Was zeichnet eine gute Schleuder aus?

  • Liebes Forum,


    Als Anfänger merke ich immer wieder, wie schlau ich bin, wenn ich erst mal dumm war. Mittelwandpresse selber bauen? Kein Problem... bis das Ding in Stücke bricht.


    Auch bei Honigschleudern ist mir bis heute noch nicht klar, was die kleinen feinen Details sind, auf die es ankommt und die eventuell den höheren Preis ggü. einer anderen, billigeren Ausführung rechtfertigen. Doch erstaunlicherweise gibt es praktisch keinen Markt für gebrauchte Schleudern, außer jemand gibt die Imkerei komplett dran oder will seinen 50 Jahren alten Dachbodenfund loswerden. Sagt mir das, dass alle Schleudern gleich gut sind? Kann ja irgendwie nicht sein...


    Ich rede jetzt nicht davon, dass eine motorisierte 12 Waben-Schleuder natürlich teurer ist, als eine 3 Waben-Tischschleuder, sondern eher von den kleinen aber feinen Details.


    Ein paar Beispiele, die ich bisher glaube verstanden zu haben:


    1.) Gerade Anzahl von Wabenkäfigen, da mit 3 Käfigen gerade Anzahlen von Honigwaben nicht sinnvoll zu schleudern sind
    2.) Bodenebener Auslass
    3.) Beine sind entlang des gesamten Korpus verschraubt, und nicht nur am Boden, dadurch erhöhte Stabilität


    Vielleicht könnt Ihr obige Liste kommentieren und vervollständigen?


    Weiterhin würde mich interessieren: Ab wie vielen Völkern erachtet Ihr eine elektrische Schleuder für sinnvoll? Ich kann mir vorstellen, dass bei 2-5 Völkern das noch keine Rolle spielt, bei 20 aber sicherlich...


    Danke, Viele Grüße
    Pisolo

  • Hallo, ich finde der Wabenkorb sollte aus gastanzten Edelstahlblech sein, mit quadratischen Löchern. Körbe aus Gitterstäben finde ich nicht so toll.
    Der Scheuderboden sollte zum Auslauf hin leicht schräg sein und zur Reinigung sollte sich die Schleuder leicht zerlegen lassen.
    Ich finde bis 10 Völker reicht eine 4 Wabenschleuder mit Handantrieb.
    Viele Grüße, Heiner

  • die Themen "Gitterstäbe", "Löcher", "gestanzt" begründen, die sind nicht selbsterklärend.


    doch...sind sie.


    "Gitterstäbe": sieht aus, wie Maschendrahtzaun.
    "Löcher", "gestanzt":

    Zitat

    ...mit quadratischen Löchern...gestanztes Edelstahlblech...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."


  • Ein paar Beispiele, die ich bisher glaube verstanden zu haben:


    1.) Gerade Anzahl von Wabenkäfigen, da mit 3 Käfigen gerade Anzahlen von Honigwaben nicht sinnvoll zu schleudern sind


    2 mal 3 ist auch ne gerade Anzahl an Waben ;)
    Wenn man zum Schluss doch noch 1 oder 2 Waben übrig hat, dann kann man die eigentlich leeren Wabentaschen mit Leerwaben füllen, das gleicht schon einen großen Teil der Unwucht aus.


    2.) Bodenebener Auslass


    Wird auch gerne überbewertet: wenn man 80kg Honig schleudert, dann kommen bei nicht bodenebenem Auslass 79kg Honig von alleine aus der Schleuder. Wenn man dann nach 4,5h Schleudertrauma die Schleuder schief stellt (Ziegelstein unter das hintere Beinchen) gluckert das letzte kg Honig auch von alleine ins Sieb.


    Ab wie vielen Völkern erachtet Ihr eine elektrische Schleuder für sinnvoll? Ich kann mir vorstellen, dass bei 2-5 Völkern das noch keine Rolle spielt, bei 20 aber sicherlich...


    Also mit meiner 20Waben- Radial- Handkurbelschleuder würde ich auch die 20 Völker abschleudern, wenn ich hinterher nur nicht die ganzen Hobocks in den Keller schleppen, rühren und abfüllen müsste. :)
    Ich habe selbst 10 Völker, bei 2 Honigräumen je Volk muss ich auch nur 10 mal vom Entdeckeln zum Kurbeln wechseln und nach jeweils 5 -7 Minuten sind die Waben leergekurbelt.
    Stefan

  • Ich könnte mir vorstellen, dass so ein "Maschendrahtzaun" ungleichmäßigere Abdrücke im Wachs hinterlässt.
    Die Wabe also beim Blech hinterher besser erhalten ist.


    Nur so ein Gedanke, Vergleich mit unserer und der eines Berufsimkers.


    Gruß Doro

  • ... :) Ich verstehe nur die VORTEILE nicht: Was ist an einem quadratischen Loch, an einem gestanzten Blech und an einem Maschendrahtzaun in einer Schleuder vorteilhaft?


    Der Vorteil gestanzten Bleches liegt IMHO in der erleichterten Reinigung.
    Ich nutze eine herkömmliche Schleuder mit Maschendraht und komme gut damit klar.
    Wichtiger, als das Material des Schleuderkorbes ist m.E., dass die Waben ganzflächig am Korb anliegen.
    Meist stehen die Abstandhalter am Korb an (...die Wabe also vom Korb ab), was Wabenbruch erleichtert und ich kann mir vorstellen, dass dies beim gestanzten Blech bevorzugt auftritt.
    Ein "Korbmuster" im Wachs a la Doro konnte ich noch nicht beobachten.


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Ohne praktische Erfahrung zu haben, meine ich, dass die Höhe der Füße/Beine ist der gerne mal unter den Tisch fällt, aber wichtig ist je nachdem welchen Hobbock man verwenden will.
    Ganz ohne Beine auf dem Tisch, stelle ich mir sowieso nicht gerade lustig vor für den Tisch und den Schiffschaukelbremser.

  • Hallo !


    ... :) Ich verstehe nur die VORTEILE nicht: Was ist an einem quadratischen Loch, an einem gestanzten Blech und an einem Maschendrahtzaun in einer Schleuder vorteilhaft?


    Wie in einem anderen Faden gerade besprochen, ist der Unterschied zwischen Drahtgutter (egal ob als Wellen- oder Schweißgitter)
    "Auflagefläche vs. Durchlassgröße".


    Man möchte ein möglichst breite Auflage um die Waben beim Schleudern nicht brechen zu lassen.
    Gleichzeitig ist es notwendig einen verhältnismöglich großen Durchlass zu haben, um den Honig
    aus der Wabe gezogen zu bekommen.


    Der Duchlass bei den derzeit eingesetzten Lochblechen liegt bei max. 70% der Gesamtfläche,
    bei den genannten Gittern liegt sie meist (z.T. deutlich) über 80%. Die teilweise auch eingesetzte
    Rombusmasche dürfte auch so um die 70% liegen.


    Ein Lochblech ist eben, während die Gitter und die Rombusmasche dies nicht sind.


    Bei der Reinigung gehe ich mit Gersunger konform,
    das Blech läst sich leichter reinigen als das Gitter,
    am Schlechtesten hier ist sicherlich der Rombus.


    Allerdings widerspreche ich Gerstunger in der Aussage:

    Gerstunger schrieb:

    Wichtiger, als das Material des Schleuderkorbes ist m.E., dass die Waben ganzflächig am Korb anliegen.


    Als Material dürfte ein geeignetes Edelstahl unilateral sein.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo, ich meine das beim Wabenkorb aus Drahtgitter die Waben leichter brechen und die Abdrücke vom Gitter sind nach dem Schleudern deutlich sichtbar. Meine Schleuder hat solche Drahtgitter, ein Freund hat eine Schleuder mit besagtem ausgstanzten Wabenkorb und ich meine die Waben werden nicht so leicht beschädigt wie bei mir und die Reinigung ist auch leichter.