Beute gesucht


  • Das mit dem Pflegen der Raehmchen imcl. Mittelwand einschwei'en etc. war fuer mich auch immer ein wenig abschreckend, da dies doch anscheinend sehr sehr aufwendig(und fuer ungeuebte auch nicht ganz einfach) ist.


    Öhm mit dem Messer Wachsreste abkratzen ist auch für ungeübte Pillepalle und Mittelwände einlöten hat man nach ca 5 Fehlversuchen auch geschnallt.

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    Das mit dem Sortenhonig wuerde ich aus 2 Gruenden auch gerne hinten anstellen: WIe schon beschrieben finde ich "Jahrgaenge" auch immer besser. Sei es beim Wein Sekt oder eben Honig, da es dann etwas besonderes, variierendes ist.
    Desweiteren wuerde ein Sortenhonig ja das mehrfach fruehzeitige "eingreifen" ins Volk nachsich ziehen.


    Honigräume runter nehmen erfordert kein großes Eingreifen besonders wenn man mit Bienenflucht arbeitet. Man muss nur bei Zeiten Honigräume drauf stellen und zur richtigen Zeit wieder runter nehmen und wenn man Ganzjahreshonig haben will lässt man es einfach stehen (was ich wegen dem Raps aber nicht machen würde).
    Will man Wabenhonig gibts Rossrounds ... ich stehe aber nicht all zu sehr auf Wachskaugummi ;)

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    Ich glaube das Bienen ein sehr gutes raumliches Verstaendnis haben und merken, wenn ihr Vorrat des oefteren "gepluendert" wird und die das alles andere als toll finden. Also liever alles auf einmal? WIe seht ihr das?


    Ach alles halb so wild. Ich nehme aus Bequemlichkeitsgründen (habe nämlich keine Lust jedes Rähmchen abzukehren) eine Bienenflucht) und über Nacht hat man bienenfreie Honigräume ohne Ärger.

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    Wo genau liegt denn der Vorteil bei mehrjaehrigen Zargen? Gute Innen"versiegelung"? Bessere Annahme durch den Bien?


    Was sind mehrjährige Zargen?

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    Das mit den Weiselzellen wuerde ich auch so handhaben. Zum einen stehen die Bienen im eigenen Garten, sind somit taeglich in Sichtweite, zum anderen halte ich den Schwarmtrieb fuer natuerlich wichtig und Wesensgerecht.


    Man kann Schwärme auch wesensgerecht vorweg nehmen (Kö fangen und Bienen abkehren wenn die Bienen in Schwarmstimmung sind). Wenn man dem Schwarmtrieb freien Lauf lässt wird sehr oft es passieren, dass der Schwarm wesensgemäß in irgend einer Zuflucht an der Varroa verreckt. Die wesensgemäße Überlebenschance eines Schwarms ist so ziemlich 0 für 2 Jahre.

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    Das mit dem Quetschen der Bienen habe ich auch nicht ganz verstanden? Wann werden, ohne Raehmchen zu ziehen, Bienen gequetscht?


    Nur wenn man es falsch macht. Ansonsten wird keine gequetscht.

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    Ich habe doch eigentlich zwischen den Zargen genug Abstand?
    Oder bezieht sich das auf die ein oder andere Biene, welche beim Kippen auf den Rand der Zarge klettert?


    Ja da kommt es ab und zu mal zu Briefmarken - bei jeder Beute. Man versucht es zu vermeiden aber es passiert.

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    Das mit dem Pollen im Honig bei bebrueteten Waben klingt auch ganz gut...fuer mich kaeme auch nur Tropfhonig und Wabenhonig in Frage. Nicht weil ich schleudern schlecht finde, nur wuerde ich das fluessige Gold so wenig mechanischer und thermischer Belastungen aussetzen als moeglich.


    Honig hält schon einiges ab - da brauchst du dir keinen Kopf machen. Für den Anfang kostet allerdings eine Schleuder ziemlich viel Kohle. Deswegen ist pressen oder tropfen lassen vielleicht keine schlechte Idee oder man schleudert fremd.

