Welche Art der Ablegerbildung für mich geeignet?

  • Liebes Forum,


    Ich möchte gerne im kommenden Jahr aus meinen beiden Völkern einen Ableger für ein drittes Volk machen, vorausgesetzt, sie kommen gut durch den Winter.


    Jetzt lese ich gerade das interessante Buch "Moderne Imkerpraxis", hier werden die gängigsten Möglichkeiten beschrieben. Ich habe aber trotz der Lektüre noch nicht richtig verstanden, welcher für mich geeignet ist:


    Mein Ziel ist nicht der maximale Ertrag, sondern nur eine ordentliche Honigausbeute. Die beiden Völker waren Ableger in 2013, sind also dieses Jahr Wirtschaftsvölker. Die Königin möchte ich aus meinen eigenen Völkern gewinnen, zum einen haben sich meine Bienen im vergangenen Jahr exzellent benommen, zum Anderen möchte ich das einfach mal machen. Und schließlich: ich würde gerne trotz Ablegerbildung mindestens aus den beiden Wirtschaftsvölkern dieses Jahr ernten wollen. Ach und nochmals: ich imkere auf Dadant, da funktionieren ja auch nicht alle Methoden...


    Welche Methode wäre für mich einfach und sicher?


    Viele Grüße,


    Pisolo


  • Welche Methode wäre für mich einfach und sicher?


    jede.


    Du hast ein Buch in dem die gängigsten Methoden beschrieben werden. Such dir eine aus. Zeitig im Jahr wenig Bienen entnehmen, später im Jahr viele Bienen entnehmen. Nicht einen Ableger machen, sondern von jedem Volk einen. Für mich ist der beste Zeitpunkt kurz bevor sie schwärmen wollen, wobei dieser Zeitpunkt nicht so einfach zu bestimmen ist für etwas unerfahrene Imker. Aber jeder Imker hat da einen anderen idealen Zeitpunkt.
    Einfach ein Konzept aussuchen und sich daran halten, nicht schon verschlimmbessern wollen. Dann sollte das klappen, auch mit der Honigernte.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Klingt gut. Danke Euch. Dann werde ich mal überlegen, ob ich sammle, teile, behandle, treibe, sauge, fliege oder sonst was mache :D ... Echt beeindruckend, wie viele verschiedene, aber im Grundprinzip ja immer ähnliche, Methoden es gibt...


    Viele Grüße
    Pisolo

  • http://www.imkerei-schwarz.de/…schuere-Dadant-A5-web.pdf


    finde hier hört sich Seite 41ff ganz gut an - wenn du hier "normal" nachziehen lässt, entsteht eine Königin im Paradies und nicht eine 1-2 Wabenköniginnen, wenn auf den Ablegern nachgezogen wird.


    Wäre glaub die Methode, die ich versuchen würde

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Pisolo,


    das ist zwar löblich und ratsam, das zu lesen, jedoch eher schon Thema Königinnenvermehrung/-zucht. Und wenn Du sagst, Du willst ein Volk Nr. 3 erschaffen, dann brauchst Du nicht x-Königinnen dafür, nicht wahr?


    Wenn es wirklich nur eins sein soll und Du auch Honig haben willst:
    Zwei Brutwaben, je eine pro Volk, diese zusammen in eine Beute setzen, dazu noch eine aus dem Frühjahr entnommene überzählige Futterwabe oder auch noch eine Leerwabe und ein Rähmchen mit MW zum Ausbauen. Außerdem klopfst Du von beiden Völkern noch Jungbienen von je einem oder zwei Honigrähmchen dazu, dann hast Du eine ausreichend kuschelig besetzte Wabengasse, Pflegemannschaft auch.
    Und dann nach Plan "Ableger" weiter.
    Wie Berggeist sagt, es geht noch so viel mehr. Du formuliertest aber ganz richtig: Mal machen wollen. Anfangen.


    Sollten sie Dich mit Schwarmlust überraschen: Dann bietet sich ein kleiner vorweggenommener Vorschwarm an: Du entnimmst die Alte Königin mit einigen Jungbienen oder zugefegten. Nach 9 Tagen alle Zellen außer eine brechen. Das Volk bleibt stark und sammelt wieder/weiter. Und es hat den Vorteil, dass Du beim sonstigen Versuch des Zellenbrechens im Altvolk nicht mehrere Chancen hast, eine zu übersehen und die Schwarmstimmung Dir den Sammeleifer des Volkes länger ausbremst.


    Zum Grübeln gibt es aber immer noch Genug! :wink:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Pisolo,


    ich werde auch im Frühjahr selber meine Völker vermehren. Hierzu kombiniere ich mehrere verfahren (soweit meine Völker gut durchkommen). Ich wollte Brutableger bilden. Habe hier aber schon mehrfach gehört, dass ein Brutableger mit nur einer Brutwabe für die Königinnennachzucht er schlechte Ergebnisse bringt, da die Bienenmasse einfach nicht vorhanden ist. Außerdem nehmen die Bienen oft zu alte Maden um eine neue Königin zu ziehen. Ich werde daher alle Brutwaben, die für die Ablegerbildung genommen werden sollen entnehmen und in eine weitere Beute packen. Nach Möglichkeit solche, die möglichst viel verdeckelte Brut und wenig unverdeckelte Brut enthalten. Nach 9 Tagen breche ich die eventuell vorhandenen Nachschaffungszellen und setze einen Eistreifen aus einem der Völker (bei dir ist das ja egal welches, eventuell sogar beide) zu. Siehe hier:


    http://www.basiszuechter.de/ba…vertiefung/eistreifen.htm


    Nach der hoffentlich erfolgreichen Annahme aller Eistreifen und der Verdeckelung der neuen Königinnenzellen, werde ich die Brutwaben in separate Kisten aufteilen und auf eine erfolgreiche Begattung hoffen.


    Vorteil dieser Methode:


    - Genügend Bienen zur Pflege der neuen Königinnen
    - Genügend Platz für die neuen Königinnen, da der Imker selber den Platz für den Ausbau der Zellen schafft
    - Kein so hoher Aufwand für den Zucht der Königinnen wie in der traditionellen Könginnenzucht.


    Eine bekannte Forenuserin meinte mal, dass diese Methode für alle ausreicht, die nicht mehr als zehn Königinnen pro Jahr benötigen ;-) - Danke von mir nochmal für den Tipp!


    Gruß
    Frank

  • 0) Das Volk wird im Frühjahr normal erweitert und wächst bis zur guten Volksstärke heran. Ungefähr bis Mitte/Ende Mai.


    1) Die alte Königin wird mitsamt Wabe auf der sie sitzt, eine weitere Wabe mit verdeckelter Brut und eine volle Futterwabe, mitsamt allen ansitzenden Bienen in einen Ablegerkasten gegeben. Bienen einer Brutwabe dazuschütteln. Auffüllen mit Mittelwänden. (Königinnenableger.)


    2) Danach werden auf zwei Brutwaben mit junger Brut jeweils die unteren Ränder von je zwei Zellen pro Wabe mit jüngsten Larven (noch nicht gekrümmt und im Futtersaft schwimmend) mit dem Stockmeißel weggeschnitten. So kann die Nachschaffungszelle nach unten fortgebaut werden, keine Krümmung der Weiselzelle. Außerdem scheint mir bei einer derart präparierten Zelle mehr Gelée Royal eingelagert zu werden. Nach dem Motto: Zelle nach unten offen = Weiselzelle.


    3) Nach 7 Tagen werden alle Brutwaben kontrolliert und alle "wilden" Nachschaffungszellen und alle der präparierten Zellen werden bis auf eine gebrochen, es wird nur eine stehengelassen. Also eine Wabe mit einer Zelle.


