AFB und offenes Kunstschwarmverfahren

  • ... heute Schnitzeljagd mit Schnitzel ... :(


    Treffer an einem Stand mit mehr als 50 Völkern. Sperrgebiet folgt. Verdachtsuntersuchung folgt. Sanierung folgt. Tötung ebenso. Wie es rein logistisch möglich sein soll bei voller Rapstracht Völker zu sanieren ist mir noch nicht klar. Schon heute waren selbst in schwachen Völkern, die es dort reichlich hat, erhebliche Einträge in den Waben.


    Alles klebt, einer lacht-, der AFB-Verdacht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Treffer an einem Stand mit mehr als 50 Völkern. Sanierung folgt. Tötung ebenso.


    Und was passiert da jetzt weiter an diesem Stand (sofern sich der AFB-Verdacht bestätigt) ?


    Klinik-Völker tot und Nicht-Klinik-Völker-Sanierung?


    Oder alle Klinik-Völker und alle Schwächlinge tot und der Rest Sanierung?


    Gruß Sven

  • Man weiß es nicht, man weiß es nicht, aber es ist noch immer Winter geworden ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ich frag mich schon die ganze Zeit, warum man solche Faulbrutvölker überhaupt saniert?(1) Wer bezahlt denn eigentlich den Amtsveterinär?(2) Und die anderen beteiligten Personen?(3) Wieviel Stunden Arbeit gehen denn dabei drauf, ein einziges Volk auf diese Art und Weise zu retten(4), wohlwissend dass es keine Garantie gibt, dass die Faulbrutsporen nicht doch verschleppt werden. Der ganze Aufwand dürfte den Wert eines Bienenvolkes (100 Euro) deutlich übersteigen.(5)


    Warum schwefelt man betroffene Völker nicht einfach ab und verbrennt/desinfiziert das gesamte Material?(6) Und hätte damit einen AFB-freien Stand (und Umgebung)?


    Gruß Sven


    ad 1: vll. aus Respekt vor der Kreatur? Vll. weil die Aussichten auf Erfolg lt. BSV gar nicht so schlecht sind?
    Tiere sind kein Funktelefon, dass zu jedem Modellwechsel auf die Halde geworfen wird. (Meines habe ich übrigens noch mit DM bezahlt, den neuen Akku allerdings mit Euros...). Ihre Kinder schicken Sie ja auch nicht zum Abspritzen in die Schweiz, wenn sie mal ein schlechtes Zeugnis haben oder Masern. Oder kommen die "Looser" beim Reitturnier auch gleich in die Lasagne?


    ad 2: der Steuerzahler kommt i.A. für "Amtspersonen" auf


    ad 3: den BSV entlohnt für die Sanierungs-Aufsicht die Tierseuchenkasse (und zwar gar nicht so schlecht...)


    ad 4: kann ich ganz genau sagen, denn ich war am vergangenen Wochenende Mit-Arbeiter bei einer AFS-Sanierung (offenes Kunstschwarmverfahren) von 12 Völkern:
    Sa.: 9:00 bis 20:30 Uhr elf Helfer, im Mittel acht Helfer
    So.: 7:00 bis 13:45 Uhr: vier bis fünf Helfer
    Fällige Restarbeiten: MW einlöten, Zargen aufsetzen, Füttern, restl. belastetes Material reinigen (??,? h)
    Unser BSV hat schon Stände mit 30 o. 40 Völkern saniert - das zieht sich dann allerdings über Wochen.
    Die Gerätschaften im BiG-Mobil sind nach meinem Eindruck eher für die zügige Sanierung von max. sechs Völkern ausgelegt. Ohne die Organisation weiterer Kochgelegenheiten würden wir auch heute noch nicht fertig werden.


    ad 5: ohne Worte


    ad 6: sh. "ad 1". Weil zum Glück der Tierchen auch Amts-Veterinäre lernfähig sind und Umdenken können. Und die Umgebung wäre tatsächlich seuchenfrei? Das möchten Sie garantieren?


    Wer die Sanierung weiter verfolgen möchte, der schaue bitte ab und zu bei der HP des IV-Delbrück vorbei: http://imkerverein-delbrueck.de/home


    MfG
    Hermann

  • Und die Umgebung wäre tatsächlich seuchenfrei?


    Und um genau das herauszufinden, läßt man sanierte Völker am Standort stehen. Um sie später erneut beproben zu können und so bisher unentdeckten Völkern auf die Spur zu kommen. Abgeschwefelte Völker kann man in der Folge nicht mehr beproben. Daher weiß man auch nicht, ob es doch noch eine weitere Faulbrutquelle gibt. => Was Henry nun auch schon mehrfach wiederholt gesagt hat.

  • Zitat von HRuebbelke

    ad 3: den BSV entlohnt für die Sanierungs-Aufsicht die Tierseuchenkasse (und zwar gar nicht so schlecht...)


    12 Völker Sanierung wird mir mit 12 x 1,64€ entschädigt. Bei einem Mindestlohn von 8,50€ dürfte ich 2 Stunden und 20 Minuten dafür brauchen (ab Haustür). Ein Veterinär mit einem Stundensatz von 65€ erledigt das samt Anfahrt ab Amt in 18 Minuten.


    Also eine durchaus üppige Entlohnung, wenn man in der Zeit bleibt.


    Wie lange haben wie viele bei Euch eigentlich gebraucht, bis die Völker sauber und alles desinfiziert war?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry
    Sagen wir mal so: bei einer 40h-Woche läge die BSV-Aufw.-Entschäd. bei > 6.500,-€/Monat (beim Dauereinsatz). Ich würde bei höherem BSV-Bedarf sofort umsatteln - vll.bekäme ich ja noch 'nen Euro Diplom-Zulage. ;)
    Unsere bisherigen Aufwände habe ich bereits unter "ad 4:" gelistet.
    Wir müssen aktuell noch MWs einlöten u. aufsetzen, füttern, MS sprühen, die frei gewordenen Zargen, Böden & Decken reinigen und mal bei Gelegenheit die von NaOH farblich lädierten Segeberger streichen. Ich werde berichten.


    MfG
    Hermann

  • Henry Sagen wir mal so: bei einer 40h-Woche läge die BSV-Aufw.-Entschäd. bei > 6.500,-€/Monat (beim Dauereinsatz).

    Aha. 3963 Völker sanierst Du pro Monat. Fast 1000 pro Woche. 180 am Tag. Also 22 pro Stunde ... alles klar. Mach mal Urlaub! Schlaf Dich mal aus!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Und um genau das herauszufinden, läßt man sanierte Völker am Standort stehen. Um sie später erneut beproben zu können und so bisher unentdeckten Völkern auf die Spur zu kommen. Abgeschwefelte Völker kann man in der Folge nicht mehr beproben. Daher weiß man auch nicht, ob es doch noch eine weitere Faulbrutquelle gibt.


    Hallo,


    man könnte auch 1 oder 2 Völker von unbelasteten Ständen an den von der AFB heimgesuchten Standort bringen. Damit könnte man auch ausschließen, dass niemand gepfuscht bzw. etwas übersehen hat.


    Hätte man den gesamten Standort, in diesem Fall 12 Völker abgeschwefelt, mitsamt der Beuten eingetütet und in die Müllverbrennungsanlage verbracht, dann wäre ein Schaden (Aufwand) in Höhe von 2400,- Euro entstanden, wenn man einen Wert von 200,- Euro pro Volk inkl. Beute zugrundelegt. Dazu dann nochmal 400 Euro für 2 neue Völker, die man an den Standort verbringt, um diese nach einiger Zeit beproben zu können.


    Würde man für jeden Helfer 8,50 Euro Stundenlohn zugrunde legen würde, wäre man, was die Kosten (inkl. AV und BSV) angeht ganz schnell in ähnlichen Bereichen. Da die Helfer aber vermutlich ehrenamtlich tätig waren, kommt man mit einer Sanierung insgesamt dann trotzdem günstiger weg. Die Frage ist halt, ob sich immer genügend helfende Hände finden lassen, die eine solche Maßnahme begleiten.


    Gruß Sven

  • Aha. 3963 Völker sanierst Du pro Monat. Fast 1000 pro Woche. 180 am Tag. Also 22 pro Stunde ... alles klar. Mach mal Urlaub! Schlaf Dich mal aus!

    Ich mache in meiner Beispielrechnung gar keine Angaben zur Anzahl der sanierten Völkern, sondern etwas verklausuliert (Dreisatz hilft hier weiter) zum Stundensatz des BSVs, der die Aufsicht über die Sanierung hat.
    Wer ist hier also urlaubsreif? ;)

  • Du behauptest, den BSV entlohnte die Tierseuchenkasse für die Überwachung der Sanierung von 12 Bienenvölkern gar nicht so schlecht. Pro Volk erstattet die sächsische Tierseuchenkasse genau 1,64€ zzgl. der Kilometer. Um auf die ebenfalls von Dir genannten Monatsgehälter zu kommen müssen folglich sehr viele Völker (am selben Ort) saniert werden, wenn Fahrzeiten nicht in die Rechnung eingehen. Und das ist völlig unrealistisch. Es geht schlicht nicht, einen Bienenstand mit 10 Bienenvölkern in 10 Beuten binnen 10 Stunden komplett zu sanieren, was einem Stundensatz von 1,64€ entspräche. Selbst an großen Ständen benötigt man über alles mehr als eine Stunde pro Volk.


    Die Entschädigung der Leistung der BSV ist seit Jahren weit unter der Gürtellinie und unter dem Mindestlohn sowieso. Es ist nicht hilfreich das Gegenteil zu behaupten. Insbesondere nicht, wenn diese Behauptung völlig Haltlos ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder


  • Hallo Sven,


    wow, starker Tobak den Du da einbringst.
    Wenn man Deine Argumentationen/ Empfehlungen/ Ideen in den z.B. Ebola- Gebieten mit Menschen umsetzte?
    Würden wir alle Menschen und Tiere dort abtöten und nach den Aufräumarbeiten zwei "Freiwillige" reinschicken, die uns dann die Virenfreiheit bestätigen?
    Im Prinzip doch nichts anderes als eine AFB- Sperrgebiet, oder? Ach so ich vergaß...... es sind ja nur Insekten!
    Da stellt sich mir die Frage nach Ethik bzw. Respekt vor dem Leben/ Lebewesen?
    Meiner Ansicht nach muss sich nicht immer alles "rentieren", gerade wenn es mit Lebewesen zu tun hat.


    Nichts für Ungut


    Roland

  • Oha, jetzt schnell Matetee, Pistazien und Sofakissen drapiert....es wird spannend.

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“