50 Varroas pro Tag ! Was tun ?

  • Liebe Imker Freunde,


    Seit Oktober führe ich regelmäßig eine Varroakontrolle durch. Heute dachte ich, ich sehe nicht richtig. Ein Volk, bei dem noch am 10 Dezember 1 Milbe/Tag auf die Bodeneinlage gefallen ist hatte heute mindestens 50 Stück (Einlage gestern reingeschoben, also 24h drin gewesen). Alle Anderen Völker 0-3 Stück. Behandelt hatte ich das Volk (wie alle anderen) mit Oxalsäure am 15.12, alo vor 2 Wochen. Ist das Möglich, dass sich Varroas zu dieser Jahreszeit so rasant vermehrt haben ? kann man das Volk noch retten ? Dem Gemühl nach zu beurteilen besetzt es immer noch 5-6 Gassen und die Gewichtsabnahme liegt im Bereich der anderen Völker.

  • Ich würde noch auf Totenfall aufgrund der Behandlung tippen. Etwa 3 Wochen nach der Behandlung hat man erst wieder den natürlichen Totenfall. Oder das Volk hatte zur Behandlung noch gedeckelte Brut.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • ... Oxalsäure am 15.12, also vor 2 Wochen. ... heute mindestens 50 Stück... kann man das Volk noch retten ?


    Jepp...Du hast es bereits am 15.12. gerettet. Seit heute kannst du den Erfolg sehen...
    Jede tote Varroa ist eine gute Varroa...
    Alles fein also.


    Rutsch(t) gut rein ins neue Jahr...


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

  • Liebe Imker Freunde,


    Seit Oktober führe ich regelmäßig eine Varroakontrolle durch. Heute dachte ich, ich sehe nicht richtig. Ein Volk, bei dem noch am 10 Dezember 1 Milbe/Tag auf die Bodeneinlage gefallen ist hatte heute mindestens 50 Stück (Einlage gestern reingeschoben, also 24h drin gewesen).


    Hallo Donaldo,
    manchmal muss man um die Ecke denken, folgende Erklärung wäre auch möglich:


    Jeden Tag sterben Bienen und Milben, wenn die Bienen im Winter im Stock sterben und auf das Gitter fallen, bilden sie eine Schicht, die den Totenfall der Milben daran hindert durch das Gitter zu fallen.
    Kommt nun ein Flugtag, räumen die Bienen den Totenfall nach draußen, dabei fallen die Milben dann doch noch durch das Gitter.
    Das wäre für mich eine Erklärung für den von Dir beobachteten unerwartet hohen Milbenfall. Wahrscheinlich sind die meisten schon bei der OX Behandlung gestorben.
    Dieses Aufräumen muss auch nicht bei allen Völkern gleichzeitig geschehen.
    Mal den Gittterboden kontrollieren und die nächsten Tage noch einmal schauen.
    Gruß Hubert

  • Hallo Hubert, deine Erklärung leuchtet ein. Heute hatten wir 11 Grad und die Bienen sind etwas geflogen. Werde den Gitterboden morgen kontrollieren. Allen vielen Dank für die Hilfe und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

  • Hallo donaldo


    ich sehe den Milbenfallauch als einen Erfolg der OS-Behandlung, wann sollen die Milben Fallen wenn nicht nach der Behandlung, da stimme ich dem Mirko voll zu. Auch der Gedanke von Hubert hat seine Berechtigung, ist aber nur zweitrangig.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Donaldo!


    Genau so wie Hubert geschrieben hat, wird es gewesen sein. Es ist auf alle Fälle nicht möglich, dass der natürliche Milbenfall um diese Zeit 50Stk/Tag beträgt. Da wäre das Volk sicherlich schon längst gestorben.


    Bin schon gespannt, wie es mit dem Volk und dem Milbenfall weiter geht.


    MfG
    Honigmaul

  • Jepp...Du hast es bereits am 15.12. gerettet. Seit heute kannst du den Erfolg sehen...
    Jede tote Varroa ist eine gute Varroa...
    Alles fein also.


    Genau so ist es, damals war offene Brut vorhanden die jetzt geschlüpft ist, und deshalb jetzt der Milbenfall
    Milbenfall der in einigen Tagen wieder weniger werden wird, so in 15 Tagen

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Jepp...Du hast es bereits am 15.12. gerettet. Seit heute kannst du den Erfolg sehen...
    Jede tote Varroa ist eine gute Varroa...
    Alles fein also.


    Rutsch(t) gut rein ins neue Jahr...


    Herzliche Grüße
    Mirko


    Hallo Mirko,


    Ich glaube es wäre sehr ungewöhnlich, dass 15 Tage nach der Behandlung erst ein derartig starker Varroafall passiert. Ich glaube gelesen zu haben (entspricht auch meinen Beobachtungen), dass die meisten Milben am 1-3 Tag nach der Behandlung fallen. Auch im Sommer bei Ameisensäure Behandlung hatte ich nie mehr als 10-15 Milben pro Tag gezählt.


    Somit wird die Theorie von Hubert stimmen nach der es sich um Aufräumarbeiten des Totenfalls handelt. Habe heute gegen 1.00 Uhr die Einlage eingesetzt und 10 Stunden später gegen 11.00 Uhr eine einzige Milbe gezählt. Ich werde das nochmal in den nächsten Tagen verifizieren müssen, aber es sieht tatsächlich so aus, als wenn das eine Volk, ausgerechnet an dem Tag wo ich die Einlage eingeschoben hatte, eine große „Frühjahrs“ Putzaktion veranstaltet hat. Tja, man lernt bei diesem Hobby nie aus (was auch schön ist).
     
    Grüße
    donaldo


  • Ich glaube es wäre sehr ungewöhnlich, dass 15 Tage nach der Behandlung erst ein derartig starker Varroafall passiert. Ich glaube gelesen zu haben (entspricht auch meinen Beobachtungen), dass die meisten Milben am 1-3 Tag nach der Behandlung fallen. Auch im Sommer bei Ameisensäure Behandlung hatte ich nie mehr als 10-15 Milben pro Tag gezählt.
     


    Doch das ist sehr wohl möglich, wenn kurz vorher Brut verdeckelt wird, diese Milben können erst nach dem Schlupf fallen

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Doch das ist sehr wohl möglich, wenn kurz vorher Brut verdeckelt wird, diese Milben können erst nach dem Schlupf fallen


    OS wirkt meines Erachtens nur durch direkten Kontakt - Milben, die schon in Brutzellen eingewandert sind, sollten die OS-Behandlung unbeschadet überstehen...auch nach dem Schlupf. Sonst wäre ja auch die Brutfreiheit bei der OS-Behandlung nicht so wichtig.
    Demnach dürfte eine Verzögerung des OS-bedingten Milbenfalls durch Brutzyklen nicht zu erwarten sein.


    Melanie

  • Ja, genau, Melanie,
    und außerdem sollte der Rückgang des Milbenfalles einen in Kürze auch nicht mehr so schlichtweg begeistern -
    wer als Varroa wieder "unter der Haube" ist, kann nicht auf der Windel landen... :-?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ja, genau, Melanie,
    und außerdem sollte der Rückgang des Milbenfalles einen in Kürze auch nicht mehr so schlichtweg begeistern -
    wer als Varroa wieder "unter der Haube" ist, kann nicht auf der Windel landen... :-?


    Grüße


    Marion


    Wer aber vor dem Unterschlüpfen noch etwas OS bekommt, der fällt sehr wohl nach dem Schlupf

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Dazu eine immer wiederkehrende Beobachtung von mir:
    Auf den Windeln die Milben gezählt und anschließend den Bienentotenfall vom Gitterboden entfernt. Danach lagen mehre Dutzend Milben frisch auf der Windel. Und wenn die Bienen den Totenfall hinausschaffen. Im Frühjahr, wenn der Flugbetrieb wieder einsetzt kann man verstärkten Milbenfall auf den Windeln auch beobachten.

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)