Schwarmstimmung, Schwarm und einzelne Biene

  • Hallo,
    ich las gerade in einem anderen Faden "Schwarmstimmung kommt auf"
    (Begründung, weil die Frage ja eigentlich nicht zur Jahreszeit passt)


    Mich würde interessieren, woher weiß die einzelne Biene eigentlich, ob sie dazugehört
    zu denjenigen die ausziehen oder denjenigen, die dableiben?


    Oder anders gefragt, was entscheidet, wie groß der Schwarm wird?
    Oder verfliegt die Schwarmstimmung, sobald genug draußen sind?
    Wie wird entschieden, wann genug ist?


    Weiß man da etwas darüber?
    Gruß Doro

  • Frauen sind nicht für Alternativ-Entscheidungen.
    Die würden mehrmals hin und her rennen und gucken. und probieren.
    Das tun die Bienen m.W. nach nicht.


    Vergleich hinkt:wink::lol:


    Fehlt noch: und dann eine logisch zu begründende Entscheidung treffen,
    die der Konsens ist der erarbeiteten Erfahrungen - so!:lol:

  • Nee,


    hinkt nicht.


    Hast noch keinen Schwarm beim Auszug gesehen.


    Viele Mitläuf-Fliegerinnen, Zauderinnen, Umkehrerinnen und es kommt sogar vor, dass sie wieder zurückkommen.


    Die locken sogar Drohnen mit, allerdings nur junge unerfahrene Drohnen…."oh son, you bloddy bastard, let`s walk down":cool:


    Also planvoll ist da nix, wie auch, bei so vielen Schwestern/Halbschwestern.


    Aber is ja die letzten Millionen Jahre gut gegangen, irgendwie, also wieso ändern? DAS ist weibliche Logik :lol::Biene:


    doc

    Schere das Schaf und töte den Bären. Nie umgekehrt!
    Mongolische Weisheit.

  • Ja sicher doch!
    Ich wasche meine Wäsche auch immer in der Pfütze vorm Haus, hab kein Handy und keinen PC - upps!


    Die Vorgabe (von wem?) lautet doch: raus und draußen sammeln, auch die, die noch nie draußen waren.
    Stimmt doch, dass auch solche dabei sind? Geht ja nicht anders, denke ich.


    Aber ich weiß immer noch nicht, wer mit geht und wer nicht - und warum die oder die nicht.
    Und wieviele sollen es denn dann sein und wann ist genug?

  • Zitat

    Aber ich weiß immer noch nicht, wer mit geht und wer nicht - und warum die oder die nicht. Und wieviele sollen es denn dann sein und wann ist genug?


    Zum Beispiel hier:
    Rangel, J. and T.D. Seeley. 2012. Colony fissioning in honey bees: size and significance of the swarm fraction. Insectes Sociaux 29:453-462.


    Hier die Fundgrube für derlei Fragen:
    http://www.nbb.cornell.edu/seeleypub.shtml


    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Hallo Doro,


    ...woher weiß die einzelne Biene eigentlich, ob sie dazugehört zu denjenigen die ausziehen oder denjenigen, die dableiben?


    Die Schwarmstimmung versetzt das Volk in einen Ausnahmezustand. Alles, was zum Erhalt der alten Behausung beiträgt, wird eingestellt, wie z.B. der Bautrieb. Der Volkszusammenhalt zerbricht bereits bei der Errichtung und Pflege der Schwarmzellen. Es gibt eine Grüppchenbildung im Volk, oder besser: Es entstehen bereits im Stock aus einem großen Volk zwei oder mehrere kleine. Die feindliche Gesinnung verschiedener Völker ist bekannt. So verhält es sich auch mit diesen Volksgruppen. Diese Feindseeligkeit ist es auch letztlich, die den Vorschwarm aus dem Stocke treibt, welcher aus den Bienen besteht, die ihre Verbindung zur alten Königin noch nicht verloren haben.


    Oder anders gefragt, was entscheidet, wie groß der Schwarm wird?


    Einzig die Anzahl derer, die der alten Königin gewogen bleiben (Vorschwarm) und die Anzahl der Grüppchen, die "ihre" Schwarmzelle(n) pflegen (Nachschwarm/Nachschwärme).


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • J. Rangel • H. K. Reeve • T. D. Seeley (2013): "Optimal colony fissioning in social insects: testing an inclusive fitness model with honey bees" Insect. Soc. (2013) 60:445–452; DOI 10.1007/s00040-013-0309-3


    Aus dem Abstract:
    "... We first created an inclusive fitness model of optimal colony fissioning that applies to species in which fissioning gives rise to two autonomous colonies. The model predicts the optimal ‘‘swarm fraction’’, which we define as the proportion of the adult workers in a fissioning colony that join the departing queen. We then tested the model by comparing the predicted and observed swarm fractions in honey bees. We found a close match between predicted (0.76–0.77) and observed (0.72 ± 0.04) swarm fractions. Evidently, worker honey bees distribute themselves between the old and new colonies in a way that jointly maximizes the inclusive fitness of each worker. We conclude by discussing additional ways to test the model."


    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Das geht mir ab, sich einfach vorne hin zu stellen. Eine Theorie zu verbraten. Ständig erklären zu können, warum es dieses Mal anders war und weiter hoch erhobenen Hauptes und Zeigefinger zum Volke zu sprechen.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Aus dem Abstract


    Hey...Lob und Anerkennung, dass dein Beitrag in einem deutschen Forum wenigstens drei deutsche Wörter beinhaltete (wobei eines davon offiziell aus dem Englischen ins Deutsche übernommen wurde)
    Gönne doch dem geneigten Leser die Zuversicht, hier einen Beitrag in seiner Landessprache lesen zu dürfen, selbst wenn der Originaltext, aus dem du die Weisheiten entlehntest in Englisch oder auch ggf. in Swaheli verfasst war.
    Setze bitte nicht voraus, dass ein jeder der fremden Sprache ebenso mächtig ist, wie du bzw. belege, dass du es nicht nur selbst lesen, ggf. auch selbst sprechen oder abschreiben, sondern (zumindest den, das oder die Abstract) auch in Landessprache mit eigenen Worten oder als schlichte (nichtmaschinelle und deshalb verständliche) Übersetzung darbieten kannst.


    Danke!!


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Der Volkszusammenhalt zerbricht bereits bei der Errichtung und Pflege der Schwarmzellen. Es gibt eine Grüppchenbildung im Volk, oder besser: Es entstehen bereits im Stock aus einem großen Volk zwei oder mehrere kleine.


    Hallo Mirko,
    das erklärt einiges, danke.
    Es ist ja bei allen Gruppen so, wenn sie zu groß werden zerbricht die Einheit.


    Das erklärt auch, warum die Waben uneinheitlich ausgebaut werden
    und warum der Schwarmdrang so schwer zu stoppen ist.


    Ich wusste nicht, dass im Stock schon mehrere Einheiten nebeneinander her leben einige Zeit bevor sie ausziehen.


    Da kann man wohl auch nichts machen, um die Schwarmgröße zu beinflussen.
    (war so eine unausgegorenen Idee von mir)


    Gruß Doro


  • Setze bitte nicht voraus, dass ein jeder der fremden Sprache ebenso mächtig ist, wie du bzw. belege, dass du es nicht nur selbst lesen, ggf. auch selbst sprechen oder abschreiben,....darbieten kannst.


    Genau, lieber Mirko.
    Dann fass Dich bitte an Deine eigene Nase und übersetze den Nichtlateinern unter uns Deine Signatur.:wink:
    Vielen Dank!


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)