Waben oder komplette Zarge ersetzten?

  • Da im letztem Jahr bei mir die Frühjahrsdurchsicht wegen dem Sauwetter ausgefallen ist und ich nur alte dunkle Waben gegen neue Rahmen mit unausgebauten MW (erstes Jahr) ersetzt habe.
    Natürlich sind auch bei Ableger Bildung neue Rahmen mit MW reingekommen.


    Jetzt meine Frage, kann ich einfach zur passenden Zeit eine Zarge auf meinen Völkern aufsetzten?
    Im Moment sind sie zweizargig Segeberger Beute.
    Ich wollte eine dritte Zarge aufsetzen die ich mit 2 Leerrahmen für Drohnenbau, Honigraumwaben vom letztem Jahr und noch ein paar nicht ganz leere Melizitose Waben füllen möchte!


    Nach ein paar Wochen sobald Brutfreiheit herscht, dann die unterste Zarge entfernen.


    Ist dass soweit richtig? Und kann man es so machen?


    Habe leider unter Stichwort Suche "Zargentausch" nichts gefunden!


    Vielen Dank
    Rainer

  • Hallo und guten Morgen,


    es stellt sich die Frage, WANN Du das vor hast, aber letztendlich halte ich von dieser Art und weise aus mehreren Gründen nichts.
    Es gibt noch die Anleitung der totalen Wabenerneuerung im Spätsommer - was mir persönlich auch nicht so zusagt.
    Eine interessante Diskussion gab es dazu auch hier:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=30789


    Überlegenswert wäre, im Rahmen der Varroavorbeugung die totale Brutentnahme - hier kannst Du dann nach Auslaufen der Brut schön die hässlichen Waben austauschen, hast gleichzeitig Deine Ableger gebildet und die Varroa minimiert.


    LG: Anni

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Hallo und Guten Morgen Rainer,


    ...geschrieben war der Beitrag in einem etwas anderen Zusammenhang, beschreibt aber, wie man Wabenweise alte Brutwaben aus dem Volk bekommt.


    Herzliche Grüße
    Mirko


    Ps. Die Melizitose-Waben solltest du stets gut wässern, bevor du sie einem Volk zurück gibst.

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Hallo Rainer,


    ich persönlich sehe es als Vorteil des geteilten Brutraumes, dass man ganze Zargen tauschen kann.


    Wenn das Volk im zeitigen Frühjahr in der oberen Zarge sitzt kannst Du die untere Zarge komplett entfernen, den Boden sauber machen, die vorher obere Zarge auf den Boden stellen und und eine neue Zarge darufsetzen. Die Bienen aus der entnommenen Zarge in die neu aufgesetzte abstossen. Eventuelle Futterwaben kannst Du als Futterreserve für Ableger oder Notzeiten lagern und die anderen Waben daraus einschmelzen.
    Zum Aufsetzen eignet sich der Honigraum des Vorjahres.
    Die unterste Zarge mit den ältesten Waben wird so jedes Jahr erneuert. Ich finde das praktisch.


    Gruss
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Hallo René,


    hier kommt meine bescheidene Meinung zu diesem Thema:
    - Das Problem mit dunklen Brutwaben wird etwas sehr dramatisiert! Du mußt nicht zwingend jede dunkle Wabe entfernen. Ich habe Deine Historie irgendwie nicht richtig verstanden, aber es scheinen ja keine >5 Jahre alten Schwarten zu sein -> also keep cool! Wenn es passt mach sie raus, wenn nicht, dann ist ers auch nicht schlimm. (PS: Natürlich können sie irgendwelche Krankheitserreger anreichern usw....)
    - Du mußt nicht zwingend mit 2 Segeberger-Bruträumen imkern -> einer reicht auch aus. Mit 3 Bruträumen wirst Du wahrscheinlich keinen Honig im HR haben...
    - Man kann auch Zargen untersetzen, aaaber das hängt von "Alter" des Volkes (jünger=funktioniert leichter) und natürlich der Tracht ab.
    - Wabenweise würde ich in Segebergern nicht rumfummeln (sorry Mirko).
    Generell würde ich meine Entscheidung sehr von der Größe des Volkes abhängig machen -> kleines Volk in 2. Zarge, Anfang April -> 1. Zarge weg und einräumig über den Sommer bzw. starkes Volk, zweizargig Anfang April -> in Ruhe lassen +zeitig HR aufsetzen und Waben Ende Juli erneuern. Immer voraus gesetzt, daß Du auch Honig ernten möchtest... (Klugscheißermodus wieder aus)


    Ich hoffe Dich jetzt nicht komplett verwirrt zu haben.


