Hühner und mehr

  • Wie entgluckt man eine Henne?


    Gruß,


    Ralf


    Man muss den hormonell umgestellt/ gezündeten Bruttrieb wieder abgeschaltet kriegen.
    S. oben: Die Henne sitzt und sitzt, hat es schön ruhig und abgedunkelt idealerweise, ist in Brutstarre.
    Gegenmaßnahme: ab ins Helle, am besten mitten unter die Hühnerschar, kein nutzbares Nest, keine Kuscheleinstreu, Zeitung drunter. Manche nehmen sogar für den Boden ein Gitter, damit sie unbedingt steht. Dauer 2 bis 5 Tage, dann war es das. Versuch der Freilassung und sie rennt wieder auf das Nest bzw. macht noch Gluckgeräusche dazu... dann geht es wieder ab in die Kiste.
    Wir nehmen dazu eine Hundetransportbox. Auch nachts.


    Früher hängte man sie in einem Kartoffelsack drei Tage an den Baum oder tunkte sie in die Regentonne usw.


    Die Brust in einen Eimer mit kaltem Wasser hat evtl. angeblich den Effekt, ein ausgekühltes Gelege vorzutäuschen? Hat bei uns mal sofort funktioniert, vielleicht passte es sowieso grad, wer weiß. Eine Glucke, die schon 1 Woche fest saß haben wir ausleihen wollen zum weiter brüten hier. Das verbringen in den Karton, die Autofahrt und die fremde Umgebung plus Gerenne sorgten für Entglucken innerhalb eines Tages:roll:


    Es hört sich heftig an, schon das Wegsperren - aber ich finde, sie einfach sitzen zu lassen ohne auszubrütende Eier ist quälerischer, es schlaucht die Henne doch sehr und ohne Schlupf sitzen sie auch deutlich länger als 21 Tage. Hitze, Ungeziefer, nur 1 x am Tag Fressen etc. für nix und wieder nix.


    Grüße


    Marion,
    noch immer mit 4 Flauschbällchen, die jetzt schon Federn bekommen aber nach 8 Tagen noch immer zu doof sind, alle der Mutti über die Hühnerleiter abends zurück in den Stall zu folgen - heute waren es immerhin schon drei. Das Hähnchen hat offensichtlich den niedrigsten IQ und musste wieder gefangen und hochgesetzt werden:lol:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ...Das Hähnchen hat offensichtlich den niedrigsten IQ und musste wieder gefangen und hochgesetzt werden:lol:


    Männer...


    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Die alte Methode möchtest du sicher nicht hören, soll aber innerhalb 24 St. funktionieren.



    Früher hängte man sie in einem Kartoffelsack drei Tage an den Baum oder tunkte sie in die Regentonne usw.


    Marion hat es dann doch getan.


    Bei der Methode reichen 24h dicke aus, ich habe dies natürlich noch nie selbst probiert.........
    Allerdings kein "oder", sondern "und" also Regentonne und dann in den Sack.

  • nein, wozu? Ich bin froh, wenn die Mädels mal ausruhen können ...


    Schickst Du Deine Winterbienen im Gewächshaus auf Bestäubungstour? Wenn ja wie lange und wie?


    Und überhaupt - im Winter isst man Reh, Wildschwein und Gänse ... und freut sich auf Ostereier


    kopfkratzend
    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • nein, wozu? Ich bin froh, wenn die Mädels mal ausruhen können ... (...) kopfkratzend


    Weil ich gelesen habe, das Hybridhühner ggf. einen so großen Nährstoffbedarf haben, das es grobe Tierquälerei wäre, wenn die Damen 16h im Halbdunklen auf der Stange sitzen und solange von den körpereigenen Reserven zehren, bis sie tot oder krank von selbiger fallen.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Also ich beleuchte meine Damen im Winter, fange jetzt schon an. Sobald es vor 20:30 Uhr dunkel wird bekommen sie Licht bis 20:30Uhr.
    Das ganze macht aber nur Sinn, wenn sie auch etwas zu fressen haben im Stall, was sie bei mir sonst nur draußen bekommen.


    Allerdings ist Licht, nicht gleich Licht. Mindestens 5400 Kelvin, mind. 600 Lumen, keine Neonröhren, die sehen das flackern.

  • Guten Morgen Ralf,
    Also ich kann dir nur sagen das bei mir noch kein Huhn aus Lichtmangel von der Stange gefallen ist allerdings habe ich auch keine Legehybriden. Niederbayerische Gebrigstrachtenhühner sterben im Winter entweder an Altersschwäche oder an Fuchs. Kann mir aber durchaus vorstellen das Legehybriden durch den höheren Stoffwechsel da empfindlicher sind.

    Schöne Grüße aus Niederbayern
    Kelle

  • Also ich kann dir nur sagen das bei mir noch kein Huhn aus Lichtmangel von der Stange gefallen ist allerdings habe ich auch keine Legehybriden.


    Guten Morgen!
    Die Aussage war, das die wenigen Stunden Tageslicht mitunter nicht reichen, um die durch die genetisch Disposition nötigen Nährstoffmengen aufzunehmen. Es wär deswegen Schinderei, nicht zusätzlich zu beleuchten. Ich dachte an irgendwas LED-mäßiges im einstelligen Wattbereich. Der Stall selber hat 2x2m, da sollte doch eine Birne reichen, oder? Und 'es heißt', morgens den Tag verlängern, weil die Viecher sonst nicht mehr auf de Stange kommen, wenn das Licht schlagartig verlöscht, morgens schlagartig hell wäre hingegen ok.


    Wir hatten früher immer Hühner, aber nie mit Licht. Aber da gab es ja auch noch keine bezahlbaren LED.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Morgens, oder Abends ist egal. Die wissen ganz genau, wann das Licht Abends ausgeht und sitzen rechtzeitig auf der Stange.
    Aber einfach eine LED und gut ist macht keinen Sinn. Die brauchen grelles, kaltes, (mind. 5400 Kelvin) Licht, außerdem richtig Bums (Lumen), meine Lampe hat 1000 Lumen und ist nicht an der Decke, sonder in 1 Meter Höhe über dem Futter angebracht.
    Und ja, es geht darum den Nährstoffgehalt im Verdauungstrakt länger aufrecht zu erhalten, gerade Calcium wird sonst Nachts aus den Knochen abgebaut und muss tagsüber erst wieder dort eingelagert werden, dass zehrt.

  • Was machen die bei euch ohne Licht? Weiterlegen?
    Bei mir saßen die im Winter kalt - ungedämmter Stall, also zugfrei und trocken, aber südseitig offene Gitterfenster - und unbeleuchtet und legten dann auch nicht mehr. Ich hatte immer den Eindruck, dass die dann auftankten - schön befiedert, runder als im Sommer. Bei mir sind die Legehybriden eher mal bei 30°+ aus den Latschen gekippt.


    Aber weil ich gerne Naturbrut und schöne Hühner (Barnevelder!) habe und es genügend gute Lege- bzw. Zwienutzungsrassen gibt, habe ich nur noch ab und an mal einen Schwung Masthybriden. Das "lohnt" sich und da spielt gesunde Langlebigkeit bestimmungsgemäß keine Rolle (ich weiß das hört sich zynisch an, aber so ist es halt).


    Gruß
    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Was machen die bei euch ohne Licht? Weiterlegen?


    Nö, wenn die Tage kürzer werden, gibt's halt weniger Eier und irgendwann im Zweifelsfall garkeine mehr. Dann freut man sich umso mehr, wenn die Hühner wieder loslegen...
    Und der Kuchen aus den mühsam zusammengesparten Eiern schmeckt doppelt lecker :daumen:!

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna