Viele Stifte im Gemüll, Futterverbrauch seit Oktober 4-7kg - alles normal?

  • Hallo,


    ich habe zwei Fragen und bitte um eure Einschätzung.


    1) Gemüllkontrolle
    ich führe meine Völker von Herbst bis Frühling durchgehend mit eingeschobener Varroaschublade und schaue mir zu Lernzwecken regelmäßig das Gemüll und die Varroasituation genauer an, zur Zeit 1x pro Woche. Durch den milden Winterverlauf gibt es schon länger wieder Brutnester in den Völkern.


    Dass dabei seit Anfang Januar bei den meisten Völkern ab und an ein herausgeworfener Stift und einmal sogar eine kleine Larve zu sehen war, halte ich für normal.


    Doch heute lagen bei einem Volk ausgesprochen viele Stifte (ca. 20) verstreut im Gemüll. Muss ich mir Sorgen machen, etwa, dass das Volk die Königin verloren hat und drohnenbrütig geworden sein könnte?


    Heute hatten wir 18° und bei allen Völkern starken Flugbetrieb und Polleneintrag, vorhin am Abend war daher zwar die Schublade wieder ziemlich "vollgemüllt", aber es lagen keine weiteren Stifte mehr darin. Wurden die Stifte daher vielleicht nur entsorgt, weil es mittendrin vielleicht mal ein wenig zu kalt geworden ist (wir hatten letzte Woche nachts trotz milder Tagestemperaturen auch immer wieder Frost bis -5°)?


    2) Gewichtskontrolle
    Stichprobenartige Gewichtskontrolle ergab heute bei allen Völkern trotz unterschiedlicher Ausgangsgewichte und Futtermengen erstaunlich gleichermaßen 35kg (Messung vorne und hinten gemacht und addiert).


    Demnach haben die Völker wischen 3,7 und 7,3kg abgenommen und kommen nun ebenso erstaunlich ähnlich auf noch 14-15 kg Futter im Kasten. Ist ein derart geringer Verbrauch (ich hätte auch wegen der Brut mit wesentlich mehr gerechnet) normal?
    Immerhin dürften ja zwischenzeitlich sicherlich auch ein paar hundert Gramm Bienen verloren gegangen sein, der Gewichtsverlust also gar nicht alles Futterverbrauch sein!


    Wenn es interessiert:
    Ich gehe von einem durchschnittlichen Leergewicht meiner 12er Dadantbeuten inklusive Deckel mit Dämmplatte von 20,6 kg aus, wobei ich zum genau bekannten Leergewicht der Beute inklusive der 12 Brutraumrähmchen und dem Schied noch 3kg Bienen, 1kg Pollen und 1kg Wachs hinzugeschätzt habe (d.h. die 20,6kg beinhalten also bereits diese Bienen-, Wachs- und Pollenmasse).


    Kleines Detail:
    Weil ich heute morgen sowieso schon gewogen hatte, habe ich heute abend, nach dem sehr starken Polleneintrag das Volk mit dem stärksten Eintrag erneut gewogen. Das Gewicht hat sich allerdings praktisch nicht verändert und ist sogar leicht gesunken.
    Offenbar haben sich also Eintrag (Pollen, Nektar, Wasser) und Austrag (Kot, kranke und tote Bienen) ziemlich die Waage gehalten.


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet,


    na ja, Madame gibt Gas und es war ein besonders guter Tag aber die Truppe hat entschieden: das war noch zuviel. Oder irgendwas anderes passte nicht.


    Ich hab auch gezogen/ gewogen aber kann so ganz genau jetzt nicht mehr sagen, wie die Zahlenlage war. Es sollte auch nur ein Überblick sein. Kaum der Rede wert, was da verbaucht wurde. Ähnlich wie bei Dir, würd ich sagen. 12 er
    Mit der Zugwaage Differenzen bei den ersten Flugtagen ermitteln zu wollen ist Sisyphus-Arbeit :wink:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo beetic,


    vielen Dank!
    Das mit der Sisyphusarbeit habe ich gern gemacht, weil es ja so leicht geht. Und weil ich in meiner Freude über das Frühlingstreiben dachte, dass ungefähr 10.000 Pollenhöschen doch einen nennenswerten Gewichtszuwachs bringen müssten. Bis ich nachgerechnet habe... :-(


    Denn selbst 20.000 Pollenhöschen ergäben gerade mal grob 200g, das geht also locker in der Ungenauigkeit beim Hantieren mit Kofferwaagen unter. Na ja, macht nix, war eine billige Erfahrung!


