Naturschutzgebiet / Jungimker Nürnberg /Hainberg

  • Ich grüße euch !


    Mein Name ist Christoph und ich habe vor dieses Jahr das erste mal mir ein paar Völkchen zuzulegen.
    Da ich in der nähe eines Naturschutzgebietes wohne , wäre dies mir als Standort am liebsten.
    Jetzt zu meiner Frage :)
    Hat von euch jemand Erfahrung damit in Naturschutzgebieten zu züchten? Bekommt man für sowas von der Stadt Genehmigungen?
    Mit was könnte man den positiv argumentieren das man da gute Chancen hat :P?
    Als Biologielaie könnte ich gerade noch erzählen das es allgemein gut für das ÖKosystem ist und Nutzpflanzen dh Bestäubung ect gibt es in dem Naturschutzgebiet nicht .
    Das Naturschutzgebiet heißt "Hainberg" bei Oberasbach/Stein bei NÜrnberg.
    Könntet ihr euch vorstellen das man diesn Aspeckt dann auch gut in die Vermarktung (Etikett ect) des HOnigs einfließen lassen sollte?


    Ich freu mich auf eure Meinungen :P


    Mfg Christoph !!:daumen::Biene:


  • Jetzt zu meiner Frage :)
    Hat von euch jemand Erfahrung damit in Naturschutzgebieten zu züchten? Bekommt man für sowas von der Stadt Genehmigungen?
    Mit was könnte man den positiv argumentieren das man da gute Chancen hat :P?
    Ich freu mich auf eure Meinungen :P


    Mfg Christoph !!:daumen::Biene:


    Hallo Christoph. Erstmal Willkommen hier. Bienenvölker sind in Naturschutzgebieten meist nicht gerne gesehen. Besteubung machen auch Hummeln und jede menge Solitärbienen. Bienen fliegen bis zu 3km noch Erträge ein. Such dir einfach einen Stellplatz kürzer am Naturschutzgebiet. Und lauf mal im Frühjahr mit offenen Augen durch das Naturschutzgebiet, auf Nutzpfanzen kommt es dort nicht an. Du wirst staunen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Christoph,


    herzlich willkommen hier. In der Schutzgebietsverordnung ist Bienenhaltung schon mal nicht unter den Verboten. Am besten, Du findest zuerst einen Eigentümer im NSG (vielleicht nicht unbedingt in der Kernzone, das würde die später folgenden Diskussionen vereinfachen) und vereinbarst mit ihm, dass Du Bienen auf seinem Grundstück aufstellen darfst.


    Dann müsstest Du zur Oberen Naturschutzbehörde und eine Befreiung vom Befahrungsverbot beantragen, wenn Du nicht alles auf dem Rücken schleppen willst. Und ggf. ein Betretungsrecht außerhalb der Wege und außerhalb des Zeitfensters in der Verordnung...


    Wird nicht einfach, aber vielleicht klappt es ja.
    Und ganz vielleicht ist es wirklich einfacher, sich außen an den Rand des NSG zu stellen :-D


    Viel Glück
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo Christoph


    Ich habe selber Magazine im Naturschutzgebiet stehen. War kein Problem. Habe beim zuständigen Revierförster angefragt, musste ihn nicht überzeugen. Darf sogar den Forstweg mit dem Auto befahren, es muss aber im Rahmen bleiben und ich muss mich jedes Mal vor dem Befahren bei der Polizei telefonisch anmelden. Ist ja kein Problem. Die einzigen Auflagen, die ich habe, ist die Anzahl der Magazine und ich darf keine Pfähle in den Boden schlagen. Und ich weiss, dass er da ab und zu beim Vorbeifahren nachschaut, ob da alles aufgeräumt ist. Es ist immer aufgeräumt. Also alles in allem war das bei mir kein Problem. Ich rate dir, auch beim Förster oder wer da auch immer für dien Unterhalt zuständig ist nachzufragen und dich nicht bei der Gemeinde zu melden. Da sind meiner Erfahrung nach meistes Menschen, die das nicht interessiert, da sie für Büroarbeit zuständig sind. Mir wurde auf Gemeinden noch nie wirklich geholfen oder meine Anfrage wurde abgelehnt. Es ging dann aber oftmals doch, wenn man sich an Menschen wendet, die auch draussen unterwegs sind und denen die Natur wirklich etwas bedeutet.


    Viel Glück
    David

    "There must be some kind of way out of here," said the joker to the thief. "There's too much confusion, I can't get no relief. Businessmen they drink my wine, plowmen dig my earth. None of them along the line know what any of it is worth." Bob Dylan

  • Hallo Christoph,


    Erstmal Nürnbergerliche Grüße ans andere Ende der Stadt :wink:


    Ich würde auf jedenfall wie Flip schreibt auch erstmal über den Forst gehen.
    Vorallem weil es auch der Förster ist der die die Fahrgenehmigungen schreibt und nicht die Stadt.
    Bei der Stadt gilt wie immer das Motto, "Wer lang fragt, geht lang irr"


    Viele Grüße aus dem Knoblauchsland


    Max

  • Bin auch immer für einfache Lösungen, und der Forst könnte einen da unter der Hand dulden. Sicherlich können die auch nach Gutsherrenart eine Erlaubnis zum Befahren der Wege erteilen, ein Recht darauf besteht deswegen aber noch nicht.


    Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Hallo Christoph,
    es geht und es ist eine sehr gute Idee. Der Standort ist für den Honig so wichtig wie die Lage bei Immobilien. Wenn Du die Möglichkeit hast, dann tue es. Für die Vermarktung ist es auch gut, gleich in mehrfacher hinsicht. Mit einem entsprechenden Etikett kannst Du den Leuten bereits Lust auf diesen Honig machen. Außerdem hast Du mit Wandertouristen im Naturschutzgebiet schon mal einen zahlungswilligen Kundenkreis. Zusätzlich kannst Du vielleicht deinen Honig über Touristeninformationen, Fremdenverkehrsamt, Herbergen oder Pansionen verkaufen. Oder natürlich über meinen zukünftigen Honigshop im Internet, wo lauter solche besonderen Honige verkauft werden. Du kannst Dich sogar am Wochenende auf die Waldparkplätze stellen mit deinem frisch gewaschenen PKW und den Honig aus dem Kofferraum verkaufen. Aufkleber ans Auto, Banner aus dem Kofferraum und Klappstuhl mit niedlichem kleinen Klapptisch. Achte darauf, dass alles aus Holz ist und appetittlich aussieht, und dann los. Melde dich bei mir, wenn Du Überschüsse hast.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Bin auch immer für einfache Lösungen, und der Forst könnte einen da unter der Hand dulden. Sicherlich können die auch nach Gutsherrenart eine Erlaubnis zum Befahren der Wege erteilen, ein Recht darauf besteht deswegen aber noch nicht. GrüßeHenrike

    Ein bekannter dem ich ab und zu bein Imkern helfe hat seine Bienen im Staatsforst stehen. Vom alten Förster (64 Jahre) bekam ich ohne Stress eine Fahrgenehmigung. Diese ist offiziell mit Rechtsbelehrung und zum auslegen im Auto. Diese war 1 Jahr befristet. Nun ist der alte in Pension und die 32 Jährige jung Försterin da und schon gibts keine Genehmigung mehr sondern nur eine Duldung.Obwohl ich nie schneller als 30 kmh fahr, bei Fussgängern und Radfahrern immer anhalte und diese passieren lasse, frag ich mich was passiert wenn mir mal so ein verrückter Mountainbiker ins Auto fährt. Ich bezweifel dass meine Versicherung zahlt, da die Duldung nichts offizielles ist und ich ja gar nicht im Wald sein durfte. An deiner Stelle würde ich versuchen eine offizielle Genehmigung zu bekommen, oder du machst es wie ich, einfach hoffen dass nix passiert.viele GrüßeMaxikaner

  • Also für das Naturschutzgebiet hab ich keine Genehmigung bekommen . Jetzt ziele ich einen Platz zwischen Naturschutzgebiet, Schrebergärten und Mischwald an :) Muss ich auch wieder auf den Ämtern anrufen ^^ aber hab gehört dort standen schon mal Bienenkästen :) wünscht mir glück !!

  • Noch eine Frage an euch , wenn ich mehrere Sorten Honig anbieten will , wäre es sinnvoll mir 2 verschiedene Standorte zu suchen an denen die Bienen verschiedenen Honig produzieren, zb 1 mal Blüten und 1 mal 1 mal Akazien oder was auch immer :) Wie versucht ihr so eure Produktpalette zu vergrößern ??

  • Moin Christoph,


    nu find erst mal einen Platz zum Imkern und kümmer Dich dann um Probleme und Möglichkeiten, wenn sie sich ergeben. Unsere Bienen kommen an fast jeder Stelle klar und für Dich als Anfänger sind ganz andere Dinge von Bedeutung als Ertragsmaximierung und Sortenvielfalt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Jetzt ziele ich einen Platz zwischen Naturschutzgebiet, Schrebergärten und Mischwald an :) Muss ich auch wieder auf den Ämtern anrufen ^^ aber hab gehört dort standen schon mal Bienenkästen :) wünscht mir glück !!


    Hallo Bienla. Such dir einen Standplatz bei einem Privatmann außerhalb des Schutzgebietes ( Bauer, Landwirt, Waldbesitzer, usw.bei Schrebergärten bist Du nicht dein eigener Herr. Dort bestimmt der Vorstand die Völkerzahl und das bringt nichts. Normal als Pacht für den Standort ist ein Glas (500gr.) Honig für ein Jahr zu entrichten, ist aber Verhandlungssache. Wenn du einen entsprechenden Standplatz gefunden hast, kauf dir deine Bienen aber nur mit Gesundheitszeugnis stell sie auf und melde die Völker mit Vorlage
    des Gesundheitszeugnisses beim zuständigen Amtsveterinäramt an. Am Anfang brauchst du nicht mehrere Standorte denn du wirst wenigstens 2 X im Jahr verschiedene Honigsorten ernten.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Ich habe es auch im Naturschutzgebiet versucht undbekam folgendes zur Antwort:


    "Sehr geehrter Herr XXX,
     
    wir haben Ihren Antrag vom 05.03.2014 sachlich und rechtlich geprüft und dürfen Ihnen folgendes mitteilen:
     
    Ihrem Antrag zur Bienenhaltung im Naturschutzgebiet kann aus naturschutzrechtlichen und –fachlichen Gründen nicht entsprochen werden. Eine naturschutzrechtliche Befreiung kann nach § 67 Abs. 1 Nr. 1 und 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) gewährt werden, wenn dies aus Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer und wirtschaftlicher Art notwendig ist oder wenn die Durchführung der Vorschriften im Einzelfall zu einer unzumutbaren Belastung führen würde..
     
    In Ihrem Antrag teilen Sie mit, dass die Haltung von drei bis vier Völkern der Carnica-Biene vorgesehen sei. Die Ausübung der beabsichtigten Hobby-Imkerei mit einer geringen Anzahl von Völkern kann nicht mit überwiegend öffentlichem Interesse begründet werden. Die Ablehnung des von Ihnen vorgesehenen Standortes im Naturschutzgebiet führt für Sie auch zu keiner unzumutbaren Belastung, da Standorte zur Bienenhaltung auch außerhalb des Naturschutzgebiets alternativ zur Verfügung stehen.
    Die vorgesehene Bienenhaltung ist auch nicht mit dem Schutzzweck des Naturschutzgebiets vereinbar. Zweck der Festlegung des Naturschutzgebietes ist u.a. der dortigen Tierwelt mit ihrem hohen Anteil an gefährdeten und allgemein rückläufigen Arten den erforderlichen Lebensraum zu sichern und Störungen fernzuhalten. Da die Honigbienen in Konkurrenz mit wildlebenden solitären und staatenbildenden Bienen und anderen Blütenbesucher um die Ressource „Blüte“ stehen und In dieser Gruppe gerade in den hier vorliegenden Lebensräumen der Grasheiden und der Schneeheide-Kiefernwäldern zahlreiche gefährdete Arten vorhanden sind, widerspricht dies dem o.g. Schutzzweck der Naturschutzgebietsverordnung.
    Wir bedauern, Ihnen keine günstigere Nachricht geben zu können.
    Mit freundlichen Grüßen"


    Somit habe ich mir bei der Gemeinde eine Genehmigung für einen anderen Standort gesucht und auch gefunden.
    Wunderbar gelegen auf einer kleinen Lichtung zwischen Bäumen, Büschen und Sträuchern. Viele Felder und ein See in der Nähe. Wingeschütz mit allem pi pa po.
    Allerdings macht mir da jetzt der Jäger zu schaffen da er meint, meine 3 Bienenvölker würden ihm die Jagd versauen,
    da ich ja ständig da wäre und ihm sowieso die ganzen Fußgänger schon aufregen würden.
    Er könnte mir das zwar nicht verbieten, aber er würde notfalls "Klage einreichen!"


    Daher trau ich mich auch gar nicht mehr meine Völker, die ich am Wochenende dort aufstellen wollte, dort hinzustellen, da ich befürchte, dass er sich da im extremfall dran zu schaffen macht.


    Ist also gar nicht so einfach einen passenden Ort zu finden, ohne dass sich irgendjemand quer stellt.
    Irgendwie traurig

  • .....Da die Honigbienen in Konkurrenz mit wildlebenden solitären und staatenbildenden Bienen und anderen Blütenbesucher um die Ressource „Blüte“ stehen und In dieser Gruppe gerade in den hier vorliegenden Lebensräumen der Grasheiden und der Schneeheide-Kiefernwäldern zahlreiche gefährdete Arten vorhanden sind, widerspricht dies dem o.g. Schutzzweck der Naturschutzgebietsverordnung.
    .......

    Irgendwie traurig


    Hallo Jo,


    ja schon irgendwie traurig. Man scheint von behördlicher Seite die "Honigbiene" wohl so zu sehen, als stamme Sie von einem anderen Planeten. Da verwundert es auch nicht wirklich, dass in Bezug auf u.a. PSM bzw. gentechnisch verändertem Pollen im Honig kein wirkliches Interesse von Seiten der Behörden besteht einzuschreiten.



    Selbst beim NABU unterscheidet man zwischen schützenswerten Wildbienen für die man spenden sollte und der Honigbiene. Da läuft doch was verkehrt, auch in der Imkerschaft. Die sollte schleunigst dafür sorgen, ehemals heimische Wildhonigbienen zu fördern und in überlebensfähiger Form zu verbeiten :wink:.


    Gruß Sven