Wirksamkeit von Milchsäure in der Winterbehandlung

  • Hallo aus dem verschneiten Leipzig,


    ich grüble schon seit einiger Zeit zu diesem Thema, folgende Situtation:


    Anfang Okt. '13 die Windel letztmalig eingeschoben, bei den meisten Völkern lag der natürliche Milbenfall bei 0, höchstens mal 1/Tag. 3 Ausreißer waren mit 1,5 bis 3/Tag dabei - o.k. die Winterbehandlung war ja eh schon eingeplant.


    Jetzt war es hier im Dezember fast wie Frühling, die Völker warem Mitte Dez. brutfrei (alle noch da und teils sehr stark) und es aber andauernd so um die 10 Grad. Also dachte ich mir nimmste Milchsäure, mir widerstrebte es wirklich die Völker auseinander zu nehmen und zu behandeln. Ein 2. Mal wie empfohlen wollte ich das aber auf keinen Fall und habe so nach 2 Wochen die Windel wieder rein (nach dieser Zeit soll lt. Literatur der natürliche Milbenfall auch wieder einsetzen und die Wirksamkeit abgeklungen sein) und siehe da - die Völker die im Herbst schon "unauffällig" waren hatten jetzt wieder 0 - 0,3 Milben / Tag, die 3 Ausreißer waren proportional zum Herbst genau so auffällig mit bis zu 8 Milben/3 Tagen. Ich habe dann nochmals trotz nicht ganz optimalen Bedingungen Oxalsäure geträufelt und es fielen bis zu 414 Milben/10 Tagen. Fand ich jetzt schon ganz ordentlich für "Zustand nach MS-Behandlung".


    Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht oder gibt es hierzu Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zur Therapie? Ich denke dass ich zur Winterbehandlung bei nicht optimalen "Träufelbedingungen" zur Ox-Verdampfung übergehen werde.


    Grüße
    Carsten

  • Jetzt war es hier im Dezember fast wie Frühling, die Völker warem Mitte Dez. brutfrei (alle noch da und teils sehr stark) und es aber andauernd so um die 10 Grad. Also dachte ich mir nimmste Milchsäure, ............
    Ich habe dann nochmals trotz nicht ganz optimalen Bedingungen Oxalsäure geträufelt und es fielen bis zu 414 Milben/10 Tagen.


    ... verstehe ich das richtig: Milchsäure bei Brutfreiheit im Dezember gesprüht und trotzdem nach folgender Oxalsäureträufelung noch über 400 Milben gefallen?
    Klingt so, als hätte die Milchsäure nicht richtig gewirkt.....
    ... wenn dem so ist, kann man sich die Milchsäurebehandlung im Dezember bei Brutfreiheit sparen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Nur dass ich richtig verstehe:
    also weisst Du nicht, wie viele Milben durch die MS von den Bienen gefallen sind. Nur, dass nach der OX-Träufelung noch mal 412 Milben gefallen sind.


    Wie genau hast Du Milchsäure-behandelt?


    Gruß, Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • Hallo Gunnar,


    korrekt, nach der MS Behandlung war keine Windel drin (Aussenstand und Bretter vergessen mitzunehmen danach ein paar Tage weg) dachte aber auch dass der direkte Milbenfall nicht das Interessante ist sondern was nach der Behandlung noch im Volk verbleibt, deshalb ja nach 2 Wochen die Kontrolle. Zum 2. Teil, na ja, war um die 11 Grad kein Flugwetter Waben gezogen und je nach Besatz gesprüht. Bienen waren gut benetzt, es kam mir erst mal nichts ungewöhnlich vor. Ach ja und die MS war ad us vet. also nix Selbstgerührtes.


    Gruss
    Carsten

  • Hallo,


    um bei Milchsäure den gleichen Wirkungsgrad zu erreichen wie bei OS, sollte sie üblicherweise lt. Anleitung 2-3xig angewendet werden.


    Letztlich zeigt Dir die Fallzahl nach OS-Behandlung praktisch in Form einer Gegenprobe mit hohem Wirkungsgrad, was drin geblieben war: Vorher noch lebend, dann tot.


    Wieviele nach der MS nun tatsächlich gefallen sind und wie somit der Befallsgrad gewesen ist, das kannst Du unter Deinen Bedingungen jetzt nicht sagen. Und im Zweifelsfalle zeigt es eben mal wieder, dass die natürlichen Fallzahlen zwar ein Hinweis sind aber nn mal nicht in Tatsachen umrechenbar in jedem Falle.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,


    für mich scheint nun aber erst mal dass die Wirksamkeit der Oxalsäure doch effizienter ist als bei MS. Ist mir schon bekannt dass man 2 x behandeln soll mit MS, das finde ich aber doch sehr belastend für die Völker im Winter und für mich kommt das nicht in Frage. Desweiteren habe ich hier im Forum schon einige Threads gefunden wo Kollegen auch nur einmalig mit MS im Winter behandeln - und die würde ich hier gerne mal hören mit ihrer diesbezüglichen Erfahrung.



    Grüsse
    Carsten

  • für mich scheint nun aber erst mal dass die Wirksamkeit der Oxalsäure doch effizienter ist als bei MS. Ist mir schon bekannt dass man 2 x behandeln soll mit MS, das finde ich aber doch sehr belastend für die Völker im Winter und für mich kommt das nicht in Frage.


    Also die Frage ist doch:
    - wären auch so viele Milben abgefallen, wenn du die 2 Milchsäurebehandlung durchgeführt hättest statt Oxalsäure zu tröpfeln.
    - wären auch so viele Milben getötet worden, wenn du nur Oxalsäure angewendet hättest, ohne vorher Milchsäure zu sprühen.
    - wie belastend ist es für die Bienen wirklich, wenn man bei +- 5 Grad die Waben entnimmt und Milchsäure sprüht.
    - wie viel besser ist die Oxalsäure, wenn man bedenkt, dass 2 maliges tröpfeln im Winter das Volk umbringen soll.
    - wie unterscheiden sich die Milbenabfallszahlen bei Oxalsäure und Milchsäure (Fallen bei Oxalsäure in 3 Tagen viele Milben und bei Milchsäure über 2 Wochen die gleiche Anzahl)



    Desweiteren habe ich hier im Forum schon einige Threads gefunden wo Kollegen auch nur einmalig mit MS im Winter behandeln - und die würde ich hier gerne mal hören mit ihrer diesbezüglichen Erfahrung.


    Also ich habe sowohl im Winter 11/12, im Winter 12/13 und jetzt Winter 13/14 Milchsäure gesprüht und keine Oxalsäure geträufelt.
    Meine Erfahrung: ich habe jetzt Ärger mit der Faulbrut und musste schon 3 Mal mit dem AmtsVet meine Bienen angucken.


    Wie du siehst, kannst du jetzt aus meinem Geschriebenen viel herauslesen, noch mehr hineininterpretieren und schließlich feststellen, dass du hinterher noch genauso schlau bist, wie vorher ;)


    Dass die Faulbrut bei mit (zum Glück und hoffentlich) noch nicht am Stand ist, sondern nur im Bienenstand knapp 3km entfernt mal war hat mit der Winterbehandlung gar nichts zu tun. Den Erfolg meiner Sommerbehandlung kann ich über das Internet nicht mit deiner Sommerbehandlung vergleichen. Auch ist es mir nicht möglich, die von mir aufgestellten Fragen annähernd objektiv zu beantworten. (Was in Imkerkreisen jedoch gerne getan wird und zum berühmten "2 Imker 3 Meinungen" führt.



    Ich kann nur sagen: bis jetzt habe ich nicht feststellen können,
    - dass die Milchsäurebehandlung bei mir nicht wirken würde.
    - dass sie für Bienen weniger verträglich sein soll als geträufelte Oxalsäure.


    Ich jedenfalls habe bei der Milchsäure ein besseres Gefühl, was die Verträglichkeit angeht. Und nein: aus meinen Erfahrungen würde ich auch nicht schließen, dass Milchsäure im Winter gegen Faulbrut schützen könnte. :wink:


    Stefan

  • du behandelst dann aber 2 x mit MS im Winter?


    Ja, normal schon, allerdings habe ich dieses Jahr nur 1 mal behandelt, sonst 2 mal gesprüht.


    Die Bienen stehen im Sperrkreis fest, waren bei den Kontrolluntersuchungen zum Glück ohne Krankheitssymtome. Leider stehen die Bienen 300km weit entfernt, so dass ich diesen Winter nur einmal behandelt habe. Ich hoffe, dass ich die Bienen im April zu mir holen kann kann und werde mich dann um die Varroen kümmern (Kunstschwärme machen und die Brutwaben dann in Sammelbrutablegern behandeln).


    Stefan

  • Mein Gott, und ich jammer schon wenn ich bei meinem 10 km Aussenstand was vergessen habe.


    Also rechnest du aber auch damit dass durch deine einmalige MS Behandlung der Varroadruck im Frühjahr höher sein wird als sonst?


    Gruss
    Carsten

  • Ich befürchte! Leider. Aber nicht zwingend im Zusammenhang mit der Winterbehandlung.


    Bisher hatte ich noch keine Verluste der Krabbler wegen, aber bei der Behandlung habe ich gesehen, dass ein Volk viel viel kleiner ist als im Herbst. Da vermute ich schon einen Varroa-Zusammenhang.


    Ob dieses Volk durchkommt, kann ich nicht sagen, werde aber nächstes Jahr besonders Acht geben.


    Stefan