Drohnenbrütig und Nachschaffungszellen???

  • OT:
    Bereits um den 08.-10.01.2014 erfolgten die Reinigungsflüge und es wurde erster gelblicher Pollen eingetragen. Am im Sommer nur leicht umgepflügten ehemaligen Rapsfeld nebenan waren einige wenige Samen wieder aufgegangen, kniehoch gewachsen und hatten die ersten geöffneten Blüten.


    Die Haselbäume und -Sträucher waren noch nicht so weit.


    Beim nachfolgenden Problemvolk war damals und auch dann später/ sowie aktuell weniger Flugbetrieb im Vergleich zu den Nachbarvölkern festzustellen.

    Zu meinem Erstaunen entdeckte ich im Februar sogar zweimal zwei dunkle (meiner Meinung nach alte) Drohnen, die sich in der warmen Sonne vor dem Flugloch des „Problemvolkes“ einflogen.
    Außerdem fiel mir auf, das dieses Volk sich viel Arbeit machte und anscheinend sehr gut reinigte, d. h., es wurden sehr viele kleine, dunkle Abschrotungen/ Deckelreste von Brut, z. T. auch Mumien bis vor das Flugloch getragen.
    (Diese Beuten sind älter, ohne Varroa-Gitter und mit doppelten Holzboden sowie Zugang zum Brutraum in der Mitte der Beute seitlich.)
    Bei den Völkern in den Nachbarbeuten konnte ich das in dieser Form nicht feststellen.

    Aber soweit schien ja alles gut zu sein…

    Mitte Februar öffnete ich die Deckel, konnte deutlich Wärme über der Folie feststellen, zum Teil auch Kondenswasser.
    Zwei weitere Völker, die ich gleichstark eingewintert hatte, waren anscheinend in der Entwicklung weiter, hatten mehr Bienenmasse.
    Ich hob die Folie an und konnte noch genug Futter erkennen.

    Es sah immer noch alles gut aus! An einem schönen Tag konnte ich sogar fast gleich starken Flugbetrieb des „Problemvolkes“ im Vergleich zu anderen feststellen.
    OT Ende.

    Ich überwinterte meine erstellten Ableger nach Abnahme des Honigraums einzargig.
    An einem Stand machte ich gestern die erste diesjährige richtige Nachschau mit Wabenziehen, da ich um eine BR-Zarge erweitern wollte. Ich suchte nicht die Königin, da Brut in allen Stadien sowie Stifte mir die Weiselrichtigkeit anzeigten.
    Ein Volk war jedoch buckelbrütig. Von oben gesehen belegte dieses Volk, bei schönem Flugwetter geöffnet, 5 Wabengassen.
    Es gab keine Arbeiterinnenbrut, aber dafür wenige verdeckelte Arbeiterinnen-Zellen, einzeln stehend, mit der typischen Verlängerung, wenn mit Drohneneiern bestiftet. Es waren kaum Maden und nur wenige Stifte zu finden.
    Die Stifte waren zwar mehr Richtung Zellenrand gelegt, die Zellen aber nicht zweifach oder noch mehr bestiftet!
    Auf zwei Waben waren richtige „schöne“, lang ausgezogene Nachschaffungszellen, gefüllt mit Futtersaft und verdeckelungsbereit (?), zu finden.

    Ich konnte im Volk keine Drohnen entdecken - wenn doch vorhanden, dann bestimmt nur wenige. Auch verhielt sich das Volk normal.
    Welches Problem liegt vor?
    Vielleicht weisellos oder mit „schlechter“ Weisel. (Ableger wurde 2013 erstellt, Weisel aus NZ, brachte sogar ein paar kg Honig)
    Meiner Meinung nach legt ein Drohnenmütterchen/ eine Afterweisel die unbefruchteten Eier. Oder doch die „schlechte“ Weisel?
    Das Volk erkennt den Fehler und wirft dann immer wieder die Drohnenbrut raus?

    Aber wofür stehen die eindeutigen Nachschaffungszellen. Hat die eventuell noch vorhandene „schlechte“ Kö doch auch noch mal legen müssen? Hoffnung im Bienenvolk und Versuch, das es zu einer neuen Königin doch noch klappen könnte?

    Insgesamt gesehen gibt es ein Problem! Nun „schlechte“ Weisel bringt nichts, Drohnenbrütig (evtl. Drohnenmütterchen) bringt nichts, ebenso die eventuell doch mit befruchteten Stiften versehenen NZ oder als Alternative jüngste Brut aus einem anderen Volk zur Nachschaffung zu dieser Jahreszeit.

    Also werde ich dieses Volk auf jeden Fall (in ca. 70 m Entfernung) auflösen/ abfegen. Das ganze bei Flugwetter mit Rauchgabe und warten, damit Zeit zur Honigaufnahme besteht.

    Ergebnis: Die Flugbienen fliegen zum Stand, finden ihre Beute nicht mehr vor und betteln sich bei Nachbarvölkern ein = Volk aufgelöst.

    Oder: An einem anderen Stand habe ich eine „Ersatzkönigin“, im (max. 7Waben-) Ablegerkasten überwintert. Dieses Reservevolk muss sowieso nun umgesetzt werden und wäre erst zur Sommertracht einsatzbereit.