    Hast du eigentlich auch Völker, die jetzt noch nicht im Traum daran denken, den Beutenboden auszuräumen, obwohl die meisten andere das schon mehrmals getan haben und blitzblanke Böden haben? Abgesehen davon erscheint das betreffende Volk bei mir gesund.


    Gruß
    hornet


  • Hast du eigentlich auch Völker, die jetzt noch nicht im Traum daran denken, den Beutenboden auszuräumen, obwohl die meisten andere das schon mehrmals getan haben und blitzblanke Böden haben? Abgesehen davon erscheint das betreffende Volk bei mir gesund.


    Das wollte ich auch mal fragen :)


    Kann ja alles Zufall sein, wenn ihr keine Ähnliche Beobachtungen gemacht habt, aber vielleicht doch nicht, deshalb traue ich mich zu fragen :)


    Also ich habe bei meinen Völkern folgendes beobachtet:
    a) am 1. Tag nach einer langen Flugpause, wird fast ausschließlich Wasser geholt und der Darm entleert
    b) Pollen wird eher am zweiten schönen Flugtag in Massen gebracht, obwohl die Pollenquelle ganz nah ist
    c) Sauber wird zuerst nur der Bereich um den Flugloch gemacht, aber den ganzen Boden und die Toten aus den Randwaben werden erst später erledigt, also nach a) und b). Das erkenne ich an den Haufen toter Bienen vor den Beuten.


    Es ist natürlich keine strenge Trennung der Schritten zu beobachten, nur eine Tendenz.


    Die Vielen Stifte auf der Windel könnten, müssen aber nicht!, ein Zeichen für Probleme mit der Kö sein. Bei einer alten Zucht-kö von mir, der die Samen im Winter ausgegangen sind und das Volk im Winter still umgeweiselt hat, habe ich deutlich mehr Stifte auf der Windel beobachtet. Entweder haben die Bienen die unbefruchtete Stifte erkannt und ausgeräumt, oder die junge Kö fehlte noch etwas Übung und hat die Zellen mehrfach gestiftet, was den Bienen zur Beseitigung der Überzahl an Stiften pro Zelle veranlasst hat. Zuerst dachte ich mir die Junge-Kö wurde doch irgendwie frühzeitig begattet und gibt jetzt richtig Gas, leider war das nicht der Fall.
    Ich würde das Volk auf der Beobachtungsliste notieren und weiter betrachten.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo hornet,
    endlich einmal eine realistische Aussage, von Oktober bis jetzt 4,7 kg, das ist auch für mich nachvollziehbar, nicht einfach mal so, weiß nicht wo das Futter geblieben ist, habe doch 25 kg eingefüttert, bei solcher Dalegung mach ich mir immer so meine Gedanken.


    Gruß Jürgen

  • Hallo,


    die Beschreibungen von Salsero kann ich im Prinzip bestätigen.


    Hier gab es aber noch keinen Pollenflug, keinen Reinigungsflug und auch sonst noch keinen Flug. Hier ist der Vorfrühling noch nicht so ganz da. Eine geschützte Stelle habe ich im Garten, da gibt es 10 Schneeglöckchenblüten...


    Also waaaaaarten :cool:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ich habe gerade mal nachgerechnet:



    Passt doch!
    Auch an Reserven ist noch genug da.
    Und blühen tun nur die Schneeglöckchen ....

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Meine 1300gesetzten Krokusse schieben allerdings Blätter!
    OK, ich hab nur stichprobenartig geguckt :cool:


    Mitdenfüßenscharrend


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hier gab es aber noch keinen Pollenflug, keinen Reinigungsflug und auch sonst noch keinen Flug.


    ...hier ist es ähnlich.


