18.Januar 2014 Berlin

  • Moin bhw,


    möglicherweise bist auch Du derjenige, der hier nicht versteht... Ich sehe engagierte, von ihrer guten Sache überzeugte Menschen mit demokratischen Anliegen. Ich finde, es sind zu wenige, aber die Richtung ist doch erfreulich. Für die Bienen sind die Forderungen durchweg sinnvoll und jedenfalls nicht schädlich.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • es sind zu wenige


    nur mal so ein Gedanke.....


    könnten wir ev. über die Imkereibedarfs-Händler Imker erreichen, die man nicht auf dem Weg über Vereine erreichen kann?
    Haben die nicht ähnliche Interessen?


    Ich weiß, Demo wird hier teilweise als nutzlos betrachtet.
    Dennoch, was wäre gewesen, wenn einige Zeit vor Berlin ein Hinweis im Paket liegen würde oder ein link beim online-Katalog, oder ein Flyer im Verkaufsraum....


    Sie lassen sich sicher nicht "vor einen Karren spannen", aber vielleicht liegen ihnen Bienen auch am Herzen.
    Die Präsenz der Imker würde dadurch sicher nicht kleiner werden.


    Gruß Doro

  • @Clas
    Ich sehe hier jedenfalls einige, die Landwirte -> Ackerbauern pauschal verurteilen


    ... und das deckt sich nicht mit meiner Wahrnehmung und Erfahrung in meinem Umfeld ...


    Und so scheint es auch in anderen Regionen zu sein. Im Bienenjournal 10 oder 11/2013 habe ich unlängst einen Artikel über eine ähnliche Wahrnehmung der Entwicklung gelesen.


    hartmut
    Ich verstehe Dich, aber Du könntest auch monieren, wenn Landwirte als Feinde ausgerufen oder mit NS-Verbrechern verglichen werden. Vielen Dank!

  • ... wenn Landwirte als Feinde ausgerufen oder mit NS-Verbrechern verglichen werden. Vielen Dank!

    Auch durch mehrfaches Wiederholen Deiner Auslegung bleibt wahr, daß der Vergleich mit Befehlsnotständlern ohne eigenen Willen erfolgte. Also mit Menschen, deren Wissen und Wollen nicht ausreicht, sich aktiv zu verweigern.


    Du kannst Dich sicher erneut an sowas hochziehen. Genauso sicher wirst Du irgendwann zur Kenntnis nehmen müssen, daß alle Gefahr auf dem Felde vom Landwirt ausgeht und folglich er der Feind ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Unter den Landwirten/Bauern gibt es Caretaker und Moneymaker. Letztere sind Feinde unserer Bienen und damit unsere Feinde. Warum soll man das nicht sagen dürfen? Als Imker im Imkerforum?!


    PS: Henry war schneller

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • Befinden wir uns im Krieg oder was? :mad:


    LG Silvia

    Um ernst zu sein genügt Dummheit, während zur Heiterkeit ein großer Verstand unerlässlich ist. Shakespeare
    Alle sind irre; aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht, wird Philosoph genannt. A.Bierce

  • Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

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  • Guten Morgen

    Unter den Landwirten/Bauern gibt es Caretaker und Moneymaker.


    Nun....manchmal habe ich das Gefühl, dass dies nicht nur auf Landwirte zutrifft, sondern auch auf Imker.:wink:


    Habt Ihr schon mal überlegt, warum so wenige Imker an Demonstrationen teilnehmen?
    Liegt es nur an der Bequemlichkeit?
    Ich fürchte, nein.:-(


    Wer hat nun mehr "Schuld" am Bienensterben?
    Der (böse) Landwirt, der die Landschaft verseucht, oder der (blinde-untätige) Imker, der dem Landwirt bei der Arbeit zusieht.....und sich danach wieder auf sein Imker-Sofa setzt?


    Sonnige Grüße
    Regina, die meint, dass alle Menschen einen an der Waffel haben.

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

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  • Moin bhw,


    pauschal kann man das ja auch, solange man Ausnahmen einräumt... Ich sehe das da aber eigentlich nicht. Ein Massentierhalter, der sich als Bauer missversteht, könnte sich da berufsständisch angegriffen fühlen. Aber warum sollte ein Vegetarier den und seine Berufsausübung nicht abscheulich finden dürfen? Ein unbefangener Blick sieht was abscheuliches...


    Im Praktikum war ich auf einem Hof mit 40 000 Kurzmasthühnern. Es waren neue Küken gekommen, und die Großmutter wollte die ihrer etwa 1-jährigen Enkelin zeigen. Das Kind wurde also in den Stall getragen und da zu den Küken ins Stroh gesetzt. Statt die nun niedlich zu finden, guckte es bedenklich, weinte, wurde eilig ergriffen und aus dem Stall getragen und war auch draußen kaum zu beruhigen... Dabei waren das gelbe flauschige Eintagsküken im sauberen, warmen Stall, aber eben 20 000 Stück, soweit das Auge reichte, im Dämmerlicht und aus der Sichthöhe. Die Großmutter verstand die Welt und die Enkelin überhaupt nicht. Ich schon.


