So entfernen VSH-Bienen mit Varroamilben befallene Brut


  • Wahrscheinlich haben viele schon erlebt, dass varroabefallene Völker plötzlich anfangen, Brut in großer Menge ausräumen. Das legt nahe, dass die Bienen den Befall zunächst ignorieren, aber von einer gewissen Schwelle an darauf reagieren und nun alles ausräumen, wo Varroa drin ist. Ich vermute deshalb, dass VSH ein Schwellenprozess ist.


    Hallo Ralph,
    Darf ich noch mal auf Deinen interessanten Beitrag zurückkommen, interessant deswegen weil die Wissenschaft trotz erheblicher (und aufwendiger) Forschung uns noch nichts wirklich definitives zu sagen hat. Spekulieren unter uns (Das legt nahe, dass...) mit Beobachtungen und Erfahrungen ist deshalb durchaus angebracht, erwünscht und sinnvoll.


    Deshalb wollte ich nur nachhaken ob Deine Beobachtung "dass varroabefallene Völker plötzlich anfangen, Brut in großer Menge ausräumen"
    nicht vielleicht Völker betraf, die nie zuvor einer Varroabelastung ausgesetzt waren, und es sich also um eine Erst-Infektion mit der Milbe gehandelt hat. Solche Völker gehen dann meistens doch ein, trotz ihrem verzweifeltem Entfernen befallener Puppen.
    Hast Du vielleicht derartige Verluste gehabt ?


    Gruß, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.


  • ...Deshalb wollte ich nur nachhaken ob Deine Beobachtung "dass varroabefallene Völker plötzlich anfangen, Brut in großer Menge ausräumen"
    nicht vielleicht Völker betraf, die nie zuvor einer Varroabelastung ausgesetzt waren, und es sich also um eine Erst-Infektion mit der Milbe gehandelt hat. Solche Völker gehen dann meistens doch ein, trotz ihrem verzweifeltem Entfernen befallener Puppen.
    Hast Du vielleicht derartige Verluste gehabt ?
    ...


    Hallo Norbert!


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch Ecken bei uns in Europa gibt, wo die Varroamilbe noch nicht hingelangt ist. Vielleicht auf ein paar Insel in der schottischen See, aber doch sonst nirgendwo.


    Also es kann sich nach meiner Meinung bei dem beschriebenen Phänomen vom kleingartendrohn wohl nur um bereits befallene Völker handeln. Das wäre dann doch der richtige Weg, solche Völker zu finden, die die fruchtbaren Varroamilben finden und die Brut ausräumen.


    Rechtzeitig!


    Nicht erst bei 60 oder 80 % Befall.


    Aber das Suchen und Finden solcher Völker ist doch das entscheidende.


    Hast Du da einschlägige Erfahrungen dazu?
    Als Rentner müsstest Du doch Zeit für solche Studien haben.
    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch Ecken bei uns in Europa gibt, wo die Varroamilbe noch nicht hingelangt ist. Vielleicht auf ein paar Insel in der schottischen See, aber doch sonst nirgendwo.


    Hallo luffi,
    Sicher gibt es nicht viele Ecken, wo die Varroa noch nicht zugeschlagen hat.
    Ich habe aber vor allem an Jungvölker in den erstem Monaten nach ihrem Erstellen gedacht.


    Sagen wir mal
    1) Du bekommst im kommenden Frühjahr von XY eine getestete VSH-Kö., und weiselst sie in einen ausschliesslich mit varroafreien Jungbienen
    (aus einem restentmilbten Volk) gebildeten KS ein;
    2) Du bist selbst VSH-Züchter, und gibst Dein eigenes Zuchtmaterial (schlupfbereite Zelle oder frisch geschlüpfte VSH-Kö.) in ein Begattungkästchen, das mit der notwendigen Menge ebenso sauberer Jungbienen befüllt wird.


    In beiden Fällen entsteht (hoffentlich) ein nach grösserer Behausung verlangendes VSH-Volk, das bis dahin nicht den geringsten oder
    allenfalls geringfügigen Kontakt mit dem Milb gehabt hat.


    Es kommt zur Einschleppung von Varroa durch den Besuch der in jedem Stock willkommenen Fremd-Drohnen.
    Die Sommerwende mit der stetig wachsenden Milbenanzahl, aber bereits abflauenden Bienenpopulation bewirkt eine starke Milbenbelastung.
    Ein unbekannter Feind, dem Dein Jungvolk -auch aus VSH-Abstammung- in einer ersten, aber möglicherweise entscheidenden Phase (noch) nicht viel entgegen zu setzen hat.


    Genau hier ist dann die Schwellentheorie (mit dem rechtzeitigen Ausdruck des VSH-Verhaltens) interessant.



    Aber das Suchen und Finden solcher Völker ist doch das entscheidende.
    Hast Du da einschlägige Erfahrungen dazu?


    Ehrlich gesagt: Nein !
    Ich Depp hab bis vor 2 Jahren meine Zeit mit dem Nadeltest verplempert, dessen Auswertung aber nur auf mehr oder weniger hygienisches
    Allgemeinverhalten schliessen lässt und an sich nichts mit VSH-Tests zu tun hat.


    2013 liess sich dann wegen eines beinahe fatalen Herzproblems glatt gar nichts machen.
    Das wird sich aber in 2014 ändern!



    Als Rentner müsstest Du doch Zeit für solche Studien haben.


    Aber luffi !!!???!!!
    Weiss'te nicht dass man als Rentner noch gestresster sein kann wie im Berufsleben?


    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo in die Runde


    VSH-Bienen kénnen nur dann erfolgreich etabliert werden, wenn eine grosse Anzahl Imker in einem bestimmten Gebiet mitmachen, und auch korrekt auswerten. Aber da scheint der Hund begraben: oft kann sich nicht einmal auf eine Behandlungsmethode, geschweige denn auf ein Behandlungstermin geeinigt werden. Und das Zählen von Milben oder VSH-Tests brauchen etwas Zeit und Know-How. Aber es wird sich rentieren!

  • Deshalb wollte ich nur nachhaken ob Deine Beobachtung "dass varroabefallene Völker plötzlich anfangen, Brut in großer Menge ausräumen"
    nicht vielleicht Völker betraf, die nie zuvor einer Varroabelastung ausgesetzt waren, und es sich also um eine Erst-Infektion mit der Milbe gehandelt hat. Solche Völker gehen dann meistens doch ein, trotz ihrem verzweifeltem Entfernen befallener Puppen.
    Hast Du vielleicht derartige Verluste gehabt ?


    In 2011 hatte ich ein derartiges Volk verloren. Ansonsten sind diese Völker nach der Winterbehandlung durchgekommen, einige stark geschwächt. Jungvölker waren in den letzten beiden Jahren nicht betroffen, nur Altvölker. In diesem Jahr hatte ein Jungvolk im Dezember anormalen Varroafall: 2,2/Tag, aber fast alles unvollständige Formen. Ich vermute, dass das die Folge einer Brutausräumung war.


    Gruß Ralph

  • Vielen Dank für's feedback und auch nochmals für die hochinteressante Schwellentheorie.


    Ralph schrieb:"Wenn man aber annimmt, dass VSH bei 50% Brutbefall einsetzt, dann werden die Bienen gegenüber Plan 50% Nachkommen verloren haben, die Milbe aber wieder nur 33%. Damit entfallen auf die Folgegeneration der Bienen mehr Milben auf jede Biene - das Volk hat verloren. "


    Also da hast Du mir jetzt einen Floh in den (Gedanken)-Pelz gesetzt...


    Wenn das in Deinem Garten gewachsen ist, echt stark.:daumen:


    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo Hans,


    Mag sein dass Du damit recht hast, aber
    Ralph hat ja auch in seinem Beitrag die Begriffe "Annahme"..., "Beispiel..." deutlich geschrieben
    und meiner Meinung nach sein 2. Exempel nur aus Erklärungsgründen so krass mit 50% Befall gewählt.


    Bei Zwischenstufen mit weniger krassem, also realistischerem Befall, können wir dann in etwa selber runter rechnen...
    Auf jeden Fall sollten wir keine Annahme unter den Tisch kehren, bevor sie nicht wissenschaftlich widerlegt ist.


    Liebe Grüße nach Schweden, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo in die Runde


    VSH-Bienen kénnen nur dann erfolgreich etabliert werden, wenn eine grosse Anzahl Imker in einem bestimmten Gebiet mitmachen, und auch korrekt auswerten. Aber da scheint der Hund begraben: oft kann sich nicht einmal auf eine Behandlungsmethode, geschweige denn auf ein Behandlungstermin geeinigt werden. Und das Zählen von Milben oder VSH-Tests brauchen etwas Zeit und Know-How. Aber es wird sich rentieren!


    Hallo,


    hm, erzähl doch gern mal etwas über Deine Imkerei, Deine 200 Völker, Deine Zucht und Dich selber. Außer dass Du scheinbar in Bous bei Saarlouis wohnst, hast Du noch nichts von Dir erzählt.


    Wie ist Dein Name? Warum so anonym? Wie sind die Grundzüge Deiner Betriebsweise? Leider hast Du Dich auch nach 17 Beiträgen noch nicht vorgestellt; ich würde es jedioch sehr interessant finden, etwas näheres über so eine Imkergröße zu erfahren.


    Gruß
    KME

  • Ich werde das posten, aber nicht alles in einem Beitrag. Schliesslich soll das Forum interessant bleiben. Hier steht ein bissle was und dort...


    Bous in Luxemburg, nicht Saarlouis.
    Unwahrheiten/Irrtümer werden allerdings gleich gemerzt :cool:

  • Vshbee
    nun spanne uns nicht auf die Folter.
    Wir sind ganz ungeduldig und möchten An Deinem Wissen teilhaben.
    Denn die Zeit bis Saysonbeginn ist schnell ran. Das hier ein Bischenund da reicht bei so einem Komplex nicht
    aus, und dann brauchen wir ja ein interessantes Teama über Weihnachten.
    Gruß Peter

  • Es ist ein Komplex, das stimmt. Und da wird schnell was missverstanden.
    Wir sind eine kleine, aber feine Gruppe von Imkers die einen Weg einschlagen, um der Milbe Herr zu werden. Wir gehen unseren eigenen Weg, und verzichten auf jegliche Subventionen. Wir würden auch keine bekommen, da wir die instrumentelle Besamung im Prinzip ablehnen und nur im ganz eng begrentzten Rahmen durchführen. So wurde z.B. VSH-Sperma aus den USA importiert um eine Basis für die vorher schon von uns selektierten Königinnen zu haben. (Gesetze erlauben keinen direkten Königinnenimport). Die so zusammengefügten Gene der von uns selektierten Biene mit einfachem Ausräumverhalten und der US-Gene mit Ausräumverhalten von infizierten Zellen verspricht!
    Am Ende soll eine Biene dabei herauskommen die von jedermann gehalten werden kann, und nicht ständig besamt werden muss. Daher suchen wir, über Standbegattung, die dominanten Gene herauszuselektieren. Da Luxemburg mittlerweile in ganzen Landstrichen praktisch Bienenfrei ist, gelingt das auch ganz gut(die Standbegattung).
    Aber es wird trotzdem darauf herauslaufen dass in einem bestimmten Gebiet die meisten Imker dann mit einer solchen Biene arbeiten muss, damit die Gene nicht verloren gehen.
    Das aber birgt Konfliktpotential. Dessen bin ich mir bewusst. Und auch deshalb werde ich es hier ganz langsam angehen lassen.


    Die Feiertage über bin ich sowieso mal weg. Also, Ruhe bewahren und Schach spielen. Das stärkt die Sinne und die Logik

  • Kopfschüttel...


    Hallo


    Zitat

    da wir die instrumentelle Besamung im Prinzip ablehnen und nur im ganz eng begrentzten Rahmen durchführen


    Wir lehnen es ab machen es aber trotzdem ....



    Für die Leute, welche hier im Forum, nicht fündig geworden sind: "resistente Bienen" suchen und dann die Beiträge mal "durchforsten"


    Den Begriff "Toleranz" in zusammenhang mit Bienenvölkern haben die Leute von der AGT in die Welt gesetzt. In aller eng. sprachigen Literatur wird von Resistenz gesprochen
    Toleranz = Dultsamkeit (heißt: egal wie viele Milben im Volk sind, das Volk überlebt ...... Das Volk dultet die Milbe)
    Nach meiner denke, funtioniert das nicht.


    Auch die Milben auszählen ist nicht zielführend. Es gibt mindestens 5 verschiedene Wege wie die Biene die Milbenzahlen unten hält (Ausräumen ist nur eine davon)
    Es gibt Völker die verkraften mehr Milben, ander wehnig. Alle Völker gleich zu behandeln, funktionier nicht.


    Sobald die Biene sich aktiv ihre "Feind" entledigt .... muss von Wiederstand gesprochen werden ... = resistenz


    Zitat

    VSH-Bienen kénnen nur dann erfolgreich etabliert werden, wenn eine grosse Anzahl Imker in einem bestimmten Gebiet mitmachen, und auch korrekt auswerten. Aber da scheint der Hund begraben: oft kann sich nicht einmal auf eine Behandlungsmethode, geschweige denn auf ein Behandlungstermin geeinigt werden. Und das Zählen von Milben oder VSH-Tests brauchen etwas Zeit und Know-How. Aber es wird sich rentieren!


    Bullshit!
    Jeder kann an seinem Stand resistente Bienen halten ... die resistenz ist nur zu 20% von der Biene Abhängig.


    Auch das hat Büchler (AGT) veröffentlicht bevor er die AGT gegründet hat.
    oder was glaubt ihr warum es nie geklappt hat, Königinnen aus resistenten Völkern in Deutschland anzusiedeln.


    Betriebsweise, Zellgröße, Beutengestalltung, Futterversorgung ....


    Die Denkweise dass wir alles über Zucht lösen können ist der falsche Denkansatz!



    MfG
    Thomas

    Der Mensch steht im Mittelpunkt und somit allein im Weg.