Winterbehandlung - wer lässt sie befallsabhängig weg?

  • Hallo Bienenfreunde,


    ich verfolge das Ziel chemiefrei zu imkern. Im Spätsommer habe ich es bereits geschafft. Im Winter noch nicht ganz.


    Eine Winterbehandlung bekommen bei mir nur noch Völker, bei denen der natürliche Milbentotenfall im November größer als 1 Milbe/Tag ist.


    In 12/2012 habe ich ein Volk mit Oxalsäurelösung beträufelt und in 12/2013 zwei Völker (von 22).


    Würde gern mal wissen, wer eine Behandlung nur noch ab einem bestimmten natürlichen Milbentotenfall vornimmt?


    Freundlich grüßt
    Ronny

  • Ich. Bei mir sind alle neu gebildeten 14 Jungvölker (Start mit 200g Bienen Ende Mai) komplett unbehandelt geblieben. Chemisch komplett unbehandelt bleiben 3 Altvölker mit <0,5 Milben/Tag im Dezember. 1 Altvolk mit 2 Varroen/Tag im Dezember bleibt ebenfalls unbehandelt, um zu sehen, wie ein AGT-Volk mit einer erhöhten Startpopulation klarkommt. Die restlichen 6 Altvölker sind im Dezember mit OS behandelt worden.
    Im Sommer wurde keins der 24 Völker chemisch behandelt.


    Gruß Ralph

  • Solche Pauschalaussagen sind brandgefährlich, zumal für Anfänger, wenn nicht gleich die ganze Betriebsweise, Beutensystem und Genetik mit erklärt wird.
    Denn einfach so schaffen einfache Bienen das ja nicht, wenn einfach so mal hier oder dort ne Behandlung weggelassen wird....

  • Solche Pauschalaussagen sind brandgefährlich, zumal für Anfänger, wenn nicht gleich die ganze Betriebsweise, Beutensystem und Genetik mit erklärt wird.
    Denn einfach so schaffen einfache Bienen das ja nicht, wenn einfach so mal hier oder dort ne Behandlung weggelassen wird....


    also ich bin absoluter Anfänger, bzw. noch nicht einmal das richtig - war jetzt aber schon bei ein paar Imkern und war erschrocken wie locker hier das Varroa-Problem gehandhabt wird (geschweige denn, dass die überhaupt mal ne Windel reinschieben) und wenn man sich jetzt nicht so wie ich ein 1/2 Jahr intensiv mit Bienenhaltung beschäftigt bevor es los geht (inkl. Anfängerkurs paralell), und dann noch an so Paten gerät, die das auch nicht alle ernst nehmen und dann hier z.T. lies, dann könnte ich mir auch vorstellen, dass da der eine oder andere das auf die leichte Schulter nimmt und dann damit baden geht.


    Ich habe mir vorgenommen erst mal keine Kompromisse einzugehen, sondern nach dem empfohlenen Standart vor zu gehen (2xNassenheider mist 60% AS und 1xOxal träufeln) und dabei immer schön Windeln kontrollieren um für das ganze mal ein Gefühl zu bekommen.


    Paralell lese ich aber alle Fäden, die sich um das Thema Varroa drehen immer sehr aufmerksam mit und bin z.T. absolut baff, in welche Richtung hier gedacht und gemacht und probiert wird. Lasse mich davon aber nicht blenden und kann das keinem empfehlen.

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Solche Pauschalaussagen sind brandgefährlich, ...


    Zunächst einmal war es keine Pauschalaussage, sondern eine Frage. Und zweitens geht es ja um eine angepaßte Behandlung, also von unter Beobachtung stehenden Völkern. Von pauschalem Weglassen war gar keine Rede, oder?


    ..einfache Bienen...


    Na klar, und uneinfache - also schwierige - Bienen schaffen es? VSH-Bienen vielleicht? :roll:


    Janos : Du hast die richtige Vorgehensweise gewählt. Jedoch: Geblendet wird hier keiner.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Janos : Du hast die richtige Vorgehensweise gewählt. Jedoch: Geblendet wird hier keiner.


    Viele Grüße


    Bernhard


    Danke - hoffe du hast recht :daumen:


    Aktiv geblendet sicher nicht, da geb ich dir recht - aber ich habe hier echt ne Weile gebraucht, bis ich das Gefühl hatte grob einzuschätzen, was denn jetzt für mich wichtig und was "nur" sehr sehr interessant ist aber doch in einer erstmal deutlich anderen Liga spielt.


    D.h. man muss auch ein Gefühl hier entwickeln, WER etwas schreibt und WIE er es unter Umständen sogar meint. Genauso wie manche Anfängerfragen mit einem z.T. unangenehmen "Ton" begegnet wird - auch das hab ich erst nach vielem Suchfunktion nutzen und querlesen verstanden. Mir ist aber auch aufgefallen, dass es oft Fragen zu Themen sind, die eben nicht für Anfänger tauglich sind und man sich dann zurecht darüber ärgert, dass hier die Basics noch nicht klar sind und wie sich jetzt ein Anfänger erdreisten kann SO ETWAS zu fragen.


    Darum hätte ich mir manchmal gewünscht (und auch heute noch ab und an), dass es so eine Art "Unterforum" mit der dicken Überschrift gibt


    "ACHTUNG DIES SIND ALLES THEMEN, DIE EIGNEN SICH NICHT FÜR ANFÄNGER - NEIN DENKT NICHT MAL DRANN ABER LEST AUFMERKSAM MIT"

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Moin,
    beefan : Wenn du die Suchfunkftion bemühen würdest, kannst du die 11 seitige Diskusion, die ich am 29.11 unter der Frage "Verzicht auf Winterbehandlung ?" angestoßen hatte nachlesen.(Ich weiß noch nicht wie man den Thread direkt hierhin verlinken kann)
    Gruß Michael

  • jonas
    Gute Entscheidung mit einem bewährten Konzept anzufangen. Am Anfang sollte das (über-) Leben der Bienen oberste Priorität haben, deswegen lieber die Finger von solchen Ansätzen lassen. Mit den Jahren kommt die Erfahrung und man bekommt ein Gefühl für die Völker. Ich habe selbst nach meinem zweiten Jahr 10 von 12 durch solche Dummheiten verloren und hätte fast aufgegeben.


    Und den Gemüllzählern wünsche ich viel Glück (...bzw. ihren Bienen). Nach meiner Erfahrung ist der natürliche Milbenfall nämlich nur bedingt geeignet um auf die Milbenzahl im Volk hochzurechnen - die Streuungen sind riesig. Ich habe zwei Jahre lang an 50 Völkern gezählt wie ein Weltmeister, ich weiß von was ich rede...

  • jonas
    Gute Entscheidung mit einem bewährten Konzept anzufangen. Am Anfang sollte das (über-) Leben der Bienen oberste Priorität haben, deswegen lieber die Finger von solchen Ansätzen lassen. Mit den Jahren kommt die Erfahrung und man bekommt ein Gefühl für die Völker. Ich habe selbst nach meinem zweiten Jahr 10 von 12 durch solche Dummheiten verloren und hätte fast aufgegeben.


    Und den Gemüllzählern wünsche ich viel Glück (...bzw. ihren Bienen). Nach meiner Erfahrung ist der natürliche Milbenfall nämlich nur bedingt geeignet um auf die Milbenzahl im Volk hochzurechnen - die Streuungen sind riesig. Ich habe zwei Jahre lang an 50 Völkern gezählt wie ein Weltmeister, ich weiß von was ich rede...


    oje 10 aus 12 ist hart

    mein Fahrradlicht ist mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs und ich ganz knapp hinterher

  • Hallo Janos,


    Ich verzichte unter keinen Umständen auf die Winterbehandlung, da Sie für mich die effektivste Behandlung darstellt.
    Mit nur einer Behandlung werden über 90% der Milben erwischt.
    Es gibt diese Rechnung, dass aus einer Milbe nach 6 Monaten 500 werden, also warum dieses Risiko eingehen?
    Ich hatte dieses Jahr vor der OS Behandlung einen natürlichen Milbenfall von 1er Milbe am Tag.
    Nach Anschließender OS Behandlung sind 970 bzw. 570 Milben gefallen.
    Ich bin auch ein Anfänger und ich überlasse Zuchtbemühungen wie AGT lieber Imkern die sich damit auskennen und versuche alles um diese sch..... Milbe aus meinen Völkern raus zu kriegen.
    Abgesehen davon dass diese Milben Zähl und Rechenspiele sehr nervig sind, lässt das sowieso ab einer gewissen Völkerzahl nach, da es einfach zu Zeitaufwendig ist.
    Deshalb werde ich einfach weiterhin alle behandeln und hoffen dass ich soviele Milben wie möglich erwischt habe um meinen Bienen die Überwinterung so angenehm wie möglich zu machen.

  • Hallo Ralph,


    es freut mich, dass Du auch Befallskontrollen ausführst und nicht nach dem Gießkannenprinzip behandelst.


    Schade, dass die anderen Beiträge eher keine Antworten auf meine Frage sind, wer befallsabhängig auf eine Winterbehandlung verzichtet.


    Stattdessen wird diskutiert:
    1. ob man überhaupt fragen darf, wer befallsabhängig auf eine Winterbehandlung verzichtet,
    2. welche Vorteile eine Winterbehandlung hat.


    Ich denke, das sind andere Fragen.


    Mopsdrohne
    Die meisten Beiträge auf den ersten Seiten deiner Diskussion beschäftigen sich leider kaum mit meiner Frage.


    Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Mehrheit der Imker eine Winterbehandlung ohne Befallskontrolle ausführt. Die gängigen Argumente kenne ich.


    Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich jetzt hier nachfolgend nur noch Bienenfreunde zu Wort melden, die eine befallsabhängige Winterbehandlung ausführen.
    Jeder AGT Imker sollte auch dazugehören.


    Freundlich grüßt
    Ronny

  • Wenn du befallsabhängig behandeln willst, muss du erst mal den Befall feststellen. Was gar nicht so einfach ist:


    -Sind sie in Brut, bedeuten wenige gefallene Milben deutlich mehr als wenn sie nicht in Brut sind(die Bienen)
    -Wie stellt man SICHER die Brutfreiheit fest? Niemand kann dir ein standartisiertes Verfahren nennen, ohne die Waben zu ziehen.
    -Ist eine dicke Schicht toter Bienen auf dem Gitter, fällt kaum eine Milbe durch.
    -Ist das Volk brutfrei, fallen mehr Milben je älter die sind und je länger das Volk ausser Brut ist.


    All das ist für den normalen Freizeitimker eine ganz knifflige Angelegenheit, und genau deshalb wird ihm geraten nach Stanard zu behandeln.