Kindergarten möchte mich besuchen

  • Ein örtlicher Kindergarten fragte an, mal mit einer Gruppe meine Bienen betrachten zu dürfen.
    Ich freue mich, habe aber auch so meine Gedanken.


    Der Imkerverein kann mir 10 Kinderschutzhüte leihen.


    Es werden aber sicherlich mehr Kinder.


    Unser Vereinsvorsitzender erklärte mir, dass ich mich rechtlich absichern muss:
    Eltern haften für ihre Kinder, ich bin für keinen Stich verantwortlich.
    Ein Arzt muss in Bereitschaft stehen.


    Selbstverständlich würde ich nur ein Volk öffnen, welches mir als besonders sanftmütig bekannt ist, aber 100% garantieren kann ich die Laune meiner Damen nicht.


    Ideen habe ich natürlich, wie ich die Rasselbande noch beschäftigen kann:
    Honigverköstigung
    Bienenbiologie
    Waben anschauen
    und und und


    Was fällt Euch noch ein, worauf ich achten sollte und was ich noch so machen könnte?


    Wer hat schon Erfahrungen gemacht mit Besuch von Kindergärten?
    Über Tips bin ich dankbar.


    Liebe Grüße: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo Anni,


    die 10 Kinderschutzhüte reiche, weil mehr wie 10 Kids würde ich auf keinen Fall auf ein Mal mit zu den Bienen nehmen.


    Den Bienen zu liebe mache einen Termin aus, der frühestens im April liegt, besser noch Mai.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Anni,


    Arzt in Bereitschaft ist ja wohl ein Witz.... :roll: Guck Dir mal den Vorschlag desElternbriefes an im Link, den find ich gut.


    Wenn im Sandkasten des Kindergartens eine Biene sich im Haar verfangen mal zusticht, steht auch kein Arzt in Bereitschaft. Und schließlich wollt Ihr nicht in einen Raubtierkäfig steigen. Bienenstiche sollen überlebbar sein, auch ohne medizinische Fachhilfe, mit den üblichen Maßnahmen.


    Man entschuldige meinen Sarkasmus aber heute kann Ottonormalverbraucher schon keine Zecke mehr selbstständig entfernen, wobei das eigentlich nie eine konkrete ärztliche Tätigkeit dargestellt hat und auch nicht gelehrt wird.
    Man sollte nicht im Vorfeld schon die Bedenken und Ängste noch schüren - eher die Kinder auch mal darauf vorbereiten, dass das zwar doof ist und auch weh tun kann aber nix Schlimmes.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Anni,
    ich war letzt auch beim Kindergarten, weil die mich eingeladen haben. Kinderpsychologe Dr. Prügelpeitsch ist also hingefahren mit einer einzargigen Bienenbeute. Die habe ich in den Raum gestellt, die Kinder wurden drumherum drapiert. Dann habe ich ihnen gezeigt, wie so eine Bienenkiste aufgebaut ist, das Flugloch war da noch verschlossen. Ich habe etwas von den Bienen erzählt, einfach und so, dass es ein 4-jähriger auch verstehen kann. Dann habe ich die zwei mutigsten nach vorne, hinter die Beute gebeten. Denen habe ich jeweils einen Schleier aufgesetzt und Handschuhe übergestülpt. Dann musste ich noch eine unerschrockene Kindergärtnerin dazu bitten. Die Schleier und Handschuhe haben nur für mich und die beiden Kinder ausgereicht und so habe ich der Erzieherin noch einige Ratschläge gegeben. Hab sie gefragt, ob sie vielleicht Alergikerin ist, ob sie schon mal einen Bienenstich im Gesicht hatte usw. Ich empfahl ihr und den Kindern jetzt mal ganz leise zu sein und sich nicht viel zu bewegen. Als dann endlich die ersten zwei angefangen haben zu heulen, habe ich die Erzieherin gebeter, den Deckel langsam von hinten zu öffnen, aber natürlich zu sich hin, damit die ersten Wächterbienen nicht sofort in ihr Gesicht stürzen. Das tat sie dann auch und man sah ihr an, dass ihr Angst nicht ganz fremd war. Sie hob also langsam den Deckel und ich gab ihr die Anweisung mit den Händen in die Beute zu greifen und eine Wabe ganz vorsichtig und langsam herauszuziehen. Sie tat es so und war dann doch sehr erleichtert, dass keine Bienen in der Kiste waren. Wir haben die unterschiedlich weit ausgebauten Waben herumgereicht und die zwei Schreihälse haben sich nach wenigen Minuten auch wieder beruhigt. Schätze mal, diese Vorführung wird ihnen noch längere Zeit im Gedächtnis bleiben. Natürlich haben wir hinterher noch eine Honigverkostung gemacht. Durch eine freundliche Spende einer Profiimkerin vom Harz und aus dem Forum konnten alle Kinder die wollten gut 8 verschiedene Honigsorten in vielen verschiedenen Farben und ganz unterschiedlichen Geschmäckern probieren. Für kleine Kinder ist das vollkommen ausreichend an Information. Sie konnten sehen, schmecken, verkleben und sich fürchten. War fast alles dabei.
    Viele Grüße
    Wolfgang, bächtig möse, sehr sehr pöse

