Viele Fragen von Interessierten

  • Hallo zusammen,


    So nun hat mich das Imkerfieber auch gepackt.
    Seit einem Monat spiele ich mit dem Gedanken mir Bienen zuzulegen.


    Bisher habe ich mich nur mit trockener Theroie beschäftigt ( Zeitungsartikel, Bücher und DVD´s).
    Schon jetzt haben sich ein paar Fragen angehöuft, die ich einfachmal der reihe nach aufliste, villeicht findet ja jemand Zeit sie zu beantworten.


    1.
    In einem Buch wird ausdrücklich vor dem Einfall von Bienen in den Stock gewarnt. Mich wundert es, dass dann viele Imker, soweit ich es geshen habe, ihre Bienenstäcke nahe über dem Boden / auf dem Boden aufstellen.
    Bisher binn ich nur auf folgende Begründungen gekommen:
    Entweder sind die meisten Bienenstöcke onehin, durch die Einflugbegrenzung, Mäusesicher oder die Imker nehmen die Mäusegefahr in kauf, da sie durch die niedrige Lagerung die bienen beim Hantieren nicht mit ihrem CO2 Ausstoß beunruhigen.
    Wie verhält sich das?


    2.
    Wie ist das mit der Inzest Gefahr bei Bienen. Paart sich eine Königin mit Drohnen aus dem eigenen Stock, oder sucht sie sich ander?
    Gibt es aus diesem Grund Belegstellen und muss diese jeder Imker mit seinen Königinen Besuchen?


    3.
    Wenn ich alles soweit richtig verstanden habe, bildden die Völker durchaus mehrere Weiselzellen.
    Ist es möglich diese mit einigen Arbeiterinnen zu entnehmen und somit mehrere Ableger pro Jahr aus einem Volk zu gewinnen?


    Ich muss zugeben, dass mich das Thema wirklich sehr interresiert, ich denke momentan sogar darüber nach eine Tierwirt Ausbildung zu beginnen, obwohl ich nicht mehr im typischen Azubialter bin und keinerlei Erfahrung besitze. Sollte mich jedoch kein Ausbilder nehmen plane ich den Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg zu machen.
    Als ich mich darüber informiert habe bin ich auf den Vermerk gestoßen, dass in einem solchen Fall ein Nachweis über den Besitz einer bestimmten Anzahl von Bienenvölker notwendig ist.
    Da komme ich gleich auf die letzte Frage. Wie weist man denn Bienenvölker nach. Bei gekauften Völkern kann ich mir das ja noch über das Gesundheitszeugnis erklären, aber bei selbst vermehrten?


    So das wars fürs erste. Bestimmt stoße ich im laufe meiner Lektüren auf weitere Fragen.
    Ich hoffe nächste Woche noch einen freien Platz in meinem ersten Kurs zu bekommen und freue mich schon darauf.


    Vielen Dank im voraus für jede Antwort.
    Grüße
    Markus

  • Hallo Markus-nullzwo,
    erstmal herzlich willkommen hier im Forum.
    Deine Fragen sind natürlich schnell beantwortet:
    1. Das ist Räuberei. Kann vorkommen muß aber nicht. Die Aufstellung der Beuten spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
    2. Königinnen werden außerhalb des Stockes von einer größerent Anzahl Drohnen begattet die nicht automatisch aus dem eigenewm Nachwuchs kommen.
    3. Aus einem Volk kann man wie Du beschrieben hast Ableger bilden.


    Das mit dem Tierwirt sollte Dich jetzt am Anfang nicht wirklich beschäftigen.


    Jetzt meine Empfehlung:
    Suche Dir für dieses Jahr einen erfahrenen Imker dem Du jetzt erst einmal über die Schulter schauen kannst.
    Oder Du suchst Dir in Deiner Gegend einen Verein der in diesem Jahr einen Anfängerkurs macht.
    Zum Thema Gegend fülle bitte Dein Profil aus, es redet sich leichter und die Hilfe hier aus dem Forum ist zielgerichteter möglich.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Markus,


    herzlich willkommen im Forum. Ich glaube Deine erste Frage bezieht sich auf Mäuse, die in die Beute kommen könnten. Ist das richtig?


    Solange die Bienen fliegen, verteidigen Sie den Stock gegen Mäuse. Die Mäusegitter bringt man dann im Herbst an, wenn die Zeit naht, dass die Bienen durch die Kälte bedingt, unbeweglicher werden und sich schließlich in die Wintertraube zusammenziehen. Dann können sie ihr Flugloch nicht mehr gegen Eindringlinge verteidigen. Sobald die Bienen im Frühjahr wieder regelmäßig fliegen, entfernt man die Mäusegitter, da sich die Bienen dann wieder wehren können. Bei kleinen Völkern, verengt man das Flugloch, damit die Bienen das Flugloch auch gegen fremde Bienen oder Wespen verteidigen können.


    Die Königinnen fliegt zur Begattung zu sogenannten Drohnensammelplätzen. Die ergeben sich ganz natürlich. Die Drohnen der Umgebung sind dort vertreten und sammeln sich dort täglich hauptsächlich zwischen 14 und 16 Uhr und warten auf vorbeikommende Königinnen. Eine Königin kann dort auf eigene Dohnen treffen. Vermutlich sind hunderte bis tausende Drohnen dort. Sie vereinigt sich mit mehreren Drohnen. Drohnen haben einen großen Flugradius. In der Nähe einer Belegstelle sollen deshalb nur Drohnen der auf der Belegstelle vertretenen Bienenrasse fliegen (zB. Carnika oder Buckfast), damit gewährleistet wird, dass zB. die Carnicaköniginnen auf der Carnicabelegstelle auch von Carnicadrohnen gegattet werden.


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:


  • Jetzt meine Empfehlung:
    Suche Dir für dieses Jahr einen erfahrenen Imker dem Du jetzt erst einmal über die Schulter schauen kannst.
    Oder Du suchst Dir in Deiner Gegend einen Verein der in diesem Jahr einen Anfängerkurs macht.
    Zum Thema Gegend fülle bitte Dein Profil aus, es redet sich leichter und die Hilfe hier aus dem Forum ist zielgerichteter möglich.
    Gruß Eisvogel



    Dem kann ich nur zustimmen!


    Habe auch vorweg alles verschlungen: Literatur, Zeitschriften, Youtube. Ein Schuh wird erst draus, wenn man an den Bienen steht und diesen nähert man sicher am Besten für Leib und Tier in Begleitung eines erfahreneren Imkers. Den kann man dann auch mit Fragen löchern. Vermutlich ist der auch geduldiger als mancher Forums-user im Umgang mit für ihn schon selbstverständlichen Anfängerfragen.


    Viel Erfolg und Spaß am neuen Hobby,


    vic

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Zitat

    ... Königinnen fliegt zur Begattung zu sogenannten Drohnensammelplätzen. Die ergeben sich ganz natürlich. Die Drohnen der Umgebung sind dort vertreten und sammeln sich dort täglich hauptsächlich zwischen 14 und 16 Uhr und warten auf vorbeikommende Königinnen. Eine Königin kann dort auf eigene Dohnen treffen. Vermutlich sind hunderte bis tausende Drohnen dort.


    Soweit so gut, aber eigene Drohnen wären Söhne dieser Königin.
    Denk mal scharf nach, warum nicht sein kann, was nicht sein darf?
    ...............na, hat es "Gedankenblitzt":u_idea_bulb02:

    Grüße, Horst -- Wer nichts macht, kann nie etwas richtig machen. --


  • Denk mal scharf nach, warum nicht sein kann, was nicht sein darf?
    ...............na, hat es "Gedankenblitzt":u_idea_bulb02:


    Hallo vesteimker. Alles falsch. Hier mal was zum lesen.
    Diploide Nachkommen der Königin, also auch wie Arbeiterinnen aus einem befruchteten Ei stammende Prinzessinnen sind mit den Drohnen aus dem gleichen Volk nur zu 25% verwand.
    Über das Erbgut der Mutter.


    Die Drohnen sind haploid, sie haben nur das Erbgut der Mutter als einfachen Satz. Bei der Spermienproduktion klonen sie sich sozusagen millionenfach.
    Arbeiterinnen sind diploid. Sie haben die Hälfte der Mutter (wobei es noch mal durch die Meioseteilung bei der Eireifung zu verschiedenen Sortierungen des väterlichen und mütterlichen Anteils der Königin kommt) und die Hälfte des Vaterdrohns.


    Mit ihrer Mutter sind die Arbeiterinnen dann 50% verwand. Der Vaterdrohn ist mit der Tochter zu 100% verwandt!
    Arbeiterinnen eines Stockes haben aufgrund der Mehrfachbegattung der Königinnen somit verschiedene Verwandschaftsgrade:
    75%, wenn sie echte Geschwister sind, also vom gleichen Drohn stammen (sog. "Superschwestern", die sind miteinander mehr verwand als mit ihrer Mutter!),
    50% wenn sie von einem Drohn aus dem gleichen Vatervolk stammen,
    25% wenn sie von einem andersstämmigen Drohn abstammen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Und vor allem,
    hat die zu begattende Königin ja noch keine Eier gelegt, also direkte Söhne oder gemeinsame fallen sowieso weg.
    Hat mich aber auch etwas Zeit gekostet.
    Viele Grüße
    Wolfgang, bei dem der Groschen heute wieder centweise fällt

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Josef,


    Die Drohnen sind haploid, sie haben nur das Erbgut der Mutter als einfachen Satz. Bei der Spermienproduktion klonen sie sich sozusagen millionenfach.


    ja, die Drohnen haben einen einfachen Chromosomensatz, allerdings verfügt die Mutter über 2 komplette Chromosomensätze. Daher sind die Drohnen genetisch gesehen nicht wie geklont, die Hälfte der Drohnen hat den Chromosomensatz A der Mutter und die andere Hälfte den Chromosomensatz B.


    Arbeiterinnen sind diploid. Sie haben die Hälfte der Mutter (wobei es noch mal durch die Meioseteilung bei der Eireifung zu verschiedenen Sortierungen des väterlichen und mütterlichen Anteils der Königin kommt) und die Hälfte des Vaterdrohns.


    Ein Chromosomensatz ist ein Chromosomensatz. Der teilt sich nicht in irgendeiner Weise noch auf. Arbeiterinnen und Königinnen sind diploid. Das ist korrekt. Sie bekommen einen ganzen Chromosomensatz vom Vater und einen ganzen Chromosomensatz von der Mutter. Da alle Gene in doppelter Ausführung (diploid)vorliegen, unterliegen diese nun frei den Gesetzen nach Mendel in Bezug auf dominante, rezessive und intermediäre Vererbung, Crossing over etc. pp


    Mit ihrer Mutter sind die Arbeiterinnen dann 50% verwand.


    Die Mutter könnte ja auch die Schwester sein, wenn heimlich umgeweiselt wurde, die Frage ist halt, welchen Status im Volk man gerade betrachtet :wink:


    Der Vaterdrohn ist mit der Tochter zu 100% verwandt!


    Die Tochter hat einen kompletten Chromosomensatz vom Vater, sie hat aber auch noch einen kompletten Satz von der Mutter. Sofern man also keine künstliche Besamung mit dem Samen eines einzigen preisgekrönten Drohnes durchgeführt hat, bringt diese Erkenntnis aber auch nicht wirklich viel. Bei bis zu 20 Drohnen, die eine Königin natürlicherweise begatten, könnte die genetische Vielfalt unter den Arbeiterinnen im Völk kaum größer sein.


    Viele Grüße
    Sven

  • Das OT wollten wir doch bleiben lassen. Diskutiert das bitte in eigenem Thread.

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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