Milben auf der Königin

  • Hallo Imker/innen,


    mal ne dumme Frage zu den Milben, die sicher das Hinterteil einer hübschen Kö auch nicht verschmähen werden: Wird die KÖ durch ihren Hofstaat von den Milben frei gehalten, oder ist damit zu rechnen, dass diese ebenfalls befallen wird. Wenn eine KÖ 3 Jahre im Stock ist, wäre damit die Wahrscheinlichkeit eines Befalls nahezu sicher.


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Das wirklich kritische ist nicht die Milbe auf der Biene sondern die Milbe in der Brutzelle!


    Eine (oder mehrere) Milben in der Brutzelle, die vermehren sich, da säuft mindestens die Muttermilbe, 1 junge männliche Milbe und noch eine handvoll weiblicher Milbennymphen an der Puppe. Wenn dann auch noch Mehrfachbefall auftritt (zur Zeit der Zellverdeckelung mehrere Muttermilben in einer Brutzelle) sind das dann schnell ganz viele Milben, die an der Puppe saugen und diese so schwächen. Eintretende Viren durch die offene Bisswunde verschlimmern das ganze nochmals (die ganzen Viren die zu verkrüppelten Flügeln etc führen).
    Die schlüpfende Biene ist dann so geschwächt, dass sie nicht ihre eigentlichen Tätigkeiten richtig aufnehmen kann. Genauso wie ihre schlüpfenden, geschwächten Schwestern. Diese geschwächten Völker kommen dann nicht mehr durch den Winter, die geschwächten Bienen gehen vor dem Frühjahr ab und der Stock wird immer leerer.


    Ich denke nicht, dass 1 saugende Milbe auf einer Königin zu ernsthaften Schäden führen wird.


    Stefan

  • Hallo,


    Varroamilben auf einer Königin, das kann ich mit nicht vorstellen, da sie ständig von Ammenbienen umgeben ist. Da Milben Altbienen kaum bzw nichts anhaben können, da ihr Chitinpanzer zu hart ist, meine ich das auch von einer Königin.
    Von Bienenläusen ist mir bekannt, das da auf einer Königin schon mehrere gesehen wurden. Die Läuse saugen vom Futtersaft, den die Königin von den Ammenbienen gereicht bekommt.Mit Zigarettenrauch können die Plagegeister, aber leicht von der Königin entfernt werden.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ist Zigarettenrauch nicht irgendwie ähnlich den Neonics?


    Also ich vermeide, mit Zigarette zu smoken bei den Bienen,
    weiß aber nicht, ob das sinnvoll ist oder nur mein Gewissen beruhigt.

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  • Hallo,


    die Nachzucht über Ableger war mir schon immer etwas suspekt. Bei einem Ableger nimmt das neue Volk nicht nur die Milbenlast in der Brut mit, jetzt wird mir klar, dass auch die Gefahr besteht, dass sich in der Weiselzelle ne Menge Milben entwicklen und somit der Ableger schon verloren ist.
    Seit einiger Zeit vermehre ich nur noch über KS und Königinnenableger, die man ja fast milbenfrei behandeln kann. Und wenn ich mir eine junge KÖ heranziehe, oder mir vom Züchter hole, würde ich vermutlich eine Schädigung in der Entwicklung auch erkennen.


    Naja, zumindest ist es beruhigend zu wissen, dass Königinnen in einen Wirtschaftvolk vom Milbenbefall geschützt werden.


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Ich weis nur das es so in den Büchern steht, mit dem Rauch. Ich selbst, habe auch erst eine einzige Bienenlaus gesehen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Gerd,


    mal nur zum Nachdenken, eine Königin entwickelt sich in 16 Tagen und Milben brauchen etwas länger.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Drobi, wirklich?


    Die Milbe fängt an zu saugen, wenn der Futtersaft verbraucht ist
    und legt 50 Std nach Verdeckelung ihr erstes von 5 - 6 Eiern ab.
    Und auch die saugen an den verletzten Stellen.

  • Hallo Ihr Lieben,


    wenn eine Königin vor dem Schlupf durch Milben geschädigt wird, wird sie sicherlich nicht zur Stockmutter heranreifen. Sie könnte evtl. nicht ausfliegen oder wäre einer gesunden Rivalin gegenüber nicht stark genug, um sich durchzusetzen.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

  • Ich glaube nicht das die Bienen eine Weiselzelle verdeckeln in der Milben sind.


    Doro, theoretisch hast du Recht.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Drobi, das könnte ein Grund sein, weswegen man manchmal ausgeräumte oder zurück gebaute Weiselzellen findet.


    Sonst wird es wohl so sein wie Olivia schreibt - Stockmutter wird nur eine makellose Prinzessin.


    Dumm nur, wenn man die falschen Weiselzellen gebrochen hat.

  • Da gibt es (mindestens) eine Untersuchung zu: Apidologie 22 (1991) 533-538 : Infestation of queen cells by the mite Varroa jacobsoni
    Und das beste: man kann sich sogar das komplette Paper als PDF herunterladen!


    Demnach können Weiselzellen tatsächlich von Varroa befallen werden, allerdings geschah das im Versuch erst bei sehr starkem Varroabefall der Völker. Und erfolgreich vermehren können sich die Milben in Weiselzellen nicht, dazu ist die Verdeckelungszeit zu kurz. Die Versuche sind jetzt allerdings schon 25 Jahre her, und sie wurden in Griechenland an Apis mellifera macedonica durchgeführt. Wäre interessant, ob der Versuch heute (nach 25 Jahren Milbenevolution) und hier in nördlicheren Breiten und mit A. m. carnica die gleichen Ergebnisse brächte.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo zusammen,


    ich hab jetzt weiter keine Zeit bzw. Hirn übrig nach gestriger Nacht und heutigem Tage zur Suche.
    Jedoch hab ich im Kopf und meine irgendwo gelesen zu haben (und logisch erscheint es allemal), dass der lang anhaltende und hohe Gehalt an Gelee Royale die Milben nicht gerade dazu verlockt, Weiselzellen zu befallen.
    Denn Gelle Royale wird üblicherweise wann gefunden? :wink:


    Zum Befall von Weiselzellen hatten wir leider trotzdem auch hier im IF bereits Zeugenberichte z.B. von Wald und Wiese, hier nachzulesen.

    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper