Was tun mit den Futter-/Brutwaben wenn Volk durch Varroa verschwunden ist?

  • Hallo Zusammen,


    ich habe dieses Jahr erst mit der Imkerei angefangen und zusätzlich zu 2 Ableger im Herbst nochmal 2 Völker & 1 Ableger bekommen. Leider habe ich diese nur 1 x mit AS behandelt da es nach der Auffütterung bereits Oktober war und ich dachte die Restentmilbung im Dezember würde ausreichen, bzw. die Temperaturen waren für AS zu niedrig. (Ok - habe gelernt dass das ein Fehler war!) Windel hatte ich eingeschoben und Milben auf in Öl getränktem Papier gezählt, sah aber alles ok aus. Als ich die Restentmilbung vor 2 Wochen machen wollte ist mir aufgefallen dass eine Beute komplett leer war nur eine Handvoll tote Bienen auf den Waben und ein paar unten auf dem Gitterboden lagen. Hmm, ich vermute da war ich selbst Schuld da ich die 2. AS Behandlung nicht mehr gemacht hatte und die Bienen mir wohl abgeflogen/gestorben sind. Jetzt habe ich 2 Zargen (1 Volk) die noch komplett mit Futter voll sind (nicht aus HR sondern ex Brutwaben).
    Kann ich diese Waben im Keller "überwintern" und dieses Frühjahr zur Erstfütterung von Ablegern verwenden (oder steckt da noch was von den Milben drin)? Die Waben sind auch nicht alle komplett verdeckelt. Muss ich Waben die bspw. zu 25% unverdeckelt sind einschmelzen, da in diesem Fall der (flüssige) Sirup/Honig zu gähren anfängt? Wieviel % müsste dann verdeckelt sein, damit die Waben im Frühjahr noch zu gebrauchen sind?(Wagner Tapetenablöser habe ich bereits bestellt und werde mir noch 2 Plastikboxen im Baumarkt besorgen die ich übereinander gestellt mit Löchern in der oberen Box als Schmelzer benutzen werde - wenn ich die Waben nicht überwintern sollte).


    Viele Grüße
    Klaus

  • Es soll aber auch Völker geben, die an anderen Ursachen als der Varroamilbe sterben... Du sagst ja selbst, der Milbenfall war im Normalmass. Wenn du Dir nicht ganz sicher bist würde ich auf das Futter lieber vernichten und die Waben einschmelzen, als weitere Völker oder Ableger zu gefährden...

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Die Waben sind ja auch bereits bebrütet, wie Du schreibst. Dann wirst Du auf jeden Fall Probleme mit der Wachsmotte bekommen (und danach mit Deiner Frau, davon kann ich Dir berichten!).
    Ich habe dieses Jahr sogar unbebrütete Waben mit Futter gelagert, weil ich diese für das Frühjahr verwahren wollte. Zum Glück haben wir die Wachsmottenlarven früh genug gesehen und ich habe die Waben entsorgt.
    Mein Resümee: Ich werde nie wieder ausgebaute Waben lagern. Immer direkt alles einschmelzen!

  • Hallo Klaus


    Nach deiner Beschreibung der Sachlage, würde ich saubere und verdeckelte Futterwaben wieder verwenden, auch Pollenwaben. Waben die bekotet sind oder noch abgestorbene Brut enthalten würde ich einschmelzen.Die Lagerung würde ich nicht so kompliziert machen, wenn du einen kühlen Schuppen oder Bienenhaus hast, einfach eine gerade Holzplatte etwas größer als die Zarge auf den Boden. Dann die Zargen mit den Futterwaben drauf und dann eine Abschlußplatte. Bei mir halten sich die Waben ohne Schwierigkeiten bis April, auch länger, ich habe einen Wabenschrank. Ab 15°C auf Wachsmottenbefall kontrollieren und notfalls schwefeln, das ist aber nur nötig, wenn in den Waben Wachsmotteneier waren.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich habe auch ein "verschwundenes" Volk, aber ich glaube es war weisellos. Ich dachte, ich lass die Beute so wie sie ist einfach im Garten stehen. Dort bleiben doch die Futterwaben am frischesten, oder? Nachgedanke: vielleicht sollte ich das Flugloch ganz zumachen wegen Mäusen etc., aber von der Temperatur und Lüftung her ist es doch bestimmt ideal. Oder habe ich was nicht bedacht?
    Grüße von Gabriele

  • Oder habe ich was nicht bedacht?


    Oh, so einiges! Erstens locken leere Beuten mit Futterwaben andere Bienen an, die sich dann bei Dir anstecken können, wenn dein Volk an einer Krankheit gestorben ist. Außerdem sind sie ziemlich ruppig beim Räubern und zurück bleiben nur geschrotete Waben = unbrauchbar. Die muß also verschlossen werden. Das ist sogar gesetzliche Pflicht. (Bienenseuchenverordnung.)


    Zweitens werden Wachsmotten die Beute stürmen. Sie fressen nicht nur Wachs, sondern fressen sich auch in das Holz der Beute. Boden, Zargen, Rähmchen und Deckel können davon arg beschädigt werden. Meist ist es am Ende des Winters/im Frühling nur noch Schrott. Außerdem mußt Du dann die ganzen wabernden Maden aus dem Holz pulen.


    Von Mäusen ganz zu schweigen.


    Also als Fazit: Leere Beuten sofort (!) verschließen und ohne Verzögerung abräumen. Waben am besten einschmelzen oder besser noch verbrennen. Dieses Aufheben von Leichenteilen ist nicht so mein Ding, weg damit: die Bienen bauen sich ihre Wohnung und ihren Vorrat im Nu aus, man muß nicht alles aufheben.


    Dann die Beute ausflämmen und oder ausschrubben. Sprich: schön sauber machen. Die Gelegenheit nutzen und neu streichen. Und über Winter schön lüften lassen.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Hallo,


    Hallo, ich war mal bei Guido Eich und der sagte ganz klar Waben von verendeten Völkern sollten vernichtet werden.
    Ich würde sie nicht mehr verwenden.


    Bernhard hat in meinen Augen natürlich Recht ...
    ... und sonderbarer Weise scheint der Guido mit Bernhard einer Meinung zu sein.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.