Bienenrassen und ihre Charakteristik

  • Hallo Imkerfreunde


    Mir liegt ein Katalog für Bienenzucht der Firma Nitsche aus Sebnitz in Sachsen von 1910 vor, der auch Angaben über angebotene Bienenrassen enthält. Zitat: Ich kann daher jederzeit ausdrücklich Garantie für Reinheit der Rasse leisten.


    Die echte deutsche Honigbiene in Sebnitz gezüchtet ist widerstandsfähig und kräftig in Lebensart und besonders fleißig.


    Die Italiener Bienen besondere Rassereinheit, Sanftmut, vorzüglichen Fleiß im Bauen und Honigsammeln.


    Die Krainer Bienen zeichnen sich durch große Fruchtbarkeit und schnelle Entwicklung aus.


    Die Banater Bienen eigens ausgebildete Rasse aus dem Banat, äußerst fleißige Honigsammlerinnen, sanftmütig und klimatisch anpassungsfähig.


    Die Cyprier Bienen mit 2-3 gelben Ringen, großer Fleiß, Sammeltrieb und halten auf gute Volksstärke, etwas stechlustig.


    Die Amerikaner Bienen sind goldgelb, besitzen großen Fleiß und sollen infolge verlängerter Rüssel, auch den Rotklee befliegen.


    Die Nordische Bienen sie gleicht der deutschen alten Biene, ist besonders gut winterständig und fliegt noch bei kühler Witterung, sehr fleißig.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Da wir ja noch Winter haben, möchte ich auch noch die Charakteristik der europäischen Honigbienen nach August Ludwig von 1937 mitteilen.


    Die dunkel gefärbte deutsche Honigbiene sie kam schon 1763 nach Nordamerika und 1843 nach Brasielien.Im Jahre 1830 kam sie nach Australien und 1840 nach Neu-Seeland, auch nach Afrika und Asien.
    Die Citinfarbe ist schwarz, die Behaarung gelblich, die Brutzeit verhältnismäßig spät, schwarmlust mäßig, klimatisch gut angepaßt und überwintert gut. Der Wabenbau ist regelmäßig und sauber,hält auf starkes Volk, ist fleißig und behende, führt von allen assen den wenigsten Drohnenbau auf, verteidigt ihre Wohnung und Vorräte lebhaft, teilweise gereizt und stechlustig. Wenig geeignet für Frühtrachtgebiete, man arbeitet an einer Kulturasse für Frühtrachtgegenden.


    Die Heidebieneder deutschen Biene ähnlich, aber erscheint noch dunkler, durch lange Zucht dazu geworden, sehr fleißig, schwarmlustig (2-5Schwärme)und abgehärtete Biene. Beheimatet ist sie in der Lüneburger Heide,oldenburg,Niederlande und Holstein.
    Erwähnt müssen noch die Campinebiene und die nordische Biene werden. Erstere in der Campine zu Hause (Antwerpen,Lüttich und Limburg-Brabant. Letztere dagegen in Skandinavien, beide gehören in die engste Verwandschaft der Heidebiene. Manche Verfasser halten die nordische geradezu für einen Abkömmling der Heidebiene, da die Schweden alljährlich viele Heidebienen aus Hannover beziehen und im nächsten Jahr als Nordische Bienen nach Deutschland ausführen.


    Die Krainerbiene Die Krainer-oder Norische Biene unterscheidet sichvor allem durch hellere,oft weißliche Behaarung, schmutzig graue Filzbinden auf den 2-4 Hinterleibssegmenten. Bewohnt die Krain und Kärnten und reicht bis nach Bosnien. Sie ist die sanftmütigste unter allen Arten, Schwarmlust und starke Bruterzeugung sind ähnlich der Heidebiene vorhanden, deshalb erfolgte auch eine starke Einfuhr aus der Krain. Trotz ihrer Sanftmut verteidigt sie ihre Behausung gut, sie ist eine sehr fleißige, abgehärtete Biene, die gut überwintert. Sie nutzt alle Trachten, besonders die Frühtracht und bringt reichen Ertrag. Auch für Deutschland zu empfehlen besonders die Züchtungen von Sklenar, mit Sanftmut, Schwarmträgheit und Honigreichtum.
    Hierzu zählen auch die Niederöstereichische oder Banater Biene als Abart, sie findet sich in Kroatien, Slowenien und im Banat und zeigt Bastartmermale zwischen der mellifika, Krainer und der Italienischen, Ähnlich verhält es sich mit der Dalmatiner,-Herzegowiner,-Leingauer,-Brabanter,-Biene und anderen.


