Hoher Totenfall bei einem Volk

  • Hallo alle miteinander,
    vor 1 Stunde habe ich die Fluglochkeile unserer 5 Völker mal entfernt und mal vorsichtig durch die Fluglöcher auf die Gitterböden geschaut.
    Bei Volk 1 - 4 jeweils ein einheitliches Bild: eine paar tote Bienen und die Völker summen zufrieden vor sich hin.
    Bei Volk Nummer 5 war das Flugloch komplett mit toten Bienen verstopft und der gesamte Gitteboden in Fluglochkeilhöhe mit Totenfall bedeckt.
    Ich habe jetzt alle toten Bienen entfernt und vereinzelt kamen mir Bienen entgegen geflogen. Der ganze Stock riecht streng (liegt das an dem Totenfall)?
    Ich hab die Beute geöffnet und die Bienen besetzen noch 2-3 Wabengassen. Morgen will ich alle Völker Rest entmilben mit Oxuvar. Genau anschauen kann ich das jämmerliche Volk erst bei Tageslicht.
    Hat dieses Volk überhaupt noch die Chance den Winter zu überleben? Oder soll ich es lieber gleich auflösen? Aufsetzen will ich nicht, da ich ja nicht weiß warum dieses Volk so hohe Verluste erlitten hat.
    Ich will nicht auch noch ein anderes Volk gefährden.
    Was meint ihr?


    Vorweihnachtliche Grüße aus dem südlichen Altmühltal


    Dominic

  • Hallo,


    wenn Du nicht noch einen weiteren Schwächling hast, wo Du überlegen könntest, diese in ihrem schweren Schicksal zusammenzulegen, dann kannst Du nur versuchen, das Volk noch einzuengen, falls das möglich ist.
    2-3 Gassen sind sehr ungünstig...somit ist das eher ein Todeskandidat.


    Entweder sind das noch immer vorzeitig abgelebte, weil sie viel und intensiver gebrütet haben oder aber Du hast da einen Varroaschaden mit geschädigten Bienen, die zu früh sterben (?). Wenn es lange kalt war, dann liegen sie eben alle drin und nicht draußen.


    Toi, toi


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,
    vielen Dank für die schnelle Antwort. Einen weiteren Schwächling hab ich nicht. Die anderen 4 Völker sind sehr stark und hängen sogar teilweise unten durch.
    Wir sind im ersten Bienenjahr wie es im Profil ersichtlich ist und deshalb muß ich auf das einengen noch mal eingehen. Der Schwächling sitzt in einer Heroldbeute mit 10 Waben Zander auf 2 Zargen.
    Die obere Zarge ist komplett voll mit Futter. Wenn ich jetzt morgen einenge, wie muß das aussehen? Obere Zarge komplett weg? Wieviele Waben bleiben im unteren Brutraum? Anordnung? Schied einsetzen?
    Bienen in die Mitte?
    Alle Völker haben offene Böden ohne Windel seit der Ameisensäurebehandlung. Soll ich dem Schwächling die Windel einschieben über den Winter (Wärmebrett)?


    Liebe Grüße


    Dominic

  • Hallo,
    auch wenn du das jetzt nicht hören willst : setz eine Leerzarge drauf und schwefel das Völkchen ab.
    Danach sieh dir die Waben und eventuelle Brutreste genau an ! Wenn dir die Erfahrung fehlt zieh einen erfahrenen Imker zu Rate.


    Der strenge Geruch deutet mindestens auf Nosema oder Ruhr hin. ( In jedem Fall auf eine Erkrankung !)


    Ein solches Völkchen leben zu lassen oder es gar auf ein starkes aufzusetzen wäre das DÜMMSTE was du überhaupt tun könntest !!!


    Du würdest dir warscheinlich dann ein noch gesundes Volk ebenfalls infizieren, (und wenn es Nosema ist warscheinlich sogar den gesamten Stand).
    - Ruhr ist zwar nicht ansteckend, aber bei zwei/drei Waben die noch besetzt werden würde ich auf keinen Fall irgend welche Experimente machen. DAs Volk ist ohnehin dem Tode geweiht.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo,


    im Prinzip ist das schon nicht verkehrt. Anderen Tieren lassen wir auch Euthanasie angedeihen, wenn sie rettungslos verloren sind und Siechtum ansteht.
    Jedoch war es mild, und ich gebe zu bedenken, dass viel Totenfall in der Beute bei dieser Wetterlage ganz schön stinken kann.
    Als Anfänger kann das aber sicher nicht richtig entschieden werden.


    Ich empfehle dazu außerdem das hier, man weiß dann, was man vor Augen hat bzw auf was man so achten könnte.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

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  • Hallo Finvara,
    was ich hören will steht nicht zur Debatte. Wir haben im Frühjahr mit 2 einzargigen Völkern begonnen und wenn es im nächsten Frühjar noch 2 sind, ist das für uns ein voller Erfolg. Jedes weitere wäre toll.
    Aufsetzen hatte ich ja von vornherein ausgeschlossen um kein weiteres Volk zu gefährden. Wenn nicht mindestens eine 50:50 Chance besteht dass das Volk die Frühjahrssonne sieht, werde ich es erlösen.
    Ich werde morgen mal bei Tageslicht hineinschauen. Und dann entscheiden. Zum Wohle aller :Biene:


    Liebe Grüße
    Dominic

  • Zitat

    Soll ich dem Schwächling die Windel einschieben über den Winter (Wärmebrett)?

    Das wäre die einzige Aktion die ich machen würde. Jetzt an dem Schwächling auch noch rumzudoktern macht ihm nur endgültig den Gar aus. Der Totenfall kann unterschiedliche Ursachen haben, Nosema, Milben, weisellos etc. Einfach laufen lassen auch wenn nur wenig Hoffnung besteht.
    Gruß Hermann

  • ...Der Totenfall kann unterschiedliche Ursachen haben, Nosema, Milben, weisellos etc. ...
    Gruß Hermann


    Hallo,
    ... richtig. Und genau da liegt das Problem. Solche Völkchen werden am ersten Flugtag zum bevorzugten Ziel aller Suchbienen. Mit dem Honig / Futter schleppen sie auch die Parasiten, Krankheiten und Viren in ihr Volk.
    Wenn es die Milbe ist dann stellen diese Handvoll Bienen , sollten sie wieder erwarten die ersten warmen Tage doch noch erreichen, eine wundervolle Varroaschleuder für den Rest des Standes dar. ( Ein Trachtvolk wird daraus ohnehin nie mehr.) In jedem Fall gefährdet es die Vier gesunden Völker.


    Die einzige Frage ist : ist es das wert ?


    @ Domonic - mein Ratschlag: zieh Waben, sind Kotspritzer drauf,dann Schwefel ab ( Ein Volk mit Nosema od. Ruhr ist in diesem Stadium nicht mehr zu retten ).
    Sind stehengebliebene Brutzellen mit undefinierbaren Inhalt dabei hol dir einen Imker od. BSV zu Hilfe.


    gruß Finvara

    Man kann ohne Bienen leben, ... aber es lohnt sich nicht.

  • Hallo Domenik


    ich kann mir gut vorstellen, das der hohe Totenfall, auch von der Luftnot herrühren könnte. Wie du schreibst, war das Flugloch ja verstopft, dadurch entsteht auch im Volk Panik und viele Bienen sterben bei der Suche den Notstand abzuändern.
    Sind die Waben voll bekotet, dann würde ich Finvaras Vorschlag unterstützen.
    Ist das aber nicht der Fall, dann würde ich einengen und das Volk so warm wie möglich halten und dann auf das Frühjahr hoffen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo liebe Imkers,
    ich habe mir die Waben angesehen und konnte keine Kotspuren erkennen. Futter war ausreichend vorhanden aber das Volk bestand nur noch aus etwa 500 Bienen. Ein kleiner Knäuel auf 2 Wabengassen.
    Um kein Risiko einzugehen habe ich das Volk nun abgeschwefelt und habe das gesamte Wabenwerk mitsamt den Rähmchen und allen toten Bienen dem Feuer übergeben. Somit besitzen wir jetzt nur noch 4 Völker, die jedoch sehr stark auf 8-9 Wabengassen 2-zargig sitzen und hoffentlich gesund über den Winter kommen.


    Vielen Dank für die vielen Ratschläge! Ihr habt mir sehr geholfen.


    Ein paar schöne geruhsame Tage wünschen wir euch allen!


    Liebe Grüße aus dem südlichen Altmühltal


    Dominic