Design

  • Keine Ahnung, was willst Du denn wissen? Ich habe hier drucken lassen http://www.wir-reissner.de/. Entworfen habe ich das Ganze zusammen mit einem Grafiker auf dieser Plattform http://www.designenlassen.de/, hat höllisch Spaß gemacht!


    Hallo zonia,


    was ich wissen will? Na ich möchte einen Eindruck davon gewinnen wie man sowas angehen kann, was es kostet und wie das Ergebnis aussehen könnte... mich inspirieren lassen - Erfahrungsaustausch eben. Auch wenn ich im Moment noch nicht in der Lage bin viel Erfahrung einzubringen. Die beiden Links finde ich sehr hilfreich, herzlichen Danke dafür. :daumen:

  • Entworfen habe ich das Ganze zusammen mit einem Grafiker auf dieser Plattform http://www.designenlassen.de/, hat höllisch Spaß gemacht!


    Höllischer Spaß paßt für diese Art der Ausbeutung ziemlich gut. Denk doch mal nach! Es ist eine Schande, dass dies nicht illegal ist. Das Konzept ist so abartig, dass es für den peinlich sein sollte, der es nutzt. Man läßt doch nicht eine Menge Leute für Umsonst arbeiten. OK, die sind selber Schuld, wenn sie die Aufträge annehmen, aber letztendlich setzt es alle Grafiker unter Druck und verzerrt das Honorarniveau. So ein System führt dazu, dass letztendlich alle von Hartz IV leben und sich mit billigster Arbeit noch was dazuverdienen.

  • Entworfen habe ich das Ganze zusammen mit einem Grafiker auf dieser Plattform http://www.designenlassen.de/, hat höllisch Spaß gemacht!


    Hat Spaß gemacht?! Hast Du auch mal drüber nachgedacht, wie die Seite funktioniert?


    Früher nannte man sowas Ausbeutung. Nicht zu verwechseln mit Sklaverei, wo der Sklave zumindest was zu Essen bekommen hat.


    Mal als Vergleich: Jemand will sich Honig für seinen Frühstückstisch kaufen. Dafür läßt er sich von 20 Imkern je ein 200g-Glas seines Honigs schicken, die er zum Probieren auslöffelt. Demjenigen, dessen Honig ihm am besten schmeckt, bezahlt er eine gewisse Summe Geld. So ungefähr ein Viertel des normalen Honigpreises. Die andern 19 gehen leer aus. Aber sie hatten ja sicher vorher viel Spaß mit ihren Bienen, also so what?




    PS: Beorn war schneller.

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Die Kritik verstehe ich nicht.
    Ihr laßt euch doch auch z.B. Kostenvoranschlage machen und wählt dann den Günstigsten.
    Habt ihr dann Mitleid mit den Anderen?
    So funktioniert Wirtschaft.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Nein, Du verstehst nicht. Die lassen sich keinen Kostenvoranschlag machen, die lassen sich 50 Entwürfe machen, also die volle Arbeit, und bezahlen dann für einen davon.

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Die lassen sich keinen Kostenvoranschlag machen, die lassen sich 50 Entwürfe machen, also die volle Arbeit, und bezahlen dann für einen davon.


    Aber ich würde doch auch nur einen dieser Vorschläge nutzen, nämlich denjenigen für den ich auch bezahle. Oder sehe ich da was falsch?
    Ich nehme mal an, dass keiner der Designer gezwungen wird sich an dieser "Ausschreibung" zu beteiligen. Jeder der mitmacht hofft natürlich sich mit seinem Vorschlag durchzusetzen und weiss auch, dass er mit anderen Designern in Konkurrenz steht.
    Die Arbeit die man sich gemacht hat ist ja auch nicht verloren. Der nächste Imker, der eine neues Etikett sucht, kommt bestimmt. Und dann kann man doch auf dem vorherigen Entwurf aufbauen.
    Ich finde das also nicht so dramatisch.


    Gruss
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Hallo Holger,
    wenn Du ganz normal einen Grafiker beschäftigst, bezahlst Du auch für alle Entwürfe, die derjenige macht und nicht nur für den einen, für den Du Dich entscheidest. Bzw. bezahlst Du eigentlich nicht für Entwürfe, sondern für die Arbeitszeit, die derjenige aufbringt.


    Verusucht mal, das Konzept auf andere Berufsgruppen zu übertragen. Ein Patient, der 20 Ärzten für je eine Stunde konsultiert, und die Krankenkasse bezahlt nur den Arzt, der ihn auch gesund gemacht hat?! Oder Du klapperst alle Bäcker in Deiner Stadt ab und frißt Dich durchs Kuchensortiment, bezahlst aber nur für das eine Stück, dass Dir am besten geschmeckt hat?!


    Macht Euch das mal klar. Hier arbeiten Leute für umsonst, indem sie an einer Lotterie teilnehmen. Und der Gewinner bekommt ein Viertel dessen, was branchenüblich ist.


    Dort bietet einer 105,- € für ein Bildchen, für das er 70 Vorschläge bekommen hat. Bei einer anzunehmenden Arbeitszeit von 1 h für ein gutes Logo, wären wir also bei einem Arbeitslohn von 1,50 €/Stunde!


    Und die Freiwilligkeit ist kein Argument. Klar gibt es immer Leute, die das Geld so nötig haben, dass sie selbst für einen Appel und ein Ei arbeiten. Aber warum sollten Mindestlöhne nicht auch für Grafiker gelten? Abgesehen davon, dass die meisten dort nicht mal den bekommen, sondern gar nichts.