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    Ich denke, dass ich am Anfang auf jeden Fall mit Mittelwaenden arbeite, da "unsere" Imker vor Ort diese bestimmt verwenden und dann schaue ich mir das alles mal ganz genau an.
    Waere hier in Zukunft nicht eine "Kombiloesung" denkbar? Die Bienen im Natuerbau mit Obertraegern arbeiten lassen und 2 Raehmchen zur Moeglichkeit der Schwarmkontrolle mit einhaengen?


    Ich habe, als ich meine Dadant Beuten besiedelte, Rähmchen mit Anfangsstreifen rein gehangen. Das klappte gut. Die Beute muss nur Waage stehen. Mitterweile habe ich das geändert und stehe Mittelwänden nicht mehr so skeptisch gegenüber, auch weil ich mittlerweile jede Menge Wachs habe und es jedes Jahr noch mehr Wachs aus meiner eigenen Imkerei wird.

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    @ Honig: Danke, dass du dich um meinen Ruecken in Zukunft sorgst :-*...ich tue das naemlich leider NOCH viel zu wenig


    Ich weiß ja nicht wie alt du bist aber ich bin noch ziemlich jung aber mit tut der Rücken sehr oft weh und mir tut einfach jede Möglichkeit den Rücken zu entlasten gut. Man muss nicht durch die Imkerei später auf einen Bandscheibenvorfall hin arbeiten bloß weil man in jungen Jahren falsche Entscheidungen getroffen hat.
    Hätte ich jetzt nicht schon Dadant würde ich mir wahrscheinlich genau überlegen ob ich nicht 1.5 DN nehme und 1/2 Honigräume.
    Betriebsweise ist gleich aber alles noch leichter.


    Der Imkerlehrgang eine super Geschichte. Ich freue mich, dass du da den Kontakt suchst.

    Alles wird gut - auf jeden Fall!

    Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut; und lass süßen Wabenhonig auf deinem Gaumen sein. (Sprüche 24:13)
    Wenn dich eine Biene sticht, geht fort von hier und schimpfe nicht - Bedenke, dass nur du es bist der dauernd hier im Wege ist.

    Und noch einer: "Live long and prosper keep bees"


  • Erst einmal vorweg...ich habe mich vorgestern um den KOntakt mit MEHREREN oertlichen Imkern gekuemmert und prommt Antwort bekommen. Im Maerz findet in der Region eine "Auftaktveranstalltung" zum Thema Imkern statt, welche schon dick im Kalender markiert ist.
    Im weiteren Verlauf wird im 8-14 Tagerythmus zusammen am Volk gearbeitet. Ich werde gespannt sein! Vorab suche ich aber auch noch den persoenlichen KOntakt und werde mich noch tiefer in die Materie einlesen.


    Na da bin ja gespannt, ob Deine Wunschliste von den örtlichen Imkern akzeptiert wird. Erfahrungsgemäß sehe ich da schwarz ... . Oder gibt es darunter TBH und Warré-Imker?


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    ....Ich glaube das Bienen ein sehr gutes raumliches Verstaendnis haben und merken, wenn ihr Vorrat des oefteren "gepluendert" wird und die das alles andere als toll finden. Also liever alles auf einmal? WIe seht ihr das?


    Ist ein umstrittenes Thema. Es scheint so zu sein, dass Bienen es nicht mögen wenn es über ihren Köpfen leer ist. Somit wird mit leeren Honigräumen auf sie Druck ausgeübt, dass sie ihre Vorräte wieder füllen müssen. Bei Warré wird die Beute mit einer Hängewaage (im Spätsommer/Herbst) gewogen und was über 15kg Honigvorrat liegt kann geerntet werden. Über das Jahr wird nur bei starken Trachten geerntet und leere Zargen wieder untergestellt.


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    Wo genau liegt denn der Vorteil bei mehrjaehrigen Zargen? Gute Innen"versiegelung"? Bessere Annahme durch den Bien?