    Habe vorgestern am Bienenstand geglaubt, dass die Völker tot wären und habe bei den Völkern die Deckel geöffnet, da kamen mir die Bienen sehr wutig & stichig entgegen. Seitdem weiß ich, dass sie alle noch leben aber sehr fest sitzen. Ich denke, sie pflegen viel Brut und wärmen diese und haben es noch nicht nötig Pollen und Nektar zu sammeln.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hier ist der Frühling mitm Föhn angekommen. Seit drei Tagen Flugwetter bis 17° und Pollen wird in Massen eingetragen. Hasel, Krokusse, Winterlinge und Schneeglückchen blühen sehr schön.


    Ich habe das Glück, dass in den Bienengarten und den benachbarten Garten Massen an Krokusse und Winterlinge blühen. Es sieht so herrlich aus, wie ein buntes Blumenmeer.


    Die Stockwaage zweigte bis Anfang Februar keinen erhöhten Verbrauch als sonst, obwohl wir in Januar auch sehr schöne Flugtagen hatten, aber wahrscheinlich mit weniger wertvollen Pollen (nur Hasel, kein Krokus, Winterling und Schneeglückchen).
    Seit zwei Wochen gibt es aber einedeutlich starke Abnahme von mehr als 2 kg. An zwei Reinigungstagen wurden jeweils 0,5 kg Müll raus gebracht, so bleiben immerhin über 1 kg Futterverbrauch in 2 Wochen.


    Ich kann hier sagen, es geht jetzt richtig los. Auch durchgehend bis zum nächsten Di sollte Flugwetter mit Sonnenschein herrschen.
    Ich wundere, dass hier momentan so schön ist und die benachbarte Orte wenig davon bekommen. Der Ball ist rund, mal sehen wann er sich umdreht :)


    Wenn keine starke Frost kommt, dann wird hier eine Menge Brut schlüpfen, hoffentlich pünktlich zu Weidenblüte. Die erste Weidenblüte im Außenbereich (ich hatte welche im Zimmer, die schon verblüht sind :) ) an einer weißen Hauswand an der Südseite habe ich schon besichtigt, so ich denke das dauert mit den anderen Weiden nicht mehr so Lange!


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo Salman,

    Zitat

    Wenn keine starke Frost kommt, dann wird hier eine Menge Brut schlüpfen


    Die schlüpft auch bei Frost.
    Sobald die Brut verdeckelt ist, wird sie im Normalfall nicht mehr ausgeräumt.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-


  • Sobald die Brut verdeckelt ist, wird sie im Normalfall nicht mehr ausgeräumt.


    danke für die Info Michael.
    Ich dachte wenn eine starke Frost kommt, dann zieht sich die Traube zusammen und die Randzellen verkühlen könnte. Aber ich denke bei Einraumbrutnester kommt das seltener vor, wenn überhaupt. Nachts sind es manchmal -2°, da würden sie sich keinen großen Unfug zutrauen. :)


    Ich denke die Stare kehren auch nicht mehr zurück :lol:. Sie zwitschern vor meinem Nistkasten, ich hoffe der wird angenommen.
    Trotz Wärme über mehrere Tage habe ich nur noch eine Hummel-Kö gesehen, aber noch keine Wildbienen, komisch. Normalerweise sind die Mauerbienen die ersten wach. Nur viele Mistfliegen belagern die Winterlinge.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Ich dachte wenn eine starke Frost kommt, dann zieht sich die Traube zusammen und die Randzellen verkühlen könnte.


    Hallo Salsero,


    ja, das ist auch so, allerdings eher im Spätsommer/Frühherbst ein Problem, wenn das Brutnest riesig ist und der erste starke Nachtfrost kommt. Dann hast Du ein paar Tage danach schonmal erfrorene und dann ausgeräumte Mumien, die vor der Beute liegen.


    Jetzt um die Jahreszeit sollte das kein Problem sein, das Brutnest ist in den allermeisten Fällen noch nicht so weit ausgedehnt, dass es zum Wärmen der Brut nicht mehr reicht. Die Bienen scheinen sich im Winter/Frühjahr doch eher danach zu richten, was anhand der natürlichen Gegebenheiten schon möglich ist. Ein paar etwas mildere Tage reichen da meiner Meinung nach nicht, die Signale auf Frühjahr zu schalten. Hier gabs auch schon Bienenflug, allerdings immer nur einzelne Tage, es waren derer 3 bisher. Die Brutnester sind noch recht begrenzt, sofern ich die Krümel auf der Windel richtig deute.


    Gruß Sven