brutfreiheit oxuvar

  • Moin,


    als Neuimker mit drei Juniablegern in Segeberger Beuten habe ich im Sommer die Schwammtuchmethode (exakt "nach Henry" :daumen:) praktiziert und das ging mir gut von der Hand (danke für die Beschreibung hier im Forum!). Um nun nicht die Völker im Winter auseinandernehmen zu müssen, entschied ich mich für die Träufelbehandlung mit Oxuvar. Nun ist es hier im Raum Schleswig aber immer noch so warm, daß mit der vorgeschriebenen, "absoluten Brutfreiheit" momentan und in den nächsten Tagen wohl nicht zu rechnen ist. Was ist wenn die Völker durchbrüten? Ist es dann besser überhaupt zu behandeln, oder soll ich es gleich ganz sein lassen, weil die Bienen so mehr geschädigt - und gestört - würden? Hier im Forum wurde schon viel zu diesen Themen geschrieben, aber meine diesbezügliche Suche nach obigen Stichwörtern ergab leider nicht viel konkretes. Daher meine ganz direkte Frage: Behandeln mit Oxuvar (eventuell trotz Brut), oder lieber keine Behandlung und dafür entsprechende Maßnahmen im Frühjahr ergreifen?


    Schöne Weihnachten,


    Ralf

  • Hallo !


    AS und OS bei diesjährigen Ablegern ...
    ... unsere Jungvölker hatten bisher noch nie einen solch hohen Varroabefall,
    das dies notwendig gewesen wäre.


    Wie hoch war denn der Befall ?
    Es traut sich wohl kein Imker (außer die der "Feste drauf Fraktion"),
    Dir jetzt per Ferndiagnose zu oder gegen eine Behandlung zu raten.


    Ist eine OS Behandlung notwendig muß die Brut raus,
    wir nehmen dazu einen gewöhnlichen Suppenlöffel.


    Tipp:
    So eine kleine Vorstellungsrunde mit ausgefülltem Profil,
    helfen den Usern hier - Dir zu helfen. Und ist außerdem auch noch höflich.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

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  • Hallo Bienenknecht,


    vielen Dank für die promte Antwort! Und auch für den Wink mit dem Zaunpfahl... :oops:


    Der Befall im Spätsommer war selbst nach dreimaliger (erfolgreicher) Behandlung mit AS-Schwammtuch noch recht hoch und stieg dann auch bis Mitte Oktober noch weiter an. Habe die Zahlen gerade nicht zur Hand, aber ich richtete mich insgesamt ziemlich exakt nach Henrys Hinweisen und Vorgaben. Da es dann zu kühl wurde, um noch ein weiteres Mal mit AS zu behandeln, verlegte ich meine Hoffnung auf die Oxuvar-Träufelung im Dezember und nun ist es eben so warm... :confused:
    Wenn ich die Brut mit dem Löffel entfernen sollte, muß ich ja doch alles auseinander nehmen, genau davon rieten hier aber einige erfahrene Benutzer schon ab Mitte Oktober ab (Störung der Winterruhe, Völkertotkucken durch Anfänger, usw.). Ansonsten wäre ich vielleicht auf die Idee gekommen, noch im Oktober eine Notbehandlung mit MS durchzuführen, aber ich habe sie jetzt - wie mehrfach angeraten - einfach in Ruhe gelassen und nur mal die Mäusegitte kontrolliert sowie tote Bienen dahinter mit dem Stöckchen rausgerührt. Aber auch das nicht täglich, sondern genau dreimal seit Herbst...


    Was passierte denn, wenn die Brut bei einer OS Beträufelung drinbliebe? Sie stirbt? Tut sie ja auch bei Entnahme! Oder können die Bienen diese tote Brut nicht ausräumen, oder...?


    Grüße, Ralf


    PS. Habe die Überschrift versehentlich mit Kleinbuchstaben geschrieben und kann es leider nachträglich nicht mehr ändern...

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  • Was passierte denn, wenn die Brut bei einer OS Beträufelung drinbliebe? Sie stirbt? Tut sie ja auch bei Entnahme! Oder können die Bienen diese tote Brut nicht ausräumen, oder...?


    Grüße, Ralf


    Hallo Ralf. Die Brut stirbt nicht, aber du erreichst die Varoas in den verdeckelten Zellen nicht, und darauf kommt es an. Bei den derzeitigen Temperaturen von über 10° schädigt du die Bienen nicht beim öffnen der Kiste denn sie fliegen ja auch draußen rum. Nimm einfach die Entdeckelungsgabel und entferne die Zelldeckel. Am anderen Morgen bevor die Nachttemperaturen wieder mit dem Tagesverlauf ansteigen wird dann die OS Behandlung gemacht.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich bin dafür einem hilfesuchenden Anfänger/Jungimker etc. nicht immer unbedingt die komplizierteste, arbeitsaufwendigste oder besonders raffinierte Arbeitsweise zu empfehlen, nur weil damit die restlichen 0,1% zur Perfektion erreicht werden könnten...


    Meines Erachtens kann man mangels natürlichem Milbentotenfall die Winterbehandlung entfallen lassen oder man macht sie einfach trotzdem oder gerade deswegen. Wenn nun schon verdeckelte Brut vorhanden ist, dann ist so wie der Josef es bereits geschrieben hat, die Wirkung nicht so dolle - aber auch nicht mehr.


    Gruß Jörg, der glaubt, daß die Tageslichtlänge einen viel größeren Einfluss auf das Brutgeschäft hat...

  • Brut mit dem Suppenlöffel oder mit dem Messer rausholen?