    Manchmal wollen die Bienen nicht so recht in der nächst unteren Zarge anfangen weiterzubauen. Bei starkem Trachtdruck meist kein Problem, aber neue Zargen werden manchmal etwas zögerlich angenommen. Und zum Schwärme anlocken taugen auch nur duftende Zargen.


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    Jedoch verliere ich doch beim oeffnen ganzer Zargen auch die Waerme auf einen Schlag oder sehe ich das falsch?


    Ja und nein. Wenn es draussen warm ist, dann zwängt sich die Stockluft auch nicht so schnell raus. Aber eigentlich muß man die Warré-Beute nur selten von oben öffnen. Die Japaner haben manchmal eine Klappe im speziellen Fuss der Beute und schauen mit Spiegeln und z.B. die Beuten vom Massivholztischler haben Fenster (kann ich nur empfehlen).


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    Das mit dem Pollen im Honig bei bebrueteten Waben klingt auch ganz gut...fuer mich kaeme auch nur Tropfhonig und Wabenhonig in Frage. Nicht weil ich schleudern schlecht finde, nur wuerde ich das fluessige Gold so wenig mechanischer und thermischer Belastungen aussetzen als moeglich.


    Meiner Erfahrung nach verliert ein Honig beim Schleudern (viel) von seinem blumigen Geschmack. Immerhin fliegen viele kleine Tröpfchen durch die Luft und laufen großflächig an der Edelstahlwand herab, dabei können leichte Duftstoffe verfliegen und Bestandteile leicht oxidieren. Du müßtest mal selbst gepressten Robinienhonig mit geschleudertem aus dem Laden vergleichen. Ersterer schmeckt schon fast nach Parfüm, letzerer ist oft nur süß. Vielleicht liegt es auch am großflächigem Edelstahlkontakt, immerhin gibt es Edelstahlseifen um Knoblauchgeruch zu binden - nur so eine wilde Theorie.


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    Lieber Beorn: Konntest du noch den Namen der japanischen Beute nennen? Nur um das mal gehoert zu haben? Vielen Dank :)


    Hier hat ein Japaner extra eine Seite dazu angelegt:
    https://www.facebook.com/pages…eekeeping/195200420560782
    und hier die Warré auf japanisch:
    http://warre.biobees.com/japan.htm


    Viel Spass beim anschauen.
    Beorn

    -- God save the queen! --

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Beorn ()

  • Mit "mehrjaehrigen Zargen" meine ich, wie von Beorn beschrieben, Zargen, welche nicht neu, sondern schon einmal bebaut waren.


    Das mit dem Koenigin fangen gestaltet sich schwierig, wenn man keine Raemchen zum ziehen hat oder? Gibt es da dann weitere Moeglichkeiten?


    Zu meinem Alter: Ich bin "erst zarte" 24;)


    Beorn : Meinst du mit Wunschliste das, was ich am Anfang im Thread geschrieben habe? Wenn ja, gebe ich dir voellig Recht mit deiner Annahme. Da ich aber kein "draufsteher" und ich ueber jede Hilfe dankbar bin, werde ich brav die Ohren spitzen, den Mund halten und im Laufe der Zeit meine eigene Richtung finden. Zumal ich auch niemand bin, welcher Konfrontation sucht sodern gerne den Leuten meine Aufmerksamkeit schenke, die mir auf "ihrem" Gebiet um Lichtjahre vorraus sind. Was fuer mich aber nicht bedeutet, dass ich im Gespraech versuche die ein oder andere Meinung zu meiner "Wunschliste" mit einzubauen ;)
    Wie Ernte ich denn bei z.B. einem Gewicht von 18 kg die 3 Kg "ueberschuessigen" Honig? Einzelnes ziehen von Raemchen/Traegern und einhaengen von neuen? Dann waeren diese ja noch voellig leer?

