Oxalsäure von BHM Chemikalien GmbH, Torfweg, Ostrach - mehrfach verwendbar?

  • Hallo,


    um nicht gleich hier die Kritiker ins Boot zu rufen. Ich verwende OS vom Serumwerk Bernsdorf.


    Aber: Ein befreundeter Imker hat sich in einem Imkerladen OS von o.g. Firma gekauft. In deren Beipackzettel steht:
    "Bei Milbenfall > 200 nach der Behandlung kann die OS-Behandlung wiederholt werden."


    Wer weiß da was darüber? Würde das mit anderen Produkten auch funktionieren?


    Gruss,
    Christian

  • Hallo Christian,


    eine OS-Verdampfung kannst Du wiederholen, aber nur die Verdampfung. Die Freunde in der Schweiz und in Österreich dürfen das. Bei uns ist die Verdampfung ja leider wirkungslos ;-) Der Satz im Beipackzettel bezieht sich also sicherlich auf's Verdampfen!


    Da alle schreiben, die Träufelung dürfe wegen der Gefahr des Verätzens oder Übersäuerung der Bienen nicht wiederholt werden, wirst Du kaum jemanden mit entsprechender Erfahrung finden, schätze ich mal...


    Oxalsäure wird auch für die Vorbehandlung von Metallen, Stoffen und beim Gerben eingesetzt. Chemisch gesehen ist in Deiner Dose vom Serumwerk Bernburg und der Dose aus dem Chemiewerk Ostrach also wahrscheinlich dasselbe drin.


    Der Beipackzettel des Varrox-Verdampfers schreibt für eine Wiederholung aber die halbe Dosis an Oxalsäure vor. Das ist nun alles, was ich über die Mehrfachbehandlung mit Oxalsäure weiß...


    LG Peter

  • Moin,


    solche Formulierungen aus dem Zusammenhang gerissen bzw ohne weitere Erläuterungen gehören gestrichen :evil: insbesondere, wenn sie eine vermientliche Bestätigung für eine Wiederholung der Träufelbehandlung im Winter darstellen können.


    Nochmal: Träufeln mit OS-Lösung als Winterbehandlung nur einmal!


    Sie reduziert die Lebenszeit der Bienen, deshalb ist der Benefit einer Zweitbehandlung nicht gegeben. Eher hat man außer keine Milben, dann auch im Frühjahr keine Bienen mehr übrig!


    Was sicher denkbar ist: sowieso geht eine Verdampfung von OS mehrfach anders als beim Träufeln.


    Auch denkbar ist zB eine Wiederholung einer Sprühbehandlung in der Saison. Jedoch sollte man immer bedenken, dass dies nur brutfrei wirklich effektiv ist und in einem gewissen zeitlichen Abstand.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Hallo Peter,
    in jenem Beipackzettel wurde ausdrücklich nur die Träufelmethode beschrieben.
    Was mich bei dem Thema außerdem stutzig macht ist, dass auch Bienenwohl mehrfach verwendet werden kann.
    Ist auch nur in Österreich zugelassen, ist aber nichts anderes als
    Oxalsäure (3,5%) mit Zutaten.
    Gruss, Christian

  • Moin,


    ich kenne auch einen Imker, der das im Sommer mehrfach wiederholt mit Bienenwohl.
    (Allerdings hat dieser keinerlei Schimmer von der Wirkung der Oxalsäure; man liest hat "..wohl", den Beipackzettel und hat noch Hörensagen von xy, da probiert man`s auch mal).
    Da regenerieren sie sich in der Brutphase über die Effekte hinweg.
    Trotzdem finde ich das fraglich. Denn eine Beeinträchtigung ist auf jeden Fall da und sie sind nicht brutfrei.
    In meinem bekannten Falle wird dann auch noch Honig geerntet, lecker.
    Eine Alternative sehe ich hier in der Puderzuckerbehandlung.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Christian,


    Eines vorab: Jede der Säuren, die wir sprühen, träufeln, verdunsten oder verdampfen sind kein Wellness-Kamillen-Dampfbad für die Bienen, sondern eine Gratwanderung zwischen der Dosis, die die Milben umbringt, und der, die die Bienen so gerade eben noch verkraften können. Und der Grat ist schmal!


    Und jetzt überlege, wen (brutfreies oder brütendes Volk), wann (Sommer oder Winter: Temperatur und wie lange leben die Bienen!?) und womit (in die Brut wirkend oder nur gegen aufsitzende Milben wirkend, Temperaturabhängigkeit des Mittels) Du behandeln willst, wenn's denn nötig ist!


    Oxalsäure: Wirkt nicht auf Milben in der Brut, nur auf aufsitzende Milben. 80 % der Milben sitzen sommers über aber in der verdeckelten Brut!
    Im Winter: Praktisch keine Brut. Deshalb macht OS dann Sinn: Träufeln bei um die Null Grad, Sprühen oder Verdampfen auch bei etwas höheren Temperaturen. Träufeln und Sprühen nur einmal, weil Du bei Wiederholung diesselben langlebigen Winterbienen zwei Mal behandelst und das weder die Milben, noch die Bienen überleben - Operation gelungen, Patient tot! Verdampfen ist da bienenschonender und eine Zweitbehandlung möglich.
    Im Sommer: Da macht OS natürlich auch nur Sinn in Völkern, die Du brutfrei gemacht hast. Sonst würdest Du Deine brütenden Bienen dem vollen Behandlungsrisiko aussetzen, aber nur 20 % der Milben abtöten, weil die anderen 80 % in der verdeckelten Brut sitzen und dort nicht erreicht werden von der OS und sich fröhlich weitervermehren! Aber warum solltest Du Deine Bienen der Säure aussetzen, wenn Du denselbsen 20-%-Erfolg auch wie Marion es vorschlägt mit Puderzucker bienenfreundlich erzielen kannst?!


    Verstehst, warum wir die Nase in Falten legen beim Stichwort doppelt OS-Behandlung?!


    Grüße aus Braunschweig ins Chiengau, meiner Heimat!


    Peter

  • Noch ein Nachsatz, rein rechnerisch:


    Du behandelst im Sommer ein brütendes Volk erstmalig mit OS: die Bienen überstehen das, aber nur 20 % der Milben werden abgetötet, weil der Rest sich in die Brut verkrochen hat.


    Nach sagen wir drei Wochen wiederholst Du die Behandlung: Wenn die Bienen sechs Wochen leben, bekommt die Hälfte von ihnen die Behandlung somit ein zweites Mal ab und stirbt daran: 50 % Bienenverlust! Die Milben hast Du durch doppelte Behandlung um zwei mal 20 % = 40 % dezimiert. Zwischenzeitlich haben die sich aber in der Brut vermehrt!


    Spielstand am Ende (nach Verlängerung) ganz klar 1:0 für die Milben!


    LG Peter