Honiglehrgang ... wozu?

  • Hi,
    ich habe mich schon immer gefragt wozu der Honiglehrgang gut sein soll. Eins einen Grund gibts ... das DIB Einheitsglas. Wer darin verkaufen möchte muss so einen Lehrgang absolvieren.
    Wer aber sowieso keine Lust hat in Uniform zu vermarkten für den ist doch der Lehrgang völlig sinnlos oder?
    Die Infos kann man sich doch gemütlich auch irgendwo anders her saugen.
    Wieso wird dieser Lehrgang immer als so eine Art "Standard" angepriesen? Sicher doch nicht nur um sich so eine olle Urkunde typisch deutsch irgendwo an die Wand zu nageln.
    Olli

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Olli, Frau und Mutter haben den Kurs. Der DIB wurde richtig aktiv, als der Vater tot war, sollte die Mutter alle Etiketten zurückschicken. Die waren fast so schnell wie die mit dem Sprengstoffschein :O).
    Ich habe den Kurs nicht, aber es gibt Imker auf dem Markt, die hängen sich die Urkunde an den Stand. Was für mich wichtiger ist, dass ist ein sauberer Schleuderraum. Der Kurs ist auch nur ein Absitzkurs ohne richtige Prüfung.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Olli,


    der für mich wichtigste Grund ist, ich erhalte Infos zu Honig und Umgang damit aus 1. Hand.
    Die Infos, die ich aus WEB und Foren ziehe, sind mit Vorsicht zu genießen und stellen oft nur Meinungen dar.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich bin froh, dass ich den Lehrgang mitgemacht habe,
    obwohl ich wahrscheinlich niemals Honig im DIB-outfit verkaufen möchte.


    Lernen kann man nie zu viel!


    Und einiges ist mir erst dort klar geworden.
    Gesammelt an einer Stelle und man kann nachfragen.
    Außerdem hört man viele Meinungen und wie es andere machen, auch interessant.


    Das ist ev. nicht unbedingt notwendig, um Honig zu verkaufen,
    aber ich mag halt auch Wissen "drumrum".


    Gruß Doro

  • Ich gebe Doro auf jedenfall recht.
    Mein Honigkurs war sehr interessant, mein Referent ist auch gleichzeitig der staatliche Fachberater für Bienen in Mittelfranken gewesen.
    Ich hab viele neue Erkenntnisse gewonnen und danach Honig mit anderen Augen gesehen.
    Nicht unherbliche finde ich die Informationen zur Rechtslage und dem in Verkehr bringen.


    Mein Fazit für mich hat es sich gelohnt, obwohl schon vorher feststand, dass ich nie D.I.B. Mitglied werde und somit auch die Gläser nicht benutze.

  • Hallo Freunde,
    wenn man seit 15o Jahren Imkert, also in der dritten Generation, wenn man ein Vollprofi ist, der alles weiß und kennt, wenn man so erfahren ist, dass man sich Administrator des Imkerforums nennen kann oder wenn man beratungsresistent ist, dann kann man auf den Kurs verzichten. Für alle, die da erst hinkommen wollen, für alle, die mit Honigproduktion, Verarbeitung und Vermarktung zu tun haben und erst damit anfangen, für all die ist ein ein wichtiger Baustein in ihrem Wissensfundament. Ob DIB-Honig oder nicht. Für mich war es wichtig, obwohl ich mich bereits mehrere Jahre mit der Imkerei beschäftigte. Und so manche Anfrage hier im Forum zeigt doch, dass die Wissensvermittlung von kompetenter Stelle nicht zu unterschätzen ist. Das merkt man bei den Anfragen wie bei den Antworten.
    Wichtig für die Ausbildung zum erfahrenen Imker ist:
    Zeit, Imkerkurs, Verein, Forum, Literatur, Imkerpate und Honigkurs. Im Idealfall sicherlich alle Punkte zusammen.
    Zusammen mit Kursen an den Bieneninstituten, Vörträgen von Berufsimkern und das Hineinschnuppern in Vermarktung, Marketing, Buchhaltung und Gründerliterarur, ist es die Grundlage für einen Beruf.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der vieles davon schon hat und am Rest arbeitet

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich finde aus DIB-Sicht die Entscheidung richtig, die Teilnahme am Kurs grundsätzlich jedem Imker im Verband zu verordnen. Immerhin wird hier ein Nahrungsmittel produziert und verarbeitet.


    Man kann sich einfach anmelden und den Kurs besuchen. Es ist kein Drama und tut nicht weh. Im Nachhinein darf sich dann jeder gern eine eigene Meinung dazu bilden. Die Kuse gelingen in Abhängigkeit von den daran beteiligten Menschen ganz unterschiedlich gut. Aber vor dem Kursbesuch bereits die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen finde ich kontraproduktiv angesichts der Problematik der öffentlichen Lebensmittelvermarktung.


    Gegenüber dem Konsumenten sind Vertrauensbildung und der Nachweis einer soliden Wissensbasis besonders angesichts der Konkurrenzsituation auf dem Honigmarkt dringend erforderlich. Wir positionieren uns schließlich nicht im Billiganbieterbereich.


    Gruss vom Sammler

  • Moin!


    Nicht für alle.
    Was soll ich mir ein Wochenende um die Ohren haun, wenn das große Honigbuch im Regal steht und vorher auch gelesen wurde, und auch im Netz alles auffindbar ist (z.B. Von "die Honigmacher",klasse Seite).


    Ist aber wie so oft: beim Kurs sind die Leut kompakt durchgewaschen, haben das zertifiziert an der Wand hängen auch wenn sie es 4 Tage später wieder vergessen hätten. Es soll Menschen geben, denen passierte das da oder auch später.


    Wie so häufig also ist man sich selbst und dem Kunden nur durch eigene Aktivität und investierte Energie versichert.


    Selber machen und lernen: völlig ok
    wenn es denn auch stattfindet.


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Na Wolfgängli du hast aber ne ganz schön spitze Zunge ... nicht das du dich noch verletzt ;-)


    Ich kann mir allerdings ehrlich gesagt nicht so wirklich vorstellen, dass es da so viel neues zu lernen gibt. Die Basics der Honigverarbeitung bekommt man überall zu lesen. Ich bin da halt einfach skeptisch ob sich die Zeit lohnt.
    Radix wenn ich die entsprechenden Fachseiten aufsuche (und meist kann man die nur lesen weil die Imkerseiten oftmals schrecklich aussehen und mit Comic Sans sowieso nicht lesbar sind ... Spaß bei Seite) kann man eigentlich nichts falsch machen.


    Nur mal am Rande gefragt ... den Kram gibts nicht irgendwo als Webinar für 30 Euro oder?

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

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  • Zitat

    dass ich nie D.I.B. Mitglied werde und somit auch die Gläser nicht benutze.

    Wenn alle Leute das machen müssten, das sie schon verkündet haben, das wäre eine Geschrei auf Erden. Ich habe auch das Honigbuch und finde es trotzdem gut einen Honigkurs zu machen. Zum Thema fehlt hier nur noch ein Wort oder habe ich es schon gelesen? Auf jeden Fall, wer in ein Neutralglas abfüllt, warum sollte der sich weiterbilden, er weiß ohnehin alles besser.:lol:
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo !



    ich habe mich schon immer gefragt wozu der Honiglehrgang gut sein soll.


    Wenn sich dann der erste Kunde bei der Kontrollinstanz Deines Landes bechwert wirst Du wissen wozu dieser
    Sachkundenachweis gut ist.
    Ohne wird Dir unterstellt das Du NICHT weist was Du tust, dann besitzt Du hoffentlich ein über die letzten Jahre ersteckenden Hygienenachweis für Deine Schleuderaktionen ...
    Mit Sachkundenachweis sind Deine Karten um einiges besser bei derartigen Problemen.