    Morgen mach ich weiter.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • historisch und literarisch vielleicht interessant, doch haben diese, wissenschaftlich betrachtet, inkorrekten Darstellungen heute noch irgend einen Wert?


    Schon sprachlich seltsam. Denn wenn es historisch und literarisch interessant ist hat es natürlich auch einen Wert!


    Hat die Vermessung des Cubital Index morgen noch einen Wert? Oder hat sie ihn heute? Du wirst ja sagen, auch wenn Du der Einzige wärst :-D


    Ich finde soclche Zitate aus alten Büchern nett und kurzweilig, also wertvoll!


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • ...... wissenschaftlich betrachtet, inkorrekten Darstellungen heute noch irgend einen Wert?


    Gute Frage, bloß diese Darstellungen entsprachen dem damaligen wissenschaftlichen Kenntnisstand.
    Und Hand auf's Herz: Charakterisieren wir die Bienenrassen heute so viel anders? Es mißt doch sowieso niemand irgendwelche Marker, so dass niemand weiß, welche Biene man vor sich hat :wink:
    ... und Rassen sind immer Definitionsfrage, d.h. man kann sie so oder so definieren.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo ich mache mal weiter.


    Die Italienische Biene hat eine Gelbbraune Färbung, Filzbinden teilweise rotzgelb, auch schwarz, Behaarung braun. Sie wird in drei Formen unterschieden: die gewöhnliche braune Biene, die gelbgeringelte mit dunklem Schildchen Norditalien und die westasiatische mit gelblichen Schildchen,also wohl die cyprische oder syrische in Sizilien. Die italienische Honigbiene gilt als Kreuzungsergebnis, hervorgegangen aus einer Mischung von der dunklen deutschen (Drohne) mit der ägyptischen (Königin) der Apis fasciata. Sie zeichnet sich durch auffallenden Fleiß aus, auch bei kühlem Wetter, weniger schwarmlustig als die Heidebiene. Nicht stechlustig aber behende ihr Heim zu verteidigen, bei Kreuzung mit der deutschen Bienen, stechlustig guter Spürsinn für Trachtquellen und neigt zur Räuberei und überwintert etwas schlechter.


    Diekaukasische Biene Infolge ihrer Sanftmut trägt sie auch den Namen "Damenbiene". die Friedfertigkeit hat sie nur dem Menschen gegenüber, ihr Heim verteigt sie sehr wehrhaft, sie hat einen guten Geruchsinn und eine sehr gute Orientierungsgabe, verfliegt sich kaum. Ein Spätbrüter, beim Auseinandernehmen der Waben lassen sie einen Lispelton hören und stellen bei Schwarmstimmung den Trachtflug nicht ein. Die Farbe schwarz mit gelblichen oder stahlfarbenen Segmenten, bräunlich bis gelb, Jungköniginnen leben friedlich in einem Stock. Alle Bastarde sind ungewöhnlich stechlustig.


    Die griechische Biene die griechische Biene gilt als Bastard zwischen unserer dunklen deutschen Biene und der italienischen. In der Färbung fällt sie durchmehr oder weniger große rötliche Flecken auf Segment 2 auf. Sie ist ein Bastard ohne besondere biologische und morphologische Merkmale.


    Diesyrische Biene heißt auch die palestinische, ist größer als cyprische und ägyptische aber etwas kleiner als die italienische. Bei der Färbung fällt das rotgelbe Schildchen auf und die gelbliche Behaarung. Schwarmfreudig, im Nachschwarm können bis 40 Königinnen sein, die nach der Begattung der ersten Königin erst vertilgt werden.Mangelhafte Überwinterung in kalten Klimaten, auch stechlustig, versteht keine Winterkugel zu bilden.


