Hilfe!!!!!

  • Hallo Leute. Bräuchte mal dringend eure Hilfe. Zur Person. Ich bin Jungimker auf Zander und bin letzte Saison im Spätsommer nachdem ich den Grundlehrgang besucht habe mit zwei Ablegern begonnen.
    Soweit war alles gut. Jetzt beobachte ich heute meine beiden Bienenmagazine und stelle fest das nur ein Volk davon fliegt ( bei uns ist heute ca 12 Grad). Das machte mich stutzig. Also ich raus und gegen alle Warnung ab ans Volk. Normal soll man diese ja in Ruhe lassen, was ich bis dato nach der Oxalsäue Behandlung auch getan habe. Nur ca 3 Wochen nach der Oxalsäue Behandlung habe ich nur den Deckel geöffnet und da war auch noch alles ok.
    nun zur Sache! Ich heute jedenfalls ans Volk. Und ich sehe da. Eines ist tot bzw so gut wie tot. Einige hundert bienen leben noch. Ich habe dann das Volk kontrolliert und sehe das Null Futter mehr in den Waben ist. Obwohl ich beide Ableger mit ca 12 kg Zuckerlösung gefüttert habe. Ich habe gesehen das die meisten bienen auf dem bodengitter liegen und einige mit dem Kopf in den Waben stecken. Dies ist ein Zeichen dafür das die verhungert sind. Oder???? Jetzt habe ich meine Zeiten Ableger kontrolliert welcher direkt daneben steht. Hier ist alles gut! Noch reichlich Futter drin. Und die bienen fliegen auch Super. Wurde das Volk geräubert? Wie schnell geht ein solcher Vorgang vonstatten. Und wie lange dauert es bis das Volk abstirbt wenn es geräubert wurde? Letzte Woche als es auch schonmal warm war sind die Bienen jedenfalls noch recht Fidel geflogen. Was sind Anzeichen von Räuberung? Habe nun Angst um meinen letzten verbliebenen Ableger, das auch dieser geräubert wird. Die Fluglöcher bei beiden Völkern waren noch klein. Also ca 1,5 cm breit und 1 cm hoch.

  • Eines ist tot bzw so gut wie tot. Einige hundert bienen leben noch. Ich habe dann das Volk kontrolliert und sehe das Null Futter mehr in den Waben ist. Obwohl ich beide Ableger mit ca 12 kg Zuckerlösung gefüttert habe.


    Ja, sie sind verhungert. Lehrbuchmäßig. Warum wunderst du dich?


    Was hier gleich an Fragen auftauchen wird: "12 kg Zuckerlösung gefüttert" sagt gar nichts, es kommt doch darauf an, wann du gefüttert hast (August, September, Oktober...), was für Zuckerlösung (1:1, 3:2, 2:1?), wie groß die Völker waren, wieviel Honig sie abgesehen von der Fütterung noch hatten.
    Und vor allem: wieviel Futter insgesamt denn eingelagert war. Hast du nicht gewogen?
    So stellt sich das doch erstmal so dar, dass du schlicht viel zu wenig eingefüttert hast!? Da braucht es evtl. nichtmal Räuberei um das Verhungern zu erklären...


    Grüße,
    Robert

  • Keine Ahnung ob ich zu wenig gefüttert habe. Ich denke eher nicht. Ich habe zunächst mit zuckerteig im August begonnen als es noch ausreichend zu trinken gab bzw die bienen noch geflogen sind und dann habe ich mit Zuckerwasser zugefüttert. 3:2.
    beide Völker hatten gut eingelagert. Nein gewogen habe ich nicht. Habe die Waben kontrolliert wieviel Futter eingezogen wurde. Mein imkerpate meinte das das Futter ausreichend ist. Habe auch beide Völker gleich viel gefüttert. Das noch lebende Volk hat jedenfalls noch genügend Futter ( habe ich in meiner Not gerade noch kontrolliert)

  • Nach deinen Angaben eindeutig verhungert.
    12 Kilo reine Zuckermasse, was es bei dir vermutlich nicht war müssen nicht zwangsläufig zu wenig sein. In kälteren Regionen, in denen die Völker allgemein kleiner überwintern, reichen oft auch diese Mengen.


    Ich tippe aber stark darauf, dass dein noch lebendes Volk dein totes im Herbst geräubert hat.
    Deswegen immer nach dem Einfüttern nochmal kontrollieren und überschüssiges Futter als Reserve aufheben.
    Auch die OS-Behandlung nutze ich immer noch zu einer kurzen Futterkontrolle von oben.


    Halte jetzt dein verbleibendes Volk im Auge und füttere bei Bedarf nach.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Hast du wenigstens den übrigen paar hundert Bienen jetzt sofort Sirup gegeben?


    Wenn ich dich richtig verstehe, dann machst du dir gerade vor allem Sorgen um das zweite Volk. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage: wenn dein zweites Volk wirklich noch genügend Futter hat und auch bienenmäßig angemessen ausgestattet, also stark genug ist, dann brauchst du dich darum nicht zu sorgen.
    Wenn das erste Volk tatsächlich trotz des kleinen Flugloches dermaßen ausgeräubert worden sein sollte, dass es dadurch jetzt verhungert ist, dann müsste damit noch etwas anderes nicht gestimmt haben. Aber ehrlich gesagt, mit den (eher mageren) Informationen, die du bisher gegeben hast (12 kg Zuckerlösung, also vielleicht 8kg Zucker) sieht es weiterhin so aus, dass du schlicht zu wenig gefüttert hast. Aber wir können das jetzt aus der Ferne (räumlich und zeitlich) natürlich schlechter beurteilen als dein Imkerpate vor Ort.


    Was mich etwas irritiert ist, wie ausgeprägt bei dir offenbar der Widerwille ist, im Winter zu kontrollieren. Ja, ich weiß, viele Imker bestehen auf einer möglichst absoluten Winterruhe, vermutlich gehört dein Imkerpate dazu und hat es dir so eingebläut. Ich habe da wenig Verständnis für. Gerade in diesem milden Winter gab es massig Gelegenheiten mal nachzuschauen. Mindestens von vorn durchs Flugloch und von oben durch die Folie. Du schreibst doch selber, dass die schon geflogen sind. Und wenn sie fliegen, dann kann man auch mal unter die Folie gucken. Man muss ja nicht gleich mehrere Waben ziehen, aber selbst das tun viele Imker schon im Februar, nach dem Reinigungsflug, z.B. wenn sie eine Zarge zum einengen wegnehmen und dafür ein paar Waben umsortieren.


    Grüße,
    Robert

  • Ja Sirup habe ich gegeben heute.
    Ja ich mache mir sorgen um mein noch verbliebenes Volk.
    Nein es waren 12 kg Zucker und keine Zuckerlösung, vermischt mit Wasser. 2 teile Zucker. Drei teile Wasser. Für einen Ableger auf drei Waben. Vllt Habe ich mich da nicht richtig ausgedrückt
    Vllt war es wirklich nur zuwenig Futter. Ärgern tut es mich gerade dermaßen. Könnte ****en

  • ... Und wie lange dauert es bis das Volk abstirbt wenn es geräubert wurde? Letzte Woche als es auch schonmal warm war sind die Bienen jedenfalls noch recht Fidel geflogen. Was sind Anzeichen von Räuberung? Habe nun Angst um meinen letzten verbliebenen Ableger, das auch dieser geräubert wird. Die Fluglöcher bei beiden Völkern waren noch klein. Also ca 1,5 cm breit und 1 cm hoch.


    Hallo Stivi,


    wenn die letzte Woche noch geflogen sind, dann können die eigentlich nicht verhungert sein, sondern sind ausgeräubert worden. Das Flugloch ist bei Räberei zu groß, ein 8 mm Loch können kleine Ableger besser verteidigen, wobei es da auch immer darauf ankommt, wie aggressiv die Angreifer sind. Wenns sofort attackierende Stecher sind, verliert das Volk übern Tag trotzdem ne ganze Menge Wachbienen, die dann tot vor der Beute liegen müssten. Und irgendwann sind keine Wachbienen mehr da...


    Bei Räuberei müssten sich ebenfalls viele abgestochene tote Bienen in der Beute finden. Du kannst das ganz einfach herausfinden, ob es Deine Bienen waren oder fremde Räuber. Mach einfach die Löcher deiner Beuten abends vor dem nächsten Schönwetterflugtag zu und schau dann am nächsten Tag mal, wieviele Bienen versuchen, da in deine Beuten zu kommen. Die wissen ja, wo es was Gutes gibt und Du weißt dann, ob es deine eigenen Bienen waren oder Fremde und kannst Dir für die Zukunft was überlegen.


    Gruß Sven


    Und Edit: das mit dem Ausräubern eines so kleinen Volkes geht innerhalb weniger Stunden. Was ist denn mit der Kö, ist die noch drin?

  • Nepp. Königin ist noch drin. War aber nicht mehr viel mit los. Mehr tot wie lebendig. Mal sehen ob die Rest Bienen das Futter noch aufnehmen. Ich denke eher nicht. Wollte aber nix unversucht lassen. Vllt ist ja noch was zu retten. Will mir nachher nur keinen Vorwurf machen müssen

  • Hallo Stivi,
    ich gehe einmal davon aus das Du nicht 2 kg Zucker mit 3 kg Wasser aufgelöst hast, sondern wie es gelehrt wird , 3 kg Zucker mit 2 kg Wasser, das ergibt eine Futterlösung von 18 kg.
    Nein bei so viel Futter ist es nicht warscheinlich das es nicht genug gewesen ist.
    ich vermute es hat im Herbst der sich ja fast über das ganze Jahr hingezogen hat eine stille Räuberei Zwischen den beiden Völkern gegeben hat, so etwas geschieht ohne großes Aufsehen, und wird meisten auch von erfahrenen Imker kaum bemerkt.
    Nur bei einer Nachschau, einfach nur so, wie auch schon beschrieben ist es zu erkennen.
    Kö . abdrücken, Bienen dem Nachbarvolk zugeben.


    Gruß Jürgen

  • Hallo Stivi,


    ok, wenn es 12 kg Zucker waren (und nicht 12 kg Lösung), und das Volk dermaßen klein war, dann behaupte ich natürlich nicht mehr, dass es zuwenig Futter war und tendiere auch eher zu Räuberei. (Ableger auf 3 Waben? Als du ihn übernommen hast, oder spät nach der Auffütterung? Das wäre ja ziemlich klein...)


    Im Prinzip würde ich sagen, Jürgen hat recht. Nur um ganz sicher zu gehen: bevor du die Königin abdrückst, evtl. doch sicherheitshalber erstmal im anderen Volk nachsehen, ob dort Brut auf den Waben ist? Oder wenn du experimentieren willst: fragen, ob jemand (dein Pate) noch ein Begattungskästchen (Kieler, Apidea, Miniplus....) mit ausgebauten Waben hat, und dein Problemvolk da reingeben und füttern? Weiß ja nicht wieviele hundert Bienen es sind, aber manchmal schaffen die ja noch kleine Wunder...


    Ich kann gut verstehen wie du dich fühlst. Trotzdem noch eine kurze Info: es kann sein, dass die Bienen dir kurzfristig die Entscheidung, was zu tun ist, abnehmen: ich hatte mal einen Ableger, der im Frühjahr am verhungern war (Rosskastanien blühten gerade, ich hätte nie gedacht, dass die nicht genug zu futtern haben), und der zog einfach aus, als Hungerschwarm. Wannanders ein übriggebliebenes Begattungsvölkchen im Spätsommer, dass ich in eine größere Kiste gesetzt hatte, wusste noch nicht was ich mache. Es wurde auch ausgeräubert, die ersten Bienen waren schon verhungert, als ich es bemerkte. Habe erstmal Sirup gegeben, und am nächsten Tag waren sie weg! Die haben das Futter nur genutzt, um nochmal schnell für die Flucht vollzutanken. Kein Ahnung, ob das auch jetzt im Februar passieren kann.