    Wer aber sowieso keine Lust hat in Uniform zu vermarkten für den ist doch der Lehrgang völlig sinnlos oder?
    Die Infos kann man sich doch gemütlich auch irgendwo anders her saugen.


    Nein, die Infos eines "guten" Honiglehrgangs* kann man sich nicht einfach mal so in diesem Umfang saugen.
    Und wir haben einigen Imkern vor und nach dem Honiglehrgang über die Schulter geschaut ...



    Wieso wird dieser Lehrgang immer als so eine Art "Standard" angepriesen? Sicher doch nicht nur um sich so eine olle Urkunde typisch deutsch irgendwo an die Wand zu nageln.


    Eben weil dieser Kurs Standard ist bringt das nichts Ihn an die Wand zu nageln ...
    ... hat Jeder gute Imker und ist somit nichts besonderes.
    Wenn ich Lehrgangsbestätigungen und Seminarurkunden und Prüfungszeugnisse ... und ... und ... und ...
    an die Wand hängen würde könnte ich Zimmer mit tapezieren ...
    ... aber so ein paar Goldprämierunegn für Honig hängen schon aus .... ;-)


    Persönlich bin ich der Meinung das Imker sich ständig fortbilden sollten,
    und da stellt ein Honiglehrgang nur einen Schritt zu dar.


    GdBK


    *)
    guter Honiglehrgang - damit meine ich nicht die Abendlichen zusammenkpnfte mancher abgehafterter Imkervereine

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Also jetzt mal halblang.
    Der Sachkundenachweis ist kein solcher, weil die trotzdem im Anschluss fehlen kann.
    Die Hygieneanforderungen etc. und alles, was an Kontrollen und Problemen theoretisch denkbar wäre, betrifft doch den Neutralglasabfüller ganz genauso!
    Alle sind an die gleichen Vorschriften gebunden, die Honig verkaufen.


    Die Pflicht, sich da kundig zu machen, sowie Vorschriften einzuhalten, hat jeder seinen Kunden und sich selbst gegenüber.
    Ich behaupte mal frech, dass EIN Honigkurs im Imkerleben das bei Weitem nicht abdeckt und garantiert. Ist besser als nichts.
    Aber Standart auch nicht!
    Oder müssen den alle Imker pflichtmäßig absolvieren?


    Und wenn der Remsi wieder Füße treten möchte, weil der DIBler in ihm angefressen ist:


    Nein, der Neutrale weiss nicht (immer) alles besser.


    Viele vor Jahren im Honigkurs gesessene nutzen dieses aber als "Persilschein".
    Das sollte der Kurs genausowenig sein oder?


    Und ich behaupte: die Schwarzen Schafe sind Lagermäßig gut aufgeteilt.


    Kümmert Euch selbst, dass ihr weiße seid!!

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Egal bei welchem Lehrgang, hört man evtl. neue Dinge oder bekommt andere Sichtweisen. Fand den Honiglehrgang auch sehr fad und er hatte den Beigeschmack, dass er hauptsächlich (!!) dem Verkauf des DIB-Glases und dessen Etikett dienlich sein sollte. Dennoch kann ich nicht abstreiten, auch ein klein wenig mitgenommen zu haben! Hat alles ein "Für und Wider". Die Lehrinhalte findet man natürlich auch in Fachliteratur oder auf Internetseiten, wie die Honigmacher ect. Fazit: Schaden tut er nicht und man weiß hinterher zudem auch, wie schön doch ein "eigenes" Etikett mit Neutralglas sein kann ;) In diesem Sinne, schönes Wochenende!

  • Moin
    Ich habe jetzt den dritten oder vierten Honiglehrgang, und immer lerne ich was Neues dazu. Oder etwas, was ich schon längst vergessen hatte ...:eek:
    Obwohl ich nicht im "Einheitslook" verkaufe.
    Da geht es mir wie im Berufsleben: Obwohl schon über 30 Jahre "Profi", es gibt immer was zu lernen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-