warmer Dezember 2013

  • Hallo Holmi,
    der 1. Pik auf der Kurve 2013 (14./15.12.) ist durch eine Manipulation des Temperaturfühlers (weiter in den Wintersitz des Volkes verschoben) endstanden und gleichzeitige OX-Behandlung.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk


  • dass es wirklich elementar ist, mit der Oxalsäureträufelung keinesfalls bis Weihnachten zu warten, sondern dass man ab Mitte November wirklich JEDE Chance sofort nützen muss, statt auf noch bessere Bedingungen zu hoffen.


    Und ich bin der Meinung solche Pauschalaussagen sind sehr gefährlich. Mag sein dass viele Völker auch mitte November brutfrei sind, aber hast du dass bei deinen Bienen schon mal kontrolliert?
    Ich habe dieses Jahr ein paar Tage vor Weihnachten geträufelt. Die Völker waren brutfrei, was ich einige Wochen vorher noch nicht sicher behaupten konnte.


    Darum bin ich der Meinung, dass in meiner Region kurz vor Weihnachten ein guter Stichtermin ist, der fast jedes Jahr zutrifft.


    Liebe Grüße


    Simon

    "In der Natur ist die Bedeutung des unendlich Kleinen unendlich groß." (Louis Pasteur)

  • Moin,


    hier in meiner Region verlief das Jahr wie folgt: Ausgewintert im Mai, erste Schleuderung im Juli, zweite Schleuderung im September, danach AS-Behandlung (Wirtschaftsvölker!), Behandlung abgeschlossen Ende September, OS-Behandling am 27.12.


    Bei den klimatischen Verhältnissen der letzten Jahre kann man glaube ich nichts mehr pauschalisieren. Ich passe mich dem an und agiere oder reagiere entsprechend.


  • ...
    Bei den klimatischen Verhältnissen der letzten Jahre kann man glaube ich nichts mehr pauschalisieren. Ich passe mich dem an und agiere oder reagiere entsprechend.
    ...


    Hallo Andreas!


    Genau DAS machen die Bienen schon Jahrmillionen auch.
    Die halten sich nicht immer an den Kalender, sondern PASSEN SICH AN!


    Und ab Wintersonnenwende wird wieder gebrütet.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hallo Luffi,


    ich weiß es zwar nicht 100 %ig, aber in meinen Völkern war keine Brut (hab Abdeckfix drauf, konnte das den ganzen Herbst durch beobachten). Die Folie war knochentrocken bei allen Völkern.


    Davon ab...im Verein sagen 50 Imker: Behandel zwischen Weihnachten und Neujahr, auf Lehrgängen und Kursen genau der gleiche Tenor....die Mehrheit behandelt zwischen den Tagen. Hier im Forum wieder eine ganz andere Meinung dazu, es verwirrt einen.


    Ich finde es ja positiv Neues zu lernen....es strengt aber an, dieses hüh und hott.:wink:





    Und ab Wintersonnenwende wird wieder gebrütet.


    Schon immer? Falls ja, warum und wieso wird immer noch o. g. Zeitraum gelehrt? Danke für eine Erklärung.:)


    PS: Und natürlich euch allen Frohes Neues Jahr 2014!


  • eben noch mal im "Archiv" gekramt


    Moin,
    vielen Dank! Spannende Kurven. Meine amateurhaften, händischen Aufzeichnungen der Temperaturverläufe liesen mich auch schon drauf tippen, dass dieser aktruelle Wettertrend mal wieder nur eine der üblichen, kleineren Anomalien vom langjährigen Mittel ist. Bei uns in Oberfranken kam der Temperaturknick letztes Jahr erst am 12.01., direkt runter auf -10°C nachts damals. Man wird sehen, wie's dieses Jahr wird, aber sicher im Großen und Ganzen im Rahmen des Üblichen :)


    ...