    Die cyprisch Biene Kleiner als die syrische Segment 1-3 meistens rotgelb gefärbt, Behaarung gelblich, ist eine sehr farbschöne Biene die Kreuzung Cyprier und Krainer entspricht im äußeren und im Naturell ganz der italienischen Biene. Außer Schönheit, leidlicher Überwinterung, großer Fruchtbarkeit und geringer Schwarmlust sind ihre Vorzüge erschöpft, Trotz Flugeifer wenig Ertrag und in anderen Gegenden sehr Stechlustig, Für unser Klima nicht geeignet.


    Zu Abschluß:
    Die deutsche Bienehält mit jeder anderen Rasse den Vergleich aus.
    Zitat:
    Es ist daher auch freudig zu begrüßen, daß unsere ......außer durchaus bewährten örtlichen Stämmen, nur noch die aus der Schweiz übernommene und in Erlangen weitergezüchtete "Nigra" sowie die in Niederösterreich von Sklenar durch Auslese gewonnene Krainer "Stamm 47" duldet, Italiener aber sowie Kreuzungen ablehnt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hier noch Honigbienen aus Afrika und Asien, ohne Charakteristik, aus dem Buch "Unsere Bienen" von August Ludwig


    Afrika: Madagaskar Honigbien, Punische Honigbiene, Westafrikanische Honigbiene, Afrikanische Honigbiene, Ägyptische Honigbiene


    Asien: Indische Honigbien, Peronsche Honigbiene, Afrikanisch-indische Honigbiene, Javanische Honigbiene, Pechbraune Honigbiene, Chinesische Honigbiene, Japanische Honigbiene.


    Gut zu wissen was es mal für Arten gab, in Bezug auf die Bienen, schreibt der Autor auch; Es ist eben alles, je nach den augenblicklichen Lebensbedingungen, im Fließen. Die Zusammenfassungen können auch kleine Fehler enthalten.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Aus dem Buch "Grundwissen für Imker" 1980 Lehrbuch für die sozialistische Berufsausbildung.


    Zitat:
    Bei den Rassen der Honigbiene handelt es sich um geographische Anpassungsformen, die durch Mutation und Selektion erbliche Unterschiede entwickelt haben.


    Die Nordbiene auch als dunkle Biene bezeichnet, ist über ganz west und Nordeuropa und den nördlichen Teil von Osteuropa verbreitet. Es gibt viele Anpassungsformen, überwintert mit starken Völkern und entwickelt sich im Frühjahr nur langsam, für Läppertrachten ist sie nicht geeignet, verträgt laue harte Winter.
    Cubitalindex der Arbeitsbienen 1,5- 1,9mm, der Rüssel 5,8- 6,2 mm.


    Die Carnica-Biene über ganz Südosteuropa verbreitet und hat auf Grund ihrer Qualitäten sich über ihre ursprünglichen Grenzen weit verbreitet. Es gibt viele lokale Anpassungsformen, sie überwintert in verhältnismäßig geringer Volksstärke, entwickelt sich aber im Frühjar sehr schnell. Sie istüberaus fleißig,findig und anflugfest, sie ist anpassungsfähig und nutzt auch Läppertrachten, passt sich durch Bruteinschränkung dem Wetter an, ist sanftmütig und wabenstet. Farbe grau.
    Cubitalindexder Arbeitsbienen 2,3-3,0 mm, der Rüssel6,4 - 6,8 mm lang.


    Die Italienische Biene bodenständige Rasse der Apenninenhalbinsel, weite Verbreitung auchin den USA, brütet bis in den Winter hinein, ist sanfmmütig ,wabenstetm mit geringer Schwarmneigung, neigt jedoch sehr zum Verflug und Räuberei. Breite gelbe Filzbinden, Cubitalindex der Arbeitsbiene 2,0-2,7mm und der Rüssel ist 6,4-6,7 mm lang, in Züchtungsformen zuweilen ganz gelb (Goldbiene).


    Die Kaukasische Biene im Kaukasusgebiet heimisch, sie ist anpassungsfähig an kalte Winter, überwintert aber bei uns schlecht, hohe Nosemaanfälligkeit, sie ist sanftmütig, verfliegt sich ,für Einzelaufstellung geeignet, und verkittet ihre Fluglöcher im Winter. Hat ein bleigraues Haarkleid, Cubitalindex bei 2,2 mm und einer Rüssellänge von 6,8 -7,0 mm, rotkleetüchtig.


