versuchen, die Mittelwände durch stückeln passend zu machen: 1 DN Mittelwand + 8-10cm Stück versuchen einzulöten. Dabei jeweils die Wände am Oberträger anliegend. Klappt das bei den ersten 2-3 Mittelwänden gar nicht, weil die Übung/entsprechendes Equipment fehlt, dann eben nur 1 Mittelwand einlöten und fertig.
    DN Mittelwände kosten flächenbezogen genausoviel wie Langstroth (da alles nach Gewicht geht), da lohnt der Aufwand für Umarbeitung/Verkauf und Neukauf nicht.


    Stefan

  • Wie lötest du die Mittelwände ein?


    Ich lötet die Mittelwände ganz normal ein - mit komplizierter meinte ich die spätere Verwendung der Mittelwände (Eigenbau der Bienen - Drohnenbrut)


    Ich bin noch Anfänger und will es mir nicht unnötig erschweren, aber es wäre Schade um die Mittelwände, wenn ich sie nicht verwenden würde.

  • Ich lötet die Mittelwände ganz normal ein - mit komplizierter meinte ich die spätere Verwendung der Mittelwände (Eigenbau der Bienen - Drohnenbrut)


    Ich bin noch Anfänger und will es mir nicht unnötig erschweren, aber es wäre Schade um die Mittelwände, wenn ich sie nicht verwenden würde.



    Später... sind die Mittelwände Waben. :cool:


    Und wenn Du sicher gehen willst, Deine Rähmchen waagerecht gedrahtet sind und Du den Mehraufwand in Kauf nehmen willst, mach es, wie der Remstalimker schreibt.

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Es ist nicht fair mit Internetwissen einen Paten zu konfrontieren. Ich würde dich machen lassen, wenn ich mit einem Mischwissen von Henry, Bernhard, Holmi und und diskutieren müsste. Bei Querdrahtung ist das Zusammensetzen von Mittelwänden kein Problem. Bei senkrechter Drahtung würde ich die Wabe zuerst durch Überlappen von einer Zelle zusammenlöten.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ei Querdrahtung ist das Zusammensetzen von Mittelwänden kein Problem.


    Ich kenne nur quergedrahtete Langstrothrähmchen.


    Ich lötet die Mittelwände ganz normal ein -


    also normal mit nem Trafo? oder normal mit nem Wellrädchen? ode normal (so wie ich bisher) mit nem alten Lötkolben? ;)



    aber es wäre Schade um die Mittelwände, wenn ich sie nicht verwenden würde.


    Sehe ich genauso: Dann grob einpassen, einlöten, den Bienen den Rest machen und fertig. Sind beim Einlöten 2 Handgriffe mehr (1. Zurechtschneiden und 2. ein weiteres Mittelwandstück auf die Rähmchendrähte legen)


    Wenn dann die Bienen rechts, unten und links im Rähmchen Drohnenzellen errichten ist das nicht schlimm. Die Hauptschwierigkeit liegt dann nur im Auge des Imkers, der sich daran stören könnte. Für das praktische Imkern ist das unwichtig und stört nicht.


    Nagut, ess sei denn du gehörst du Leuten, die z.B. nach dem Rasenmähen die Schnitthöhe jedes Grashalms mit dem Messschieber kontrollieren und notfalls mit der Nagelschere nachklippsen ;)


    Stefan