Warum sind wir gegen genveränderte Lebensmittel?

  • Hallo zusammen,


    Ich stelle diese Frage, weil ich bei der Argumentation regelmäßig ins Schwimmen komme.


    Bei Diskussionen - im privaten Bereich - kommt häufig der Einwand
    "na und? gezüchtet wurde schon immer, und das ist eben die moderne Version"


    Auch wenn ich von Raps in Raketen berichte oder von Körnern, die am Wegesrand aufgehen und so die Pflanzen hier wachsen obwohl es so nicht vorgesehen ist, kann ich die Gefährlichkeit nicht untermauern.


    Mein Hauptargument ist die Resistenz gegen Round-up &Co.
    Oder Allergien auf ein "sicheres" Lebensmittel, weil man nicht weiß, dass da etwas drin ist, was man nicht erwartet.


    Aber da gibt es noch viel mehr.
    Wo kann ich mich z.B. über die Fungizidproblematik informieren?
    Oder die Auswirkungen der GVOs auf den Menschen, auch über Umwege.


    Fragmente, die ich dazu kenne, kann ich leider selbst nicht zusammenfassen und überzeugend vorbringen.


    Bitte seid so nett und gebt mir ein paar Argumentationshilfen.


    Danke und Gruß
    Doro

  • Moin Doro,
    wehe, wenn der Geist aus der Flasche ist.
    Will sagen, wenn ein GVO in der Welt ist, ist er da.
    Was geschehen kann ?
    -- Ein GVO ist z.B. immun gegen bestimmte Herbizide (ist ja schon durchaus üblich) Diese Immunität springtaber auch auf andere Pflanzen über (durch "normale" Kreuzung).
    Am Ende haben wir eine Flora, die nicht mehr gegen Herbizide empfindlich ist, z.B. das, was man teilweise schon als "Super-Unkräuter" beobachten kann. Google mal nach diesem Stichwort!
    -- Man weiss heute noch nicht, ob und wie schädlich ein GVO sich in unserem Körper auswirkt. Das wird wohl noch eine Zeit dauern, bis belastbare Untersuchungen zu diesem Thema vorhanden sein werden.
    -- Und dann, aber nur am Rande: Jeder GVO-Hersteller wird seine "Visitenkarte" in seine künstlichen Genome einbauen. Dadurch kann er weltweit für die Verbreitung "seiner" Pflanzen Geld kassieren, ob der entsprechende Bauer die Pflanze nun mit Absicht ausgebracht hat oder ob er sie nur durch Zufall durch Kreuzung erhalten hat, spielt keine Rolle, für das Patent wird er zahlen müssen.
    Und so gibt es zig weitere Argumente, gehe mal auf die einschlägigen Seiten von Greenpeace, BUND, aber auch die der Berufsimker.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Bitte seid so nett und gebt mir ein paar Argumentationshilfen.


    Danke und Gruß
    Doro


    Hallo Doro,
    [FONT=&quot]Michael hat in groben Zügen das Wesentliche schon genannt. Alergien, Antibiotikaresistens und Resistenzen.
    Tests werden von Herstellern durchgeführt und auch ausgestaltet. 30 Tage an Ratten und Mäusen sind nicht sehr vielsagend und auschlussreich was andere Lebewesen einschließlich und Menschen anbelangt.
    Keiner Deiner Diskutanten wäre bereit seinem geliebten Vierbeiner täglichen nen Schuss Roundup ins Wasser zu geben... warum also Nutztiere damit füttern?
    Wie sieht es mit den Allergiezahlen aus? Die steigen ebendso wie die Antibiotikaresistenzen...
    Du kannst nur zum Nachdenken anregen... auswerten müssen andere selbst!


    LG
    Andreas
    [/FONT]

  • Hallo Doro und alle,


    das mit den GVO vergleiche ich mal mit dem Wolf in der Lausitz.
    Unsere Jäger wollen den Wolf am liebsten erneut ausrotten. Als Grund nennen sie die Sorge um den Mitmenschen, der im Wald spontan vom Wolf gefressen wird, wenn er Pilze sucht. Oder der Wolf fällt dich an, wenn man des Nachts mal vor die Türe tritt.
    Also echte Sorge um die Menschen.
    Das sie Angst haben, dass sie nichts mehr schiessen können, weil der Wolf ihnen die Strecke wegfrisst, nein nein.