    Das war's. Die neue Königin schlüpft und wird begattet. Falls irgendetwas passiert und das Volk nach ein paar Wochen keine ausreichend legende Königin hat, wird die alte Königin, die zu diesem Zwecke als Sicherung im Ablegerkasten verwahrt wird, wieder in das alte Volk eingeweiselt.


    Der Vorteil dieses Vorgehens ist, daß das Volk auf dem Höhepunkt der Entwicklung steht und damit auch in der Lage ist, eine gute Königin heranzuziehen; es gibt zu dieser Zeit ausreichend und gut genährte Drohnen, was eine hervorragende Spermaqualität gewährleistet; die vielen Bienen eines ganzen Volkes kümmern sich sehr gut um die Weiselzelle - der Weiselsaft steht sehr dick in der Weiselzelle! Und es kann nichts schief gehen. Gibt es eine Fehlbegattung, wird die alte Königin als Backup eingeweiselt und das Volk darf erst mal wieder wachsen. Kein Hantieren mit Umlarven, Schneiden von Zellen oder mit Weiselzellen (Vertrocknen, Verkühlen, Erschütterungen usw. usf. fallen als mögliche Fehlerquellen weg.) Schwarmverhinderung beim Trachtvolk inklusive.


    Das Einzige, was man auf die Reihe kriegen muß, ist erstens eine ganz junge Larve zu erkennen und zweitens die unteren Zellränder wegzubrechen. Das war es auch schon. Eine einfachere und sichere Methode, die gleichzeitig hochwertige Königinnen erzeugt, kenne ich nicht.

  • Das Einzige, was man auf die Reihe kriegen muß, ist erstens eine ganz junge Larve zu erkennen und zweitens die unteren Zellränder wegzubrechen. Das war es auch schon. Eine einfachere und sichere Methode, die gleichzeitig hochwertige Königinnen erzeugt, kenne ich nicht.


    Hallo Bernhard,


    hast Du davon Bilder, so ganz kann ich mir dies nicht vorstellen.


    Gruß Jan

    Dubium sapientiae initium. Zweifel ist der Weisheit Anfang. René Descartes

  • Hallo Bernhard,


    hast Du davon Bilder, so ganz kann ich mir dies nicht vorstellen.


    Gruß Jan


    Geht mir witzigerweise genauso und ehrlich gesagt: Ich habe das ganze Jahr über in meinen Waben nach Eiern oder ganz ganz jungen Larven geschaut, und nie welche erkannt. Wenn ich nicht auch ein paar Tausend Bienen gesehen hätte, dann hätte ich geschworen, dass da keine sind. Vielleicht hat meine Königin aber auch direkt schon größere Larven gelegt (*autsch*)... :roll:


    Viele Grüße
    Pisolo

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  • Zumindestens schematisch kann ich es zeigen.


    Zunächst einmal die Auswahl der jüngsten Maden, am besten gerade aus dem Ei geschlüpft, noch nicht gestreckt und im Futtersaft schwimmend. Alles Gekrümmte ist bereits zu alt.


    Dann werden die unteren Zellenränder nach unten hin weggekratzt. Die Made dabei nicht verletzen natürlich. Die darunter liegenden Zellen können ruhig weggekratzt werden. Am besten dazu eine Zelle im unteren Bereich der Wabe nehmen.


    Gibt hübsche Zellen.

  • Hallo Pisolo,


    arbeitest du mit oder ohne Schleier? Mit Schleier sehe ich die auch kaum. Ohne geht es viel besser - zumindest das sehen der Eier / Larven...


    Gruß
    Frank


    ...mit...und mit Brille...insgesamt stört das gewaltig, da hast Du recht, aber ich habe mich bisher noch nicht getraut, ohne Schleier an die Bienen zu gehen, geschweige denn so nah, dass ich auf Eisuche gehen könnte...