    Man kann nun verstehen, dass der geldliche Ertrag dem Land- und Betriebswirt die Sache verschönert. Man muss das aber nicht nachvollziehen.


    Aus der Praxis weiß ich überdies, dass da, zum Beispiel, im Maststall ein Antibiotikum in hustende Mastschweine gespritzt wurde, auf dessen Etikett eine Wartezeit von 6 Monaten angegeben war...


    Ich weiß, dass ich mich geweigert habe, Reste von, damals noch, quecksilbergebeiztem Gerstensaatgut in die Schweinefuttermühle zu kippen und mein Meister mir erklärte, er habe gelernt, dass das nicht schlimm giftig sei, schnell verginge und zwar wohl nicht verfüttert werden dürfe, dies aber eine der völlig unsinnigen Regelungen sei, mit denen die Landwirtschaft zugrunde gerichtet werde...


    Ich selber kriege in Ackerbaugebieten über Wochen hin schlecht Luft, wegen irgendwelcher Spritzungen gegen Blattpilze und Läuse. Als ich hierher zog, gab es hier nur recht wenig Ackerbau, hauptsächlich Grünland, und ich konnte das ganze Jahr atmen. Inzwischen ist mein Verständnis davon, was, ohne Melioration, absolutes, feuchtes bis nasses Grünland sei, von der Praxis nachhaltig erschüttert worden, und dass Landwirte sinnlosen und ertragsfreien Aufwand scheuten, kann ich auch nicht bestätigen... Zum Teil brauchen die doppelten Vorspann am langen Seil, um da überall durchzukommen. Wenn da mal eines bricht... das Glück ist mit die Dummen, aber gegen Physik auch machtlos.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Habt Ihr schon mal überlegt, warum so wenige Imker an Demonstrationen teilnehmen?


    Hallo Regina,
    wir sind, was den Informationsfluss angeht, zu schlecht organisiert.


    Wer hat nun mehr "Schuld" am Bienensterben?


    Sonnige Grüße
    Regina, die meint, dass alle Menschen einen an der Waffel haben.


    Schuld am Bienensterben sind die landwirtschaftliche Industrialisierung, die Pharmalobby mit ihren willfähigen Knechten wie dem Ruckwied und die Blindgänger in politischen Entscheidungsgremien. Danach kommen dann die Bienenpäpste und Heiligen, die der Öffentlichkeit kundtun das ein Volk ohne Flugbienen ein quicklebendiges Völkchen ist und nur die dummen Imker allesamt die Milbe nicht unter Kontrolle haben.
    Zuguterletzt kommt dann noch die Eigenerzeugerin, die den wunderhübschen Salatkopf mit gut und gern 2 kg bester PSM vor dem Raub der Schnecken schützen muss und auch rechtzeitig die Spritze rausholt um den malerischen Anblick des Apfels nicht durch einen Wurmstich zu ruinieren.



    LG
    Andreas

  • Warum soll man das nicht sagen dürfen? Als Imker im Imkerforum?!


    Hallo Mandy,
    draussen auf der Straße kannst das auch Seit an Seit mit dem toyotafan sagen. Der ist dann quasi dein rauchender Bodyguard :wink:.
    Musst Dich dann allerdings drauf einstellen das Du wegen des "Gestanks" von alternden Damen angezickt wirst :lol:.


    LG
    Andreas

  • Moin Andreas,


    ein hast Du vergessen: Den Agrarindustriellen. Auch den gern werden möchtenden.


    Industriealisierung von Landwirtschaft ist nicht einfach eine Schickung von Oben oder von Unten: Da gibt es welche, die das tun. Täter.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Zuguterletzt kommt dann noch die Eigenerzeugerin, die den wunderhübschen Salatkopf mit gut und gern 2 kg bester PSM vor dem Raub der Schnecken schützen muss und auch rechtzeitig die Spritze rausholt um den malerischen Anblick des Apfels nicht durch einen Wurmstich zu ruinieren.


    Lieber obi11,
    ich denke Salatköpfe, wie auch Apfelbäume mit reifenden Früchten sind für unsere Bienen nicht so sehr interessant. Oder geht es Dir doch um etwas anderes?
    Wenn Dein ökologischer Gedanke so groß ist, solltest Du daran denken, während Du hier im Forum stöberst, dass Dein PC nur läuft, weil irgendwo Landstriche für Braunkohle verschwinden, in Off-Shore-Parks Fischgründe und Vogelfluglinen belasten, ländliche Flächen mit Windparks zugepflastert werden, usw., damit Dein PC überhaupt läuft.
    Wer kann von sich behaupten, dass er persönlich zu 100% ohne Umweltbelastung existiert?