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hach, Wolfgang,
    was bist Du doch für ein Ekelpaket - garstig und pöse! :cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ein Arzt muss in Bereitschaft stehen.


    Das finde ich UN-VER-ANTWORTLICH!


    Bei einer akuten Stichreaktion ist ein einzelner Arzt mit der Situation vollkommen überfordert. Das Kind muß umgehend in ein Krankenhaus mit Kinderallergologie und Kinderintensivbetreuung gebracht werden - dazu ist mindestens ein Rettungshubschrauber mit Ersthelferausstattung und Sauerstoffgerät erforderlich!


    Leider hat der in meinem Garten keinen Platz also lassen wie die Plag...äh, lieben Kleinen zu ihrer Sicherheit lieber im Hochsicherheitskinderkarten mit Zugangskontrolle, sterilisiertem Spielkastensand, Selbstschussanlage und antiallergenem, zuckerfreien Einheitsmittagessen!
    Wenn sie 18 sind dürfen sie dann in den Garten wenn es unbedingt denn sein muss...


    Melanie

  • Hallo !


    Anni
    Ist Dein Vereinsvorsitzender auch (praktiziender) Imker ?
    Arzt muß in Bereitschaft stehen ... bei solchen Vorschlägen kann ich wirklich nur zu Melanies Hubschrauber raten,
    oder wenn man wirklich meint soetwas haben zu müssen - diese Art der Kinderbespaßung zu unterlassen !



    Wolfgang  
    Das war schon ein wenig krass oder ?
    Ich glaube das war keine Werbung für Bienen und Imkerei ...
    ... allerdings bleibt es den Kleinen im Gedächtnis !



    Wenn die NaBu Jugend mal vorbei schaut, bekommen die ganz ohne Schleier und Handschuhe eine Wabe in die Hand gedrückt. Dann ist der tollste Tober ganz ruhig ...
    ... und hinterher der Held.



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hi,
    ich finde, gerade das Ziehen einer Wabe voller Bienen garantiert bei Führungen den wow-Effekt. Bei Kindern wie bei Erwachsenen.
    Ansonsten können sich die Kinder nicht so lange konzentrieren, daher würde ich die Führung nicht überfrachten.
    Und denen fallen immer Fragen ein, auf die wir noch nie gekommen sind.
    Das mit dem Arzt ist Unsinn.
    Viel Spaß
    apirita

  • Also ich glaub ihr habt das mit dem Arzt gänzlich mißverstanden!
    Der muß zwingend anwesend sein um sich um die arme Biene zu kümmern! Was seid ihr bloß für Imker das ihr nur an die Schroppen denkt und euch das Leid der Tiere kalt lässt? *kopfschüttel
    Um auf Melanies Post einzugehen... wären gründlich desinfizierte Plastebienen keine Alternative? Dürfen nur nicht aus China kommen und müssen selbstredend schadstoffgeprüft sein!


    LG
    Andreas

  • Hallo
    Mal zurück zum Thema.
    Ich habe für diese Zwecke ein Ganzwaben-EWK, so kann ich den Kindern gefahrlos die Bienen zeigen.
    Der Höhepunkt ist natürlich immer das Honigschleudern und anschließende Honigverkostung.
    Gruß Norbert