    Danke, dir auch ein gutes neues Jahr! ;) Fachlich überlasse ich das mal den Fachleuten, aber so rein logisch, von dem ausgehend was du sagst: Wenn du schon sagst, dass es verwirrenderweise nie sicher zu sein scheint, welche Datumsangaben man lernt... dann... lern keine Datumsangaben! Du weißt doch, welche Bedingungen gegeben sein müssen, und wenn das alles zutrifft, dann bei der ersten Möglichkeit handeln. Obs ein zweites mal noch mal alles genau passt, wenn dann hoffentlich auch grad noch der "richtige" Zeitraum ist, weiß man nicht. Wenn nicht, muss man wieder improvisieren und macht sich Sorgen.
    Datumsangaben sind nur Anhaltspunkte, je nachdem wie deine Völker drauf sind, wie es an deinem Standort genau aussieht, welche alljährlichen Abweichungen vom langfristigen Mittelwert sich ergeben... nicht zu sehr an verallgemeinerte Mittelwerte klammern.
    Ist ja die Krux am Mittelwert: Ganz allgemein stimmen tun sie schon, aber das muss nich heißen, dass es auch nur ein Jahr geben muss, in dem genau der Mittelwert getroffen wird - streut halt in alle Richtungen außen rund herum.

    Bei uns dieses Jahr übrigens OS am 15.12. - nur so am Rande, für die Statstik *g*

    "Neunzig Jahre in einer Landschaft und in gesegneten frohstimmigen Stunden wird sie der Greis immer noch sehenswert finden, neugierig durchsuchen und Manches entdecken, als sähe er sie zum ersten Male mit reifem Auge."
    - Alexander v. Warsberg, Odysseeische Landschaften.

  • Und ich bin der Meinung solche Pauschalaussagen sind sehr gefährlich. Mag sein dass viele Völker auch mitte November brutfrei sind, aber hast du dass bei deinen Bienen schon mal kontrolliert?


    Hallo simon,


    als Pauschalaussage, gültig für alle Imker in Deutschland wollte ich das selbstverständlich nicht verstanden wissen! Es sind MEINE Beobachtungen HIER im südbayerischen Klima und das gerade mal von einem Jahr, nämlich heuer. Allerdings verknüpft mit vielen Beobachtungen anderer aus weiteren Jahren wie man sie hier auch lesen kann. Und verknüpft mit anderen, ähnlich gelagerten Fällen von jahreszeitlich gesteuerten biologischen Vorgängen.


    Z.B. ist allgemein bekannt, dass viele Pflanzen und Tiere ausgesprochen empfindlich auf die Veränderung der Tageslänge reagieren. Der Austrieb der Bäume oder der Beginn des Vogelgesangs im Jahresverlauf wird z.B. überwiegend dadurch gesteuert. Witterungseinflüsse wirken zwar auch, aber sie führen nur zu vergleichsweise geringen Beschleunigungen/Dämpfungen dieser grundsätzlich unausweichlichen Entwicklung. Es ist sehr stark anzunehmen, dass es bei den Bienen ganz ähnlich ist.


    Viele gehen auch davon aus, dass die Bienen auf die "länger werdenden Tage" reagieren. Doch die Rezeptoren vieler Pflanzen und Tiere sind sehr fein und das ist bei den Bienen vermutlich ähnlich. Genau so gut könnten sie z.B. bereits auf die gleichbleibend langen Tage etwa 2 Wochen rund um die Wintersonnenwende reagieren. Ja, sie könnten sogar auf die "nicht mehr so schnell kürzer werdenden Tage" kurz vor der Wintersonnenwende reagieren und bereits dadurch "wissen", dass es Zeit ist, wieder mit dem Brutgeschäft anzufangen. Und dann wird nur noch ein wenig auf die Witterung geachtet, sozusagen den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.


    In unserem Land gibt es so genannte "Singularitäten", damit bezeichnet man in der Meteorologie Wetterlagen, die zu einer bestimmten Zeit im Jahresverlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten. Eine der zuverlässigsten ist das so genannte "Weihnachtstauwetter", das in vielen Jahren pünktlich kurz vor Weihnachten einsetzt. Ursache für diese hohen Wahrscheinlichkeiten sind die Land-Meerverteilung in Verbindung mit den jahreszeitlichen Gesetzmäßigkeiten. Wärme und Kälte sammeln sich jedes Jahr ungefähr ähnlich an und geraten ungefähr zu ähnlichen Zeiten in ähnlicher Richtung in Bewegung, also kein Wunderwerk, sondern meteorologisch erklärbar.