    Meine Idee = ist folgendes möglich?
    Ich hole abends das Reservevolk zum anderen Stand. Der Bienenkasten kommt anstelle der Beute des Problemvolkes. Über Nacht bleibt das Flugloch zu, die Bienen beruhigen sich vom Transport
    Beim „Problemvolk“ wurde zuvor das Flugloch verschlossen und die Beute beiseite gestellt.
    Am nächsten Tag zuerst öffnen des Reservevolkes, damit dieses sich etwas einfliegt.
    Dann am Nachmittag abfegen des Problemvolkes. Dessen Bienen fliegen ihrem ursprünglichen Standplatz, nun dem Reservevolk zu, betteln sich ein und verstärken dieses, zumindest vorerst.
    Nach zwei Tagen einfliegen und beengten Verhältnissen dann Umsetzen aus dem Ablegerkasten in eine Beute, (eventuell auch gleichzeitig mit zweiten BR erweitern).
    Falls ich feststelle, das sich das Reservevolk sehr gut entwickelt hat und somit eventuell nicht genügend Platz auf den sieben Waben im Ablegerkasten für beide Völker vorhanden ist, so könnte ich zumindest provisorisch eine Zarge als Erweiterung auf den Kasten geben.


    Also so stelle ich als Anfänger mir meine Vorgehensweise vor. Natürlich bin ich an Alternativen interessiert.
    Wie ist eure Meinung zu der Drohnenbrütigkeit und den Nachschaffungszellen?



    Viele Grüße aus Thüringen
    Bienenjan

  • Welches Problem liegt vor? Vielleicht weisellos oder mit „schlechter“ Weisel. (Ableger wurde 2013 erstellt, Weisel aus NZ, brachte sogar ein paar kg Honig) Meiner Meinung nach legt ein Drohnenmütterchen/ eine Afterweisel die unbefruchteten Eier. Oder doch die „schlechte“ Weisel?


    .. .wenn mehrere Eier in einer Zelle sind, so ist ein ein Drohnenmütterchen.
    Wenn immer nur ein Ei in einer Zelle ist, sollte es die buckelbrütige Königin sein, die dieses Brutnest anlegt.


    Nachschaffungszellen werden in solchen Völkern meist angeblasen, aber natürlich entwickelt sich daraus keine Königin.



    Meine Idee = ist folgendes möglich? .......


    Ja, kann man so machen.
    Allerdings sollte man das Flugloch des Reservevolkes sofort öffnen, wenn es am neuen Stand eintrifft. Die Bienen müssen sich nicht beruhigen mit geschlossenem Flugloch.


    Wenn Drohnenmütterchen im Problemvolk sind, dann dieses Volk einige Meter vom alten Standplatz abkehren, damit diese nicht zurück finden.
    Wenn die Königin buckelbrütig ist, dann diese finden und zwischen Daumen und Zeigefinger entsorgen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • ...
    Wenn die Königin buckelbrütig ist, dann diese finden und zwischen Daumen und Zeigefinger entsorgen.


    Ich werde, wenn das Wetter wieder besser ist, nach der Königin suchen...
    Dachte gestern nur, drohnenbrütig, also sowieso auflösen.
    Theoretisch sollte doch die Kö beim abfegen des Volkes nicht zurück fliegen/ finden können?


    Viele Grüße aus Thüringen
    Bienenjan

  • Hallo Bienenjan. Problemvolk vom Standplatz entfernen und Resevevolk dort aufstellen. Das öffnen des Flugloches sollte schon mit dem
    verstellen einhergehen. Beim Problemvolk sollte das Flugloch aber erst geöffnet werden wenn das Flugloch des Reservevolkes ca.30Min. geöffnet war. Die Flugbienen vom Problemvolk werden abfliegen deshalb ist eine Nachkontrolle dann einfacher. Sollte keine Königin gefunden werden so sollte das Problemvolk abgekehrt werden.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ich habe gleich noch eine Frage:
    Wie kommt es, das eine junge Kö "schlecht" wird, d. h., eventuell nur unbefruchtete Eier legt?
    Eventuell schlechte Begattung mit nicht genug Drohnen, somit zu wenig Samen gespeichert? Oder hängt das mit der Legepause im Herbst/ Winter zusammen?


    Viele Grüße aus Thüringen
    Bienenjan


  • Eventuell schlechte Begattung mit nicht genug Drohnen, somit zu wenig Samen gespeichert?


    Genau das kann vorkommen. Die Wetterverhältnisse waren letztes Jahr zur Begattungszeit nicht immer die besten. Damit hatten viele Imker Probleme.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Josef,
    ja, werde es so machen, das die Flugbienen weg sind. Mal sehen, ob ich eine Kö finde.
    Wenn nicht, werde ich vorsichtshalber trotzdem alle Bienen abfegen und das Volk auflösen.
    Ich möchte ja schließlich nicht ein/ mehrere Drohnenmütterchen wieder ins Volk geben, die dann der Reserveköniginn gefährlich werden können...


    Viele Grüße aus Thüringen
    Bienenjan

  • Hallo noch mal und danke für Eure Rückmeldungen.
    Ich hatte am Sonntag abends das Reservevolk geholt und auf den Standplatz des Problemvolkes gestellt.
    Fluglöcher beider Kästen waren auf. Am Montag und Dienstag wegen kaltem Wetter kaum Bienenflug, minimales einfliegen des Reservevolkes. Das Problemvolk schickte anscheinend Wasserholerinnen raus, die dann zum alten Platz mit nun dem Reservevolk flogen. Diese Bienen wurden nicht eingelassen...
    Am Mittwoch hatte ich bei Flugwetter unter erstmal viel Rauchgabe und abwarten das Problemvolk abgefegt/ aufgelöst.
    Hatte versucht, die Königin zu finden, jedoch erfolglos. Die Nachschaffungszellen waren auch wieder weg...
    Die Völker haben gut zusammengefunden und gestern habe ich dann die Bienen vom "Ablegerkasten" in die richtige Beute umgesetzt.
    Gestern dann sehr eifriges Sammeln von Nektar und Pollen...


    Viele Grüße aus Thüringen
    der Bienenjan