Untersetzentmilbung

  • Hallo,


    ich habe in diesem Jahr ein in diesem Link beschriebenes Fangwabenverfahren in einer eigenen Ausgestaltung erprobt. Zur Unterscheidung habe ich diesem Verfahren den Arbeitstitel "Untersetzentmilbung" gegeben.
    Die erreichten Ergebnisse stellen einen Zwischenstand dar, der Verbesserungspotenzial hat. Das für 2014 geplante verbesserte Verfahren und die in 2013 erreichten Ergebnisse sind im beigefügten Artikel beschrieben. Meine Zielstellung ist es, im Sommer ohne Chemikalien arbeiten zu können und eine solche Effektivität der Varroabehandlung zu erreichen, dass ich auf die Winterbehandlung verzichten kann. Teilweise ist das bereits gelungen.


    Gruß Ralph

  • Ralph,


    g e n i a l :p_flower01: Ich bin begeistert vor solcher Ausdauer und Akribie, sowie Willen, etwas mittels biologischer Vorgänge zu ersinnen und dann durchzuziehen. Soviel Mühlenbier kannst Du gar nicht trinken, wie wir Dir ausgeben werden...


    Klingt schlüssig, trotz oder auch gerade wegen der erwähnten Fehler.


    Mit Verdunster rein und abhauen ist nicht, man muß schon was tun.
    TBE ist zwar auch nicht mal eben so gemacht,
    allerdings wird das erst einmal mein Konzept nicht werden, denn viele zeitgebundene Einzelschritte und Materialeinsatz mit Zusatzaktionen am den Bienen kann ich nicht umsetzen.



    Da gehört Dein Name drunter!! Steht da mit Absicht nichts?



    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beetic () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Hallo Ralph,


    toll, :Biene: ...eines von den Mühlenbieren kommt dann von mir! Ich würde mich freuen, wenn das endlich einen neuen Schritt in Richtung säurefreie Behandlung bedeuten würde. Ist vielleicht noch nichts für meinen immer-noch-Anfänger-Status, aber das kann ja noch kommen.
    Mir kommt es vor, als hättest Du mit dem Milb Schach gespielt und ihn großmeisterlich Matt gesetzt :-D


    Viele Grüße
    Henrike


    PS: Marion hat Recht, tue Gutes und rede darüber - Dein Name gehört darunter!

    Das Ganze ist mehr als das Summen seiner Teile.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von henrike () aus folgendem Grund: auch ergänzt

  • Hallo Ralph,


    es freut mich, dass Dich der Artikel zur chemiefreien Spätsommerbehandlung mit Halbwaben inspiriert hat.


    Etwas verwundert bin ich über die recht hohen natürlichen Milbenabfallraten bei deinen Völkern im Herbst. Hast Du in deiner Umgebung vielleicht eine hohe Fremdbienendichte?


    Auf meinem recht isoliert gelegenen Stand wiesen nur zwei von 22 Völkern einen natürlichen Milbentotenfall von mehr als einer Milbe pro Tag auf. Nur bei diesen zwei Völkern habe ich im Dezember eine OS-Winterbehandlung gemacht. Näheres dazu und zu meinen neuen Experimenten steht wieder auf meinen Webseiten.


    henrike
    Als Anfänger habe ich den Fehler gemacht, dass ich viel zu lange die von meinem Imkervater vermittelten "Vorgaben" befolgt habe. Seit ich dazu übergegangen bin, alles in Frage zu stellen, was mir nicht 100% zugesagt hat und Neues auszuprobieren, machen mir die Bienen noch mehr Freude bei weniger Arbeit.


    Freundlich grüßt
    Ronny

  • Hallo Ralph,


    ich wünsche Dir für dieses Jahr viel Erfolg mit diesem sehr durchdachten, aber auch (gerade vom zeitlichen Ablauf) recht aufwendigen Verfahren und bin auf die Ergebnisse in einem Jahr gespannt.
    Als schwierig, womöglich sogar kritisch sehe ich die Verfügbarkeit ausreichend ausgebauter DN-1,5-Waben für die Vorbereitung der Einwinterung. In unserer Gegend solltest Du vermutlich Mitte August mit der Entmilbung fertig sein, und nach meinen Erfahrungen mit DN-1,5-Völkern werden dann Mittelwände nicht mehr komplett ausgebaut.


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)

  • Hallo Robert,


    nach einer TBE haben die die Völker offenbar mehr Antrieb das Wabenwerk wieder komplett auszubauen. Kein Vergleich zu "normal" behandelten Trachtvölkern. Füttern muß man natürlich.


    Gruß Jörg

  • Hallo Ralph!


    Du machst Dir wirklich viel Arbeit! Und ich wünsche Dir, dass dieses meiner Meinung nach zu aufwendige Verfahren auch im nächsten Jahr noch mal verbessern kannst.
    :p_flower01:


    Mir schwirrt auf jeden Fall der Kopf bei diesen ganzen Wechselspielen.
    :Biene:


    Ich blicks einfach nicht, ich gebe es zu!
    :-(

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Mir kommt es vor, als hättest Du mit dem Milb Schach gespielt und ihn großmeisterlich Matt gesetzt :-D


    Das halte ich für eine sehr treffende Formulierung.
    Es ist aufwändig, das stimmt.
    Ich schrieb schon, dass es aus den genannten Gründen deshalb wohl eher nichts für mich sein wird.


    Und leider werden viele, die Zeit und Völkerzahlen hätten lieber wieder eine Runde Mensch-Ärgere-Dich-Nicht mit altbekannten Mitteln eröffnen,
    da hat man überschaubare Figurenzahlen und Optionen....:wink:


    Ich finde den Vergleich zu konventionell behandelten Völkern interessant und hoffe, von Ralph dazu noch weiter was zu hören.
    Außerdem drück ich selbstverständlich auch für die Saison 2014 alle Daumen!


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Als schwierig, womöglich sogar kritisch sehe ich die Verfügbarkeit ausreichend ausgebauter DN-1,5-Waben für die Vorbereitung der Einwinterung. In unserer Gegend solltest Du vermutlich Mitte August mit der Entmilbung fertig sein, und nach meinen Erfahrungen mit DN-1,5-Völkern werden dann Mittelwände nicht mehr komplett ausgebaut.


    Ist nicht schwierig. Die Bienen bauen im Naturbau ca. 4 Waben im Format DNM 1,5 aus. Kurz vorher wurde der leer gschlüpfte Brutraum weggenommen, sodass massenhaft Leerwaben zur Verfügung stehen.


    Gruß Ralph

  • Im Folgenden wird das Verfahren so beschrieben, wie es perspektivisch sein soll. Im Jahr 2013 wurde es noch nicht so praktiziert. ... In 2013 wurde diese Unterteilung nicht vorgenommen ... In 2014 sollen ... In 2013 bin ich anders vorgegangen ...



    Nicht daß Ihr mir blanke Mißmacherei und Optimismusdämpferei vorwerft, womöglich hab ich ja nur das Jenga nicht verstanden. :roll:


    Ich lese aber sicher nicht falsch heraus, daß ein Brutsammler die Legeleistung von bis zu 9 Königinnen aufnehmen muß (zwei bis neun steht da) - und zwar junge Brut - nachdem vorher volle Lindentracht herrschte. (Ich weiß ja nicht wie das bei Euch so ist, aber meine Bienen knallen dann auch jede Zelle mit Nektar voll, die frei und nicht wieder bestifftet wird. Daß sie das hier auf unschleuderbaren bebrüteten 1.5ern oberhalb des neuen Brutnestes tun, werden sie kaum merken, der Imker schon.)


    Zweifelsohne benötigt Brut in Brutwaben bis zum 9. Tag Nahrung und Pflege. Hier haben wir folglich den 10fachen Bedarf, sobald die Waben in den Sammler kommen. Ich kann zudem auch nicht abschätzen, wann in 14 Tagen die Lindentracht enden wird und ich das Verfahren beginnen soll. Zudem ist mein Jahr nach der Lindentracht nicht zu Ende. Doch nenne ich das mal Nebenkriegsschauplätze.