  • Hallo Felix,


    die Königin wird bei Warré nie gefangen, was mit einiger Mühe bestimmt auch irgendwie ginge. Zum Teilen wird die Königin nach untengetrieben, in dem sie erschreckt wird. :) (siehe Kurzanleitung)


    Geerntet wird immer zargenweise, welche max. ca. 15Kg wiegen. Für den Winter läßt man dem Volk eine volle Zarge mit einer darunter liegenden leeren Zarge oder was halt so drin ist. Nur 3Kg Ernten gibts eigentlich nicht. Wenn das Volk gut gesammelt hat und eine große Tracht ist in Sicht und Du hättest gerne etwas Honig, dann kann man schon mal eine halb hohe Zarge für einen Monat draufsetzen. Ist aber dann keine klassische Warré-Betriebsweise mehr.


    Zitat

    ... die mir auf "ihrem" Gebiet um Lichtjahre vorraus sind


    Da bin ich sehr vorsichtig. Mancher Vorschritt stellt sich im Nachhinein als Rückschritt raus und manches, was heute Standard ist, war früher verpönt. Vor allem Anfängern wird viel als "Muss" verkauft.

  • Hallo Felix!


    Von einem Warré-Veteranen noch ein paar Anmerkungen. :wink:


    Erst einmal vorweg...ich habe mich vorgestern um den KOntakt mit MEHREREN oertlichen Imkern


    Dieser Kontakt ist sehr wichtig und Du kannst in jedem Fall nur lernen. Wie gesagt, am Anfang den Ball flach halten und zuhören und -sehen. Laß' Dich mal auf die Sachen ein. Auf der anderen Seite laß' Dir aber auch nicht das ganze alte Zeug andrehen...(alte Beuten, alte Rähmchen, alte Honigschleudern...)


    Das mit dem Pflegen der Raehmchen imcl. Mittelwand einschwei'en etc. war fuer mich auch immer ein wenig abschreckend, da dies doch anscheinend sehr sehr aufwendig(und fuer ungeuebte auch nicht ganz einfach) ist.


    Es ist richtig, was Olli sagt: es hört sich komplizierter an als es ist. Richtig ist aber auch, daß es weniger arbeitsintensiv ist, wenn Du das alles weg läßt und ohne Rähmchen - also im Stabilbbau - arbeitest. Die Pflegearbeiten sind bei Stabilbau- und Rähmchenbetriebsweise mit gleichem Aufwand verbunden, sprich: Du mußt Dich um die Bienen kümmern. So oder so. Rähmchen erleichtern manche dieser Arbeiten, aber in Wirklichkeit ist der Unterschied nicht so wahnsinnig groß, wie sich manche das so vorstellen. Stabilbau ist ein wenig mehr "altes" Handwerk.


    Das mit den TBH und Oben ziehen verstehe ich, da Waerme immer nach oben stroemt und diese dann floeten geht, was damm ja auch fuer das nach unten erweitern spricht. Jedoch verliere ich doch beim oeffnen ganzer Zargen auch die Waerme auf einen Schlag oder sehe ich das falsch?


    Der Wärmeerhalt geschieht durch Erhalt der Wabengassen. Bienen sind in der Lage, die Wabengassen mit ihren Körpern abzudichten. Läßt man den Deckel für eine Weile offen, sieht man einen dicken Bienenpelz auf den Wabenoberträgern und vor allem in den Gassen. Die Wärme geht also genau dann am meisten verloren, wenn Wabe für Wabe gezogen wird. Das ist sowohl bei den Rähmchen- als auch bei den TBH-Beuten der Fall. Bei beiden Beuten ist es aber nicht immer notwendig, alle Waben zu ziehen. Oft reichen ein-zwei Waben zur Kontrolle. Bei den TBHs werden auch nur die seitlichen Waben entfernt und ein schneller Blick von der Seite auf das Volk/die Waben geworfen - mit dem zusätzlichen Vorteil, daß die Wabengassen der liegenbleibenden Waben nach oben hin verschlossen bleiben.


    Bei der Warré geht durch das Öffnen des Deckels auch Wärme verloren, das merkt man. Aber immerhin besteht die Möglichkeit die Wabengassen zu verschließen, was die Bienen auch tun, wenn es notwendig ist. Bei der Warré wird aber grundsätzlich relativ wenig von oben gearbeitet. Die Beute wird zargenweise auseinandergenommen und die einzelnen Zargen werden von unten betrachtet, sprich: wie bei einem Stülper werden die Zargen umgedreht (gestülpt) und dann ist der Blick frei in die Wabengassen, denn es gibt keine Unterträger, die den Blick versperren. Was die Einfachimker in Zanderbeuten praktizieren - also die Kontrolle der Völker durch Ankippen - macht man so auch bei Warrébeuten. Mit dem besagten Unterschied, daß man hier mehr sehen kann.


    Hier ist das richtig, was Beorn über die Bienenart sagte: die Bienen können wesentlich mehr propolisieren, ohne daß es störend auf die Bearbeitung wirkt. Und das tun die Bienen auch! Grundsätzlich beobachte ich vermehrten Propolisgebrauch der Bienen in den Stabilbaubeuten. Außerdem lassen sich in den Stabilbaubeuten die "Läufer" unter den Bienen verwenden, was bei Rähmchenbeuten ziemlich lästig ist. Mit Läuferbienen meine ich das Gegenteil von wabensteten Bienen. Wabenstete Bienen bleiben auf der Wabe sitzen, wenn man die Wabe zieht. Die Renner unter den Bienen laufen dagegen von der Wabe herunter, sie formen dann unter dem Rähmchen eine richtige Bienentraube und tropfen dann sogar zu Boden. Was ein Nachteil bei Rähmchen ist, ist ein Vorteil in den Stabilbaubeuten, denn mit solcherart rennenden Bienen lassen sich Zargen relativ schnell bienenfrei machen. Der Blick in die Wabengassen ist dann noch freier als bei wabensteten Bienen. Beide Sorten Bienen lassen sich aber in einer Warré verwenden, wabenstete wie wabenunstete. Die Bandbreite ist da höher im Stabilbau.


    das fluessige Gold so wenig mechanischer und thermischer Belastungen aussetzen als moeglich.



    Presshonig ist meiner Erfahrung nach würziger und trockener als Schleuderhonig. Die Würze wird wohl durch die vermehrte Nestduftbindung beim Stabilbau, dem höheren Propolisanteil im Stock und dem höheren Pollenanteil im Honig kommen. Daß der Honig trockener ist, liegt hauptsächlich daran, daß man im Stabilbau länger bis zur Ernte wartet und außerdem sind beim Schleudern mehr Fehlerquellen möglich. Zum Beispiel bewirken kalte Wände (der Schleuder, des Honigkübels, etc.) eine Erhöhung der Honigfeuchte durch Kondensation. (Wenn die Raumtemperatur kühler ist als der Schleuder- oder Hobbockluftraum, dadurch ist die Wand eine Kondensationsfläche.) Vermeidet man alle diese Fehlerquellen beim Schleudern, ist er natürlich genauso trocken wie beim Presshonig.


    Presshonig hat den Vorteil, daß der Honig länger im Bienenstock heranreifen konnte, daß heißt unter der Wärmewirkung des Bienenstockes konnten die Fermente sich optimal entwickeln und arbeiten, was auch begründet, weshalb Presshonig weitaus weniger dazu neigt, zementhart zu kristallisieren.


    Waere hier in Zukunft nicht eine "Kombiloesung" denkbar? Die Bienen im Natuerbau mit Obertraegern arbeiten lassen und 2 Raehmchen zur Moeglichkeit der Schwarmkontrolle mit einhaengen?


    Ja, das wird auch schon so gemacht. Zum Beispiel von Tim aus Australien. Der hat die mittleren zwei Waben mit Rähmchen ausgestattet, zur besseren Sichtkontrolle. Die restlichen Waben sind im Stabilbau ausgeführt.


    japanischen Beute nennen?


    Von der "Japanbeute" halte ich hier in Europa gar nichts. Es haben sich gefühlte hunderte von Anfängern in den letzten Jahren begeistert auf die Japanbeute gestürzt und diese besiedelt. Ich kenne keinen einzigen Fall, wo länger als eine Saison darüber berichtet wurde. Ich kann auch keinen Grund erkennen, warum man sich als Imker das Leben unnötig schwer macht und sich teilbare Zargen baut, nur um sie unteilbar miteinander verbauen zu lassen. Die Klavierdraht-Teilen-Geschichte ist reiner Unfug. Jeder der sowas schon mal versucht hat, wird es wohl nie wieder tun. Also entweder teilbar, dann Warré mit Oberträgern und ordentlichen Anfangsstreifen. Oder unteilbar, dann lieber Stülper oder Klotzbeute.


    Bei Warré wird die Beute mit einer Hängewaage (im Spätsommer/Herbst) gewogen und was über 15kg Honigvorrat liegt kann geerntet werden. Über das Jahr wird nur bei starken Trachten geerntet und leere Zargen wieder untergestellt.



    Die Warré ist als Magazin ausgeführt und bietet daher mannigfaltige Möglichkeiten für Betriebsweisen. Das Aufsetzen von Leerzargen mit zwei Steigwaben ab dem zweiten Lebensjahr des Bienenvolkes hat sich bei mir besser bewährt. Hier bei uns habe ich eine Frühtrachtgegend. Die Frühtracht muß ich nutzen, um überhaupt Überschüsse an Honig zu erwirtschaften (und nicht füttern zu müssen). Da die Warré aber höchst flexibel ist, kann man als Imker auf die lokalen Gegebenheiten reagieren.


    Manchmal wollen die Bienen nicht so recht in der nächst unteren Zarge anfangen weiterzubauen.


    Vor allem im zweiten Jahr. Das liegt oft an falscher Betriebsweise. Oft wird noch nach dem 21. Juni eine weitere leere Zarge untergesetzt, weil das Volk aus allen Nähten zu platzen droht. Trotzdem wird in der Hauptsache Drohnenbrut oder "große Arbeiterinnenzellen" in so einer unteren Zarge gebaut - mehr oder weniger "Speicherzellen". Diese Zarge wird kaum oder gar nicht im Sommer bebrütet. Ist das der Fall, brüten die Bienen auch im Frühjahr nicht drin und bauen auch meist nicht mehr weiter. Da hilft nur, diese Zarge im Herbst oder Frühjahr zu entfernen. Oder die Waben zurückzuschneiden. Erst dann bauen die Bienen dort weiter. Auch dann kann es passieren, daß Drohnenbrutzellen im Frühjahr gebaut werden und die Erweiterung schlägt auch dann wieder fehl. Man muß ein wenig lernen, die Zellen und den Wabenbau zu lesen. Das ist das Handwerk, das ich weiter oben angesprochen habe.


    Am einfachsten ist es sicher, im Frühjahr eine Zarge nach oben hin aufzusetzen. Der Wärmeverlust hält sich in Grenzen, denn die Zarge einer Warré ist "angepaßt" genug, um sofort besiedelt zu werden.


    Das mit dem Koenigin fangen gestaltet sich schwierig, wenn man keine Raemchen zum ziehen hat oder? Gibt es da dann weitere Moeglichkeiten?

    die Königin wird bei Warré nie gefangen,...


    Nach einigen Jahren Stabilbau wird das Fangen einer Königin im Stabilbau eine leichte Aufgabe. Für Anfänger ist das jedoch nicht so leicht. Zum Glück ist es auch nicht absolut erforderlich. Man kann ja warten, bis sie mit einem Schwarm herauskommt. :wink: Die Zellen schneidet man dann raus und läßt sie in Begattungseinheiten schlüpfen, wo sie recht einfach gefangen und auf Zargenableger verteilt werden können.


    Wie Ernte ich denn bei z.B. einem Gewicht von 18 kg die 3 Kg "ueberschuessigen" Honig?