    Grüße,
    Robert

  • Hallo Stivi


    ich glaube jetzt ist eine Diskusion über das verabreichte Futter sinnlos. Wenn man ein Volk hat das am verhungern ist, dann ist jede Minute wichtig. Als erstes die Bienen mit einer warmen Zucker- bzw Honiglösung besprühen und die Beute nach Möglichkeit erwärmen. Das kann durch angewärmte Ziegelsteine oder auch durch eine Heizung, welcher Art auch immer geschehen. Die Beute sollte eine Temperatur von etwa 15 °C erreichen, damit die Lebensgeister bei den Bienen geweckt werden. Wenn die Bienen die Totenstarre erreicht haben , dann ist es vergebliche Mühe. Bei halb erstarrten Völkern kann man oft wahre Wunder, bei der Wiederbelebung erleben, zumindest kann man die Königin retten. Anschließende Fütterung und Sonderbehandlung ist dann aber notwendig.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Reinhard,


    das ist richtig, was Du schreibst. Allerdings, was kann man um diese Jahreszeit mit einer Kö anfangen, die kein Volk mehr hat? Den anderen Ableger auch noch um Brutwaben/Bienen berauben?


    Man müsste halt erst mal wissen, was tatsächlich vorgefallen ist. Heute war es eigentlich überall warm genug, sodass Bienenflug hätte stattfinden müssen. Da sollte keine Biene verklammen und mehr tot als lebendig ausschauen. Da ich aber noch keine verhungerten Bienen gesehen habe, kann ich nur darüber berichten, wie ausgeräuberte Bienen ausschauen. Die sind in der Regek völlig zerzaust mit nach unten gebogenem Hinterleib, abgespreizten Flügeln und zum Teil fehlenden Gliedmaßen.


    Wenn die Kö genauso zerrupft ausschaut, kann man sich im Grunde genommen jeglichen Rettungsversuch sparen...


    Viele Grüße
    Sven

  • Bei 2 Völkern ist das schon schwierig, aber manchmal kann man auch einem Imkerkollegen mit der Königin helfen. Die aktuelle Situationzu wissen, wäre schon wichtig.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    Nr Zwei wurde durchgesehen, schrieb Stivi doch.
    Wenn jetzt kein Imkerpate sofort bei Fuß zu kriegen ist, und bei so wenig Bienen:


    Mach, wie Jürgie geschrieben hat!


    Das tut weh. ABER:


    -das sind so wenig Bienen, die schaffen das um diese Zeit nicht aus eigener Kraft
    -genaue Ursachen kennst Du nicht/kannst Du selbst noch nicht sicher feststellen. Besser auflösen. Vielleicht sogar abschwefeln!
    (ohne Schwefel: Besetzte Waben bei entprechender Kühle morgens oder abends nehmen und weiter entfernt einfach abschlagen, die Beute wegräumen und verschließen)
    -Die sind so klein im Vergleich zum zweiten Volk. Wenn nicht jetzt schon, dann werden sie sicher noch ausgeräumt, egal wie groß das Flugloch ist.
    -Jeder Ableger, den Du von dem stärkeren Volk erstellen wirst, ist besser in der Entwicklung als solch ein Mickerling, also nicht nachweinen!
    Die zu päppeln ist eh vergebene Müh, mühsamer und risikoreicher als einen vernünftigen Ableger zu machen bei Zeiten.
     
    Aber wir können das alle nachvollziehen. Eins von den ersten zwei Völkern aufzugeben ist heftig und tut weh. Wobei es das eigentlich immer tut.


    Sag doch nochmal: wieviel besetzte Wabenfläche hast Du denn vorgefunden?
    (Siehste: ich fange selbst schon wieder an, zu überlegen...)


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper