Mein erster Met

  • Nein Werner!
    Jeder Schnapsbrenner hat die Erfahrung, dass beim "Brennen" nicht nur Alkohol verdampft, sondern auch Wasser. Nur der Vorlauf hat etwas über 50% beim normalen Brand wird dieser Gehalt selten erreicht. Frage mal beim nächsten Schnapsbrenner nach, die Saison beginnt gerade und trinke ein Gläschen aber vom Alten. Ich will auf Lehrertricks hier nicht weiter eingehen.
    Allerdings haben meine Kollegen immer behauptet, ich würde meine Schüler lebenstüchtig machen. Denn jeder Nachwuchsgauner würde bei mir lernen, wie man einen Fifi braut.:lol:
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Remsi,


    natürlich hast du recht. Die Verdampfung findet nur idealistisch beim Siedepunkt statt. Der Siedepunkt ist eigentlich ein Mittelwert. Wenn man oder frau es allerdings vorsichtig angeht und die Temperatur möglichst knapp über dem Siedepunkt des Alk hält, genügt das meinen Genauigkeitserwartungen. Dem Eichamt würden sich die Haare stellen.


    Die Lehrertricks für den naturwissenschaftliche Unterricht behalten wir mal für uns, sonst glauben uns noch weniger Schüler.


    Gruß
    Werner
    der jetzt wieder in den Unterricht muss.

  • Hallo,
    ich wollte dir eigentlich guten Appetit wünschen und leide jetzt mit dir. Hungrige Schüler und Lehrer und ein Kultusminister, welcher auch nicht macht was man will, die sind vom Übel.
    Gruß Herbert

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Du schriebest: Met wird aus Honig hergestellt und kein Apfelsaft dazu gegeben


    Ich kenne das aber als normalen Start: Hefe im Apfelsaft ansetzen. Wenn Du den Apfelsaft ablehnst, gibst Du Hefe einfach in ... worein?

  • Hallo Don Krawallo, :wink:


    es gibt verschiedene Oechslemeter und meiner wird so abgelesen, wie ich es getan habe. :daumen: Der Eine wird oben, der Andere wird unten abgelesen. Mein Oechsle hat sogar ein integriertes Thermometer, wo nebenstehend die Werte stehen, die hinzu- oder abgezogen werden, je nach Temperaturabweichung des Metansatzes zum Eichwert. :)


    Wie man am Thread merkt, ist es mit einfachen Zusammenpanschen nicht getan, bei der Metherstellung. Es ist ein dunkles Geheimnis kautziger Alchemisten. :wink:

  • Apfelsaftansätze werden nur bei Verwendung von Flüssighefen benötigt. Trockenhefe wird direkt in den Ansatz gegeben. (Vorher in einem Glas eine halbe Stunde lang verflüssigen.)


    Die Trockenhefe ist der Flüssighefe weit überlegen, da sie aus einem Ruhestadium heraus sofort Vollgas gibt, während sich die Flüssighefen immer erst noch stark vermehren müssen, was schon mal einen Tag in Anspruch nehmen kann. Diese verlorene Zeit kann dazu führen, daß eine wilde Hefe sich breit macht oder schlimmer noch Bakterien. Vor allem, wenn unsauber gearbeitet wird. Das führt zu einer Fehlgärung, der Ansatz ist mehr oder weniger verloren.


    Flüssighefen sind lebende, aktive Hefen in einer Nährlösung, meist in einer kleinen Flasche. Die Hefen fressen von der Nährlösung und irgendwann - relativ schnell - ist die Nahrung aufgebraucht. Deswegen leben in solchen kleinen Flaschen meist nur noch wenige Hefen. Deswegen müssen die vermehrt werden, bevor man sie in den Metansatz gibt. Wenn man den Apfelsaft vorher nicht abkocht, und auch beim Abkühlen danach, kann es immer noch zu einem Fremdeintrag von Hefen/Bakterien kommen. Alles Kokolores. Deswegen direkt auf Trockenhefe gehen und sich an gutem reintönigen Wein erfreuen. :daumen:


    Nachteile von Apfelsaft: Es kommen Pektine mit in den Metansatz und dann zu Begleitalkoholen wie Methanol. http://de.wikipedia.org/wiki/Begleitalkohol Es wird wohl keiner davon sterben, aber es kann den Geschmack versauen, Kopfschmerzen verursachen (genau wie die Schwefelung) und ist jedenfalls nicht besonders gesundheitszuträglich.


