Imkerverein 2.0

  • Kein Wunder bei 10°!
    Es gab ja wieder die Großveranstaltung in Hihenheim für die Imker-Interessierten. Da sind viele dabei, die dann mit einem Volk anfangen, vielleicht noch einen Kurs bei einem umliegenden Verein machen und dann aber mit ihrem Volk im Regen stehen gelassen werden.Das Volk überlebt den winter nicht, der Neuimker ist gefrustet und gibt auf und jede Menge Material gammelt in der Garage vor sich hin. Denn bei uns gibt es z.B. keine Imkerpaten mehr, zuviele Neulinge. Ich habe mir jetzt das Konzept des DIB angenommen, wenn jemand unbedingt mit Imkerei anfangen will. Einfach um zu vermeiden, dass vor lauter "Begeisterung" mit der Imkerei angefangen wird und dann fehlt es an Zeit, Verständnis und sonst was. Und die Bienen leiden darunter. Ich vermiete Bienenvölker. Ob das auf Vereinsebene funzen würde, weiß ich nicht, ist aber denkbar. Dazu nehme ich meine Völker, die bei mir am Stand stehen, denn der Verein wehrt sich ja mit Händen und Füßen gegen einen Lehrbienenstand. Dort bewirtschaftet der Neuimker mit mir zusammen ein Volk das ganze Jahr über, ohne dass er das aber mitsamt Material gleich kaufen muss. Er sieht erstmal, ob es zu ihm passt und ob es zeitlich passt. Am Ende des Jahres entscheidet er sich dann, ob er das Volk mit oder ohne Beute kaufen will, denn er hat es ja über eine Saison schon kennengelernt. Vielleicht hat er auch schon einen Ableger davon gemacht. Auf jeden Fall wird nicht soviel Geld in den Sand gesetzt und die die sich dann für Kauf entscheiden, haben dann auch entsprechende Stellplätze gefunden. Ich denke, das wäre auch eine Idee auf Vereinsbasis, denn da ist wirklich einiges im Argen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Spitzen-Idee! Das klingt wirklich konstruktiv!!!
    Vielen Dank, Holmi!


    Grüße aus Kassel,


    vic

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Holmi, wie machst du das genau? Du sagst, Du vermietest Bienenvölker, aber die bleiben bei Dir???


    Ist das dann erst mal ein kostenloses Pflegevolk, und der Azubee ist Knecht bei Dir, bis er dann reif ist, und dann kostet es?
    Oder kostet das Bearbeiten Deiner Völker mit Deiner Hilfe eine Vergnügungsgebühr? :wink:


    Das interessiert mich schon... ich habe nämlich jemanden, der genau gar kein Geld investieren möchte und sojemanden kann man nur als Sklaven halten und das Begehr genau prüfen.


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Hallo holmi,


    wie machst Du das mit dem "Timing" ?


    Sprich....hat Dein "Mieter" auch immer dann Zeit, wenn Du an die Völker gehen möchtest?


    Sonnige Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo zusammen,


    unser Verein hat jetzt 110 Mitglieder, wir haben die letzten 5 Jahr 51 neue Mitglieder dazu gewonnen,
    gute junge Altersstruktur.
    Wir treffen uns 1 x im Monat im Winter zum Stammtisch im Sommer am Bienenhaus mit Jungimkern.


    Wir veranstalten jedes Jahr Jungimkertreffen.


    Es kostet 150,- € darin enthalten 1 Volk, ein Buch und alle kleinteile die man alsmal so braucht.


    Wir trffen uns jeden Donnerstag mit den Jungimkern um an den Völkern zu arbeiten oder in großer Rund
    zu diskutieren über Rassen, Beuten usw.
    In unserem Verein gibt es alles auser Warre und Langstrom!
    Wir haben Schleuder, Wachschmelzer, Gießform und noch ein paar sachen zum leien.
    Die Jungimker werden von Ende März bis zur Winterbehandlung begleidet.
    Wenn einer nicht kann machen die anderen die Arbeit mit. Es wird gemeinsam Völker vermehrt, Königinnen gezogen, geschleudert und gequatscht.


    Kommt ganz gut an!


    Bis denne Karlheinz

  • Hallo zusammen,


    habe vergessen, wenn einer keine Lust mehr hat oder eine Alergie bekommt nimmt der Verein alles zurück
    und der Jungimker bekommt sein Geld wieder.
    Kam die letzten Jahr 2x vor Allergie.


    Auch wenn es sonst Schwierigkeiten gibt wird meist immer erst im Verein nachgefragt.
    Bis denne Karlheinz

  • Hallo zusammen,
    Regina : da ich relativ flexibel bin, und der Mieter auch mal tagsüber Zeit hat, denke ich, dass wir da schon zusammen kommen. Das ist ja eben in Planung, noch nicht durchgeführt.
    Jule : also Knecht oder Sklave kann man ja wohl nicht sagen, denn ich muss mich ja auch anpassen, z.B. zeitlich. Ja, es sind meine Völker und eines davon stelle ich dafür zur Verfügung, deshalb bleibt es bis zum Kauf auch an meinem Stand. Warum nicht? Und in diesem Jahr geht es auch darum zu sehen, wie ernst es dem Mieter mit der Bienenhaltung ist. Das merkt man ja und danach richtet sich das weitere Vorgehen im nächsten Jahr. Und er lernt sich zu beherrschen, denn er kann nicht jederzeit an das Volk so aus Neugierde, so wie es Anfänger ja gern tun, Stichwort totgucken.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Vic und die Anderen,
    das Handwerk der Imkerei habe ich von 4 Jahren in einem gelernt. Probeimkern mit Leihvolk vom Verein. Danach übernommen und weiter ausgebaut auf nun 24 Völker.
    Im Vereinshaus lief das ganze Programm der Schulungen etc. ab.
    Das würde ich so als perfekt bezeichnen. Der Verein hat ca. 120 Mitglieder. Natürlich ist es immer nur eine gute Handvoll die die wesentlichen Arbeiten machen. Und das ist nicht wenig.


    Nach einem 100 km Umzug und Kauf eines Bienenhauses bin dem örtlichen Verein beigetreten. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. 2 Treffen im Jahr und das wars. Null aktivität.
    Keine Nachwuchsarbeit nix.


    Ich wünsche mir Imkervereine die
    aktiv sind. Ein Verein mit 20 Mitgliedern (so wie mein neuer) hat einfach nicht die kritische Masse an aktiven Leuten um dem Verein leben einzuhauchen.
    Vereine die Nachwuchsarbeit betreiben und die Jungimker gut betreuen können.
    die auch spezielle Gerätschaften für Ausleihe bereit halten können
    wo die Mitglieder tolerant und dialogfähig sind
    Vereine die sich über Dorfgrenzen hinwegsetzen können und sich zu größeren Einheiten zusammenfinden können,
    damit erledigen sich viele Probleme von selbst (siehe kritische Masse)


    Es grüsst
    Walter

  • Manchmal ist aber weniger auch mehr. Lieber 20 aktive Mitglieder, als 200 passive, so wie bei uns.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • als 200 passive, so wie bei uns.


    mmh, mit welchen Worten, Taten könnte man diese Mitglieder "aufscheuchen". Ist ja wohl so, das man das "nichtstun" "unterstützt" indem man "Gutes tun" nicht fördert und "nichtstun" als "standesgemäß" behandelt.
    Will damit anregen sich Gedanken zu machen und entsprechend zu handeln, damit die "Untätigen" sich als "unerwünscht" erkennen.


    Gruß
    Martin

  • Ja ich lese hier auch schon lange mit... Wir haben alle das selbe Problem, in 14 Tage ist Neuwahl, mal schaun ob da welche aufwachen :-(

    ...damit die "Untätigen" sich als "unerwünscht" erkennen.


    bedeutet: 95% der Mitglieder sind unerwünscht!:eek:


    LG Frank

    Hätten wir was getan, als noch Zeit war, bräuchten wir uns nicht vorzustellen, wie es wäre, wenn wir was getan hätten, als noch Zeit war.

  • Ja, aber so ist es doch. Und dann kommt da noch mein Lieblingssatz:"des hemmer scho immer so gmacht". Da könnt ich ausflippen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi