Frage zu Imkereibezeichnung und Anmeldung

  • Hallo zusammen,


    Ich habe mir eine kleine Imkerei dieses Jahr 20 Völker aufgebaut und bin mir nun unsicher wie es mit der Anmeldung aussieht. Man sagt ja bis 25 Völker ist keine Anmeldung nötig aber auf was bezieht sich das? Nur auf die Anmeldung eines Unternehmens oder auch auf den Verkauf des Honigs?


    Des weiteren orientiere ich mich beim Imkern an den Bioland Richtlinien. Habe einen eigenen Wachskreislauf und benutze dadurch nur Mittelwände aus einjährigem Wachs. Was ich allerdings nicht mache ist mit Biozucker einfüttern. Meiner Ansicht nach wird doch eh vor dem Aufsetzen der honigräume das Futter entnommen und ich belasse immer genug Honig darin so das ich nicht nachfüttern muss oder ähnliches. Somit habe ich ja auch keinen Zucker im Honig. Nun meine Fragen an euch:


    Wie würdet ihr das den Kunden beschreiben?
    Wie kann ich belegen danach zu Imkern?
    Oder würdet ihr mir dann evtl. sogar eine Mitgliedschaft bei Bioland empfehlen?
    Das wäre für mich allerdings ein großer Schritt, da ich den gleichen Honig dann für ca. 2€/500g mehr verkaufen müsste. Müsste ja meine Mittelwände dann bei dem Biounternehmen einkaufen und Biozucker einfüttern.... Der Preis entsteht ja dann nur um meine Qualität nachzuweisen.


    Freue mich schon auf eure Meinungen.


    Liebe Grüße
    Felix


  • Ich habe mir eine kleine Imkerei dieses Jahr 20 Völker aufgebaut und bin mir nun unsicher wie es mit der Anmeldung aussieht. Man sagt ja bis 25 Völker ist keine Anmeldung nötig aber auf was bezieht sich das? Nur auf die Anmeldung eines Unternehmens oder auch auf den Verkauf des Honigs?


    Dem Veterinäramt musst du auch ein Volk schon anmelden. Beim Finanzamt habe ich irgendwas von ab 30 (?) Völkern in Erinnerung, google mal nach Steuern in der Freizeitimkerei
    Dann gäbe es noch Berufsgenossenschaften o.ä., keine Ahnung so da die Grenzen sind.


    Zitat

    Des weiteren orientiere ich mich beim Imkern an den Bioland Richtlinien. Habe einen eigenen Wachskreislauf und benutze dadurch nur Mittelwände aus einjährigem Wachs. Was ich allerdings nicht mache ist mit Biozucker einfüttern. Meiner Ansicht nach wird doch eh vor dem Aufsetzen der honigräume das Futter entnommen und ich belasse immer genug Honig darin so das ich nicht nachfüttern muss oder ähnliches. Somit habe ich ja auch keinen Zucker im Honig.


    Denkst du etwa, dass bei Nicht-Bio-Imkern üblicherweise Zucker im Honig ist!? Was für ein Blödsinn, damit machst du dir hier keine Freunde... :eek:
    Es geht bei 'Bio' nicht (nur) darum, was im Mund des Verbrauchers landet, sondern auch darum, was die Produktion für Auswirkungen auf die Umwelt hatte. Und die Fütterung deiner Bienen gehört mit zur Produktion deines Honigs, auch wenn von dem Futter selber nichts im Honig landet.


    Speziell bei Honig unterscheidet sich das Produkt (Honig) in den meisten Fällen qualitativ nicht zwischen konventionell und bio. Wohin die Bienen fliegen kann man eh nicht so genau kontrollieren. Es geht um die Produktionsbedingungen, und die mussten sich die Bioverbände z.T. aus den Fingern saugen, um sich von 'konventionell' überhaupt absetzen zu können (Absperrgitter, Beute...).