    Wachs und Pollen sollten im Met reduziert werden, da mit ihnen die Schimmelgefahr steigt und die Proteine gefundenes Fressen für die falschen Mikroben sind.

  • Hallo Bernhard, ich bin kein Griffelspitzer und letztlich sind nicht Prozente der Restsüße, sondern der gute Geschmack des Kellermeisters von Vorteil. Mein Öchslemeter hat auch ein Thermometer, hängt ja mit der Dichte bei unterschiedlicher Temperatur zusammen. Beim Ablesen wird aber die Oberfläche genommen.
    Leider:wink:http://www.leo-kuebler.de/prodeu/Araeometerga.htm[/url]
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Danke Bernhard,
    das mit dem Methanol aus Pektin war mir bis jetzt nicht bewußt.


    In meinem alten Obstweinbüchlein wurde Methanol immer im Zshng. mit Holzanteilen erwähnt.


    Nach kurzer Regerge fand ich heraus, dass bei Apfelwein der Methanolgehalt rel. gering sei, da nicht maischegegährt wird. (Viel höher ist der mgl. Gehalt bei Maischegährung wie z.B. bei Rotwein.)


    Um die Bildung von Methanol so gering wie mgl. zu halten, soll man mgl. Reinzuchthefen verwenden.


    Beim Gärstarter ist es, wie Du schreibst, wirklich sehr wichtig, den vor Zugabe von Hefe und Nährsalzen zu erhitzen, damit die Zuchthefe sich durchsetzen kann.


    Und im Gärstarter sieht man dann auch ganz deutlich ob die Fl.-Hefe noch gut war.
    Wie bereits geschrieben, würde ich keine Fl.-Hefe empfehlen.


    Doch auch die Trockenhefe starte ich vorher.
    Ist sie noch gut, dann geht der Starter schnell los. Ist sie doch schlecht, dann schütt ich lieber den Starter weg als 60 Liter Ansatz.


    MfG André

  • Hallo,


    danke nochmals für die vielen Antworten. Jetzt habe ich mich entschieden, mir noch eine Trockenhefe zuzulegen und den Ansatz mit dieser zu machen und diese aber vorher in Apfelsaft zu starten.
    Freut mich, das eine so schön Diskussion mit vielen, wie ich finde, wertvollen Tipps zu Stande gekommen ist, denn es ist wirklich so, das man 100 Bücher über Met lesen könnte und mindestens 50 verschiedene Meinungen dazu hört. Aber jetzt ist ja auch die passende Zeit um solche Diskussionen zu starten, da an den Bienen die meiste Arbeit getan ist.


    Liebe Grüße!
    flora

    Wenn ich vor meinem Stande steh´und meine Bienenfliegen seh´so denk´ich oft in meinem Sinn, wie freuts mich, daß ich Imker bin.

  • Hallo alle miteinander,


    hab mich jetzt nach Trockenhefen umgeschaut und bin auf die Trockenhefe von Biof**m gestoßen. Würde mir da gerne Rouge oder Aromatic bestellen. Kann man diese Beiden für Met verwenden? Möchte mit diesem nämlich unterm Jahr noch Heidelbeerwein und eventuelle Hollunderbeere und vll. noch weiteres herstellen.


    Liebe Grüße!
    flora

    Wenn ich vor meinem Stande steh´und meine Bienenfliegen seh´so denk´ich oft in meinem Sinn, wie freuts mich, daß ich Imker bin.



  • Hallo Werner!
    Diese Methode funktioniert bei Wasser/Alkohol Destillation nicht, weil sich Alkohol aus Wasser nur bis zu einem Restalkoholgehalt von etwa 4% destillieren lässt. Danach verdampft es als sogenanntes Azeotrop und der Alkoholgehalt nimmt nicht weiter ab.
    Viele Grüße,
    Jogi

    "Er (der Mensch) nennts Vernunft und brauchts allein, um tierischer als jedes Tier zu sein"
    J.W. Goethe