    Auch das ist prinzipiell möglich, aber das Schneiden von Honigwaben ist das Schwierigste am Stabilbau. Zu leicht entsteht ein Matsch aus Bienen und Honig. Davon ist also eher abzuraten. Eine Zarge Honig zu produzieren, sollte aber auch in schlechten Jahren möglich sein. In den letzten 10 Jahren jedenfalls habe ich das immer geschafft, trotz diverser Trachtlücken im Sommer hier und ohne Wanderung. Zargenweises Arbeiten ist da also angesagt. Das Ernten von Kleinmengen an Honig ist da in einer TBH schon wesentlich einfacher.


    Wenn man eine Völkerzahl von 10-20 Völker hält, kann man gut im Stabilbau arbeiten und ja, es ist einfacher, trotz aller Unkenrufe zum Begriff "einfach". Es ist ein Umdenken notwendig (von unten arbeiten, nicht von oben; zargenweises Arbeiten anstatt rähmchenweise; etc.) und man kann es eben nicht überall lernen. Trotzdem ist ein recht entspanntes Arbeiten. Von allen Stabilbaubeuten, die ich kenne, kann ich den Stülper, die TBH und die Warré ohne Bedenken empfehlen.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Nochmals vielen vielen Dank fuer den regen Austausch zu dem Thema, ich lerne sehrsehr viel dazu!


    Man untersetzt eine volle Honigzarge mit einer leeren fuer den Winter? Worin liegt hier die Begruendung/Verwendung?
    Zum Thema Honigzarge...verstehe ich das also nun richtig
    1 Zarge unter 15 kg, KEINE Zarge 2==> Zufuettern
    1 Zarge um die 15 kg, zweite Zarge x kg==> Zarge 2 komplett entnehmbar
    1 Zarge 18 kg, zweite Zarge x kg ==> Zarge 2 komplett entnehmen un Zarge 1 komplett belassen( ich wuerde ungern im Wintervorrat "rumdoktern")
    Habe nun eine neue Frage bezueglich zufuettern:
    Honig schrieb am Anfang des Threads, dass es aufgrund der Ballaststoffe besser sei mit Zuckerwasser zu ueberwintern.(Natuerlich ist die Honigweise natuerlich und wird ohne weiteres gehen, stellt sich mir aber doch die Frage, wenn es fuer den Bien besser/einfacher ist==> zufuettern ja oder nein? Nur um mal verschiedene Meinungen gehoert zu haben.


    Danke fuer die "Warnung". Habe solche Erfahrungen leider schon bei Jagd-und Falknerschein gemacht und bin deshalb sehr vorsichtig geworden. Gerade die, welche am "lautesten" Schreien(Ihre Meining kundtun), sind die schlimmsten. Deshalb auch die Hilfesuche im Forum.


    Zu den jap. Beuten: Auf den ersten Blick und auf den zweiten auch, finde ich es eine mehr als Interessante Beute! Jedoch wie beschrieben, sehe ich den "Sinn" einer solchen Haltung ein wenig zweigeteilt.( Teilbare Zargen und unteilbar verbauen?) Ich denke, dass sowas bei "natuerbelassenen Voelkern bestimmt interessant ist, wo die Honigernte nebensaechlich ist. Aber wenn ich mich entscheide zu Imkern, habe ich doch so GAR keine moeglichkeit zu 1:kontrollieren; 2: einzugreifen/HELFEN; 3: dem Hobby zu froehnen :)
    Vll mit ein wenig Erfahrung wird sowas mal "getestet", da dies dem Sinne ENTSPRACH, wie ich es eigentlich wollte(Ihr habt schon ein umdenken ausgeloest)


    Herzlichst,


    Felix

  • Am besten nochmal alles wieder vergessen und erstmal bei den Paten vor Ort zusehen. Dann Schritt für Schritt weiter. Immer langsam. :wink:

  • Am besten nochmal alles wieder vergessen und erstmal bei den Paten vor Ort zusehen.:wink:


    Na ja, das muß nicht immer der einzige Weg sein. Wir haben damals auch ohne Paten angefangen, weil die alle mit Warré nichts anfangen konnten, auch wenn sie relativ aufgeschlossen waren. Und bei dringlichen Fragen gabe es ja hier das Forum. Und hier habe ich des öfteren Antworten erhalten, auf Fragen, die sich mir noch gar nicht gestellt hatten. Ich halte Vor-Ort-Paten heute noch für überbewertet (mich eingeschlossen :cool:).


