Mein erster Met

  • ...Portweinhefe sehr viel alkohol...


    Oh ja. :wink: Hat ordentlich Wumms: Kraft-sofort sozusagen. Zwei Gläser und Du bist knülle. :u_idea_bulb02:


    Schmeckt aber nicht stark nach Alkohol. Also eben nicht wie Schnaps oder Bärenfang. Nach einem Jahr abziehen, umziehen und lagern lassen, wird der Geschmack runder und wohlgefällig. Ich kann Proben zum Imkerforumtreffen mitbringen. Helmut hat meist auch eine gute Auswahl. Und wenn Du Glück hast, bringt Rudi noch ein Fläschen mit - der hat das richtig gut drauf. Lecker!

  • Hallo Flora,
    ich möchte mich da nicht reinhängen. Eine Gärung läuft, bis die Hefe am eigenen Alkohol zu Grunde geht. Ein Restzucker wird nie vergoren. Fängst du an zum Nachsüßen haben die Hefen wieder Futter. In der Praxis werden Gärungen mit Schwefliger Säure gestoppt. Du musst schon gut geeicht sein um 12% festzustellen. Der Vinometer ist bei Met eine Lachnummer, weil durch den hohen Restzuckergehalt das Spez. Gewicht des Metes ein anderes ist.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Danke euch beiden nochmals :-)
    Oke dann probier ich es mal mit Protweinhefe. Bin gespannt wie er schmeckt. Werde während der Gärung mal berichten....
    Würde euren Met wirklich seeeehr gerne probieren, aber leider klappt es terminlich mit dem IFT nicht, da ich zu dieser Zeit, da ich ja noch Student bin, haufenweise Klausuren schreibe, da Anfang Februar Semesterende ist.... Schade :-(
    Liebe Grüße!

    Wenn ich vor meinem Stande steh´und meine Bienenfliegen seh´so denk´ich oft in meinem Sinn, wie freuts mich, daß ich Imker bin.

  • ...Vinometer ...Lachnummer, ...Spez. Gewicht des Metes...


    Ob das tatsächlich mit dem spezifischen Gewicht zusammenhängt...:wink:


    Ganz zu Anfang kannst Du ja auch das Gerät mit Flüssigkeiten mit bekannten Alkoholgehalt kalibrieren. Bestimme den Restzucker und strebe jedes Jahr in etwa die gleichen Werte beim Vinometer an. Durch Wiederholbarkeit der Ergebnisse kannst Du Feinheiten herauskitzeln und jedes Jahr verbessern. Das macht auch Spaß, so langsam in eine Sache hereinzuwachsen. Deswegen schreibe ich auch ein Metprotokoll, denn in einem Jahr habe ich fast alles wieder vergessen und anhand der Aufzeichnungen erinnere ich mich gut an Einzelheiten und kann es dieses Jahr dann besser machen. Kann ich nur empfehlen. (Wer schreibt, der bleibt.)


    Ich habe vorher einfach wild drauflos gepanscht. Meistens hat es auch gut geschmeckt, aber manchmal sind mir auch Sachen total verdorben, was sehr schade wegen des verplemperten Honigs ist.

  • Hallo Bernhard,
    der Weg ist schon möglich. Allerdings benötigt er zur Bestimmung des Restzuckers einen zusätzlichen Refraktometer. Der des Imkers ist nicht geeignet. Er könnte auch eine Spindel benützen. Ein Griffelspitzer würde jetzt sagen, dass der Alkoholgehalt auch eine Brechung des Lichtes verursacht (Es gibt auch Refraktometer für Alkohol). Es ist eigentlich egal ob der Met 12 oder 14% hat. Allerdings, wenn er in den Handel kommt, dann muss die Angabe bis auf eine Stelle hinter dem Komma stimmen. Hier hilft es nur einen 10€-Schein in die Hand zu nehmen und im Labor testen lassen. Gibt es in jeder Weinbaugemeinde. Hier wird immer von Bockmeyer gesprochen. Der betreibt bei uns ein Labor. Wie man das aber bei gärendem Wein macht, die Gärung bei einem bestimmten Alkoholgehalt zu stoppen, muss ich mal fragen.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo,


    zur Bestimmung des Alkoholgehalts gibt es eine einfache Methode:


    Man nehme 100 ml Wein, köchele den bei ca. 85° C solange bis nichts mehr köcheld, dann ist nämlich der ganze Alkohol weg (schade). Dann wird das verbliebene Volumen gemessen, was fehlt ist der Alkohol in Volumen%. Wer es ganz genau haben möchte, muss darauf achten, dass der warme Met ohne Alkohol wieder auf Ausgangstemperatur abgekühlt ist. Wer es noch genauer wissen will, muss genauere Messinstrumente nehmen oder Labor.


    Gruß
    Werner

  • Es ist eigentlich egal ob der Met 12 oder 14% hat.


    Richtig, richtig. Für mich ist wichtig, daß der Met über 13 % hat, damit der Met lange lagern kann und weniger nachgärt.

  • ...Dir Mellizitose musst du herausschmelzen. Der Honig bekommt dann einen leichten Wachsgeschmack. ...


    Neben dem Gärhonig hab ich auch das Honigwasser vom einschmelzen des Entdeckelungswachses mit verwendet. - Ich konnte keinen Wachsgeschmack feststellen.
    OK-das kann auch ein Zeichen mangelnder oraler Sensibilität sein.:roll:

    ...Die Malagahefe im dem Fläschchen ist wie alle flüssigen Hefen schwer zu starten. Man nimmt Trockenhefe. ...


    Wenn sie schon da ist, dann kann die mit einem "Gärstarter" trotzdem genommen werden. Den mach ich im Übrigen auch bei Trockenhefe.


    ... Säure ist vom Übel, der Zahnarzt wird sich freuen....


    Wie jetzt, in anderen Weinen ist sie doch auch - von Natur aus.
    Säure und Wein gehören zusammen!


    Entweder kommt sie auf natürliche Art zum Met - mit Apfelsaft oder anderen Früchten (sehr gut aufsäuern soll auch der Speierling - hab ich aber noch nicht in die Finger bekommen)
    oder
    über Weinsäure, Zitronensäure oder Milchsäure.
    Dabei bevorzuge ich die beiden ersteren, denn bei der Lagerung macht die s.g. Säuregärung noch mehr Milchsäure und dann schmeckts etwas sauerkrautlich, wenn vorher schon viel davon dran war.


    MfG André

  • Hallo,


    so genau muss der Alkoholgehalt bei mir auch nicht sein, will den Met nur für den Eigengebrauch ansetzten ;-)
    Aber wenn mann den Alkoholgehalt am Vinometer so p +- 2 Volumenprozent ablesen kann ist das auch völlig in ordnung.
    Ich habe für meinen Himbeerwein auch Zitronensäure genommen, darum werde ich die auch in den Met einsetzten.
    Aber mal noch eine andere Frage an Bernhard:
    Wenn man den Wein am Ende Schwefelt, wie du beschrieben hast, stirbt da wirklich die ganze Hefe ab, oder doch nicht? In manchen Foren habe ich nämlich immer wieder gelesen, das einer schreibt die Hefe stirbt, der andere schreibt, es kann immer noch zur Nachgärung in der Flasche kommen, was zu einer riesen Sauerei führt. Keine Ahnung wem man nun glaube soll, darum wollte ich dich mal fragen, da du ja viiiiel Erfahrung hast, so wies aussieht.


    Liebe Grüße!
    flora

    Wenn ich vor meinem Stande steh´und meine Bienenfliegen seh´so denk´ich oft in meinem Sinn, wie freuts mich, daß ich Imker bin.

  • Moin Flora,


    auch nach der Schwefelung kann der Met nachgären. Daher auf immer kleiner werdende Fässer umziehen und von da aus wegtrinken. (Zapfhahn.) Für den Transport zur Party fülle ich den Met frisch in Edelstahlflaschen um. In Flaschen lagere ich den Met noch nicht. Ich würde ihn keimarm oder sterilisiert abfüllen. Und dazu habe ich noch keine kostengerechte Möglichkeit gefunden, bzw. warte ich damit, bis ich genug produziere, daß es sich auch lohnt.

  • Ich frage mich, wie es zu einer Nachgärung kommen soll, wenn die Alkoholtoleranzschwelle von der Hefe überschritten ist? Ist doch eigentlich so, dass zB bei einer Portweinhefe irgendwann zwischen 13 und 15% Schluss ist, und wenn denn noch Zucker im Wein ist, wird der auch nicht mehr vergoren. Kann sich an dem Zustand was ändern, wenn man den Wein umfüllt oder so?


    Kein Problem sollte übrigens auch die Lagerung in Standard-Glaswasserflaschen sein. Schön ist es nicht, aber die halten was aus.

  • Ich frage mich, wie es zu einer Nachgärung kommen soll, wenn die Alkoholtoleranzschwelle von der Hefe überschritten ist? Ist doch eigentlich so, dass zB bei einer Portweinhefe irgendwann zwischen 13 und 15% Schluss ist, und wenn denn noch Zucker im Wein ist, wird der auch nicht mehr vergoren. Kann sich an dem Zustand was ändern, wenn man den Wein umfüllt oder so?


    Es ist durchaus üblich, Met so lange zu vergären bis die Hefe wegen dieser Alkoholschwelle nicht mehr "kann". Viele Met-Liebhaber meinen, dass ein so lange (nach-)gärender Met besonders gut werde. Aber: Da musst Du Dich u.U. auf ein bis zwei Jahre einstellen. So lange kann es dauern, bis der Met von selber völlig aufhört.
    Meist hört der Met vorher auf zu gären, weil der Zuckergehalt zu niedrig wird. Denkst Du nun, der Met ist "fertig" und süßt ihn für den guten Geschmack nach, kann es passieren, dass die Hefe sich erfreut über das neue Futter her macht und wieder loslegt. Wehe, Du hast dann schon in Flaschen abgefüllt!
    Ich bin nie auf 2 Jahre gekommen, mein Ballönchen von 25 L reicht nicht so lange.


    Deswegen ist das Abschwefeln die sinnvolle Methode, wenn Du die Gärung (fast) sicher beenden willst.


    Zum Metherstellen ist übrigens 2013 in der ADIZ eine recht gute und ausführliche Darstellung erschienen - als Serie.

  • Hallo,
    nach meinen Aufzeichnungen gäre ich schon seit 26 Jahren Met und habe mir geschworen nicht mehr über Met zu diskutieren, weil man sich hier nicht über Erfahrung, sondern mit Weisheiten aus irgendwelchen Quellen herumschlagen muss. Anfangs bin ich sogar auf Bruder Adam hereingefallen, welcher verkündete, dass Met nur mit weichem Wasser hergestellt werden kann.
    Zuerst zu Vogtländer:
    In meiner Aufzeichnung vom 5.6.05 steht 50g Zitronensäure in 50 l sind zu viel. Später habe ich aufgezeichnet – Nährsalz reicht. Du kannst die reinigende Kraft am Zahnschmelz spüren.
    Zur Melizitose
    Stückler vergärt auch Melizitose und bemerkt nichts Negatives. Aber zu ihm habe ich in manchen Sachen auch meine Bedenken. Der durch ausschmelzen geerntete Honig hat einen leichten Wachsgeschmack. Mag sein er ist bei der Verdünnung nicht mehr zu schmecken.
    Wenn jemand von den Fläschchen spricht und Malagahefe erwähnt, dann unterstelle ich wenig Erfahrung. Nie mehr ein Fass mauselnde Hefe.
    Met wird aus Honig hergestellt und keine Apfelsaft dazu gegeben.
    Zu Werner:
    Er hat als Lehrer am Schluss vergessen die Frage zu stellen: „Geht das so einfach?“ Die Kinder der Schnapsbrenner hätten das sofort verneint.
    Flora:
    Es kommt schon auf ± 2% an. Allerdings haben manche Gefallen am Lüfteln (Sherrygeschmack). Die Bedenken von Bernhard bezüglich der Essigbakterien sind berechtigt, doch gelang es meiner Frau nie aus Met Essig her zu stellen. Der Alc hat die Essigmutter gekillt.
    Zu Bernhard.
    Die Anweisung ist gut. Bei der Öchsleswaage liest du falsch ab. Es sind nur 49°. Habe gerade meinen letzten Met nachgemessen. Mit der Alkoholspindel geht das gar nicht, denn sie zeigte – 20% an. Logo, bei 16% Restzucker ist die Lösung wesentlich dichter als ein Wasser/Alc.-Gemisch. Der Vinometer zeigte 18% an. Nach meiner Erfahrung dürfte der Alkoholgehalt aber bei ± 13% liegen. Restsüße nach der Gärung lag bei 9%. Eigentlich logisch, weil die der Met mit 16% Restzucker wesentlich schwerer ist als Wein mit ca. 5%. Die kapillare Saugkraft ist nicht so groß. 18% Alkohol erreicht man nur mit Turbohefe und jetzt darf man mir erklären, dass die nicht erlaubt ist.
    Man möge mir verzeihen, dass ich ständig zwischen Öchsle und % wechsle. Das hat Tradition. Most wird bei uns halt in Öchsle gemessen, Restsüße in %. Dabei ist die Öchslesmesserei auch problematisch, weil die Säuren auch das Gewicht beinflussen.
    So, jetzt möchte ich nicht mehr schulmeistern.
    Mein Ururgroßvater hatte Most im Keller, mein Urgroßvater, Großvater und Vater auch und jenen war der Alkolgehalt egal. Hauptsache er war stimmungshebend in diesen schlechten Zeiten. :lol::lol::daumen:
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Zu Werner:
    Er hat als Lehrer am Schluss vergessen die Frage zu stellen: „Geht das so einfach?“ Die Kinder der Schnapsbrenner hätten das sofort verneint.


    Als Lehrer vielleicht, als Praktiker nein. Ich habe es schon gemacht, auch mit Schülern und es funktioniert. Ich habe dazu gekauften Wein genommen, wo der Alkoholgehalt ja bekanntlich auf der Flasche steht. Das Ergebnis hat mit der von mir erwarteten Genauigkeit mit dem Flaschenaufdruck übereingestimmt.


    Ich vermutet mal, du vermutest eine gewisse Brandgefahr dahinter. Es dreht sich dabei um 10 bis 16 ml Alkohol der so langsam vor sich hin verdampft und sich sofort mit der sich ihm umgebenden Luft verdünnt. Da brennt nichts. Mit Schnaps mag das durchaus anders sein, da kommt schneller eine hohe Konzentration zustanden.


    Gruß
    Werner
    dem das Hauptsache wichtiger ist als das Wieviel:p