    Grüße,
    Robert

  • Fur die Pflichtmitgliedschaft in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (BG) gibt es es ja nach Land/Bezirk verschiedene Grenzen. Meist liegen sie bei 25 Völkern. Also am besten bei der zuständigen BG nachfragen.


    Eine generelle Grenze bei der Völkerzahl bezüglich der Besteuerung gibt es nicht. Aufgrund von Billigkeitsregelungen unterstellen die Finanzämter teilweise aber erst ab einer bestimmten Völkerzahl eine Gewinnerzielungsabsicht (hier kursiert die Zahl 30). Auch hier müsstest Du beim zuständigen Finanzamtamt nachfragen, ob es eine solche Billigkeitsregelung anwendet. Weil es eben eine bloße Billigkeitsregelung ist, besteht hier kein Rechtsanspruch. Grundsätzlich wird die Gewinnerzielungsabsicht immer einzelfallbezogen geprüft.


    Neben der Meldung beim Veterinäramt gibt es keine weiteren Meldepflichten.


    Ob sich die Biozertifizierung lohnt, hängt an verschiedenen Faktoren. Neben der Völkerzahl gehört dazu auch das Marketingkonzept (wenn ich das mal so hochtrabend bezeichnen darf). Die Kosten lassen sich bei den Verbänden und Zertifizierungstellen erfragen.
    Übrigens: Man kann die EU-Biozertifizierung auch ohne Mitgliedschaft in einem Bioverband bekommen. Das ist dann billiger aber eben "nur" EU-Biosiegel.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • und bin mir nun unsicher wie es mit der Anmeldung aussieht.


    "Wenn der Fürst nicht ruft, sollte man nie zum Fürsten gehen".


    Das Finanzamt interessieren 20 Völker nicht.
    Die Berufsgenossenschaften wollen Geld, hier ab 25 Völker,
    Die Tierseuchenkasse will auch Geld, hier 1.-Euro pro Volk und Jahr (gibt aber nur Geld bei Faulbrut).



    Oder würdet ihr mir dann evtl. sogar eine Mitgliedschaft bei Bioland empfehlen?


    Wenn man wirbt, dass man Biohonig erntet und vertreibt, sollte man das machen. Alles andere wäre nur halb...

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Lieber Immenheger,


    man würde sich schon wünschen, dass so ein Beitrag im Forum nicht völlig das zuvor Geschriebene ignoriert. Sonst entsteht der Eindruck, Du wolltest auch nur irgendwie Deinen Senf dazugeben.

    Zitat


    Das Finanzamt interessieren 20 Völker nicht.


    Das stimmt so leider nicht (siehe oben). Es könnte sonst sein, dass der Fürst - spricht das Finanzamt - zu Dir kommt.


    Das man den Honig nur mit Biozertifizierung als Biohonig verkaufen darf, ist aber schon klar?


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Wurde der §13 nicht ende 2013 geändert? so ala: Alle Völker sind jetzt Steuerlich anzuzeigen bzw. das man mit jedem einzelnem Einkommensteuerpflichtig ist !?oder so ähnlich
    Aber schlafende Hund muss man ja nicht wecken. Warum gleich zum Finanzamt, ein Steuerberater muss das ja auch wissen
    Robert

  • Nicht der § 13a EStG wurde geändert, sondern die Rechtsprechung (BFH) hat klargestellt, dass die Ermittlung des Gewinns aus Land- und Forstwirtschaft nach Durchschnittssätzen nur für Imker mit landwirtschaftlichen Flächen möglich ist.
    Die Frage ist also in jedem einzelnen Fall: Besteht eine Gewinnerzielungabsicht und werden Gewinne erzielt? Wenn ja, besteht Einkommensteuerpflicht. Die Finanzämter haben leider keine verbindlichliche Völkerzahl, ab der eine Gewinnerzielungsabsicht besteht, festgelegt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass andernfalls größere Imkereien ihre Betriebe aufspalten würden. Es bleibt also bei der Billigkeitsregelung.


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

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  • Hallo und schon mal vielen Dank für die Antworten.
    Ich wollte mit der Überlegung der Einfütterung niemanden kritisieren und bin mir durchaus bewusst das die biologische Imkerei auch den tierethischen Aspekt mit einbezieht. Allerdings essen wir Menschen ja auch vornehmlich den normalen raffinierten Zucker und auch ich, der an sicher sehr gesundheitsbewusst lebt kauft bisher ganz normalen und keinen Biozucker.
    Aber darf ich denn die Art du Weise wie ich imkere zum Beispiel in einem Flyer beschreiben natürlich ohne mich Bio zu nennen um dann quasi meine eigenen Richtlinien zu präsentieren?


    Meine ganzen Völker sind beim Veterinäramt angemeldet ansonsten hab ich bisher aber noch keine Meldung gemacht.

  • Meine ganzen Völker sind beim Veterinäramt angemeldet ansonsten hab ich bisher aber noch keine Meldung gemacht.


    Hallo Felix . Außer beim Veterinäramt müssen die Völker auch bei der Tierseuchenkasse angemeldet werden, wenn es sowas bei euch gibt.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Lieber Immenheger,


    man würde sich schon wünschen, dass so ein Beitrag im Forum nicht völlig das zuvor Geschriebene ignoriert. Sonst entsteht der Eindruck, Du wolltest auch nur irgendwie Deinen Senf dazugeben.


    Richtig.
    Ich wollte meinen Senf dazu geben.
    Aus einem ganz einfachen Grund: Das Finanzamt ist daran interessiert Geld vom Bürger zu bekommen. Aber ein Imker mit 20 (oder auch einigen mehr Völkern) kann gar keinen Gewinn erzielen. Da reicht eine einfache Einnahmen/Ausgaben-Rechnung. Und wenn man die dem Finanzbeamten gibt, so weiß er, dass mit Imkerei in dieser Größenordnung kein Gewinn erwirtschaftet werden kann, ergo: Hobby!
    Stand übrigens in einer Bienenzeitung (ADIZ? DBJ?) im letzten Jahr auch. Ich glaube, ab 600 Völkern wird's für's Finanzamt interessant (so stand es in der Bienenzeitung).


    Meine Einnahmen- und Ausgabenrechnung der letzten 20 Jahre hatte jedenfalls die Finanzbeamten völlig überzeugt, dass Imkerei ein teures Hobby ist.




    Das man den Honig nur mit Biozertifizierung als Biohonig verkaufen darf, ist aber schon klar?


    Was anderes habe ich auch nicht behauptet.


    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • ........
    Aber darf ich denn die Art du Weise wie ich imkere zum Beispiel in einem Flyer beschreiben natürlich ohne mich Bio zu nennen um dann quasi meine eigenen Richtlinien zu präsentieren?


    ........


    Du darfst natürlich. Aber sei vorsichtig mit Wertungen (bes. vergleichend) und der Zuschreibung von Eigenschaften. Verwendung von Biosiegeln, bzw. Bezeichnungen, die zu Verwechslung führen können/als V. gewertet werden können.


    Trösten kannst Du Dich damit, dass, wenn Beanstandungen kommen, die selten von (Hobby)Kollegen kommen, sondern vom Amt.
    Und die sagen Dir auch gleich, mit was diese Ordnungswidrigkeit/was auch immer, belegt ist. ;-)


    Machs net gar so kompliziert. Es sei denn, Du willst davon leben.


    (Ein Bekannter verwendete Anhänger, die darauf hinwiesen, dass Honig kandieren kann und das dieses kein Qualitätsmangel sei, eher das Gegenteil. "Guter Honig wird fest, ....". Unzulässig.)

    Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, ist vor 20 Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. (afrik. Sprichwort)

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