    Weiter Rassen des vorderen Orients ägyptische Biene (A.m. Lamarckii) (fasciata), die Syrische Biene, die Cypern Biene und die Tellbiene (A.m.intermissa)


    In Zentralafrika ist die gelbgeringte Apis mellifica adansonii verbreitet, iststechlustigund räuberisch, verläßt ihre Wohnung bei Futtermangel.


    In Südamerika breitet sich die Andasonii in zunehmenden Maße als Bastart aus, überwältigt andere Bienevölker europäischer rassen und zieht in deren Wohnung ein.
    Als Mörderbiene fällt sie Mench und Tier an. Maßnahmen zur Kontrolle werden getroffen.


    Eine Besonderheit stellt die Kapbiene Südafrikas (Apis mellifica capensis) dar. Arbeitsbienen weiseloser Völker können aus unbefruchteten Eiern "Zwischenköniginnen" ziehen. Diese werden begattet und erzeugen aus befruchteten Eiern Vollweiseln.


    Ich finde das alles sehr interessant, Urheber dieses Themas ist eigentlich der Remstalimker.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • ...
    Ich finde soclche Zitate aus alten Büchern nett und kurzweilig, also wertvoll!


    Gruß
    Holger


    Hallo,


    ich auch, gar keine Frage. Man muss eben nur wissen, dass natürlich der Kenntnisstand über Bienen heute weiter ist, und manch altes ist einfach überholt bzw. falsch.


    So gilt die Italienische Biene natürlich heute nicht als Kreuzungsprodukt aus Dunkler Biene und ägyptischer Biene, und die griechische ist auch keine Bastard zwischen deutscher und italienischer Biene. Und selbstverständlich ist gerade die Dunkle Biene für Läppertrachten geeignet! :wink:


    Und so weiter, und so weiter. Von daher sicher lesenwert, doch man sollte das Wissen von damals schnell wieder vergessen.


    Gruss
    KME

  • Die dunkel gefärbte deutsche Honigbiene sie kam schon 1763 nach Nordamerika und 1843 nach Brasielien.Im Jahre 1830 kam sie nach Australien und 1840 nach Neu-Seeland, auch nach Afrika und Asien.


    Hallo Reinhard,


    vielen Dank für die Arbeit, die Du dir gemacht hast, das hier alles reinzutippen. Ich lese solche alten Schninken bzw. Stände der Wissenschaft auch immer mit großem Interesse. Sehr erstaunlich ist in jedem Fall, dass unsere heimische Biene bereits vor über 150 Jahren auch nach Asien gekommen ist. Und damit wohl auch bereits viel früher erste Bekanntschaft mit der Varroa gemacht haben muss, als das heutzutage angenommen wird.


    @KME: Was wird wohl in den Büchern des Jahrgangs 2100 bezüglich Bienen zu lesen sein? Und wie wird man unsere heutige Sichtweise in der Zukunft bewerten? Vielleicht gibts im Jahr 2100 auch gar keine Bienen mehr, dann braucht es auch niemanden mehr, der etwas darüber schreibt.


    Viele Grüße
    Sven

  • Hallo Imkerfreunde


    Heute noch eine kleine Zusammenfassung aus dem Jahr 1981, da schrieb Heiz Lorenz in seinem Buch "Die Magazinbetriebsweise der Weltimkerei" auch über die Bienenrassen in Deutschland. Auch wenn der Kai schreibt, das heute vieles nicht mehr zutrifft, da hat er recht, aber es wird gleich klar werden warum die dunkle Biene aus Deutschland, zum großen Teil, verschwunden ist.


    Die dunkle Biene (mellifica) war gut in Deutschland angepaßt, durch die Veränderung in der Landwirtschaft von Sommertracht auf Frühtracht hat sie an Bedeutung verloren, weil sie ein Spätentwickler war.


    Die Kärntner Biene (carnica) sie hat sich gut bewährt in der Ausnutzung der Frühtracht und überwintert gut. Sie entwickelt sich in verschiedenen Gebieten unterschiedlich und ist züchterisch noch nicht ausgeschöpft.