    Gruß Jörg

  • ...Wabenweise würde ich in Segebergern nicht rumfummeln (sorry Mirko).


    Angenommen, Jörg. :liebe002:
    Ich bin auch der Meinung, dass, wenn man schon mit geteiltem Brutraum imkert, man auch die Betriebsweise darauf ausrichten sollte.
    Geteilter Brutraum ist ja ohnehin "vereinfachte Imkerei" und steht eher für zargenweise Eingriffe.
    "Wabenweise" ist optional, aber eher bei ungeteiltem Brutraum anzuwenden.


    Also, Rainer, hör diesbezüglich lieber auf die Zargenimker.
    3-Zargen-Bruträume sind -egal von welcher Seite betrachtet- vollkommen unsinnig.
    Und trotz Klugscheißermodus wird Jörgs Beitrag für dich sehr wertvoll sein.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • So erst mal vielen Dank für die viele Antworten und Tips.


    Da ich ja erst in meinem zweitem Jahr bin und meine ältesten Waben max. 3 Jahre alt sind, werde ich es ruhig angehen lassen.
    Die links und auch das Video sind sehr interessant und auch hier gibt es wie immer mehrere Meinungen, alles andere wäre ja auch zu einfach :)
    Wie schon gesagt, letztes Jahr habe ich beim einhängen der Drohenrahmen immer die schlechtesten Brutwaben entfernt.
    Und auch bei rausschneiden der Drohnenrahmen ab und zu nach Gefühl mal die ein oder andere dunkel Wabe (nur wenn sie komplet leer war) entfernt.
    Auch bei der Ablegerbildung habe ich dann je zur hälfte helle und dunkle Waben genommen, die dunklen sind dann bei der Erweiterung der Ableger auch nach und nach weiter an den Rand der Zarge verschoben worden, so dass ich Sie dieses Jahr entfernen kann.
    Eigentlich habe ich im durchschnittlich 7 Waben im letztem Jahr pro Volk entommen, was also etwa 1/3 der gesammten Wabenmasse entspricht.
    Würde also bedeuten dass im Durchnschnitt alle 3 Jahre die Waben gewechselt wären.
    Wäre maximal 3 Jahre für eine Wabe ok?
    Denn welche werden doch stärker bebrütet als andere...


    Da ich nur zweizargig imkere, ist eigentlich immer genug Platz vorhanden.
    Von dieser Betriebsweise lasse ich mich auch nicht abbringen, da ich im Winter immer wieder sehen muss wie Imkerkollegen auf 1 zargiger Segeberger Futterprobleme bekommen.


    Ich sehe es bei mir nur am Totenfall wie sie in der unteren Zarge von einer zur anderen Seite wandern und dann in den oberen Bereich wieder zurück maschieren.
    Das machen die Mädels schon echt ganz gut.
    Auch verändere ich grundsätzlich nach dem einfüttern nichts mehr. Denn die Bienen wissen es besser wie ich!!!


    Werde mal schauen wie die Waben bei der Frühjahrsdurchsicht aussehen und dann werde ich mich entscheiden.


    Vielen Dank an alle fleißigen Helfer


    Rainer

  • Bienengemäß wäre aber, dem Vorschwarm (und allen Nachschwärmen) eine komplett neue/desinfizierte Kiste ohne jedes Wabenwerk zu geben (dafür gibt es Wachsmotten in freier Wildbahn).
    Das reduziert schon mal die Milben.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen