Ablegerbeute mit Fluglöchern auf einer Seite

  • Ich will mir dieses Jahr - analog zu den Ablegerbeuten mit vier Fluglöchern (auf jeder Seite) - einen Mehrfachablegerkasten bauen, der leider die Fluglöcher auf einer Seite haben müsste (wegen der Aufstellung der Bienenvölker geht das nicht anders).
    Die Kiste soll fünf mal drei Waben (DNM) fassen, die durch Schiede getrennt sind.
    Sind da Probleme mit dem Verflug von Königinnen zu erwarten? Und wie könnte man die evtl. minimieren?


    Besten Dank für Eure Einschätzung!
    (By the way: Die Debatte um den Sinn oder Unsinn von Ablegerkästen möchte ich bitte nicht wieder nicht anstoßen!)


    Gruß Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)


  • Besten Dank für Eure Einschätzung!
    (By the way: Die Debatte um den Sinn oder Unsinn von Ablegerkästen möchte ich bitte nicht wieder nicht anstoßen!)



    Das eine geht aber nicht ohne das andere;)


    also ich halte das Ganze nicht für sinnvoll:
    Der "Kniff" des 4er Bodens ist, dass man mit einem speziellen Boden, Trennschieden, einer normalen Zarge und einem normalen Deckel 4 Ablegerkästen ersetzt. Für den Begattungserfolg ist es förderlich, dass jede Königin in eine andere Himmelsrichtung abfliegt. Somit ist zwischen jedem Flugloch +- 50cm Abstand (weil eben reihum angeordnet).


    So wie du das planst, hast du einen schweren, schlecht zu transportierenden Monsterkasten (15 Waben, also noch größer als ne Vollzarge).
    Daraus schließe ich, dass du den Kasten nicht unbedingt zu einem Ablegerstand bringen willst. Wenn alle Fluglöcher nach vorne (und der Kasten womöglich noch in einer Reihe mit anderen Beuten steht) sind das nur +- 10cm (3*35mm Wabe +1 Zwischenwand) Fluglochabstand.
    Hier hätte ich arge Sorge um ein Verfliegen der Königinnen (incl. resultierende Begattungsverluste).
    Dann schon lieber einzelne Ablegerkästen, die gut verteilt am Bienenstand stehen.


    Stefan

  • (Ein Monsterkasten, der nach ein paar Wochen zu klein wird und wo später sowieso größere Zargen notwendig werden. Und das bei einem vermutlich miesen Begattungs- und Zurückfindeerfolg von unter 50 %. Das lohnt sich nicht.)

  • Hallo Wolfgang


    ich finde das auch nicht besonders sinnvoll. Aber wenn du das schon machen willst, solltest du die Fluglöcher plastisch sehr unterschiedlich gestalten und auch farblich.
    Ich würde das aber eher, als 5-fachen Begattungskasten bezeichnen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Die Abstände der der Fluglöcher hat man früher dadaurch erhöht, daß jeweils zwei Abteile die Fluglöcher mit einen senkrechten Brett getrennt oben und die nächsten unten hatten. Ludwig hat sowas in seinem Buche als Töbelmansche Rinne abgebildet.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Erstmal vielen Dank für Eure Hinweise.
    Drobi hat Recht; im Grund ist das ein 5-facher Begattungskasten. Es geht mir nämlich nicht darum, Wirtschaftsvölker nachzuziehen (das mache ich bevorzugt über Sammelbrutableger in normalen Magazinen), sondern um die Königinnenzucht. Ich weisle gern über Ableger um. Die Kiste hätte den Vorteil, dass ich je nach Entwicklung der Ableger flexiber bei der Größe wäre und anders als bei kleinen Begattungseinheiten die Minivölker nicht so schnell auflösen oder umwohnen muss. Es geht darum, bis zum Herbst Reserveköniginnen zu haben und schwache Völker vor der Einwinterung zu verstärken.
    Was Eure Einschätzung zum Verflugproblem anbelangt, sehe ich meine Befürchtungen bestätigt.
    Interessant der Hinweis von Henry mit den getrennten Fluglöchern.


    Beste Grüße
    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • ...zum Aufhängen an einem Zaun ...

    Au ja, dieses Teil ist multifunktional auch als Briefkasten verwendbar, wenn man sich für eine andere Möglichkeit entscheidet...

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Hehe, Du hast den Bastelfaktor erkannt. :wink:


    Früher oder später wird man sich für eine andere Möglichkeit entscheiden. So oder so.

  • Hallo,


    also letztes Jahr habe ich in der Dadant die Erfahrung gemacht, dass eine Abtrennung selbst in der 12er, welche ja nun pro Einheit viel Platz bietet, bei Fluglöchern in eine Richtung Probleme auftauchen können. Leider sogar mehrfach.
    Die Normalbeute mit Trennschied in zwei geteilt, bienendicht. Im Flugschlitz ein Holz, welches jeweils ganz links und ganz rechts ein Flugloch lässt, also maximal möglichen Abstand.
    Meine Königinnen haben sich nicht verflogen. Sie gingen auch in Eilage. Allerdings war es dann mehrmals so, dass so peu a peu, die Eine Wohneinheit über das gemeinsame Flugbrett zur anderen hinübermarschierte - zu Fuß!
    Bis in einer Seite das Ablegervolk ganz schwach geworden war.
    Die wechseln über zur besseren Königin. Ich hab`s als Hilfe im Sinne einer Vorauswahl der Immern angesehen und hingenommen. Und ich stell mir vor, in diesem Falle geht das noch besser:
    aus fünf mach eins :cool:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Die hatten senkrecht Brettchen dazwischen, damals, und Winkelfluglöcher.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Noch mal vielen Dank!
    Ich werde also wohl bei gewöhnlichen Ablegerkästen bleiben.
    Zum Hintergrund: Meine Bienen stehen im Obergeschoss eines Stallgebäudes. Da habe ich die Außenwand etwa 1,50 Meter hinter die Dachkante zurückgesetzt und habe so einen überdachten Bienenbalkon. Das ist eigentlich wunderbar, weil die Bienen so in ca. 4 Meter Höhe über das an der Stelle recht schmale Grundstück wegfliegen. Außerdem stehen sie da trocken und geschützt und ich kann ihnen vom Frühstückstisch aus zusehen. Gerade baue ich im gleichen Geschoss eine Schleuderraum aus. Dann muss ich nur noch den abgefüllten Honig runterschleppen.
    Allerdings müssen die Magazine in Reihe stehen und der Platz ist begrenzt.
    Ich werde vielleicht für die Ablegerkästen eine zweite Etage einziehen. Das sieht dann bald mehr nach Taubenschlag als nach Bienenstand aus - aber warum nicht?


    Beste Grüße
    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • - aber warum nicht?

    Das sagst Du uns in paar Jahren, falls Du's satt hast.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder