Web-shop für Honigverkauf

  • Fehlposting

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Ich versuche das Thema nochmal ein Stück weit zum Ursprung zu bringen. Vermutlich ist es falsch zu sagen, dafür gibt es keine Käufer. Ich habe in einer Frage die sich auch um den reinen Verkauf von Honig gedreht hat ähnlichen Spott geerntet wie Wolfgang für seine Honigseite. Fakt ist dich, dass man Honig mit Liebe herstellen kann und auch mit Liebe verkaufen kann. Nicht jede Vinothek hat einen eigenen Weinberg, nicht jeder Weinkenner geht zum Winzer um die Ecke. In gewissem Sinne verstehe ich auch die Skepsis die dem reinen Verkauf gegenüber steht. Allerdings tue ich mir schwer damit es gleich zu verteufeln. Ein weiteres Beispiel: Ich esse gerne regionale UND leckere Lebensmittel. Ein Bauer in der Umgebung stellt passende Mischkisten zusammen. Auch dort finden sich nicht NUR regionale Lebensmittel. Damit ist es auch gleichzeitig ein Händler, aber die Lebensmittel trotzdem besser und fairer als aus dem Supermarkt vermutlich.


    In Sachen Käuferschicht kann man "vermuten", dass es die nicht gibt. Man könnte es aber auch realistisch betrachten und sagen, dass sie vermutlich eher klein ist und die Hürden diese zu bedienen eher groß sind. Allerdings kann man diese Käufer finden und auch bedienen. Ob man damit reich wird steht in den Sternen.... vermutlich ist das aber auch nicht das oberste, einzigste und erste Ziel das Wolfgang verfolgt.


    Übrigens mein Weihnachtsgeschenk waren 6 x 25g Honigglässchen aus Assam in einer Samtpackung. Mein Bruder lebt berufsbedingt in Dubai. Der Honig gilt als Delikatesse und kostet nach meiner Erinnerung rund 100,- Euro für 250g (vielleicht waren es auch 500g)! Dieses Beispiel ist in einer anderen Richtung pervers, zeigt aber dennoch, dass man einfach das Produkt passend auf den Markt bzw. auf dem passenden Markt anbieten muss. Was also spricht gegen eine Honeythek die wie eine Vinothek gute, leckere Weine kennt und ganz "dreckig" gesagt "vertreibt". Wolfgangs Honigshop wäre exakt das gleiche Prinzip.


    Edit: Noch eine Ergänzung... Jeder von Euch versucht seinen Honig möglichst gut zu verkaufen. Gut so! Ein Händler macht es doch auch nicht anders. Egal ob es eine Beute, eine Schleuder oder sonst etwas ist... es ist doch nichts verwerfliches Dinge einzukaufen und wieder zu verkaufen. Es mag bei Honig schwerer sein und andere (ethische) Fragen aufwerfen, aber deswegen ist es nicht automatisch falsch oder unmöglich. Wartet mal ab wenn Wolfgang den Honigbauern das Bündel Geld aus dem Fairtrade-Honig-Verkauf persönlich in Guatemala auf die KaffeePlantage bringt :p


    Viele Grüße... Ein nachdenklicher Flo

  • Hallo Wolfgang,


    ich möchte Dich auf einen Irrglauben oder eine fälschliche Annahme hinweisen:


    Bienenköniggibmirhonig schrieb:

    ...nicht wie bei den Großstadtdachimkern direkt vor der Haustür im Kreis stehen und auf den Honig warten...


    Dem ist nicht so! In meinem Fall: Ich bewerbe meinen Honig mit dem Namen und dem Standort des schmuddeligsten, grausten Stadtteils in Kassel, der ärmste und der mit dem größten Ausländeranteil. Hier hat niemand auf mich und meinen Honig gewartet! Inzwischen ist das zwar anders, aber nur weil ich nicht zukaufe!
     
    Warum ich das mache und nicht "Unesco-Weltkulturerbe-Herkules-Honig" drauf schreibe?


    Weil dieser Honig echt und "nahbar" ist wie Honig sein sollte. Wenn ich meine Völker zu Füßen des Herkules parken würde im feinen Bad Wilhelmshöhe, der guten Stube Kassels, wo die Akademiker und Anthroposophen für eine bewusste Ernährung gerne 150 Euro mehr zahlen im Monat und es auch können, dann könnte ich auch mehr am Honig verdienen. Aber will ich das? Geht es mir darum? Ich lebe hier in der Nordstadt und möchte anderen zeigen: Hier ist nicht alles grau und es lohnt sich hier her zu blicken. Hier gibt es verborgene Perlen. Nach denen muss man zwar tauchen, aber es lohnt sich, mal die Luft anzuhalten und ins Fremde hinabzugleiten!!!


    Und was hätten meine Bienen da am Herkules für eine Aussicht? Um in Deiner Sprache zu bleiben: Sie müssten den ganzen Tag auf die pelzigen E... des Giganten blicken.


    Nein. Echt sein und ein Konzept stricken, entwickeln, erarbeiten und daran feilen, dass zu einem selbst passt. Das hat nichts mit Großstadt oder Land zu tun. Das hat nichts mit Honig zu tun. Dann ist es egal wo Du mit Deinem Bauchladen stehst.


    Lieben Gruß,


    Victor

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Hi Vic,


    ich hab ja schon breit ausgeholt, dass ich Deine "Produkte" und das was dahinter steht super gut finde. Ich möchte aber als barmherziger Samariter den Wolfgang dennoch ein bisschen in Schutz nehmen. Seine Idee schließt nicht doch nicht aus im Detail genauso zu denken oder zu handeln wie Du auch - allerdings vielleicht in einem "globaleren" Blickwinkel und vielleicht auch so, dass der kommerzielle Aspekt ein Stück weit ausgeprägter ist. Ein guter Bekannter hat eine kleine Kaffeerösterei. Er fährt zu den Bauern und begrüßt Sie mit Handschlag und Namen, kennt die Familien und das Umfeld. Er handelt fair. Er verdient daran - aber er führt kein Leben ins Saus und Braus.
    Der Verkauf findet über einen Webshop hab bei dem die Versandkosten so hoch sind, dass man glauben könnte es funktioniert nicht... tut es aber. Ist es nun gut oder schlecht, dass er sich den großen Kaffeegeiern in den Weg stellt die das als reine Industrie(ware) behandeln!? Vermutlich wollen wir hier doch am Ende alle oftmals ähnliche Dinge erreichen - über die Art der Umsetzung kann man sich am Ende streiten. Ich sehe grundsätzlich erstmal an beiden "Richtungen" nichts falsches. Wolfgang ist vermutlich nicht auf Langnese-Spuren unterwegs! Kann es nicht 100% in Worte packen... aber ich hoffe es ist soweit verständlich was ich sagen möchte ;)


    Flo

  • Hallo Flo,


    nicht falsch verstehen. Niemand muss Wolfgang vor mir in Schutz nehmen. Ich habe mich bereits selbst vor ihn gestellt. Meine Stellungnahmen sind auch keine Kritik an ihm, sondern sie fußen auf der Annahme, dass wir hier über Diskurs den Blick schärfen können.


    Nochmals Danke für die Sympathiebekundung, aber die braucht es nicht. Versteh mich richtig! Das ist nett. Aber ich erwarte doch gar nicht, dass alle meinen Auftritt für toll halten und das my way the one and only ist.


    Ich sah eine Irrglauben, der aus der Perspektive eines Landimkers stammt, und versuche ihm exemplarisch für andere Einblicke in die Stadtimkerei zu geben. Ob es nun immer in der von Wolfgang geschätzten rustikalen Wortwahl sein muss, sei mal nebensächlich.


    Beste Grüße,


    vic

    «Kasseler Stadthonig» – Ertragreiche und sanftmütige Buckfast-Bienen in 10er-Dadant, rund 30 Völker auf verschiedenen Dächern in der Kasseler Innenstadt.

  • Nochmals Danke für die Sympathiebekundung, aber die braucht es nicht. Versteh mich richtig! Das ist nett. Aber ich erwarte doch gar nicht, dass alle meinen Auftritt für toll halten und das my way the one and only ist.


    Ich hab ja auch nicht gesagt, dass Du darum gebetellt hast :lol: - Es ist eben einfach stimmig für mich was ich von außen sehen kann an deinem Tun.



    Ob es nun immer in der von Wolfgang geschätzten rustikalen Wortwahl sein muss, sei mal nebensächlich.


    Unabhängig von Dir glaube ich ein bisschen, dass die flapsige Wortwahl... bzw. der Humor(!?) manchmal für einige nicht zu erkennen ist und deswegen auch gefühlt die Kanonen ausgerichtet werden. Egal... sind ja nicht aus Zucker! Train yourself and let go hat mal so ein Futzi gesagt ;)


    Schönes Wochenende schonmal an alle...
    Flausen-Flo

  • Aber, aber,
    einer der Vielen mit denen ich überhaupt keine Probleme habe ist der Victor. Meine Bemerkung zur Stadtimkerei war auch mal wieder spaßig und natürlich übertrieben. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass man natürlicher Weise in einer Stadt ein größeres Käuferpotential hat. Und ein größeres Käuferpotential ist ja auch der Sinn eines Webshops. In einer großen Stadt, dazu auch noch mit Touristenpotential, im Westen gelegen, wo das Kapital weiter verbreitet ist als hier. In dieser Stadt, oder jeder anderen, gibt es mehr Läden, die den Honig verkaufen können und mehr Käufer, die ihn kaufen. Das ist alles. Genauso, wie der gut gemeinte Rat, in Geschäften zu verkaufen hier eben nicht so toll oder neu ist, funzt das in Städten wie München, Nürnberg und Kassel eben besser. Der gemeine Stadtimker kann sich das vielleicht nicht gleich vorstellen, wie auch der gemeine Landimker sich Erfahrungen aus der Stadt nicht immer gleich zu eigen macht. Die Stadtimkerei ist ein Konzept. Es wird in den Medien hofiert und bringt Vorteile für Bienen, Imker und Vermarktung. Sehr gut und schön. Historischen Honig :-) übers Internet zu vertreiben ist eine ganz andere Idee. Kann sein, dass sie garnicht so gut ist, kann sein, dass sie auch funktioniert.
    Und nein, ich bin nicht auf Langnesespuren, aber gegen Saus und Braus habe ich auch nichts.
    Aber es gibt auch noch weitere Konzepte. Ganz ähnlich wie es im Schachclub oder bei anderen Sportarten unterschiedliche Vorlieben gibt. Die Einen schwören auf den persönlichen Wettkampf Mann gegen Mann in auf oder neben einem Laser, die anderen auf den mannschaftlichen Wettstreit auf einer j42. Wieder andere schreiben Abfahrt und Ankunft penibel genau auf um am Ende vom Jahr der Fahrtenseglersieger zu sein.
    Der Victor hat eine gute Webseite, deutlich besser als meine, der darf mir alles über die Stadtimkerei und Webshop sagen was er will. Genauso lass ich mir vom Gerstunger gerne alles sagen zu historischen Beutenformaten und den Imperiumsfalken von der dunklen Seite, über Imkerei und Webshops. Und selbst von allen Anderen kann ich was lernen.
    Viele Grüße
    Wolfgang, man wird so alt wie eine Kuh und lernt immernoch dazu

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo,


    auch wenn die Diskussion hier schon etwas älter ist, klinke ich mich mal ein.


    Ich bin auch am Überlegen, einen Onlineshop für meinen Honig zu eröffnen. Die Basisversion von Shopware ist ja gratis. Taugt die etwas oder muss man Geld investieren, um etwas vernünftiges zu bekommen?


    Wolfgang : Hast du deinen Shop eröffnet und wie sind deine Erfahrungen?


    Vielen Dank schon mal für die Antworten.


    Viele Grüße

    Manuel

  • manu_nr : Durch die Verwendung des @-Zeichens wird der Benutzer benachrichtigt. Deswegen solltest du das @ vor den Bienenköniggibmirhonig setzten und nicht vor den Wolfgang aus der Signatur. Nun hat ein am Thread völlig unbeteiligter Wolfgang eine Benachrichtigung erhalten und der Bienenköniggibmirhonig-Wolfgang weiß von nichts - naja vermutlich hat er den Thread abonniert

  • Hallo Manuel,


    pauschalisiert kann man das nicht 100% seriös beantworten. Sie taugt. Ob sie für Dich taugt, hängt von Deinem Ziel ab und das kann ich hier nicht bewerten.


    Zum Beispiel ist das Porto in Sachen Honig stark gewichtsabhängig, aber auch gebunden an Deine Verpackungslogik. Bspw. hast Du Kartonagen für bis zu 6 Gläser. Ab einem 7 Glas hast Du für Dich 2 x Versandkosten. Sofern Du das dem Kunden gegenüber abbilden möchtest, geht das zumindest nicht einfach mal so auf die Schnelle. Im Detail "können" sich die Schwierigkeiten dann sammeln...


    Grundsätzlich bringt so ein System auch einen kontinuierlichen Aufwand mit. Da sind Kundendaten hinterlegt, es geht um Zahlungen, also muss es gewartet werden. Das ist nur rentabel, wenn man einen gewissen Durchsatz hat.


    Letztendlich ist die technische Basis gut, das Layout funktional und für ein emotional geladenes Produkt wie Honig, nicht unbedingt der Bringer - für meinen Geschmack.


    Wenn Du also 3 Gläser Honig im Jahr absetzt über das Netz, dann ist es egal ob Du Shopware, WooCommerce, Shopify hast... oder einfach Deinen Kunden die Bestellung per E-Mail anbietest.


    Das Thema bleibt also schwierig, aber nicht unlösbar :)


    Gruß

    Flo