Rapsfeld 1,3 km

  • Hi,ich habe dieses Jahr ein ziemlich großes Rapsfeld in 1,3 km Entfernung vom Stand. Nun überlege ich mir ob es sinnvoll ist ,die Völker dorthin zu verstellen ,was in diesen Fall ja erstmal eine Wanderung außerhalb vom Flugkreis bedeuten würde oder ob ich sie am Stand belasse.
    Hat jemand eine Vorstellung , wie der Ertrag mit der Entfernung abnimmt ? Im allgemeinen sagt man ja immer 2 km sei die Grenze .


    Danke

  • Hallo, ich bin 1000 Meter entfernt, werde aber trotzdem mit der Hälfte der Völker hinwandern und sie mitten rein stellen 1200m. Werde die Fluglöcher mit Ästen "verstopfen" dann würden sie sich wieder neu einfliegen( bemüh mal die Suche).
    Beim Abwandern lasse ich noch ein Volk als "Lumpensammler" stehen. Das werde ich nach ein paar Tagen komplett aus dem Flugkreis stellen.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Cheffe.1,3km ist für Bienen keine Entfernung. Bienen einfach stehen lassen wo sie jetzt stehen, mach ich auch so.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Lt. W. Gekeler bringt ein Abstand von 500m schon einen deutlichen Minderertrag.
    Von einem Wanderimker hab ich die Aussage, dass ein Abstand von 1000m nicht mehr als nennenswerte Trachquelle zählt.


    Bei den Wanderungen bei denen ich bis jetzt dabei war, standen die Bienen immer direkt am Feld.



    Viele Grüße.



    Maxikaner

  • Moin,


    die Ketzer unter uns würden sagen: 1,3 km Abstand zu einem Rapsfeld sind viel zu wenig. Stell sie weg.
    Meiner Meinung nach sind 1,3 km Abstand ungünstig. Eigene Erfahrungen mit einem solchen Abstand sind nicht gerade positiv. Wobei für die Bienen die Strecke kein Problem ist, zumindest nicht hin. Also: entweder direkt ans Feld, oder ganz weit weg. Ich versuche mitlerweile dem Raps möglichst auszuweichen (nicht einfach), aber das muss jeder für sich entscheiden. Bernhards Erfahrungen aus dem letzten Jahr sind mir da eine Bestätigung.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Hallo
    Mal abgesehen davon, das ich die Völker auch lieber vom Raps wegstelle statt sie dahinzubringen. Bin ich mir sicher, das sollte das Wetter passen und der Raps honigt , die Völker bei 1,3 km Entfernung immer noch die Beute voll mit Rapshonig schleppen.
    Ich habe mir den dunklen Herkünften in den letzten Jahren selbst bei 3,5 km noch puren Rapshonig. Und danach den Einbruch.


    Grüße
    Simon

    Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.
    Georg Bernhard Shaw

  • Guten Morgen,


    das sehe ich auch so.
    Ich bin heilfroh keinen Raps im Flugkreis zu haben!


    Besser wäre es, alle sonstigen Bedingungen zu optimieren (Volksstärke, Verhältnis Flugbienen zur rechten Zeit, brutnestferne Honiglagerung, HR-Gabe/-Annahme, etc.)
    als den vermeindlichen Mehrertrag direkt am Feld durch die eingesparte Differenz von dem knappen Kilometer wieder einfahren zu wollen.
    Anders sieht es aus, wenn die Trachtquelle an der Grenze des Flugkreises liegt.


    Und

    Zitat

    ...was in diesen Fall ja erstmal eine Wanderung außerhalb vom Flugkreis bedeuten würde...

    Stimmt bei 1,3 km nicht, das liegt definitiv nicht außerhalb des Flugkreises.


    Wer jedoch mit kleinen Völkerzahlen unbedingt den Maximalabgriff an Rapstracht haben möchte,der kann`s ja machen. Interessant wäre dann mal der Vergleich mit einem am Stand verbliebenen Volk.
    Hat da jemand Zahlen?



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich habe neben einem meiner Stände auch in etwas 1km Entfernung ein großes Rapsfeld. Meine Gedanke war, daß die Bienen das selbst entscheiden sollen. Parallel blüht bei mir dann meistens der Ahorn sehr schön.


    Wollte ich besonders viel und ausschließlich Rapshonig ernten, dann würde ich ihn anwandern. Mir ist das aber zu aufwendig und wegen der Pestzidproblematik zu gefährlich.


    Gruß Gruß Jörg

  • Hallo Cheffe!


    auch ich wandere meinen Landwirt mit nur knapp 2 ha Raps in Flugnähe (unter 1,5km) immer an (er spritzt nicht gegen Insekten!!!:daumen:)
    Hab immer ein paar Völker im Garten - Trotz Wanderung - ich möchte nämlich meine Bienen jeden Tag fliegensehen- :lol:
    Aber ich möchte auch Nicht-Bio-Landwirte von einer Bewirtschaftung ohne viel Gift überzeugen.
    Bei einem ist es gelungen.


    Mal schauen - vielleicht kommt der eine oder andere Landwirt auch auf den Geschmack.


    Freu mich schon immense auf 2014!!!


    Ganz lieben Gruß an Alle!
    Ruth

  • Moin zusammen!


    Da ich in meiner Region ohne immense Wanderbewegungen dem Raps nicht ausweichen kann und ich dies in Anbetracht des Honigs wie auch (glücklicherweise!!!) mangels erheblicher Völkerschäden im Anschluß nicht will, hier mein Tip, wenngleich weiter oben bereits genannt: Ran oder weg, wenn irgend möglich.


    1,3 Kilometer ist will, aber kann nicht. Bestellt und nicht abgeholt. Nicht Fleisch, nicht Fisch.


    Wenn du möglichst viel und möglichst reinen Rapshonig haben willst, stell` die Bienen direkt an / in das betreffende Rapsfeld, allerdings zwingend mit Zweigen im Flugloch (siehe auch "Umstellen auf kurze Distanz" hier im Forum).
    Denn 1,3 Kilometer ist definitiv im Flugkreis.


    Gehst du auf Sicherheit, stell` die Bienen weit weg von dem betreffenden und auch sonstigen Rapsfeldern, dann allerdings wirklich weit weg. Selbst beim allgemein angegebenen Flugradius von 3 Kilometern würde ich beinahe wetten, dass sie dennoch hinfliegen, auch wenn der Raps 4 Kilometer oder mehr weg wäre. Denn: Raps zieht Bienen magisch an!


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Cheffe,
    Bei freier Flugbahn, damit meine ich nach Möglichkeit kein größeres Wohngebiet da zwischen, ist es für die Bienen kein Problem,
    ich würde da nicht Wandern.
    Von meinem Standort aus ist ca alle 3 Jahre der nächste Rapsschlag 1900 m entfernt, bei normaler Witterung bin ich mit vollen Honigräumen dabei, bei schlechtem Wetter ist es zu weit.
    Die Bienen am Raps, ist natürlich auch für den Imker ein schönes Erlebnis, sie sind natürlich im Handumdrehen zurück, ob es dadurch einen höheren Ertrag gibt wage ich zu bezweifeln.
    Mit oben genannter Entfernung habe ich auch schon bis zu 42 kg Rapshonig pro Volk geerntet.


    Gruß Jürgen

  • Alles klar. Dann beschreibe ich mal kurz das Ergebnis. Aus der Abbildung geht hervor, dass nach Messungen mit unterschiedlichen Abständen zum Rapsfeld der Ertrag, abhängig vom getesteten Volk, linear zurück geht. Bei 500m Abstand beträgt der Rückgang schon ca 20-40%. Extrapoliert auf 1,3 km wäre der Rückgang schon sehr beträchtlich.
    Grüße,
    Jogi

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe

  • Hallo Jürgen,
    bei 42 kg Rapshonig wäre ja mal interessant zu wissen, wie viel es gegeben hätte wenn du mitten drin gestanden hättest. Ich habe ja dieses Jahr den Vergleich, von 3 Standorten:
    1. Die Bienen mitten im Rapsfeld
    2. 1200 Meter Entfernung
    3. 1000 Meter Entfernung


    Letztes Jahr bei 0km Entfernung 0kg Honig, alles was drin war, wurde wieder verbrütet, als dann das Wetter gepasst hatte, war der Raps verblüht.
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Hallo Marcus,
    Gute Frage, die Jahre sin sehr Unterschiedlich, das mit den 42 kg war 2005, lange her, aber auf der Entfernung bin ich der Witterung entsprechend immer dabei, jetzt ist da wieder Raps, werde Aufzeichnungen mit Bilder dazu machen.
    2013 hatte ich einen Standort da blühte der Raps fast 5 Wochen, natürlich gab es da volle Honigtöpfe, es war aber nur an dem Schlag so, im weiterem Umfeld blühte er nur 9 - 12 Tage und da war es auch noch kalt.


    Gruß Jürgen