    Könnt Ihr das bitte mal ein bisschen detaillierter beschreiben.
    Wie habe ich mir das vorzustellen? Wie Futterkranzprobe nehmen (http://www.immelieb.de/?page_id=879 bei 3:20 min?).
    Das gibt doch das totale Gematsche.
    Und: wie kriege ich die Bienen von der Wabe - einfach abschütteln, wie im Sommer? Irgendwie habe ich da bei diesem Kalenderstand Hemmungen.
    Ich soll doch die Bienen möglichst wenig stören....:confused:


    Martin

    Still confused, but on a very high level!

  • ....Gruß Jörg, der glaubt, daß die Tageslichtlänge einen viel größeren Einfluss auf das Brutgeschäft hat...


    Danke Dir! Endlich sagt`s mal jemand.
    Und: schön, Dich zu lesen!


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo !



    Der Befall im Spätsommer war ...
    ... recht hoch und stieg dann auch bis Mitte Oktober noch weiter an. Habe die Zahlen gerade nicht zur Hand, aber ich richtete mich insgesamt ziemlich exakt nach Henrys Hinweisen und Vorgaben.


    Na dann sollte man auf Henry warten, denn wir gehören wenn wir denn überhaupt mit Säuren behandeln zu den Langzeitverdunstern.




    Wenn ich die Brut mit dem Löffel entfernen sollte, muß ich ja doch alles auseinander nehmen, genau davon rieten hier aber einige erfahrene Benutzer schon ab Mitte Oktober ab (Störung der Winterruhe, Völkertotkucken durch Anfänger, usw.).


    Was glaubst Du machen die Michsäurebehandler ? Die nehmen jeden Winter Ihre Völker auseinander.


    Da wir immer wissen wollen ob wir überhaupt behandeln müssen, habe wir die Befallszahlen ...
    ... dann muß man sich keine Gedanken machen, ob und wie die Schadschwelle zählt.
    Muß behandelt werden dann nehmen wir Oxalsäure im Träufelverfahren,
    ist dabei Brut vorhanden nehmen wir den Löffel.




    Was passierte denn, wenn die Brut bei einer OS Beträufelung drinbliebe? Sie stirbt? Tut sie ja auch bei Entnahme! Oder können die Bienen diese tote Brut nicht ausräumen, oder...?


    Nein, eine Oxalsäurebehandlung wirkt nicht in die Brut.
    Beim auskratzen mit dem Löffel entnimmst Du mit einem Schlag die ggf. betroffene Bienenbrut und die dort aufsitzenden Milben. Beim ankratzen (z.B. mit der Entdeckelungsgabel) wird die Brut ausgeräumt und die Milben ?
    Springen auf die ausräumenden Bienen über.



    @ Jörg K.
    Ja, sehe ich ähnlich - nicht Sylvester macht den Brutbeginn sondern der Julmond.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.


  • Hallo Knecht. Wieso ankratzen? Die Brutstellen werden genau wie beim schleudern entdeckelt und damit dann auch die Brut aus den Zellen entfernt. Nix mit ankratzen und überspringen der Milben auf die Bienen.


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Moin,
    verstehe ich das jetzt richtig das ihr bei ca 0 Grad die Bienen abschüttelt oder zumindest von der bebrüteten Wabe fegt, diese dann auskratzt, dann alles wieder zusammenbaut und mit Oxialsäure behandelt?
    Bitte verbessert mich gerne wenn ich da ein Verständnissproblem habe, danke:confused:.
    Erstmal,
    Borderbee

  • Moin,


    erstmal danke für die Antworten!


    Nachdem ich gestern die Windeln in die Beuten schob (waren sonst offen), habe ich heute nach exakt 24 h einen natürlichen Milbenfall von 0 / 4 / 31 (!) Milben je Volk ermitteln können. Und... da die Wettervorsage für diese Region heute den kältesten Tag prognostizierte, haben wir uns kurzfristig entschlossen, die Behandlung heute durchzuführen. Eine kurze Durchsicht mit viel Rauch ergab glücklicherweise Brutfreiheit, denn der Gedanke jetzt die Waben abstoßen zu müssen und darin herumzukratzen, gefiel mir wirklich nicht sonderlich...:roll: Die drei Völker wirken ausreichend groß, haben reichlich Futter und das stärkste hatte auch den stärksten Befall. Das Träufeln mit einer aus dem Imkereifachhandel bezogenen 150 ml Spritze probierten wir zunächst mit Wasser im Becken und das funktionierte leider gar nicht, da sich der Schieber immer wieder ruckartig bewegte und dadurch abwechselnd tropfte und strahlte. Also verwendeten wir die Spritze nur zum Abmessen der Menge und füllten den Inhalt in eine von diesen zitronenförmigen Zitronensaftfläschchen, welches natürlich vorher entleert und gereinigt wurde. Das kam mir zwar etwas unprofessionell vor, aber das Träufeln ging damit sehr viel besser und bei dem starken Befall mußte nun etwas geschehen! Nun ist aber alles fertig und ich freue mich aufs Abendessen...:daumen:


    Einen schönen Restfeiertag wünscht


    Ralf

  • Hallo Ralf,
    wieso 150ml-Spritze? Wäre doch viel zu viel. Bei Oxuvar wird eine 60ml-Spritze mitgeliefert, ich träufel maximal 50ml.
    Aber es geht natürlich auch anders, hauptsache, es träufelt gleichmäßig raus.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Moin Holmi,


    ich habe mich wohl verlesen und gerade nochmal nachgesehen: Es handelt sich nicht um 150 ml, sondern um eine 120 ml Spritze, die ich im Sommer zur AS Behandlung gekauft, aber auch da schon nicht benutzt habe. Und... in meinem Oxuvar-Packet aus der Apotheke befand sich leider keine Spritze - vielleicht liegt die ja nur für Vorratspackungen ab 5 Liter bei?


    Liebe Grüße,


    Ralf