Elektrische Bienengift Ernte

  • Hallo Helmut,
    in der DDR...
    (für die jüngeren unter euch Lesern: DDR auch GDR oder schlicht Zone genannt; ein Land mit Kreisen und Bezirken, Brigaden und Kollektiven...ein Land vor eurer Zeit und heute nicht mehr existent)
    ...wurde sowas auch gemacht (ich war sogar dabei).


    Allerdings fand diese "Stromtherapie" damals ausserhalb des Stockes statt.
    Die Geräte wurden vor´s Flugloch gestellt, hatten ebenfalls Stromdrähte und darauf befindliche Glasplatten; eine Platte oberhalb des Flugloches und eine unterhalb. Die Bienen "stachen" durch den Strom (weiß nicht: 6V oder 12V) angeregt auf die Glasplatte und behielten ihren Stachel.
    Die Prozedur hat die Völker immer einigermaßen in Aufregung und Stechlust versetzt. (leider auch ausserhalb des "Stromtunnels"; für mich als Kind oder juveniler Gehilfe damals eine der wenigen unangenehmen Erfahrungen mit der Imkerei) :oops:
    Zu Hause wurde das Gift dann mit einer Rasierklinge von den Glasplatten abgezogen und das entstandene Pulver in ein Medizinfläschlein gefüllt.
    Ich glaube, dass damals die Pharmaindustrie einiges Interesse an dem gewonnenen Bienengift zeigte und gutes Geld dafür bezahlte.


    Dass dies heute noch gemacht wird, verblüfft mich und besonders fies finde ich, dass hierfür die Stromquelle (wenn auch nur für ein paar Minuten) IN den Stock verbracht wird.:evil:


    Herzliche Grüße
    Mirko

    Lärm- und Hektik-Allergiker und unheilbarer NostalgieImker
    "Ich bin nicht geneigt aus Dingen ein Problem zu machen,
    die ganz offenkundig nicht das Potential dafür besitzen."

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  • Hallo Gerstunger,
    die Firma Mack hat vor Jahrzehnten auch natürliches Bienengift auf diesem Wege bekommen. Die Imkervereine pilgerten da hin, das war im Firmeninteresse, den Mack produzierte auch Nosemack. Psst. Wurde in großen Imkereien mit der Rückenspritze in die Völker gespritzt.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Remstalimker,
    da mir die Ernte von Bienengift -wie gesagt- einzig aus Zeiten juveniler Verwirrniss bekannt ist, weiß ich auch tatsächlich nicht, wohin es "der alte Mann" damals verkauft hat.
    Über "Nosemack" hat Sabi(e)ne mal was geschrieben: guckst du hier
    Auch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hat in ihrem Infoblatt einzig eine kleine Randnotiz über das Mittel...guckst du...
    Ich selbst kenne weder das Zeug, noch dessen Hersteller (Mack)...auch der Suchgigant Gockel hält sich bezüglich des Mittels recht bedeckt...scheint also nicht recht verbreitet zu sein.


    Herzliche Grüße
    Mirko

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  • Was sie schreibt, das war ein Antibiotika gegen Nosema. Hat aber wohl nicht richtig funktioniert. Vor 40 Jahren war man noch großzügig mit Antibiotika und dachte nichts Böses. Wenn ich sehr tief graben würde, könnte ich da noch was finden. Google Mack Illertissen. Da gibt es wohl eine Nachfolgefirma. Mach hat das auch mit Glasscheiben und Drähten gemacht. Auch fumidil wurde als Antbiotika benutzt, das ist aber auch schon lange verboten. Diese Mittel gab es auch als handlichen Futterteig. Bienengift wird zum Desensibilisieren genommen. Da kostet so eine Packung meine Frau über 600€. Zwei, drei Bienen würden es billiger machen. Ich denke schon, dass dein Großvater ordentlich Geld dafür bekommen hat.


    Remstalimker

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