    Die Italienische Biene (ligustica) weist von Land zu Land unterschiedliche Eigenschaften aus, die Frühjahrsentwicklung ist auch zögernd, bringt aber im Sommer gute Ertäge, ist sanftmütig und schwarmträge.


    Die Kaukasische Biene caucasica) hat in Deutschland nur wenige Liebhaber.


    Lorenz schreibt ja haupsächlich über die Magazine, die Beschreibung der Bienenrassen ist für mich nicht ganz so klar, wie es zu dieser Zeit im Osten der Fall war.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Imkerfreunde


    Jetzt ist es auch Zeit mal die Buckfastbiene ins Spiel zu bringen, sie wurde von Bruder Adam, ab 1916 gezüchtet. Sie entstand aus der einheimischen Mellifica Großbritanniens und der Ligustica, es wurden versuchsweise auch andere Rassen eingekreutzt. Man kann sagen das es die Buckfastbiene ab den 1960iger Jahren gab, erste Erfolge gab es bei deutschen Imkern 1968. ich beschreibe diese Biene wie sie in Br.Adams Buch "Meine Betriebsweise" beschrieben ist.


    Die Buckfastbiene Es handelt sich hier um eine Kunstrasse, die im Laufe von 50 Jahren entwickelt wurde.Sie ist lederbraun, sehr fleißig, sparsam, schwarmträge und widerstansfähig gegen Krankheiten, sammelt kaum Kittharz, bleibt ruhig im Winter, entwickelt sich rasch, hält den Sommer über starke Völker.
    Verfliegt sich stark, für Einzelaufstellung geeignet, sehr schwarmträge, bringt hohe Erträge in entsprechenden Beuten.


    Die Carnica ist im deutschen Sprachraum sehr beliebt, im englischen Sprachraum wird ihr keine Bedeutung beigemessen. Sie hat eine große Schwarmneigung, beschränkte Fruchtbarkeit, braucht Reizfütterung in Trachtpausen. Trotz wertvoller Eigenschaften der Biene, passt sie nicht in einen neuzeitigen Betrieb.


    Bei dieser Beschreibung der Carnica, wird meiner Meinung nach deutlich, das es in den 1980 iger Jahren unterschiedliche Entwicklungen bei der Zucht der Carnicabiene in Ost und West gegeben haben muß. Durch die Isolation der Systeme, muß die Carnica im Osten bessere Zuchtergebnisse gehabt haben. Während im Westen die Buckfastbiene immer mehr ausbreitete und man auch leichter an andere Züchtungen kam.


    Das soll es dann erst mal gewesen sein.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Drobi;4014</p><p><br></p><p>Die [B schrieb:

    dunkle Biene[/B] (mellifica) war gut in Deutschland angepaßt, durch die Veränderung in der Landwirtschaft von Sommertracht auf Frühtracht hat sie an Bedeutung verloren, weil sie ein Spätentwickler war.


    Hallo
    jetzt misch ich mich auch noch ein ;-)


    Diese Aussage ist so definitiv falsch, leider trifft man diese Charakterisierung der Apis mellifera mellifera in sehr vielen Schriften so ab 1930 an.
    In Schriften vor 1920 wird dies aber definitiv anders gesehen, da wird die Mellifera sogar in Bezug auf ihre Frühtrachtleistungen hin gelobt.
    Ich glaube nicht das sich in der dazwischen liegenden Zeit die Landwirtschaft derart geändert hat, das sich die heimische Rasse nicht mehr anpassen konnte.
    Ich denke vielmehr es wurde nach Gründen gesucht eine andere Bienenunterart zu etablieren und zu vermarkten.


    Aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich dies auch 1:1 bestätigen. Carnica und Co haben "Schlecht Wetter gemacht " und die dicken Mellifera Mädels holten Nektar..


    Also ich betrachte die alte Imkerliteratur vor allem nach 1930 auch sehr skeptisch und suche daher gezielt Literatur bzw noch besser Darstellungsbericht aus der Zeit davor .


    Grüße


    Simon

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.
    Georg Bernhard Shaw