Bienengift und Alkohol -Beeinflussung?

  • Hallo Imkers!


    Ich bin einer derjenigen, deren Immunsystem manchmal ein wenig aus der Reihe kommt nach Stichen.
    Völlig unterschiedliche Reaktionen, aber immerhin keine kompletten Umfaller mehr.
    Die letzte Geschichte: Ich wollte zu nem Geburtstag, aber ein Schwarm hing draussen. Hektik. Jedenfalls klatschte der Schwarm mir zur Hälfte auf den behosten Oberschenkel und ein paar runtergefallene stiegen im Hosenbein auf. Nadelkissengefühl...


    Habe, weil es sich bewährt hat, nen großen Schluck Wasser und nen starken Kaffee getrunken. Alles gut.


    Nach dem Begrüßungssekt 1,5 Stunden später auf der Burzeltagsfeier kribbelten nach nem Glas die Füsse und mir wurde, auf gut erzgebirgisch gesagt, *ziemlich geringe*...:confused:


    habe ein halbes Fläschen Fenistil geleert, mich an die frische Luft gesetzt und dann mit Cola weitergefeiert.


    Kann jemand ähnliches berichten? Gibt es einen Zusammenhang, dass Alkohol die Wirkung auf Bienengift verstärkt? ggfs. die Immunreaktion darauf? Mir kam das nämlich fast so vor...


    Gruß Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Gibt es einen Zusammenhang, dass Alkohol die Wirkung auf Bienengift verstärkt? ggfs. die Immunreaktion darauf? Mir kam das nämlich fast so vor...


    Gruß Hagen


    Hallo Hagen,


    Histamin ist ein auch vom menschlichen Körper produzierter (Boten-) Stoff, der bei entsprechenden Umständen ausgeschüttet wird, um die Immunabwehr zu aktivieren. Histamin ist allerdings auch in vielen Nahrungsmitteln vorhanden, z.B. Tomaten, Trauben, etc. Auf diesem Weg kommt es auch in den Sekt. Allerdings ist es wohl auch nicht zu knapp in Bier und anderen alkoholischen Getränken enthalten.


    Manche Menschen haben bereits soviele Probleme mit zuviel vom Körper produzierten Hystamin, dass da jede Tomate die letzte gewesen sein kann. Oder die zusätzliche körpereigene Ausschüttung bei einem Bienenstich. Fenistil ist ein Antihistaminikum und wirkt daher bei solchen Sachen sehr gut.


    Viele Grüße
    Sven

  • Ich vermute Psychosomatik.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ......Histamin ist allerdings auch in vielen Nahrungsmitteln vorhanden, z.B. Tomaten, Trauben, etc. Auf diesem Weg kommt es auch in den Sekt..........


    Viele Grüße
    Sven


    Henry schrieb:

    Ich vermute Psychosomatik.


    Einen gewissen Anteil der Psyche kann ich nicht ausschliessen, besser, ich möchte es sogar bejahen. Allerdings hat die Histamingeschichte wohl auch was an sich. Könnte was an sich haben. Genauer gesagt, das, was von einigen als Histaminintoleranz bezeichnet wird, eine Abbaustörung des Histamins.


    Sekt soll zwar selbst kaum Histamin enthalten, aber (Wiki): "Alkoholkonsum steigert die Durchlässigkeit der Zellwände und senkt damit die Histamintoleranzgrenze, ..." und das Histamin kam aus mir selbst nach den Stichen.


    Und dann habe ich durch den Hinweis von Sven noch was gelesen: "... analgetische Medikamente, die die allergenspezifische Histaminfreisetzung bei Allergikern steigern: ...Diclofenac... Acetylsalicylsäure "


    Ich nehm öfter mal mal solch Mittelchen, Aspirin oder auch Voltaren. Und definitiv hatte ich bei meinem Umfaller im Jahre 2009 ziemliche Mengen eingeworfen: Aspirin + C wegen Erkältung, Voltaren wegen Rücken...


    Wäre ne Erklärung, denn eine Allergie gegen Bienengift hat man durch Pricktest und Bluttest nicht gefunden. Ob medis bei der Eingangs- Geschichte auch ne Rolle spielten, weiss ich nicht mehr ganz genau. Könnte aber gut sein.


    Danke Euch!


    Erzgebirgler

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Wenn ich nach dem ersten Bierchen ein Stich bekomme, hab ich plötzlich mehr Durscht. :-D:daumen:

  • Hallo,


    in der Anfangszeit meiner Bienenliebe ( Mitte der 70iger) hatte ich meine Völker noch in meinem Geburtsort stehen. Meine Elter hatte ein kleine Landwirtschaft. Irgendwann während der Heuernte fiel ein Schwarm, den ich auch fing. Abends nach der Heuarbeit habe ich 2 oder 3 Flaschen Bier ( Longhorns) getrunken. Dann fiel mir ein, dass der Schwarm noch eingeschlagen werden musste, also sofort gerade den Schleier über den Kopf und den Schwarm in die Beute.Da der Schleier nicht geschlossen war, nur übergeworfen, sind ein paar der Mädels an meinen Körper geflogen und nach oben gekrabbelt, was sich erst bemerkbar machte, als sie mir in den Hals stachen. Nach getaner Arbeit ging ich zu meinen Eltern, um mit meiner Frau nach Hause zu fahren ( 15 km). Unterwegs wurde mir heiß, alles fing an zu jucken, ich hätte mir am liebsten die Kopfhaut skalpiert, Nesselfieber ohne Ende. Da sich das bis ca. 22.00 Uhr nicht legte, bin ich zum Hausarzt gefahren, der mir eine Spritze verpasste und mir den Rat gab, die Bienen " an den Nagel zu hängen", da ich eine Allergie entwickle, die mit jedem Stich schlimmer werde. Meinereiner hat aber gesagt, einmal wirds noch ausprobiert, das halte ich noch aus.
    Das Ergebnis: seither unzählige Stiche, aber keinerlei über das Normale ( leichte Schwellungen) hinausgehende Reaktionen.