    Ich kann mich da ja hart täuschen, aber in Brutsammler gibt man zum Auslaufen Brut, die lediglich noch der wärmenden Nähe ansitzender Bienen bedarf, bei der also mindestens täglich neue Bienen schlüpfen. Hier sind diese Waben jedoch erst max. 17 Tage alt und mit Schlupf der Ersten ist folglich erst in 4 Tagen zu rechnen, wenn, ja wenn die Königinnen auch gleich wieder gestifftet haben. 4 Tage lang hat der Sammler also offene Brut von 10 fremden Königinnen mit der Mannschaft nur einer zu stemmen. Zudem ist bei sich normalisierenden Verhältnissen in den Untersetzern damit zu rechnen, daß die Legeleistung anfangs geringer und später zunehmend war. Meine Bienen trenne ihre Brutsätze auch nicht wabenweise. Es gibt nach 17 Tagen also Waben mit gedeckelter und ungedeckelter Brut, die raus müssen, weil sie beim nächsten Eingriff (17+7>21) schon geschlüpft wären. Und ganz nebenbei könnte vergessen worden sein, daß auch vor der Zugabe in den Brutsammler dort auch schon keine Jungbienen mehr schlüpfen. Notiert wird das als: Damit schlüpfen im Brutsammler in der Folgezeit keine Varroen mehr. Gemeint ist aber, daß da garnix mehr schlüpft. Also auch keine Biene.


    Wäre ich ein Bienenvolk, dann säße ich in der Linde auf 4 Zargen DNM und zwar raumgreifend und mindestens. Nun haben wir es hier mit 1/2 und 11/2 zu tun. Ich säße dann folglich auf 8 1/2-Zargen. Nur eine kommt leer dazu aber drei gehen weg. (Damit auch gleich jeglicher Pollen) Gleichzeitig haben wir - noch 14 Tage - Lindentracht. Was tut ein Bienenvolk, dessen Raum durch Tracht und imkerliche Eingriffe bei gleichzeitigem Wegfall der Pflegemöglichkeit für die vorhandenen jungen Bienen verringert wird? Ich ließe meinem Imker jedenfalls keine 17 Tage Zeit. Ich brauchte nur 8 und flöge mit fast all meinen Varroen ... Zumindest entwickelte ich ein Lüstchen.


    Aber auch ganz am Ende der Prozedur kann ich mir kein Gutes vorstellen. Nur mal angenommen, es schlüpfte wirklich die Brut der 10 Königinnen im Sammler. Das ergäbe dann 10.000 Bienen pro Tag. Nicht einmal, sondern 17 Tage lang. Die Linde ist 3 Tage vorbei und hoffentlich geerntet und jeden Tag wird der Brutsammler um einen Schwarm fetter. Abschöpfen ist da also angesagt ...


    Abschöpfen an offenen Völkern, mehrfach und Bienen in andere Völker geben. In den Wochen nach der Linde. :eek: Ich mach da tunlichst keine beernteten Völker nichtmal nicht auf. Ich gebe denen schon unter die Fluchten die neuen HR um die nicht öffenen zu müssen während die nach Linde stinken und voll darauf abfahren.


    Kurzum, wahrscheinlich hab ich das Verfahren total nicht verstanden. :cry:


    Hat man beim Schach eigentlich immer dann gewonnen, wenn man die ganzen Bauern des andern geschlagen hat? Oder kommt es auf die Anzahl der Züge an? :roll:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Etwas verwundert bin ich über die recht hohen natürlichen Milbenabfallraten bei deinen Völkern im Herbst. Hast Du in deiner Umgebung vielleicht eine hohe Fremdbienendichte?
    Auf meinem recht isoliert gelegenen Stand wiesen nur zwei von 22 Völkern einen natürlichen Milbentotenfall von mehr als einer Milbe pro Tag auf. Nur bei diesen zwei Völkern habe ich im Dezember eine OS-Winterbehandlung gemacht. Näheres dazu und zu meinen neuen Experimenten steht wieder auf meinen Webseiten.