    Ich hab die Hoffnung, das der Gendreck in der Versenkung verschwindet, (mit der Gekartoffel ist es ja so passiert) weil es will das Zeug keiner!!!
    Knäcke


  • Am Ende haben wir eine Flora, die nicht mehr gegen Herbizide empfindlich ist, z.B. das, was man teilweise schon als "Super-Unkräuter" beobachten kann. Google mal nach diesem Stichwort!


    Das verstehe ich nicht. Wo wäre das Problem, wenn Herbizide nicht wirksam sind? Dann kann man nichts mehr totspritzen? :confused:

  • Das verstehe ich nicht. Wo wäre das Problem, wenn Herbizide nicht wirksam sind? Dann kann man nichts mehr totspritzen? :confused:


    Es wird immer mehr drauf gehauen. Frei nach dem Motto "jetzt muss ich schon 4 mal spritzen damit ich das Unkraut wenigstens bissel zurück drängen kann ... früher reichte nur ein mal aus."

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"

  • Hallo Doro,


    so, dritter Versuch, der Router schmeißt mich immer aus dem Internet, vielleicht klappt's jetzt... such mal unter youtube nach dem Arte-Film "unser täglich Gift", nach "Food Inc." und/oder auch "we Feed the World", vom ZDF gibts auch eine ganz gute Doku über Glyphosat. Die Zusammenhänge geben Dir Antwort, worauf die Landwirtschaft da zusteuert. Als Ergänzung vielleicht noch "Lets make Money", da weiß ich aber nicht, ob der bei youtube zur Verfügung steht.


    Ich hätte Dir auch alle verlinkt, aber ich schreibe gegen die Zeit und nur mit Gnade meiner wackeligen Internetverbindung...


    Viele Grüße
    Henrike

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

  • Ich möchte mich zwischendurch mal melden, damit ihr nicht meint, iht antwortet ins Leere.
    Ich bin fleißig im Netz und bei YT unterwegs und gehe euren Hinweisen nach.
    Ich bin aber noch lange nicht fertig, die Videos sind teilweise lang und ausführlich.


    Ganz vielen Dank dafür!


    Es scheint doch so zu sein, dass die beiden Gruppen - PSM und Allergie - die Hauptargumente gegen GVO sind.
    Weitere habe ich noch nicht gefunden.
    Nach speziell Fungiziden und Kleinlebewesen in Verbindung mit GVO suche ich noch.


    Danke und Gruß Doro

  • Doro, was sollen denn die Vorteile von GVO sien?? Verringerter Einsatz von Pestiziden sagen die Befürworter. Das hat sich aber auch nicht bewahrheitet. Nach einigen Jahren ist man auf dem gleichen Level wie bei "normalen" Pflanzen. "PSM und Allergie" Hauptargumente?? Wir wissen doch gar nicht was wir mit diesen Veränderungen im Erbgut anrichten. Die Manipulation ist nicht zu vergleichen mit normaler Pflanzenzucht, bei GVO werden teilweise Gene eingeschleust, die es in der Natur nie in eine Pflanze geschafft hätten. Und das nicht im Labor. Wir können so was nie wieder "zurückholen".


    Dann noch die großen Probleme mit der Patentierung von Genen, der Unfruchtbarkeit von Tieren durch GVO, die Erpressung von Kleinbauern, die niemals GVO "bewußte" angebaut haben aber nun erpresst werden, die Monopolstellung von Pflanzenzüchtern und erpresserische Koalition mit den Pestizid-Herstellern:
    http://www.dailymotion.com/vid…zk-film-die-arme-sau_news

  • Hallo !



    Ich stelle diese Frage, weil ich bei der Argumentation regelmäßig ins Schwimmen komme.


    Wertungsfrei:


    Hier mal ein Link:
    Imker für GVOfreie Regionen


    Hier mal die recht allgemeinen Schutzziele der VDI 4330-1:
    Beobachtung ökologischer Wirkungen gentechnisch veränderter Organismen Gentechnisch veränderte Pflanzen:


    "Schutzziele ... sind in erster Linie der Erhalt der Biodiversität und der Erhalt der ökologischen Funktionen. Neben der Artenvielfalt umfasst die Biodiversität die genetische Diversität innerhalb einer Art und die Vielfalt der Lebensräume. .... Zu den Schutzzielen gehören daher neben dem Erhalt der biologischen Vielfalt auch der Erhalt von besonders gefährdeten und besonders geschützten Arten, Lebensräumen und Ökosystemen.
    ...."


    noch ein Link:
    IRT: GMO Dangers


    und:
    Verbund Ökohöfe
    Gentechnik in der Landwirtschaft
    Thesen zu einer Risikotechnologie



    GdBK



    Du bist ja auf dem IFT ...

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Bienenknecht () aus folgendem Grund: Datenkorrektur

  • Hallo Doro,


    Ich bekomme den Zusammenhang nicht ganz zusammen.
    Aber in einigen GVO's ist eine eine Komponente hinzugefügt, die die Pflanze einen Wirkstoff produzieren lässt, die Sie vor Fressfeinden schützt. Hier kommen auch irgendwelche Hormonähnlichen Substanzen zum Einsatz.
    Es wurde nachgewiesen, dass diese Substanzen vom Organismus aufgenommen wurden und sich dann im Körper weiter anreichern.
    Bei dem Verzehr von solchen Pflanzen, könnte es nun passieren, dass dieser Schadstoff permanent in von deinem Körper produziert wird.


    Genauer erklärt würde es in einem der vorher genannten Filmen, ich weiß aber leider nicht mehr in welchen.



    Fakt ist, dass keiner vorhersagen kann was passiert wenn in den Genpflanzen verankerte Informationen auf andere DNA's überspringt, von daher gibt es von mir ein ganz klares Nein zu GVOs.

  • Moin, moin,


    und zu der Frage, was schlecht sei an Herbizidresistenz:


    Neben der Dosiserhöhung und der Wirkstoffdiversifikation, die die zugrunde liegende Logik dann fordert, werden natürlich vor allem die Pflanzen resistent, die dem höchsten Wirkstoffdruck ausgesetzt und selber noch nicht gar zu selten sind, also die sogenannten Problemunkräuter. Deren genetisches Spektrum verarmt bei der Selektion auf dieses eine Kriterium.


    Seltenere Arten haben die Chance seltener, und vorher kommt die Dosissteigerung... Nicht wenige Ackerwildkräuter stehen auf roten Listen.


    Einige GVO-Pflanzen produzieren insektizid wirksame Substanzen. Wie BT auf Bienenlarven wirkt, weiß keiner so genau, und wie es auf andere Insekten wirkt, von denen Pollen oder Nektar gefressen wird, hat auch niemand umfassend untersucht. Man geht davon aus, das Toxin des für Schmetterlinge giftigen Stammes sei nur für Schmetterlinge giftig... Untersuchungen, ob Genmaispollen Raupen des Kleinen Fuchses oder des Tagpfauenauges bedenklich seien, habe ich gelesen: Grausigste Auftragsforschung, mit entspechendem Ergebnis. Die gefundenen und dem Versuch unterzogenen Raupen waren mindestens L3, sowieso zu wenige und die Belastung der Brennnesselblätter durch das Untersuchungsdesign grob unterschätzt. BT wirkt aber vor allem auf die ersten Stadien tödlich. Dann hatten sie in der Kontrolle auch eine beachtliche, nicht geklärte Letalität, die als normal gesetzt wurde. Aber es steht in Schmalz gehauen das ERgebnis: Kein negativer Einfluss.


    Weniger Pestizide braucht es auch nicht, eher mehr, in der Praxis und ausweislich der Statisken. Für die Firmen ist das nicht so schlimm, die stellen beides her.


    Gruß Clas, dem noch einfällt, dass eine Logik erst zugrunde liegen kann, wenn sie zuvor zugrunde ging...

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Clas Lehmann ()

  • Hallo Doro,


    du kannst die Suchmaschinen auch mal zu Árpád Pusztai befragen. Oder dem Stichwort " Gekaufte Wahrheit".


    Gruß Marius

    "Wenn du merkst, daß du zur Mehrheit gehörst, wird es Zeit, deine Einstellung zu revidieren." Mark Twain"