    Meine Resumee: Bier und Bienengift- und auch vielleicht etwas "geschlaucht" vertragen sich manchmal scheinbar nicht.



    Salve, Peter

  • Hallo Hagen,


    ja Histaminintolleranz ist das Zauberwort :)


    Die Psyche spielt da schon auch eine Rolle, aber spätestens wenn man weiß, worans hapert, wenn es einen aus den Socken haut, dann verliert dieser Zustand auch seinen Schrecken. Angenehm ists trotzdem nicht ;)


    Aber so ist das halt, man könnte bei vielen Dingen von selbst drauf kommen, wenn man entsprechende Signale richtig deutet oder vielleicht auch mal von der Schulmedizin drauf hingewiesen würde. Leert man ne Kiste Bier, sind die Kopfschmerzen am nächsten Tag vorprogrammiert und werden billigend in Kauf genommen. Hat man Kopfschmerzen ohne einen Rausch am Vorabend, liegt man meist kurz darauf im MRT, weil man niemals auf die Idee kommen würde drüber nachzudenken, was man denn so in den letzten 24 Stunden zu sich genommen haben könnte und was die möglichen Auswirkungen davon sind ;)


    Viele Grüße
    Sven


  • Hallo Peter,


    interessant, keine Frage. Ich denke mittlerweile auch, dass sich das gegenseitig beeinflusst (beeinflussen kann). Hast Du von Anderen ähnliches gehört?


    Gruß
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo Hagen,


    ja Histaminintolleranz ist das Zauberwort :)


    .........
    Viele Grüße
    Sven


    Hallo Sven,


    ich denke nicht mal an eine echte Histaminintoleranz, da scheint man sich sowieso noch nicht ganz einig.


    Aber immerhin ist es bemerkenswert, dass Alkohol und bestimmte gebräuchliche Medikamente die Histaminausschüttung/ Verarbeitung beeinflussen. Nun ja, werde weiter beobachten.


    Gruß
    Hagen

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

  • Hallo!


    Da ich mich momentan in der Hyposensibilisierung befinde, möchte ich auch kurz auf dieses Thema antworten.


    Mir hat eine Ärztin gesagt, dass bei allergischen Reaktionen auf Insektengift sogenannte Co-Faktoren gibt, welche eine Allergie auslösen oder verstärken können.
    Es sind nicht alle Faktoren bekannt, aber Alkohol gehört laut Ihrer Aussage definitiv dazu.


    Gruß,
    Jo

  • Hallo !


    Hmmm, dann bin ich wohl ein ganz und gar absonderliches Wesen.
    Ich konnte schon mehrfach feststellen, das nach einem Stich ins Gesicht (Lippe, ums Auge)
    ein (zwei, drei ....) anschließendes Bier sich sehr positiv auf die Schwellung auswirkt.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.


  • Hmmm, dann bin ich wohl ein ganz und gar absonderliches Wesen.
    Ich konnte schon mehrfach feststellen, das nach einem Stich ins Gesicht (Lippe, ums Auge)
    ein (zwei, drei ....) anschließendes Bier sich sehr positiv auf die Schwellung auswirkt.


    Das ist das dumme an unserer Spezies: völlig unzuverlässige Reaktionen auf zugeführte Mittelchen. Ich habe schon mehrfach von Betroffenen gehört, dass z.B. ein Medikament bei dem einen völlig gegenteilige (Neben-)Wirkungen hat wie beim anderen. Also z.B.: zwei Leute nehmen das gleiche Medikament. Die eine berichtet, dass sie danach beim Alkoholtrinken überhaupt keine Wirkung verspürte, auch nicht nach etlichen Drinks. Die andere meinte, sie hätte sich schon nach einem kleinen Bier völlig blau gefühlt.
    Ich frage mich immer, ob das eigentlich bei anderen Säugetieren auch so ist, dass es z.B. bei Medikamententests nicht nur Streuung in der Stärke der Wirkung gibt, sondern dass die Wirkung bei einigen Individuen genau entgegengesetzt ist wie bei anderen. Aber wie sollen die Forscher sowas mitbekommen, wo sie doch vermutlich genetisch extrem einheitliche Versuchstiere verwenden... :roll:


    Zurück zu Bienen, Histamin etc: in der Anfangszeit meines Imkerns habe ich einige Stunden nach einem Stich eine großflächige Rötung mit sehr starkem Juckreiz bekommen, die tagelang anhielt. Eigentlich dachte ich, dass so eine Reaktion auch durch Histamin vermittelt würde und habe es daher mit Antihistaminika versucht (Ceterizin, Loratidin...). Hat bei mir gar nichts gebracht! Ich würde immer noch gerne verstehen, wieso. (Ok, mir ist bekannt, dass es verschiedne Histaminrezeptoren gibt, und dass die Medikamente unterschiedlich selektiv auf die Rezeptoren wirken. Würde aber gerne Details dazu lesen, was wie bei welchen Reaktionen aktiv ist.)


    Zur Zeit bin ich ziemlich immun gegen Bienenstiche. Meist gar keine Rötung, Schwellung oder Juckreiz mehr. Daran hat zumindest gestern auch das Diclofenac nichts geändert, was ich intus hatte.
    Hoffe bloß, dass es so bleibt und werde daher sicherheitshalber eher keine Versuche mit Alkohol starten...


    Grüße,
    Robert