    LG
    Mandy

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)


  • Habe nun eine neue Frage bezueglich zufuettern:
    Honig schrieb am Anfang des Threads, dass es aufgrund der Ballaststoffe besser sei mit Zuckerwasser zu ueberwintern.(Natuerlich ist die Honigweise natuerlich und wird ohne weiteres gehen, stellt sich mir aber doch die Frage, wenn es fuer den Bien besser/einfacher ist==> zufuettern ja oder nein? Nur um mal verschiedene Meinungen gehoert zu haben.


    Nun ja, dies ist ein umstrittener Punkt, die Warré-Betriebswiese würde so gesehen nicht funktionieren. Ich gehe erst einmal davon aus, dass Bienen schon seit tausenden von Jahren auf Honig überwintern. Es gibt mitunter Honig, der kritisch für's Überwintern ist ... ein Thema für sich. Bunt gemischter Jahreshonig z.B. aus städtischem Gebiet sollte kein Problem sein. Eine Zarge voll Raps-Massendracht-Beton-Honig könnte zum Problem werden. Du kannst Dich mal nach dem Thema "Melezitosehonig" (vor allem Waldhonig von Fichten- und Lärchen) umschauen.


    Ich denkmal wichtig ist es zu verstehen, dass es grob zwei Richtungen gibt, Bienen zu betrachten und zu halten. Die einen sehen ein Nutztier, welches dem Menschen gehört und nur noch durch diesen überleben kann. Die andere Art Bienenhalter bezweifelt dies und gehen mitunter soweit zu sagen, dass die klassischen Imker Teil des Problems "Bienensterben" sind und sehen die Biene als ... Biene. Es würde den Thread sprengen und wurde schon öfters mal diskutiert. Wichtig ist nur zu erkennen, dass es zwei widersprüchliche Ansätze gibt und ein Gefühl dafür zu entwickeln. Bei lokalen Imkern und Imkervereinen muß ich an die erste Gruppe denken.

  • Hallo miteinander!


    Habe den ganzen Thread gelesen, war recht viel aber sehr schoen! Mein Lob an alle Beteiligten und alle, die sich zurueckgehalten haben. :)
    Wuerde das auch weiter tun, habe aber eine Anmerkung zur Japan Beute: Wenn ich mich nicht irre, wird auch in Japan ganz normal wie international ueblich mit Langstroth Magazinen und Ligustika Herkuenften geimkert. Wenn ich mich nicht irre, wird diese erwaehnte Japan Beute hauptsaechlich zum Imkern mit Apis cerana japonica eingesetzt, eine Unterart der Cerana, die recht gut auf diese Art genutzt werden kann.
    Die Cerana ist generell wesentlich stoerempfindlicher als die Melliferas hat aber das Varroaproblem nicht und daher wird dort diese Betriebsweise gepflegt, bei der die Bienen garnicht bearbeitet werden. Die einzige Bearbeitung besteht in der Abtrennung eines Honigueberschusses in Form des oberen Magazins, wobei dann meist gleichzeitig ein leeres Magazin wieder untergesetzt wird. Danach laesst man die Bienen je nach Tracht wieder ein oder 2 Jahre in Ruhe.
    Es gibt also weder Schwarmkontrollen noch Varroabehandlung noch sonst irgendwas. Die Kolonien sind auch kleiner als bei Mellifera. Unter der Praemisse finde ich die Beute sehr sinnvoll. In Deutschland mit Melliferas eher weniger.


    Viele Gruesse
    Joe