    Für mich liegt daher nahe, dass europäische Bienenrassen an diese groben Regelmäßigkeiten angepasst sind. Tageslängen rund um die Wintersonnenwende sozusagen als generelles Signal zur Brutgeschäftsfreigabe, die Witterung dann als realer Startschuss oder vorübergehende Ausbremsung.


    So stelle ich mir das gestützt auf die genannten Indizien vor und glaube in Verbindung mit allem, was ich so gelesen habe, damit der Wirklichkeit ziemlich nahe zu kommen, ohne Anspruch, das auch beweisen zu können.
    Aber für mich - also nur für mich - heißt das, das man das Weihnachtstauwetter (oder das, was im Zuge der Klimaveränderung noch davon übrig geblieben ist) lieber nicht abwarten sollte, sondern besser schon vorher reagiert.


    Gruß
    hornet

  • ..."Archiv"...Wie sich die Bilder gleichen.


    Zum Glück gibt es auch abzurufende Onlinearchive, wie z. B.: http://www.wetterkontor.de/de/wetter/rueckblick.asp


    Ich habe die Dezemberwerte (Tagesmaxima) der letzten fünf Jahre für den Niederrhein mal daraus extrahiert und zum Vergleich in eine Grafik gepackt. Das kam dabei heraus:



    Im Jahr 2008 war es gegen Ende Dezember sehr kalt.
    In den Jahren 2009 und 2010 war es den ganzen Dezember, aber besonders in der Mitte des Dezembers außergewöhnlich kalt. Das sind die Tagesmaxima!
    Die letzten beiden Jahre 2012 und 2013 schwimmen relativ weit oben auf in der Temperaturskala.


    War also mehr als ein subjektives Empfinden. :wink:


    Wieder mal wird deutlich, wie sehr sich doch die lokalen Verhältnisse innerhalb Deutschlands unterscheiden! Und bei uns scheint das Wetter weniger ausgeglichen, wenn ich das im direkten Vergleich so sehe.


    In diesem Jahr war auch definitiv mehr Nord- und Ostwind das ganze Sommerhalbjahr über. Sehr sehr auffällig, da hier sonst die Süd- und Westwinde deutlich vorherrschen.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • :daumen: :liebe002:


    Eisvogel (Dich würde ich auch mal gern beim IFT kennenlernen): Die Bilder gleichen sich ja sehr. Und wenn ich mir die Innentemperatur ansehe, würde ich draus schließen, dass das Brutgeschäft schon VOR der Sonnenwende wieder losgeht. Da ist nicht erst der 21.12. der Stichtag. Auch mir kleben noch zuviele Imker an der Ox-Behandlung zu Weihnachten. DAS ist schon seit Jahren definitiv zu spät!!


    Die Erhöhung der Temperatur im Bienenvolk deutet auf die OX Behandlung hin, das kann ich bestätigen. Ungefähr eine Woche lang ist die Innentemperatur um 6 bis 8 Grad erhöht.


    VG Stefan

  • Moin,
    auf meiner Waage sah das so aus.



    Behandlung erfolgte relativ exakt um 14:30 Uhr.
    Es dauerte ca 24 Stunden, bis die Temperatur wieder auf "vorher"-Niveau war.
    Auch die Kurven von 2012 und 2011 sehen so aus.

  • Hallo, ich kann auch noch ein paar Daten der letzten Jahre beitragen.


    Zwischen Weihnachten und Neujahr, 2013 5 °C, 2012 9°C, 2011 -4°C, 2010 -10°C, 2009 0°C, 2008 -3°C, 2007 -2°C,


    Anfang Janunar, 2014 8°C, 2013 5°C, 2012 0°C, 2011 5°C, 2010 -10°C, 2009 -18°C, 2008 -5°C, 2007 12°C

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)