    Hallo Ronny,


    in Berlin und Umgebung gibt es keine isoliert liegenden Bienenstände. Ich habe die erhöhten Fallzahlen bisher als mangelnden Kontakt der Bienen zu den Fangwaben interpretiert und nicht als Re-Invasion. Daher meine Hoffnung, durch verbesserten Kontakt der Völker zu den Fangwaben bessere Ergebnisse zu erhalten. Deine guten Ergebnisse auch ohne den engen Kontakt deuten aber eher darauf hin, dass bei mir Reinvasion vorliegt.
    Wenn meine Modifizierungen in 2014 keine Verbesserungen bringen, muss ich wohl genau das annehmen. Zunächst werde ich aber den Versuch durchführen, dann werde ich berichten und die Schlussfolgerungen ziehen.


    Gruß Ralph

  • Auf meinem recht isoliert gelegenen Stand wiesen nur zwei von 22 Völkern einen natürlichen Milbentotenfall von mehr als einer Milbe pro Tag auf. Nur bei diesen zwei Völkern habe ich im Dezember eine OS-Winterbehandlung gemacht. Näheres dazu und zu meinen neuen Experimenten steht wieder auf meinen Webseiten.


    Ronny@ wo finde ich Deine Webseiten Danke

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Ronny@ wo finde ich Deine Webseiten Danke


    www.bienenfan.de



    Ich habe die erhöhten Fallzahlen bisher als mangelnden Kontakt der Bienen zu den Fangwaben interpretiert und nicht als Re-Invasion. Daher meine Hoffnung, durch verbesserten Kontakt der Völker zu den Fangwaben bessere Ergebnisse zu erhalten. Deine guten Ergebnisse auch ohne den engen Kontakt deuten aber eher darauf hin, dass bei mir Reinvasion vorliegt.


    Hallo Ralph,


    Im letzten Juli habe ich das Experiment "Aufbau von sehr starken Spättrachtvölkern mit verdeckelten Brutwaben" gestartet.
    Diese sehr starken Völker sind zwar prozentual nicht beängstigend stark vermilbt, aber das Verhältnis von Bienen oder Gesamtmilbenzahl zur Fangwabenbrutfläche ist hoch. Die Entmilbung über die Fangwaben dürfte in diesen Völkern nicht so effektiv sein, wie in Völkern mit ausgewogenerem Bienen / Brut Verhältnis.


    Ich habe auch die Vermutung, dass sich meine Völker im September schon in einem Energiesparmodus befinden. Hebe ich an einem warmen Septembertag den Zargendeckel an, laufen die Bienen nicht mehr so flott wie im Juni umher, sondern neigen eher zum sterzeln, sie sind irgendwie nicht mehr richtig in Bewegung. Möglicherweise erreicht durch diese "Volksstarre" zu fortgeschrittener Jahreszeit ein höherer Anteil der anhaftenden Milben die kleiner werdenden Brutflächen nicht mehr und wird nicht abgefangen.


    Von 22 Völkern habe ich zwei Völker für eine Oxalsäurebehandlung ausgewählt. Eins davon war ein recht spät gebildetes Spättrachtvolk. Die Effektivität des Fangwabenverfahrens könnte bei diesem Volk wegen der oben beschriebenen "Volksstarre" und/oder dem unausgewogenen Bienen/Brut Verhältnis verringert gewesen sein.


    Letzeres würde wohl auch deine Vermutung stützen, dass der Kontakt der Bienen zu den Fangwaben wichtig ist.


    Reinvasion versuche ich so gut es geht vorzubeugen. Beispielsweise durch eine frühzeitig volle Vorratskammer, stark eingeengte Fluglöcher nach Trachtende ...
    Wenn ich schreibe, dass mein Bienenstand recht isoliert liegt, dann ist dies auch relativ zu sehen. Der nächste gepflegt wirkende Bienenstand ist von meinem ca. 1 km entfernt.