    Ich bin wirklich verwundert, wie schnell ganz normale Leute eine Geiz-ist-geil-Einstellung entwickeln, bloß weil es sie nicht betrifft. Fairness hört nicht bei Milch und Kaffee auf!

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Ich finde das Konzept der Seite gar nicht mal so schlimm wie es gerade dargestellt wird: es wird ein Wettbewerb ausgelobt, bei welchem die Designer vorab-vorschläge abgeben. Das ansprechende Design erhält den Zuschlag, und erst daraufhin wird das Design fertiggestellt.
    Für mich ist das vergleichbar mit einer Ausschreibung im baugewerbe: die Handwerker setzen sich hin und arbeiten die leistubgsverzeichnisse aus, welche schon mal sehr umfangreich sein können. Dann bekommt meist der billigste den Zuschlag - und alle anderen gehen leer aus, obwohl sie auch viel Arbeitszeit im Büro investiert haben.
    Jeder Designer der dort ein Angebot abgibt weiß genau wieviel er daran verdienen kann, und wird diesbezüglich auch sicher seine Vorarbeit eingrenzen.
    Grüßle aus dem sparsamen Schwabenland

  • Nur dass das so nicht funktioniert. Die machen die Arbeit nämlich alle fertig, so gut sie können, weil sie nämlich gewinnen wollen, gegen die anderen. (Von denen 3/4 wahrscheinlich in China und Indien sitzen.) Die ziehen die Häuser sozusagen alle schon mal hoch. Für umsonst.


    Aber spart mal schön weiter; und vielleicht erinnert Ihr Euch daran, wenn Euer Nachbarimker seinen Honig für 1,50 € das 500 g-Glas verkauft.

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Nee, so geht das nicht. Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Der Bäcker ist ein ziemlich schlechtes Beispiel. Der hat nämlich auch schon alles produziert wenn es im Regal liegt und der Kunde ganz frei entscheidet: kauf ich oder kauf ich nicht. Wie viele bleiben da auf den Brötchen sitzen und kriegen dafür nix? Oder Möbelkauf, da will auch jeder die fertig produzierten Tische ansehen und fühlen, und zwar in 5 verschiedenen Häusern mit mindestens 100 Tischen zur Auswahl. Das is nix anderes. Einen Tisch mit vier wesentlich unterschiedlich langen Beinen krieg ich auch nicht verkauft. Keine Nachfrage dafür. Die Produktion ist dann rausgeschmissenes Geld. Vielleicht kann man ein speziell entwickeltes Design nicht 1 zu 1 für einen Kunden übernehmen, aber die Idee ist durchaus übertragbar. Es gibt noch reichlich Imker die Etiketten brauchen, und wenn man dann nur den Namen austauschen muss, sollte man vorher nicht zum Zug gekommen sein... Irgendwann gefällt einem Imker mein Design. Wenn mir der gebotene Preis zu gering erscheint, lass ich die Finger von der Sache.
    Sollte mein Nachbarimker seinen Honig für 1,50 Euro verschleudern, kann ich ausser mich ärgern absolut gar nichts dagegen machen. Da muss mein Honig eben die 6 Euro wert sein. Das läuft überall so. Es gibt auch Honig aus Südamerika hier zu kaufen, billiger als meiner. Zugegeben, ist der Transport aufwändiger als bei einer Internetverbindung mit der ein Design übermittelt wird. Aber grundsätzlich läuft es eben so. Irgendwer kann immer billiger und macht das auch (vielleicht nicht lange). Die Aussage, das niemand verpflichtet ist bei einer solchen Plattform mitzumachen ist nicht falsch.

  • Ich kann die Bedenken gegen die Seite ein wenig teilen, auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, die, die dort mitmachen, machen das freiwillig. Der Vergleich mit der Sklaverei ist daher "unspassend" gewählt ...


    Es ist klar, dass bei dieser Konstellation der Auftraggeber viele Vorteile auf seiner Seite hat. Ich behaupte aber, wenn es diese Seite nicht geben würde, würden viele Aufträge auch gar nicht in die Welt kommen. Wer geht denn als kleiner Imker oder Ein-Mann-Website-Betrieb zu einer Werbeagentur und lässt sich für teuer Geld ein Logo entwerfen oder ein Etikett?
    Der größte Vorteil als Kunde liegt aber meiner Meinung nach nicht am Preis (den könnte man ja auch freiwillig höher ausloben), sondern an der Vielzahl an Vorschlägen, aus denen man Auswählen kann. Wobei das wohl der größte Kritikpunkt ist ...
    Auf der anderen Seite, wenn ich zu einer Werbeagentur gehe, bin ich derjenige, der viel Geld zahlt und nur aus wenigen Vorschlägen auswählen kann.
    Als (kleiner-)Kunde würde ich daher die Seite einer Werbeagentur vorziehen.


    Ob man auf dieser Seite als Kunde oder Designer mitmachen möchte, sollte aber jeder für sich entscheiden. Denn die Wahl hat jeder dazu, wir sind keine Sklaven ...

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Die Aussage, das niemand verpflichtet ist bei einer solchen Plattform mitzumachen ist nicht falsch.


    Siehst Du das nicht? Irgendwann sind alle verpflichtet, da mitzumachen. Mindestlöhne sind also Quatsch?


    Schöne neue Welt, in der die Landwirte dafür bezahlt werden, dass sie nichts tun und Gestalter für ihr Tun nicht bezahlt werden.

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Mindestlöhne weltweit? Das kriegt man hin?


    Nicht nur Gestalter werden für Ihre geleistete Arbeit nicht bezahlt. In anderen Branchen scheint das für Dich vollkommen selbstverständlich zu sein. Da ist das O.K.?